Berg-Aster (Aster amellus, )
Berg-Aster (Aster amellus) ist eine horstig wachsende Staude der Korbblütler (Asteraceae), deren Heimat von Europa bis Westsibirien und zum Kaukasus reicht. Im Spätsommer und Herbst öffnen sich lila bis violette Blütenkörbchen mit gelber Mitte, die von vielen Bestäubern besucht werden. Die ungiftige Pflanze eignet sich für Staudenbeete und Trockenrasen, ist jedoch anfällig für Echten Mehltau.
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Aster amellus reicht von Mittel-, Süd- und Osteuropa bis Westsibirien und zum Kaukasus. In Frankreich wächst die Art wild an kalkreichen Hängen im Osten und Süden und ist in mehreren Regionen gesetzlich geschützt. Als Zierpflanze wird sie auch weit außerhalb ihres natürlichen Areals kultiviert.
- Heimisch6
- Europäisches Frankreich
- Italien
- Deutschland
- Österreich
- Polen
- Russland (Kaukasus, Westsibirien)
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Berg-Aster (Aster amellus L., 1753), auch Kalk-Aster, bezeichnet eine horstig wachsende Staude der Gattung Aster aus der Familie der Korbblütler. Das Artepitheton amellus übernimmt einen alten lateinischen Pflanzennamen. Vergil verwendete ihn in den Georgica für eine Wiesenblume; Linné griff die Bezeichnung später unverändert für den wissenschaftlichen Namen auf. 1 4
Als spät blühende Beetstaude fällt die Berg-Aster im Garten besonders auf. Ihre lila bis violetten Blütenkörbchen mit gelber Mitte öffnen sich im Spätsommer und Herbst, wenn viele andere Stauden bereits verblüht sind. Die Art gilt als pflegeleicht und winterhart und wird von den noch aktiven Bestäubern häufig besucht. 2 3
Erkennung
Aufrechte, verzweigte Horste von Aster amellus werden 30 bis 70 cm hoch. Ihre festen Stängel fühlen sich etwas rau an. Die wechselständigen Blätter sind länglich bis spatelförmig, ebenfalls rau und ohne deutlich ausgeprägten Blattstiel. Bereits diese Blattmerkmale helfen, die Art von vielen anderen Gartenastern zu unterscheiden. 3 5
Besonders kennzeichnend ist das Blütenkörbchen mit einer leuchtend gelben Scheibe aus Röhrenblüten und einem Kranz lila bis violetter Zungenblüten. Es misst 3 bis 5 cm im Durchmesser und sitzt am Triebende. Dieser strahlenförmige Aufbau ist typisch für Korbblütler und erklärt auch bildhafte fremdsprachige Namen, die sich auf ein Auge beziehen. 4 2
Der Wurzelstock bleibt kompakt und bildet keine stark kriechenden, sich ausbreitenden Rhizome. Über mehrere Wochen hinweg reicht die Blüte vom späten Sommer bis in den Herbst. Gerade der gedrungene Horstwuchs unterscheidet die Berg-Aster von den hohen amerikanischen Herbstastern, mit denen sie im Garten häufig verglichen wird. 5 7
Nützliche Taxonomie
Bereits 1753 beschrieb Carl von Linné die Art als Aster amellus L. Seither wurde die Gattung Aster erheblich neu geordnet. Viele nordamerikanische Pflanzen, die früher zu den Astern gerechnet wurden, gehören heute zu anderen Gattungen. Die europäische Berg-Aster bleibt dagegen bei Aster im engeren Sinn. Zu den wichtigsten Namen unterhalb des Artrangs und den Synonymen zählen:
- Aster amellus subsp. amellus, die typische Unterart
- Aster amellus subsp. bessarabicus (Bernh. ex Rchb.) Soó, ein Name im Unterartrang
- Aster amellus subsp. ibericus (Steven ex M.Bieb.) Avetisyan, eine weitere Unterart
- Aster amellus subsp. scepusiensis (Kit. ex Kanitz) Dostál, ebenfalls eine Unterart
- Aster bessarabicus Bernh. ex Rchb., ein botanisches Synonym
Diese Namen bezeichnen Unterarten beziehungsweise ein botanisches Synonym.
