Pastinak (Pastinaca sativa, L.)

Pastinak (Pastinaca sativa) ist ein zweijähriger Doldenblütler der Familie Apiaceae. Seine fleischige Wurzel aus dem ersten Jahr ist essbar. Pflanzensaft und oberirdische Teile können durch Furanocumarine eine phototoxische Hautentzündung auslösen, besonders bei wild wachsendem Pastinak.

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Wissenschaftlicher NamePastinaca sativa
GattungPastinaca
OrdnungApiales

Pastinak, Pastinake, Gewöhnlicher Pastinak, Gemüse-Pastinak, Parsnip und Wild parsnip

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen, darunter Kinder, Katzen, Hunde und Pferde
Pflegeaufwand
Hoch
Pflanzenart
Zweijährlich · Gemüsegarten · Essbare Pflanze · Pflanze für draußen
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Zweijährig
Lebensraum
Gemüsebeete, tiefe durchlässige Böden, Brachen, Wegränder, gestörte Wiesen und Anbau in der kühlen Saison
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommer
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Vermehrung
Aussaat
Klima & Wasser
Winterhärte
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Bodenarten
Entwässerter Boden, Freies Land, Sandiger Boden, Feuchter Boden
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Außenbereich
Gemüsegarten, Gartenbeet, Naturgebiet
Erscheinungsbild
Höhe30–150 cmBreite20–60 cm
Blätter
Grün
Pastinak (Pastinaca sativa): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Pastinak (Pastinaca sativa): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Pastinak (Pastinaca sativa): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Pastinak (Pastinaca sativa): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Pastinak (Pastinaca sativa): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
Gelb
Pastinak (Pastinaca sativa): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Pastinak (Pastinaca sativa): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Pastinak (Pastinaca sativa): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Pastinak (Pastinaca sativa): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Pastinak (Pastinaca sativa): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Pastinak (Pastinaca sativa): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Pastinak (Pastinaca sativa): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Pastinak (Pastinaca sativa): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Pastinak (Pastinaca sativa): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Pastinak (Pastinaca sativa): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Pastinak (Pastinaca sativa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Pastinak (Pastinaca sativa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Pastinak (Pastinaca sativa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Pastinak (Pastinaca sativa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Pastinak (Pastinaca sativa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Pastinak (Pastinaca sativa): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Pastinak (Pastinaca sativa): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Pastinak (Pastinaca sativa): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Pastinak (Pastinaca sativa): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Pastinak (Pastinaca sativa): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Identität

Pastinak (Pastinaca sativa L.) ist ein zweijähriger Doldenblütler mit zwei für den Menschen wichtigen Eigenschaften. Im Gemüsebeet wird seine fleischige Wurzel aus dem ersten Jahr genutzt; auf Brachen steht dagegen der phototoxische Saft wild wachsender Pflanzen im Vordergrund. 1 8

POWO, WFO und IPNI bestätigen den akzeptierten wissenschaftlichen Namen. NC State beschreibt die Art als zweijährige Pflanze europäischen Ursprungs. Ihre Wurzel ist essbar, doch der Kontakt mit anderen Pflanzenteilen kann problematisch sein. 2 3 4 5

Zur Familie der Apiaceae gehört eine Reihe von Arten, bei denen Verwechslungen anhand der Dolden ernste Folgen haben können. Eine im Garten ausgesäte Gemüsewurzel ist deshalb anders zu beurteilen als eine unbekannte gelb blühende Pflanze am Wegrand. 5 7

Für den Gemüseanbau in der kühlen Saison geht es um Aussaat und Vorbereitung der Beete. Der Pastinak bleibt dabei beides: ein nützliches Gemüse und eine Pflanze, bei deren Handhabung Schutz erforderlich ist. 8 6

