Schnittlauch (Allium schoenoprasum, L. 1753)

Schnittlauch (Allium schoenoprasum) ist eine kleine, ausdauernde Gewürzpflanze aus der Familie der Amaryllidaceae und mit Zwiebel und Knoblauch verwandt. Dichte Horste aus feinen, hohlen Röhrenblättern wachsen auf frischen Standorten der gemäßigten Nordhalbkugel. Ihr mildes Zwiebelaroma wird in der Küche geschätzt; im Frühjahr erscheinen kugelige rosa Blütenstände.

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Wissenschaftlicher NameAllium schoenoprasum
GattungAllium
OrdnungAsparagales

Schnittlauch, Graslauch, Binsenlauch, Schnittling, Chives und Wild chives

Identität
Toxizität
Giftig : Katzen, Hunde und Pferde
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Aromatische Staude · Küchenkraut
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
FrankreichDeutschlandSchwedenRusslandChinaKanadaVereinigte Staaten
Lebensraum
Feuchtwiesen, Ufer und frische Rasen; bevorzugt frische Böden an sonnigen Standorten
Jahresverlauf
Blütezeit
Frühling
Erntezeit
FrühlingSommer
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
7/10
Reifezeit
Erntefähiger Horst im ersten Jahr, Blüte im Folgejahr
Vermehrung
Aussaat, Teilung
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut, niedriger und biegsamer Horst
Luftfeuchtigkeit
40–60 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Reicher Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Volle Sonne bis leichter Halbschatten
Außenbereich
Gemüsegarten, Gartenbeet, Pflanzgefäß
Pflanzgefäße
Terrakotta, Drainage-Kunststoff
Erscheinungsbild
Höhe20–45 cmBreite20–30 cm
Blätter
Grün
Schnittlauch (Allium schoenoprasum): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Schnittlauch (Allium schoenoprasum): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Schnittlauch (Allium schoenoprasum): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Schnittlauch (Allium schoenoprasum): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Schnittlauch (Allium schoenoprasum): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
RosaViolett
Schnittlauch (Allium schoenoprasum): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Schnittlauch (Allium schoenoprasum): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Schnittlauch (Allium schoenoprasum): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Schnittlauch (Allium schoenoprasum): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Schnittlauch (Allium schoenoprasum): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Schnittlauch (Allium schoenoprasum): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Schnittlauch (Allium schoenoprasum): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Schnittlauch (Allium schoenoprasum): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Schnittlauch (Allium schoenoprasum): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Schnittlauch (Allium schoenoprasum): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Schnittlauch (Allium schoenoprasum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Schnittlauch (Allium schoenoprasum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Schnittlauch (Allium schoenoprasum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Schnittlauch (Allium schoenoprasum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Schnittlauch (Allium schoenoprasum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün
Schnittlauch (Allium schoenoprasum): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Schnittlauch (Allium schoenoprasum): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Schnittlauch (Allium schoenoprasum): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Schnittlauch (Allium schoenoprasum): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Schnittlauch (Allium schoenoprasum): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Allium schoenoprasum besitzt eines der größten Verbreitungsgebiete der Gattung und ist in weiten Teilen der gemäßigten Nordhalbkugel in Europa, Asien und Nordamerika heimisch. Als Gewürzpflanze wird Schnittlauch vielerorts angebaut und verwildert gelegentlich. Kultur- und verwilderte Bestände sind vom natürlichen Verbreitungsgebiet zu unterscheiden.

  • Heimisch7
  • Europäisches Frankreich
  • Deutschland
  • Schweden
  • Russland
  • China
  • Kanada
  • Vereinigte Staaten

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Schnittlauch (Allium schoenoprasum L.) ist eine kleine, ausdauernde Gewürzpflanze aus der Familie der Amaryllidaceae. Er gehört zur Gattung Allium, zu der auch Zwiebel, Knoblauch und Porree zählen. Seit Langem wird er wegen seiner feinen Blätter angebaut: Ihr mildes Zwiebelaroma eignet sich für rohe Speisen und zum Würzen am Ende der Garzeit. 1 4

Im Gemüsebeet und im Kübel bilden die hohlen, zylindrischen Blätter dichte Horste. Darüber stehen im Frühjahr kugelige rosa Blütenstände. Das unkomplizierte Küchenkraut übersteht strenge Winter und treibt jedes Jahr erneut aus dem Wurzelstock aus. So bleibt ein gut gepflegter Bestand über mehrere Jahre nutzbar. 2 3

