Strauchmargerite (Argyranthemum frutescens, )
Strauchmargerite (Argyranthemum frutescens (L.) Sch.Bip.) ist ein auf den Kanarischen Inseln heimischer Halbstrauch aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Als Kübel- und Beetpflanze trägt sie tief geteiltes grünes Laub und bei der Wildform weiße Blütenkörbe mit gelber Mitte. Gärtnerische Auslesen erweitern die Formen und Farben.
WeiterlesenStrauchmargerite, Buschige Margerite, Paris daisy, Marguerite daisy, Boston daisy und Magarza
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Weltweite Verbreitung
POWO/WCVP nennt die Kanarischen Inseln als natürliches Areal und führt zahlreiche eingeführte Vorkommen auf. In Frankreich gilt die Art landesweit nicht als invasiv; davon zu unterscheiden sind die Einführung auf Korsika, der Gartenbau und regionale Einbürgerungen außerhalb des natürlichen Areals.
- Heimisch1
- Eingeführt8
- Kanarische Inseln
- Korsika
- Azoren
- Italien
- Kalifornien
- Neuseeland
- Süd- und Westaustralien
- Victoria
- Réunion
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Strauchmargerite (Argyranthemum frutescens (L.) Sch.Bip.) gehört zu den von POWO/WCVP akzeptierten Arten der Korbblütler (Asteraceae). Der akzeptierte Name wurde 1844 in der Histoire Naturelle des Iles Canaries veröffentlicht. Sein Basionym ist Chrysanthemum frutescens L. 1 2
Bezeichnungen wie marguerite de Paris, Paris daisy, marguerite daisy und Boston daisy stammen vor allem aus dem Gartenbau. Sie stehen für eine Balkon- oder Beetpflanze. Weder belegen sie einen Ursprung in Paris noch eine enge Verwandtschaft mit sämtlichen Pflanzen, die als Margeriten bezeichnet werden. 4 5
Der Name Margerite ist daher mehrdeutig. Hier bezeichnet Strauchmargerite ausschließlich Argyranthemum frutescens, einen kanarischen Halbstrauch. Davon verschieden sind das Gänseblümchen Bellis perennis, die Wiesenmargerite Leucanthemum vulgare und die Gartenchrysanthemen der Gattung Chrysanthemum. 1 11
Erkennung
Ein kleiner, immergrüner bis teilweise immergrüner Halbstrauch mit starker Verzweigung und häufig rundlichem Umriss kennzeichnet die Art. Je nach Standort und Kultur kann sie auch flacher wachsen. Kanarische Quellen nennen meist 30 bis 80 cm Höhe. RHS und Missouri Botanical Garden geben für kultivierte Pflanzen Größenordnungen von 0,5 bis 1 m beziehungsweise etwa 60 bis 90 cm an. 7 5 12
Junge Stängel sind grün und fleischig. Ältere werden holzig, brüchiger und graubraun. Die grünen, gestielten Blätter sind häufig 5 bis 8 cm lang, im Umriss linealisch-lanzettlich bis verkehrt eiförmig und tief in schmale Lappen geteilt. Dieses stark zerteilte Laub hilft, die Pflanze von einer gewöhnlichen Wiesenmargerite zu unterscheiden. 7 8
Was wie eine einzelne Blüte aussieht, ist ein Blütenkorb. Bei der von kanarischen Quellen und RHS beschriebenen Wildform umgibt ein Kranz weißer Zungenblüten eine Scheibe aus gelben Röhrenblüten. Die meist 2 bis 3 cm breiten Körbe stehen in Schirmrispen. Gartensorten können gelb, rosa oder gefüllt blühen; die Farbe allein reicht deshalb zur Bestimmung nicht aus. 7 5 12
Taxonomie, Namen und Verwechslungen
Als stabiler taxonomischer Bezug dient das Binomen Argyranthemum frutescens. POWO akzeptiert die Art in der Familie der Asteraceae und führt auf Artebene zwei wesentliche homotypische Synonyme: Chrysanthemum frutescens L. und Pyrethrum frutescens (L.) Willd. 1 3
Diese Synonyme erklären, warum ältere Quellen oder allgemein verständliche Seiten zur Giftigkeit das Wort „Chrysanthemum“ enthalten können. Daraus folgt nicht automatisch, dass die Pflanze wie eine heutige Floristenchrysantheme zu behandeln ist. Für Angaben zu Kultur und Verbreitung bleibt der akzeptierte Name Argyranthemum frutescens maßgeblich. 1 2
Auch innerhalb der Art besteht beträchtliche Vielfalt. POWO führt sieben akzeptierte Taxa unterhalb des Artrangs. Flora Canaria erläutert, dass Unterschiede in Wuchs, Blatt und Verbreitung zur Beschreibung mehrerer Unterarten geführt haben. Bei einer gekauften Kübelpflanze sind deshalb botanische Art, kanarische Unterart, Sorte und gegebenenfalls Gartenhybride auseinanderzuhalten. 1 7
