Gartenerbse (Lathyrus oleraceus, )
Lathyrus oleraceus Lam. ist der von POWO akzeptierte Name der Gartenerbse aus der Familie Fabaceae, die im Gartenbau weiterhin meist Pisum sativum heißt. Die kletternde Pflanze stammt aus dem Raum vom Mittelmeer bis Afghanistan und gedeiht als Gemüsekultur in der kühlen Jahreszeit.
WeiterlesenGartenerbse, Erbse, Speiseerbse und Garden pea






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Identität
Lathyrus oleraceus Lam. ist bei POWO der akzeptierte Name der Gartenerbse aus der Familie Fabaceae. Im Gemüsebau und auf Saatguttüten ist dagegen weiterhin Pisum sativum verbreitet. Auch Erbse, Speiseerbse und der englische Name Garden pea bezeichnen diese Nahrungspflanze. 2 5 8
Die unterschiedliche Zuordnung kann verwirren. Unter Pisum sativum findet sich die vertraute Kulturpflanze, während POWO das Taxon zu Lathyrus oleraceus stellt. Akzeptierter botanischer Name und gebräuchliche Bezeichnung müssen deshalb gemeinsam betrachtet werden, um dieselbe Pflanze wiederzufinden. 6 7
Als ursprüngliches Verbreitungsgebiet nennt POWO den Raum vom Mittelmeer bis Afghanistan. Die Art wächst als einjährige oder kurzlebig ausdauernde Kletterpflanze und wird für die menschliche Ernährung, als Tierfutter sowie für bestimmte medizinische Zwecke genutzt. 2
Für den Anbau entscheidet das passende Zeitfenster zur Aussaat. Erbsen entwickeln sich gut, wenn sie bei kühlem Wetter in abgetrocknetem Boden starten. Eine leichte Rankhilfe sollte bereitstehen, bevor die empfindlichen Triebe abbrechen können. 8
Erkennung
Weiche, biegsame Triebe tragen Ranken, mit denen sich die Gartenerbse an leichten Stützen festhält. Ihre Blätter sind zusammengesetzt, die Blüten schmetterlingsförmig. Anschließend bilden sich Hülsen mit mehreren je nach Sorte grünen oder gelben Samen. 5 2
Im Gemüsebeet fällt das Wuchsverhalten rasch auf: Die Pflanze sucht Halt, entwickelt sich in der kühlen Jahreszeit und leidet, wenn die Wärme zu früh einsetzt. Für eine eigentliche Sommerkultur ist sie daher ungeeignet, auch wenn eine späte Aussaat verlockend erscheint. 8
Niedrige Erbsensorten und hochwachsende Ranker brauchen unterschiedliche Stützen. Bei niedrigen Formen genügt wenig Halt. Hohe Formen benötigen dagegen ein Netz, trockene Zweige oder Drahtgitter, das schon steht, bevor die Pflanzenreihe auseinanderfällt. 8
Eine wichtige Abgrenzung betrifft die Duftwicke. Lathyrus odoratus wird wegen ihres Duftes und als Schnittblume kultiviert, L. oleraceus dagegen als Nahrungserbse. Manche systematischen Behandlungen stellen beide in dieselbe erweiterte Gattung, ihre Verwendung unterscheidet sich jedoch deutlich. 6 2
Nützliche Taxonomie
POWO akzeptiert den Namen Lathyrus oleraceus Lam. Die Einträge bei Wikidata, POWO, WFO und IPNI beziehen sich auf dieses Taxon und ermöglichen den Abgleich der botanischen Identität. 1 2 3
Weiterhin prägt Pisum sativum den gärtnerischen und alltäglichen Sprachgebrauch. Wikipedia und neuere Veröffentlichungen erläutern die unterschiedlichen Einordnungen: Einige Quellen behalten Pisum bei, während POWO den Namen als Synonym innerhalb von Lathyrus behandelt. 6 7
Beide Namen lassen sich derselben Nahrungspflanze zuordnen. Die im März ausgesäte Gartenerbse wird durch ihre aktuelle botanische Einordnung nicht zu einer zweiten Art neben der aus der Küche bekannten Erbse. Der Namenswechsel trennt also keine zwei Nutzpflanzen. 8 4
Für einen zuverlässigen Namensvergleich ist diese Verbindung hilfreich: Im praktischen Gartenbau bleibt „Erbse“ verständlich, während Lathyrus oleraceus das von POWO akzeptierte Taxon bezeichnet. Die unterschiedliche Benennung ändert nichts am Gegenstand des Anbaus. 2 5
Anbau im März
