Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas, L. 1753)

Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas L.) ist ein aromatischer Halbstrauch der Familie Lamiaceae aus dem Mittelmeerraum, von Nordafrika über Portugal bis zur Türkei. Große purpurne Hochblätter stehen wie Ohren oder Schmetterlingsflügel über der Blütenähre. Dieses Merkmal fehlt dem Echten Lavendel; Verwechslungen betreffen vor allem Lavandula pedunculata.

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Wissenschaftlicher NameLavandula stoechas
GattungLavandula
OrdnungLamiales

Schopf-Lavendel, French lavender, Spanish lavender und Cantueso

Identität
Toxizität
Ungiftig : Menschen, darunter Kinder, Katzen, Hunde und Tiere · Unbekannt : Pferde
Pflegeaufwand
Mäßig
Pflanzenart
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
FrankreichSpanienPortugalItalienGriechenlandTürkeiMarokkoAlgerienTunesien
Lebensraum
Mediterrane Garrigue und Macchie, trockene felsige Hänge, kieselreiche bis saure Böden in voller Sonne
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommer
Erntezeit
FrühlingSommer
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
5/10
Reifezeit
Blüte je nach Wuchskraft ab der ersten oder zweiten Saison
Vermehrung
Steckling, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Mäßig, Jungpflanzen vor kalten und feuchten Winden schützen
Luftfeuchtigkeit
20–50 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Mineralboden, Gut entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.

Direkte volle Sonne
Innenbereich
Aussaat unter Schutz
Außenbereich
Beet in voller Sonne, Frostsichere Rocaille, Pflanzgefäß
Pflanzgefäße
Terrakotta, Abflusstopf
Erscheinungsbild
Höhe30–100 cmBreite30–100 cm
Blätter
GrünWeiß
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
ViolettRosaWeiß
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Braun
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
GrünBraun
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Lavandula stoechas umfasst den Mittelmeerraum von Portugal und Spanien bis zur Türkei einschließlich Nordafrikas. In Frankreich ist die Art an der Mittelmeerküste heimisch (INPN). Der englische Name French lavender bedeutet daher keine Beschränkung auf Frankreich. Außerhalb dieses Areals wird sie überwiegend als Zierpflanze kultiviert; in Australien regeln mehrere Bundesstaaten den Umgang mit ihr als invasiver Art.

  • Heimisch9
  • Invasiv1
  • Frankreich
  • Spanien
  • Portugal
  • Italien
  • Griechenland
  • Türkei
  • Marokko
  • Algerien
  • Tunesien
  • Australien

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas L., 1753) fällt durch große purpurne Hochblätter auf, die wie Ohren über der Ähre stehen. Dem Echten Lavendel fehlt dieses Merkmal. Die Art gehört zur Gattung Lavandula in der Familie Lamiaceae. POWO und IPNI führen beide die Autorenabkürzung L. für die Erstbeschreibung von 1753. 1 2

Der Artname geht auf das altgriechische stoikhas zurück, das Plinius mit den Stoechaden, den heutigen Îles d’Hyères, verband. Der deutsche Name Schopf-Lavendel verweist dagegen auf ein unmittelbar sichtbares Merkmal: die aufrechten Hochblätter über der Blütenähre. Im Französischen wird dieses Merkmal mit einem Schmetterling verglichen. 8

Missverständlich ist der englische Name French lavender, neben Spanish lavender und dem spanischen Cantueso ein weiterer gebräuchlicher Name. Die Art ist kein französischer Endemit, sondern im gesamten Mittelmeerraum von Nordafrika über Portugal bis zur Türkei heimisch. Der wissenschaftliche Name bezeichnet überall dieselbe Pflanze, auch wenn Volksnamen und Verkaufsland wechseln. 3 5

Erkennung

Als kompakter, stark verzweigter aromatischer Halbstrauch trägt Lavandula stoechas graugrünes, filziges Laub. Die RHS beschreibt in ihrem Eintrag einen Strauch von kaum mehr als 60 cm Höhe. NC State Extension und Wikipedia nennen dagegen auch Exemplare bis 1 m. 3 4

Schmale, ganzrandige Blätter besitzen einen feinen Filz grauer Haare, der die Verdunstung in voller Sonne begrenzt. Nach NC State Extension werden sie 2,5 bis 7,5 cm lang. Ihre linealische Gestalt erinnert an Rosmarin. Die sehr dunklen Blüten stehen in dichten Ähren mit viereckigem Querschnitt. 4