Lebensraum und Verbreitung
Die Kanarischen Inseln bilden laut POWO/WCVP das natürliche Verbreitungsgebiet der Art. Flora Canaria beschreibt sie als kanarischen Endemiten, der in tiefen und mittleren Lagen häufig vorkommt, insbesondere im Cardonal-Tabaibal-Sukkulentenbusch und in wärmeliebenden Gehölzbeständen. 1 7
Für einzelne Inseln ist eine genauere Betrachtung nötig. CanariWiki behandelt vor allem A. frutescens subsp. frutescens und nennt Teneriffa als natürlichen Wuchsort. Auf anderen Inseln werden andere Unterarten oder eingeführte Vorkommen beschrieben. Der Status einer Unterart darf somit nicht ohne Weiteres auf die gesamte Art übertragen werden. 8 1
Außerhalb der Kanaren nennt POWO mehrere eingeführte Vorkommen, darunter Korsika, Italien, Kalifornien, Réunion, Südaustralien, Victoria und Westaustralien. Auch NZPCN verzeichnet die Art in Neuseeland als gebietsfremd und eingebürgert. Die dortige Einbürgerung wird auf 1940 datiert. 1 10
Ob eine Art invasiv ist, hängt vom jeweiligen Gebiet ab. Gardening Responsibly Australia führt die Strauchmargerite im Portal als Pflanze mit geringerem Risiko, nennt aber Einbürgerungen in Süd- und Westaustralien sowie dort als Umweltunkräuter bewertete Unterarten. Für das europäische Frankreich wird kein allgemeiner invasiver Status zugrunde gelegt. Korsika erscheint bei POWO lediglich als Einführungsgebiet. 9 1
Kultur, Lebenszyklus und Vermehrung
Im Garten wächst Argyranthemum frutescens als verholzende Staude milder Klimate. In frostgefährdeten Regionen wird sie häufig einjährig kultiviert. Die RHS ordnet sie H2 zu, empfiehlt volle Sonne sowie mäßig fruchtbaren, gut durchlässigen Boden und rät bei Temperaturen unter null zur Gewinnung von Stecklingen. Das ist auch für die Kultur in kalten mitteleuropäischen Wintern entscheidend. 5
Wie lange die Pflanze blüht, hängt vom Klima ab. Flora Canaria nennt für die Kanaren vor allem Winter und Frühjahr, bei günstigen Bedingungen fast das ganze Jahr. Für gemäßigte Gärten beschreibt die RHS Blütenkörbe vom späten Frühjahr bis Herbst. Nach Missouri Botanical Garden kann starke Sommerhitze die Blüte zeitweise bremsen. 7 5 12
Im Gartenbau erfolgt die zuverlässige Vermehrung vor allem über Stecklinge. Die RHS empfiehlt weiche Stecklinge im Frühjahr oder im Sommer halb ausgereifte, nicht blühende Triebe von 5 bis 10 cm Länge. Flora Canaria nennt für den kanarischen Kontext außerdem Samen und verholzte Stecklinge. 5 7
Typische Kulturprobleme sonniger Kübelpflanzen betreffen auch diese Art: ein zu nasser Wurzelhals, Frost, Verkahlung sowie Minierfliegen, Blattläuse oder Spinnmilben unter Schutz. Die RHS nennt Minierfliegen und Wurzelhalsgallen. Die in Gartenbauquellen aufgeführten Gewächshausschädlinge sprechen vor allem für einen luftigen, hellen Stand und zurückhaltende Düngung. 5 12
Verwendung, Essbarkeit und Giftigkeit
Als Zierpflanze findet die Strauchmargerite Verwendung in Beeten, Kübeln, Hof- und Küstengärten sowie mediterranen Pflanzungen. Die RHS nennt auch eine Toleranz gegenüber Seewind. Das erklärt ihren Einsatz an milden Küsten, sofern der Boden gut entwässert und der Standort frostfrei bleibt. 5
POWO nennt Umwelt- und Lebensmittelnutzungen, erläutert im herangezogenen Auszug aber weder Pflanzenteil noch Zubereitung oder gesundheitliche Bedingungen. Kanarische Quellen erwähnen ältere volkskundliche Anwendungen. CanariWiki weist jedoch darauf hin, dass solche Angaben keine medizinische Behandlung ersetzen. Daraus ergibt sich keine Empfehlung zum Verzehr, zur Teezubereitung oder zur medizinischen Anwendung. 1 8
Die Giftigkeit für Tiere bleibt unsicher. In den verwendeten Quellen wurde kein genau passender ASPCA-Eintrag für Argyranthemum frutescens gefunden. Die ASPCA-Seite „Daisy“ bezieht sich auf Chrysanthemum species und stuft diese Pflanzen für Hunde und Katzen als giftig ein. Chrysanthemum frutescens ist zugleich ein historisches Synonym der Strauchmargerite. 11 1