Eine Märzaussaat kommt infrage, sobald der Boden weder klebrig noch gefroren ist. Kalte, schlecht belüftete und wassergesättigte Erde lässt Samen faulen oder führt zu einem lückenhaften Auflaufen der Saat. 8
Erbsen bevorzugen ein kühles Frühjahr. Bei zu spätem Start verkürzt Hitze die Blüte und die Ernte. Wird dagegen zu früh in vernässten Boden gesät, entstehen bereits vor der eigentlichen Entwicklung Lücken in der Reihe. 8
Die Rankhilfe gehört früh an ihren Platz. Ein leichtes Netz, trockene Zweige oder ein Drahtgitter reichen aus, müssen aber bereitstehen, bevor sich die Triebe ineinander verhaken. Eine verfilzte Reihe nachträglich zu entwirren verursacht leicht Bruchschäden. 8
An Erbsen lässt sich vorausschauendes Gärtnern gut beobachten: eine gerade Reihe, eine vorbereitete Stütze, abgetrockneter Boden und anschließend sinnvoll geleitete Ranken. Diese Kultur verlangt vor allem eine einfache, durchdachte Vorgehensweise und keinen hohen Kraftaufwand. 8
Gleichmäßiges, maßvolles Gießen ist günstiger als starke Schwankungen. Zu viel Wasser macht das Laub weich, erhöht das Krankheitsrisiko und verbessert die Entwicklung der Hülsen nicht. Besonders während der Blüte und des Hülsenwachstums sollte die Feuchtigkeit möglichst stabil bleiben. 8
Verwendung
Im Frühjahrsgemüsebeet liegt die wichtigste Verwendung. Die Gartenerbse bietet eine kurze, erfreuliche und auch für Anfänger gut nachvollziehbare Ernte. Voraussetzung bleibt, das zur kühlen Witterung passende Anbaufenster einzuhalten. 8
Gut eignet sie sich für Fruchtfolgen, Ränder frischer Gemüsebeete, Familiengärten und Gartenprojekte mit Kindern. Dabei sollten die Aussaaten vor Vögeln geschützt werden und die Hülsen zur Ernte leicht erreichbar bleiben. 8 5
Eine Nachbarschaft zu Salaten, Lauchgewächsen oder niedrigen Kulturen kann funktionieren, wenn die Abstände genügend Luft lassen. Wer jede Lücke bepflanzt, behindert dagegen die Luftzirkulation um eine Kultur, die für Echten Mehltau anfällig ist. 8
Kinder können die Entwicklung unmittelbar verfolgen: Der Samen ist groß, das Auflaufen gut sichtbar, die Ranke verständlich und die Ernte rasch erreichbar. Wenige Gemüse zeigen den Zusammenhang zwischen Aussaat, Rankhilfe und Jahreszeit so anschaulich. 8 5
Diese gut sichtbaren Entwicklungsschritte eignen sich auch dazu, das Wachstum im Gemüsebeet regelmäßig mit Fotos festzuhalten. 8
Nach der Ernte sind die Wurzeln der Fabaceae auch für die Fruchtfolge interessant. Daraus wird jedoch kein Wundermittel zur Gründüngung. Bei der Erbse steht weiterhin die Hülsenproduktion innerhalb einer kühlen Anbauphase im Vordergrund. 5
Vorsicht
Als menschliches Lebensmittel ist die Gartenerbse alltäglich, dennoch verdient die Gattung Lathyrus einen differenzierten Blick. Einige ihrer Arten werden mit Lathyrismus in Verbindung gebracht, wenn sie übermäßig oder unter sehr eingeschränkten Ernährungsbedingungen verzehrt werden. 6 7
Bei Lathyrus oleraceus liegt das praktische Risiko im Familiengarten vor allem bei Tieren, die ungeeignete Mengen, gebeiztes Saatgut oder nicht als Futter vorgesehene Pflanzenreste aufnehmen. Für Menschen ist der übliche Verzehr von Speiseerbsen der hier gemeinte Rahmen. 5 2
Für eine erfolgreiche Märzaussaat müssen Boden, Witterungsverlauf und Rankhilfe zusammenpassen. Der akzeptierte Name Lathyrus oleraceus klärt die botanische Zuordnung; für die Kultur zählt vor allem ein früher Start unter kühlen, geeigneten Bedingungen. 8 2
Hauptquellen
- Wikidata, Lathyrus oleraceus
- Plants of the World Online / Kew, Lathyrus oleraceus
- World Flora Online, Lathyrus oleraceus
- International Plant Names Index, Lathyrus oleraceus
- Wikipedia EN, Erbse
- Wikipedia EN, Pisum
- Diversity, taxonomischer Status der Gattungen innerhalb der Fabeae mit Schwerpunkt Pisum
- Floralens, Aussaat und Pflanzung im März
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.