Diese beiden Eigenschaften lassen sich nicht sinnvoll voneinander trennen. Dasselbe Taxon liefert eine geschätzte Winterwurzel, wenn es zum richtigen Zeitpunkt ausgesät und geerntet wird. Lässt man es dagegen ungeschützt aufschießen, entsteht ein hoher Doldenblütler mit reizendem Saft. 5 8

Erkennung

Im ersten Standjahr bildet der Pastinak eine Rosette zusammengesetzter Blätter und eine helle Pfahlwurzel. Kälte macht die Wurzel süßer. Geerntet wird sie vor dem Schossen und der anschließenden Samenbildung. 5 6

Während des zweiten Jahres wachsen hohe, hohle, kantige und gefurchte Stängel empor. Die zusammengesetzten Dolden tragen kleine gelbe Blüten. Später entstehen trockene geflügelte Früchte, die durch den Wind verbreitet werden. 5

Große wechselständige Blätter sind aus gezähnten oder gelappten Teilblättchen zusammengesetzt. Dieser Bau erinnert an andere Doldenblütler. Er reicht allein niemals aus, um eine Wildpflanze sicher für den Verzehr zu bestimmen. 5 7

Besondere Vorsicht verlangt Pflanzensaft auf Haut, die anschließend Sonnenlicht ausgesetzt wird. NC State nennt eine erhöhte Lichtempfindlichkeit mit möglichen Verbrennungen und Blasen. Das Risiko hängt somit nicht nur vom Berühren der Pflanze ab, sondern auch von der nachfolgenden Bestrahlung. 5

Nützliche Taxonomie

Akzeptiert ist der Name Pastinaca sativa L. Das Artepitheton sativa weist auf eine Kulturpflanze hin. Die Art kommt jedoch auch als entwichene, wilde oder eingebürgerte Form vor. Bei diesen Beständen stehen vor allem die Gefahren durch Hautkontakt im Vordergrund. 2 3

Mit Daucus, Heracleum, Angelica und anderen Doldenblütlern darf die Gattung Pastinaca nicht verwechselt werden. Doldenförmige Blütenstände sind innerhalb dieser Familie kein ausreichendes Merkmal für eine sichere Bestimmung. 5 7

Gemüsesorten wie Hollow Crown und Gladiator werden auf gleichmäßiger geformte Wurzeln ausgelesen. Der Umgang mit Blättern, Stängeln, Blüten, Früchten und Saft verlangt trotzdem dieselbe Vorsicht. Eine Auslese für die Wurzel hebt die übrigen Risiken nicht auf. 6 5

Die Zuordnung zur selben Art verbindet das Gemüse aus dem Beet mit phototoxischem wildem Pastinak. Eine künstliche Trennung dieser beiden Erscheinungsformen würde die Risiken der ganzen Pflanze verharmlosen. 8 1

Auch die Abgrenzung zur Kulturmöhre bleibt wichtig. Beide gehören zu den Apiaceae, und bei beiden wird die Wurzel genutzt. Ihre Blüten, Früchte und Kontaktgefahren dürfen deshalb nicht unter der allgemeinen Bezeichnung Wurzelgemüse zusammengefasst werden. 2 5

Anbau

Tiefgründiger, lockerer und steinfreier Boden eignet sich für die direkte Aussaat des Pastinaks an Ort und Stelle. Verdichtete oder steinige Erde kann die Pfahlwurzel verformen. Auch das Verpflanzen junger Pflanzen kann ihre gerade Entwicklung stören. 8 6

Die Keimung kann langsam verlaufen und braucht gleichmäßige Feuchtigkeit. Später verträgt die Kultur trockenere Phasen besser. Starke Schwankungen der Wasserversorgung können jedoch harte oder gegabelte Wurzeln verursachen. 5

Vor dem Schossen wird die Gemüsewurzel geerntet. Geht die Pflanze ins zweite Jahr über, fließt ihre Energie in Stängel und Dolden. Die Qualität der Wurzel als Gemüse nimmt dann deutlich ab. 6 5

