Waldreben (Clematis, )
Waldreben (Clematis) sind eine Gattung überwiegend mehrjähriger Pflanzen aus der Familie der Ranunculaceae. Viele klettern mit dünnen Trieben, andere wachsen krautig oder strauchig. Der Gattungsname umfasst unterschiedliche Gartenpflanzen; Arten wie Clematis armandi, Clematis montana und großblumige Hybriden behalten dabei ihre eigene Identität.
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Identität
Waldreben (Clematis L., 1753) bilden eine anerkannte Gattung der Ranunculaceae, die Linné 1753 veröffentlichte. Plants of the World Online führt sie als umfangreiche Gattung mit mehreren Hundert akzeptierten Arten. Der Name bezeichnet daher die übergeordnete Gruppe, wenn keine einzelne Art gemeint ist. 1 3
Der auch im Gartenbau gebräuchliche Name Clematis kann sehr unterschiedliche Waldreben bezeichnen. Für die Pflanzenwahl ist die Unterscheidung zwischen Gattung und Art entscheidend: Clematis armandi, Clematis montana und Clematis × jackmanii stehen jeweils für eine bestimmte Art oder Hybride und lassen sich nicht beliebig gegeneinander austauschen. 2 4 6
Nach der Beschreibung von NC State sind Waldreben ausdauernde Hahnenfußgewächse, die häufig, aber keineswegs immer klettern. Zur Gattung gehören auch krautige Pflanzen, Halbsträucher und je nach Art bodendeckende Formen. Eine einzige Wuchsform reicht deshalb zur Beschreibung der Gattung nicht aus. 4 7
Erkennung
Garten-Waldreben fallen besonders durch biegsame Triebe, ihren Bedarf an einer Kletterhilfe und auffällige Blüten auf. Je nach Art und Sorte sind diese stern-, glocken- oder trompetenförmig oder breit und flach. NC State nennt eine große Farbvielfalt von Weiß, Rosa, Violett, Rot, Blau und Gelb bis zu mehrfarbigen Blüten. 4 7
Oft zusammengesetzte Blätter stehen je nach Art gegenständig oder wechselständig. Die Früchte sind Achänen und tragen häufig einen verlängerten, federartigen Fortsatz. Bei manchen Waldreben entstehen dadurch die auffälligen, an einen Greisenbart erinnernden Fruchtstände. Diese Merkmale helfen beim Erkennen der Gattung, bestimmen aber noch keine einzelne Art. 4 7
Besonders empfindlich sind die jungen Triebe. Beim Anbinden brechen sie leicht; frühes, behutsames Leiten ist deshalb sinnvoll. Eine oberhalb des gut eingewurzelten Wurzelhalses abgebrochene Waldrebe treibt häufig wieder aus. Bei trockenem Wurzelbereich oder unzureichender Bewurzelung erholt sie sich weniger gut.
Taxonomie und verwandte Arten
Das von POWO beschriebene natürliche Verbreitungsgebiet der Gattung ist sehr groß. Es reicht von gemäßigten Regionen bis zu tropischen Gebirgen der Alten Welt; außerdem wurden Waldreben in verschiedenen Gebieten eingeführt und werden dort kultiviert. Dazu passt die Vielfalt von immergrünen und laubabwerfenden Kletterpflanzen, krautigen Stauden und eher strauchigen Formen. 1 8
Die im Gartenbau häufige Schreibweise Clematis armandii bezeichnet die unter Clematis armandi akzeptierte Art. Diese immergrüne Waldrebe bleibt von der gesamten Gattung zu unterscheiden. Der allgemeine Name Waldrebe allein erlaubt keine Aussage über ihre besonderen Eigenschaften.
Auch großblumige Hybriden erfordern einen genaueren Blick. Im Handel stehen häufig Sortennamen auf den Etiketten, während botanische Verzeichnisse akzeptierte wissenschaftliche Namen verwenden. Für die Bestimmung sollte deshalb die genaueste verfügbare Bezeichnung erhalten bleiben. Nur wenn die Pflanze nicht näher bestimmt ist, bleibt es bei Clematis als Gattungsname. 1 8
Kultur und Schnitt
Als gärtnerische Grundregel gilt ein heller oberer Pflanzenbereich bei kühlem, frischem Wurzelbereich. NC State empfiehlt volle Sonne, bei heißen Sommern mit Nachmittagsschatten, sowie feuchten, gut durchlässigen Boden mit neutraler bis leicht alkalischer Reaktion. 4
Gießwasser muss bis in die Wurzeltiefe gelangen. Eine Waldrebe kann mit wenig Laub überleben, blüht aber schlecht, wenn ihr Wurzelbereich im Frühjahr oder Frühsommer lange austrocknet. Dünner Mulch, ein Dachziegel, ein Purpurglöckchen oder ein winterharter Storchschnabel können die Basis schützen, ohne den Wurzelhals zu ersticken.
Für den Rückschnitt entscheidet die Schnittgruppe: Gruppe 1 blüht im Frühjahr am alten Holz; hier werden nach der Blüte im Wesentlichen tote Triebe entfernt. Gruppe 2 blüht am alten und neuen Holz und benötigt nur einen leichten Schnitt im Spätwinter. Gruppe 3 blüht an den diesjährigen Trieben und kann im Spätwinter kräftiger zurückgeschnitten werden. 4 7
Giftigkeit und Sicherheit
Waldreben sind keine essbaren Pflanzen. Die ASPCA stuft Clematis spp. wegen des reizenden Protoanemonins als giftig für Hunde, Katzen und Pferde ein. Als typische Anzeichen nennt sie vor allem Speichelfluss, Erbrechen und Durchfall. 5
Auch NC State weist auf stark ausgeprägte giftige Eigenschaften hin. Praktisch besteht das Hauptrisiko darin, dass ein neugieriges Tier Blätter oder Triebe frisst. Empfindliche Personen können zudem bei längerem Schneiden ohne Handschuhe Reizungen entwickeln. Als Zierpflanzen sind Waldreben im Garten verwendbar; probieren sollte man sie jedoch nicht. 4 5
Schnittgut gehört außerhalb der Reichweite von Tieren gelagert. Leichte Symptome sind kein Grund zur Panik; bei einer nennenswerten aufgenommenen Menge sollte jedoch tierärztlicher Rat eingeholt werden, besonders bei kleinen Tieren oder Pferden. Für Wildarten und Sorten gilt dieselbe Vorsicht.
Gattung und einzelne Gartenpflanzen
Wer blühende Kletterpflanzen, Pergolabepflanzungen, Stauden oder Blütenfarben vergleicht, begegnet Waldreben als vielfältiger Pflanzengruppe. Clematis bezeichnet dabei die Gattung und erlaubt einen Überblick über diese unterschiedlichen Gartenformen. 1 2
Eine bestimmte Art oder Sorte sollte dennoch mit ihrem eigenen Namen betrachtet werden. Clematis armandi hat andere Eigenschaften als eine krautige Waldrebe oder eine großblumige Hybride. Die genaue Benennung bewahrt diese Unterschiede und hilft, botanische Identität, Wuchs und Pflegebedarf einer Pflanze zusammenzuführen. 1
Hauptquellen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.