Aus dieser Unsicherheit folgt eine vorsichtige Bewertung: Argyranthemum frutescens wird weder als Lebensmittel noch als für Tiere sicher empfohlen. Zugleich darf sie nicht pauschal mit giftigen Schnittchrysanthemen gleichgesetzt werden. Nach Aufnahme größerer Mengen oder bei Symptomen ist tierärztlicher Rat angezeigt. 11 4
Sorten und verwandte Pflanzen
Unter dem Gattungsnamen Argyranthemum angebotene Gartenmargeriten umfassen gefüllte, gelbe, rosa und kompakte Formen. Bei der RHS finden sich Einträge wie double white-flowered, double yellow und 'Gill's Pink'. Missouri Botanical Garden nennt unter anderem 'Jamaica Primrose' und 'Vancouver'. Diese gärtnerischen Namen bezeichnen keine voneinander getrennten Wildarten. 5 12
Optische Verwechslungen betreffen vor allem andere Korbblütler mit weißen und gelben Blütenkörben: Leucanthemum vulgare als krautige Wiesenmargerite, Bellis perennis als niedriges Gänseblümchen, Chrysanthemum spp. als Schnittblumen, Osteospermum als bestimmte afrikanische Margeriten und Felicia als Blaue Margerite. Der vollständige wissenschaftliche Name bietet die beste Orientierung. 1 11
Vor dem Kauf helfen einige einfache Merkmale: eine leicht verholzte Basis, tief geteilte Blätter und margeritenartige Blütenkörbe an einer buschigen Pflanze. Das Etikett sollte Argyranthemum frutescens oder eine Sorte der Gattung nennen. In kaltem Klima ist die pauschale Verkaufsangabe „winterharte Staude“ kein verlässliches Merkmal dieser Art. 5 12
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Argyranthemum frutescens (L.) Sch.Bip.
- International Plant Names Index, Argyranthemum frutescens (L.) Sch.Bip.
- WCVP / Plants of the World Online, Argyranthemum frutescens
- Trefle, Artendaten, Argyranthemum frutescens
- Royal Horticultural Society, Argyranthemum frutescens
- Perenual, gärtnerische Merkmale, Cobbitty daisy
- Flora de las Islas Canarias, Argyranthemum frutescens
- Gobierno de Canarias / CanariWiki, Magarza común
- Gardening Responsibly Australia, Argyranthemum frutescens
- New Zealand Plant Conservation Network, Argyranthemum frutescens
- ASPCA, Daisy: Angaben zur Giftigkeit von Chrysanthemum-Arten
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Argyranthemum frutescens
Häufig gestellte Fragen
Ist die Strauchmargerite eine Wiesenmargerite?
Nein. Die Wiesenmargerite gehört zu Leucanthemum vulgare. Strauchmargerite bezeichnet Argyranthemum frutescens, einen kanarischen Halbstrauch, der oft frostfrei im Kübel oder Beet kultiviert wird.
Warum steht in Quellen Chrysanthemum frutescens?
Chrysanthemum frutescens ist das Basionym und ein homotypisches Synonym. POWO/WCVP führt Argyranthemum frutescens als akzeptierten Namen.
Ist die Strauchmargerite winterhart?
Nur sehr begrenzt. Die RHS ordnet sie H2 zu und empfiehlt Stecklinge, wenn Frost droht. In kalten Gebieten Frankreichs wird sie häufig einjährig kultiviert.
Kann man Strauchmargeriten essen?
Der Verzehr wird nicht empfohlen. POWO nennt eine Nutzung als Lebensmittel, doch die verwendeten Quellen geben weder Pflanzenteil noch Dosis oder ein sicheres Verfahren an.
Ist die Strauchmargerite für Katzen und Hunde giftig?
In den verwendeten Quellen wurde kein genauer ASPCA-Eintrag für Argyranthemum frutescens gefunden. Die ASPCA stuft als daisies bezeichnete Chrysanthemum-Arten als giftig ein, und Chrysanthemum frutescens ist ein alter Name der Strauchmargerite. Deshalb bleibt die Bewertung vorsichtig und bestätigt keine Unbedenklichkeit.
Ist die Strauchmargerite invasiv?
In Frankreich besteht kein allgemeiner invasiver Status. POWO nennt sie aber für mehrere Regionen als eingeführt; NZPCN verzeichnet sie in Neuseeland als eingebürgerte gebietsfremde Art. Vor dem Auspflanzen ist daher der örtliche Status zu prüfen.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.