Beim Jäten, Ernten oder Herausziehen aufgeschossener Pflanzen sind Handschuhe, lange Ärmel und Sonnenschutz sinnvoll. Das Risiko steigt, wenn Saft auf die Haut gelangt und danach Licht auf die betroffene Stelle trifft. 5 7

Am zuverlässigsten bleibt die Direktsaat. Dafür wird eine tiefe Saatrille vorbereitet und frisches Saatgut verwendet. Frühes Vereinzeln lässt jeder Wurzel Platz, ohne Konkurrenz nach unten zu wachsen. Schon die ersten Wochen der Kultur entscheiden deshalb häufig darüber, ob später gut entwickelte Wurzeln geerntet werden. 8 6

Verwendung

Als Wurzelgemüse der kühlen Saison eignet sich der Pastinak für Suppen, Pürees, Ofengerichte und Wintergemüse. NC State nennt ausdrücklich die fleischige Wurzel des ersten Jahres als den für die Ernährung genutzten Pflanzenteil. 5 6

Im Garten lässt sich die Art zusammen mit Möhren, Roter Bete oder Lauch in einem Gemüsebeet anbauen. Sie braucht allerdings ausreichend Tiefe. Ein Anbau im Gefäß lohnt sich nur, wenn der Behälter sehr tief ist und die Pfahlwurzel genügend Raum erhält. 8

Nach NC State locken die Dolden Fliegen, Wespen, Käfer und Ameisen an. Werden sämtliche Pflanzen zur Blüte stehen gelassen, steigen jedoch die Ausbreitung und das Risiko, mit den blühenden Stängeln in Kontakt zu kommen. 5

Wild wachsende oder eingebürgerte Bestände sollten nicht aus bloßer Neugier beerntet werden. Zunächst sind die Artbestimmung und der Schutz der Haut erforderlich. Steht die Pflanze an einem häufig benutzten Durchgang, ist ihr Bestand entsprechend zu handhaben. 7 5

Im Hausgarten hilft eine klare räumliche Ordnung. Junge Reihen bleiben für die Ernte zugänglich. Aufgeschossene Pflanzen werden entfernt, bevor sie als hohe Doldenblütler einen Durchgang einengen. Diese Anordnung begrenzt sowohl die Samenverbreitung als auch unbeabsichtigten Hautkontakt. 5 8

Vorsicht

NC State stuft die Giftwirkung auf Menschen als mittelschwer ein und nennt Furanocumarine als Ursache. Möglich sind eine erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut, schwere Verbrennungen und Blasen. 5

Als problematische Teile werden Blüten, Früchte, Blätter, Saft, Samen und Stängel aufgeführt. Die kultivierte Wurzel aus dem ersten Jahr bleibt essbar. Daraus darf aber nicht geschlossen werden, dass die ganze Pflanze ungefährlich ist. 5 6

Vorsicht gilt ebenso für Hunde, Katzen und Kinder auf Brachen oder in einem Gemüsebeet mit aufgeschossenen Pflanzen. Zu vermeiden ist, dass Pflanzensaft auf Haut oder Fell gelangt und anschließend Sonnenlicht darauf fällt. 5 7

Hautschutz gehört deshalb zur praktischen Arbeit mit der Pflanze. Selbst eine gewöhnliche Tätigkeit wie das Herausziehen eines übersehenen Exemplars erfordert lange Ärmel und Handschuhe. Nach verdächtigem Kontakt sind rasches Waschen und das Meiden direkter Sonne angezeigt. 5 7

Richtig angebaut und im passenden Stadium geerntet ist der Pastinak ein wertvolles Gemüse. Eine aufgeschossene oder wilde Pflanze verlangt dagegen Handschuhe, lange Ärmel und eine strenge Prüfung ihrer Identität. Der Nutzen der Wurzel und die Vorsicht beim Umgang mit dem Kraut bleiben gleichermaßen maßgeblich. 8 5

Hauptquellen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.