Vier sterile Hochblätter krönen die Ähre. Meist sind sie purpurn, bei manchen Sorten auch rosa oder weiß. RHS und NC State Extension vergleichen sie mit Fahnen oder Ohren. Beim Echten Lavendel fehlen diese Hochblätter vollständig, sodass sich die Arten zur Blüte gut unterscheiden lassen. 3 4

Nützliche Taxonomie

Unter Lavandula stoechas erkennt POWO zwei Unterarten an: die typische subsp. stoechas und subsp. luisieri (Rozeira) Rozeira aus dem Südwesten der Iberischen Halbinsel. 1

Bei älteren botanischen Bezeichnungen ist Vorsicht nötig. Mehrere unter Lavandula stoechas subsp. veröffentlichte Kombinationen, darunter pedunculata, lusitanica, sampaioana und atlantica, stellt POWO heute zur eigenständigen Art Lavandula pedunculata. Sie gehören damit nicht mehr zu L. stoechas. Ein älteres Etikett mit einer solchen Kombination kann folglich eine andere heutige Zuordnung haben. 1

  • Lavandula stoechas f. leucantha (Ging.) Upson & S.Andrews, weiße Form, gelegentlich unter einem Sortennamen verkauft
  • Lavandula stoechas subsp. pedunculata (Mill.) Rozeira, älterer Name, heute zugeordnet zu Lavandula pedunculata
  • Lavandula stoechas subsp. atlantica Braun-Blanq., ebenfalls neu zugeordnet zu Lavandula pedunculata

Der vollständige wissenschaftliche Name einschließlich Unterart bleibt daher die verlässlichste Grundlage, um zwei unter einem Lavendelnamen angebotene Pflanzen miteinander zu vergleichen. 1

Lebensraum und Verbreitung

Rund um das Mittelmeer reicht das ursprüngliche Areal von Portugal und Spanien bis zur Türkei und schließt Nordafrika ein. Für Frankreich nennt INPN die Mittelmeerküste, insbesondere Provence und Korsika. Dort wächst die Art in Garrigue und Macchie mit Zistrosen. 5

Trockene, nährstoffarme, häufig kieselreiche bis saure Böden in voller Sonne bilden die typischen Standorte. Wikipedia betont, dass die Pflanze vor allem unter stehender Nässe leidet, stärker noch als unter trockener Kälte. 8

Weit außerhalb ihres Heimatgebiets als Zierpflanze eingeführt, hat sich die Art in Australien eingebürgert. Dort ist sie seit den 1920er-Jahren als Unkraut bekannt und in mehreren Bundesstaaten, besonders Victoria, als Schadpflanze geregelt. Dichte Bestände des Schopf-Lavendels verdrängen dort die heimische krautige Vegetation. 6

Kultur und Lebenszyklus

Auf besonders warmen Hängen beginnt die Blüte bereits im Februar oder März und dauert laut Wikipedia bis Juni. Danach folgt eine sommerliche Ruhephase. Unter den häufig kultivierten Lavendeln blüht diese Art am frühesten; diese Zeitangaben beziehen sich auf entsprechend warme Standorte. 8

Die RHS ordnet die Pflanze der Schnittgruppe 10 zu. Ein leichter Rückschnitt nach der Blüte erhält den dichten Wuchs, solange nicht ins alte, kahle Holz geschnitten wird. NC State Extension nennt einen besonders wichtigen Unterschied: Bodennah zurückgeschnittener Schopf-Lavendel stirbt häufig ab, während manche anderen Lavendelarten dies gelegentlich überleben. 3 4

Halbreife Triebstecklinge im Sommer erhalten die Eigenschaften einer Sorte. Bei einer Frühjahrsaussaat entstehen dagegen variablere Pflanzen. In beiden Fällen verdienen ein mineralisches Substrat und mögliche überschüssige Nässe am Wurzelhals besondere Aufmerksamkeit. 3

Nutzen und Risiken

Überwiegend wird Schopf-Lavendel als Zierpflanze verwendet: für vollsonnige Beete, Steingärten, Kübel und Trockensträuße. NC State Extension nennt außerdem seinen Wert als Bienenweide. Die Blüten locken Bienen und Schmetterlinge in den Garten. 4

Wikipedia beschreibt eine stärker ausgeprägte traditionelle Verwendung als Lebensmittel als beim Echten Lavendel: Blüten und Blätter in Salaten, Aufgüssen und Marinaden, in Portugal in Suppen und Pürees, in Spanien zu Fisch und Fleisch sowie in Katalonien für Ratafia-Likör. Zum kulinarischen Ruf trägt die chemische Zusammensetzung bei. Im ätherischen Öl von Lavandula stoechas dominieren Kampfer und Fenchon, während Linalool eher den Echten Lavendel kennzeichnet. 8