Erkennung

Feine, aufrechte Röhrenblätter kennzeichnen Allium schoenoprasum. Die hohlen Blätter stehen dicht zusammen und erreichen etwa 20 bis 45 cm Höhe. Beim Zerreiben geben sie einen deutlich wahrnehmbaren, milden Zwiebelgeruch ab. Zusammen mit der Blattform bietet dieser Geruch ein gut erkennbares Merkmal im Garten. 3 6

Die kleinen rosa bis purpurfarbenen Blüten sitzen kugelig gedrängt am Ende eines hohlen Blütenschafts. In gemäßigtem Klima erscheinen sie besonders im April und Mai. Sie bieten Insekten Nahrung und sind ebenso wie das Laub für Menschen essbar; die dekorative Blüte gehört somit auch zur kulinarischen Nutzung. 3 2

Unterirdisch entstehen kleine, schmale Zwiebeln, die dicht zusammenstehen. Eine einzelne große Speisezwiebel bildet Schnittlauch nicht aus. Darin unterscheidet er sich von anderen im Gemüsegarten angebauten Laucharten. Der gesamte Horst lässt sich leicht teilen; diese Eigenschaft bildet die Grundlage der vegetativen Vermehrung im Garten. 5 1

Nützliche Taxonomie

Carl von Linné beschrieb Schnittlauch 1753 als Allium schoenoprasum L. Innerhalb der umfangreichen Gattung Allium sind verschiedene Namen unterhalb des Artrangs und Synonyme im Umlauf. Zu den wichtigen wissenschaftlichen Bezeichnungen gehören:

  • Allium schoenoprasum var. schoenoprasum (Varietät)
  • Allium schoenoprasum subsp. sibiricum (L.) Syme (Unterart)
  • Allium sibiricum L. (Synonym)
  • Allium schoenoprasum var. lusitanicum Nyman (Varietät)

Der verlässliche Bezugspunkt bleibt der akzeptierte wissenschaftliche Name Allium schoenoprasum. Bezeichnungen wie Forescate und Staro stehen dagegen für gärtnerische Auslesen. Sie benennen weder eigenständige Arten noch botanische Varietäten. Diese Trennung erleichtert es, wissenschaftliche Namen und Sortennamen beim Pflanzenkauf richtig einzuordnen. 1 7

Lebensraum und Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Allium schoenoprasum umfasst weite Teile der gemäßigten Nordhalbkugel in Europa, Asien und Nordamerika. Es zählt zu den größten innerhalb der Gattung. Typische Wuchsorte sind feuchte Wiesen, Ufer und frische Rasen, häufig an vollsonnigen Stellen. 1 3

Von der Ebene bis ins Gebirge bevorzugt Schnittlauch frische, durchlässige Böden. Die Art ist sehr winterhart und verträgt während ihrer winterlichen Ruhezeit auch kräftige Fröste. Die Widerstandsfähigkeit gegen Kälte gehört zu den Gründen, weshalb sie sich gut für ausdauernde Pflanzungen im Kräutergarten eignet. 6 2

Aus Gärten entweicht das häufig angebaute Gewürzkraut gelegentlich und wächst dann verwildert in Siedlungsnähe. Solche Bestände gehen auf Kulturpflanzen zurück. Sie sind von natürlichen Vorkommen zu unterscheiden, auch wenn Schnittlauch in einem großen Teil seines Verbreitungsgebiets tatsächlich heimisch ist. 7 5

Lebenszyklus und Vermehrung

Als ausdauernde Staude zieht Schnittlauch während der Winterruhe sein Laub ein. Im Frühjahr treibt der Horst erneut aus. Auf die rosa Blütenkugeln, die meist im April und Mai erscheinen, folgen kleine Kapseln mit schwarzen Samen. Die Überdauerung erfolgt im unterirdischen Teil der Pflanze. 3 6

Zur Vermehrung stehen Aussaat und Teilung zur Verfügung. Im Frühjahr wird oberflächlich und warm ausgesät; nach zwei bis drei Wochen keimen die Samen. Bis zum erntefähigen Horst vergehen mehrere Monate. Häufig wird stattdessen ein älterer Horst im Frühjahr oder Herbst in Stücke mit jeweils einigen Zwiebeln zerlegt. Das vermehrt und verjüngt die Pflanze zugleich. 2 5