Bei der Giftigkeit beruht die Vorsicht vor allem auf dem Vergleich innerhalb der Gattung. Eine gezielte Quelle dokumentiert keine Giftigkeit speziell für Lavandula stoechas. Der ASPCA-Eintrag zu Lavendel bezieht sich ausdrücklich auf Lavandula angustifolia und stuft diese Art für Katzen, Hunde und Pferde als giftig ein. Wegen ähnlicher Terpene sollte konzentriertes ätherisches Öl dennoch außer Reichweite von Tieren und Kindern bleiben, auch ohne dokumentierte Fälle für Schopf-Lavendel. 7 8

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

NC State Extension nennt mehrere Sorten: 'Alba' mit weißen Blüten, 'Anouk' mit blauvioletten Hochblättern, die zweifarbige 'Ballerina' und 'Purple Ribbons' mit großen Hochblättern. Die RHS ergänzt 'Provençal' und eine als 'Snowman' verkaufte weiße Form, die der botanischen f. leucantha zugeordnet wird. 4 3

Besonders häufig wird Lavandula pedunculata verwechselt, die gelegentlich als bloße Sorte des Schopf-Lavendels angeboten wird. Entscheidend ist der Blütenstandsstiel: Bei L. pedunculata trägt ein langer, deutlich sichtbarer kahler Stiel die Ähre; bei L. stoechas ist er kurz oder fast nicht vorhanden. 1

Zwei weitere ähnliche Arten sind Lavandula dentata mit deutlich gezähnten Blatträndern und Lavandula angustifolia, der die farbigen Hochblätter fehlen und die später blüht. Bei Unsicherheit sind Hochblätter, Laub und Blütezeit gemeinsam aussagekräftiger als die Verkaufsbezeichnung. 4

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Warum hat Schopf-Lavendel Ohren über den Blüten?

Das sind große, farbige, sterile Hochblätter über der Blütenähre. NC State Extension vergleicht sie mit Fahnen oder Ohren. Sie sind das zuverlässigste Merkmal, um Lavandula stoechas von anderen Lavendeln zu unterscheiden.

Stammt Schopf-Lavendel wirklich aus Frankreich?

Nicht ausschließlich. Die Art ist im gesamten Mittelmeerraum von Nordafrika bis zur Türkei heimisch. Für Frankreich nennt INPN nur die Mittelmeerküste. Der in Großbritannien übliche Name French lavender bedeutet daher keine ausschließlich französische Herkunft.

Kann man Schopf-Lavendel wie Echten Lavendel schneiden?

Das Grundprinzip ist gleich: nach der Blüte schneiden, ohne ins alte Holz zu schneiden. NC State Extension betont jedoch, dass gerade diese Art nach zu starkem Rückschnitt häufig abstirbt.

Ist Schopf-Lavendel für Tiere giftig?

Eine gezielte Quelle zur Giftigkeit genau dieser Art fehlt. Anders ist es beim Echten Lavendel, den die ASPCA für Katzen, Hunde und Pferde als giftig einstuft. Beim konzentrierten ätherischen Öl bleibt wegen ähnlicher Terpene Vorsicht geboten.

Was unterscheidet Schopf-Lavendel von Lavandula pedunculata?

Beide tragen farbige Hochblätter. Bei Lavandula pedunculata sitzt die Ähre aber auf einem langen, deutlich sichtbaren, kahlen Stiel, der bei Lavandula stoechas fehlt oder sehr kurz bleibt. Mehrere frühere stoechas-Unterartnamen werden heute pedunculata zugeordnet.

Ist Schopf-Lavendel essbar?

Wikipedia berichtet von traditioneller Verwendung der Blüten und Blätter in Portugal, Spanien und Katalonien, in Speisen und Likören. Das ersetzt keine verlässliche örtliche Beratung zur Lebensmittelnutzung; konzentriertes ätherisches Öl darf damit nicht gleichgesetzt werden.

Warum stirbt Schopf-Lavendel nach starkem Rückschnitt?

NC State Extension weist darauf hin, dass bodennaher Rückschnitt schlecht vertragen wird und die Pflanze möglicherweise nie wieder austreibt. Es muss stets lebendes Laub erhalten bleiben; geschnitten wird nur im noch grünen Holz.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.