Bei guter Pflege liefert ein Horst bereits im ersten Jahr nutzbare Blätter und blüht im Folgejahr. Eine Teilung alle drei bis vier Jahre verhindert, dass die Mitte verkahlt. Gleichzeitig regt sie die Bildung junger, zarter Blätter an und hält den Bestand über längere Zeit ertragreich. 6 3

Nutzen und Risiken

In der Küche würzen die fein geschnittenen Blätter von Allium schoenoprasum Salate, Omeletts, Suppen, Frischkäse und Saucen. Für das milde Zwiebelaroma gibt man sie vorzugsweise roh oder erst am Ende des Garens zu. Auch die rosa Blüten sind essbar und dienen als Garnitur. Daneben eignet sich Schnittlauch als Einfassung, liefert Insekten Nahrung und gilt als hinderlich für manche Gemüseschädlinge. 4 2

Für Menschen essbar, ist Schnittlauch für Tiere giftig. Seine Schwefelverbindungen, darunter N-Propyldisulfid, können rote Blutkörperchen zerstören. Die ASPCA stuft ihn als giftig für Katzen, Hunde und Pferde ein. Mögliche Folgen sind hämolytische Anämie, Erbrechen, Mattigkeit und dunkler Urin. Blätter, Blüten und Schnittreste sollten deshalb für Haustiere unerreichbar bleiben. 8 5

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Die angebotenen Formen gehören derselben Art an. Forescate und Staro sind auf Wuchskraft und Ertrag ausgelesene Sorten; Wallington White und Corsican White bezeichnen weiß blühenden Schnittlauch. Vor dem Kauf helfen ein Blick auf den Horst, die Feinheit der Blätter und der typische Zwiebelgeruch bei der Einordnung. 2

Verwechslungen betreffen vor allem andere würzende Laucharten:

  • Allium tuberosum, Schnittknoblauch mit flachen, nach Knoblauch schmeckenden Blättern;
  • Allium fistulosum, die größere Winterzwiebel mit dickeren Blättern;
  • Allium ursinum, Bärlauch mit breiten Blättern und weißen Blüten.

Feine hohle Blätter, ein niedriger Horst und der milde Zwiebelgeruch sind die verlässlichsten Merkmale von Schnittlauch. Gerade die Röhrenform des Laubs hilft, ihn von den flachblättrigen oder breitblättrigen verwandten Arten zu unterscheiden. 3 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Schnittlauch giftig?

Für Menschen ist Schnittlauch ein essbares Gewürzkraut, das roh oder gegart verwendet wird. Für Katzen, Hunde und Pferde ist er dagegen wie andere Allium-Arten giftig. Die ASPCA führt ihn als giftig, da seine Schwefelverbindungen eine hämolytische Anämie auslösen können.

Was unterscheidet Schnittlauch von Winterzwiebeln?

Schnittlauch (Allium schoenoprasum) bildet niedrige Horste aus feinen, hohlen Blättern. Die Winterzwiebel (Allium fistulosum) wird größer und besitzt dickere Blätter. Beide sind verwandte Gewürzpflanzen, gehören aber zu verschiedenen Arten.

Wie erntet man Schnittlauch schonend?

Schneiden Sie die Blätter 2 bis 3 cm über dem Boden ab, statt sie auszureißen. Ernten Sie jeweils nur einen Teil des Horstes. Die Blätter wachsen rasch nach und ermöglichen mehrere Ernten pro Saison.

Wächst Schnittlauch jedes Jahr wieder?

Ja. Die sehr winterharte Staude zieht im Winter ein und treibt im Frühjahr aus dem Wurzelstock wieder aus. Eine Teilung alle drei bis vier Jahre erhält ihre Wuchskraft.

Sind Schnittlauchblüten essbar?

Ja, die rosa Blütenkugeln sind essbar und eignen sich zum Garnieren von Salaten und anderen Gerichten. Sie schmecken mild nach Zwiebel und erscheinen vor allem im April und Mai.

Eignet sich Schnittlauch für den Topf?

Sehr gut, wenn das Substrat frisch und durchlässig bleibt, der Standort sonnig ist und regelmäßig gegossen wird. Töpfe trocknen rasch aus. Verjüngen Sie den Horst alle zwei bis drei Jahre, damit er weiter reichlich Blätter bildet.

Mit welchen Pflanzen wird Schnittlauch verwechselt?

Vor allem mit Schnittknoblauch (Allium tuberosum), der flache Blätter hat, und Bärlauch (Allium ursinum) mit breiten Blättern. Die feinen, hohlen Röhrenblätter sind das sicherste Erkennungsmerkmal von Schnittlauch.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.