Der akzeptierte wissenschaftliche Name Aster amellus bleibt der verlässliche Bezugspunkt. Bezeichnungen wie King George oder Veilchenkönigin stehen für gärtnerische Auslesen. Sie benennen weder eigenständige botanische Arten noch Unterarten; ihre abweichenden Farben oder Wuchsformen ändern also nicht den Artnamen der Pflanze. 1 6
Lebensraum und Verbreitung
Die Heimat von Aster amellus erstreckt sich über Mittel-, Süd- und Osteuropa bis nach Westsibirien und in den Kaukasus. Typische natürliche Standorte sind Kalktrockenrasen, warme Waldränder und sonnige Hänge. Dort wächst die Art auf gut entwässerten Böden, die meist einen höheren Kalkgehalt aufweisen. 1 7
An ihren trockenen Rasenstandorten erhält die Berg-Aster viel Licht. Entsprechend verlangt sie auch im Garten einen sehr hellen Platz und verträgt stehende Bodennässe im Winter schlecht. Die Vorliebe für durchlässiges Substrat erklärt zugleich ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber sommerlicher Trockenheit; bei der Standortwahl ist der Wasserabzug daher entscheidend. 2 3
In Frankreich kommt die Art wild an kalkreichen Hängen im Osten und Süden vor. Dort gehen Bestände mit dem Verlust geeigneter Lebensräume zurück; in mehreren Regionen besteht gesetzlicher Schutz. Im Gartenhandel angebotene Pflanzen stammen aus gärtnerischen Sorten und werden nicht aus Wildbeständen entnommen. Diese Schutzangabe bezieht sich auf Frankreich. 7 5
Lebenszyklus und Vermehrung
Als ausdauernde krautige Pflanze hält Aster amellus eine Winterruhe. Die oberirdischen Teile trocknen im Winter ein, während der Wurzelstock im Frühling wieder austreibt. Nach einer Aussaat beginnt die Blüte im Spätsommer und Herbst ab dem zweiten Jahr. Ein eingewachsener Horst blüht anschließend in jedem Jahr erneut. 3 5
Späte Blütenkörbchen versorgen Bienen, Hummeln und Schmetterlinge, die die Bestäubung übernehmen, während nur noch wenige andere Pflanzen blühen. Als Nektarquelle zum Saisonende hat die Art deshalb einen besonderen ökologischen Wert. Nach der Blüte entstehen kleine trockene Achänen mit einem Haarkranz, dem Pappus, der ihre Ausbreitung durch Wind unterstützt. 4 7
Zur Vermehrung im Garten dient vor allem die Horstteilung im Frühjahr alle zwei bis drei Jahre. Sie verjüngt zugleich Pflanzen, deren Mitte kahl geworden ist. Auch Aussaat, häufig nach einer Kältephase zur Keimförderung, und Triebstecklinge im Frühjahr sind möglich. Sorteneigenschaften bleiben durch Teilung am zuverlässigsten erhalten, denn Sämlinge von Gartenformen geben die Blütenfarbe nicht zuverlässig wieder. 2 5
Nutzen und Risiken
Heute wird Aster amellus hauptsächlich als Zierpflanze für Staudenbeete, sonnige Einfassungen und Steingärten verwendet. Geschätzt werden die späte Blüte und der Wert als Bienenweide. Zusammen mit Fetthennen, Sonnenhüten und Rudbeckien lässt sich ein trockenheitsverträgliches Beet für den Spätsommer und Herbst gestalten, dessen Blüte über das Ende der Hauptsaison hinausreicht. 2 3
Die Berg-Aster gilt als ungiftig. Sie gehört nicht zu den für Katzen, Hunde oder Pferde als gefährlich aufgeführten Pflanzen; beim Menschen sind ebenfalls keine Vergiftungserscheinungen dokumentiert. In einem Garten, den Tiere aufsuchen, kann sie daher ohne besondere Bedenken hinsichtlich ihrer Giftigkeit gepflanzt werden. 5 7
Das wichtigste Kulturproblem ist Echter Mehltau. Wie viele andere Astern ist die Art für diesen Pilz anfällig; er überzieht die Blätter bei schlechter Luftzirkulation oder zu viel Blattnässe mit einem weißen, mehligen Belag. Ausreichend Abstand zwischen den Horsten, Gießen direkt am Boden, ein luftiges Beet und volle Sonne helfen, den Befall zu begrenzen. 3 2
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Gartenformen von Aster amellus sind keine getrennten Arten. King George ist die besonders verbreitete Sorte mit großen blauvioletten Blütenkörbchen. Veilchenkönigin, Rudolf Goethe, Rosa Erfüllung und Sonia sind Auslesen nach Farbe der Zungenblüten und Wuchsform. Vor dem Kauf lohnt ein Blick auf den genauen Sortennamen, die Wuchsstärke und den Blütenfarbton, statt sich allein auf die allgemeine Bezeichnung Aster zu verlassen. 2
Verwechslungen betreffen vor allem die folgenden Arten, deren Wuchs oder Blütezeit abweicht:
- Symphyotrichum novi-belgii, die höher wachsende, durch Ausläufer verbreitete Glattblatt-Aster;
- Symphyotrichum novae-angliae, die Raublatt-Aster mit großen, aufrechten Horsten;
- Aster alpinus, die niedrigere Alpen-Aster mit Blüte im Frühling.
Ein kompakter Wuchs ohne stark ausbreitende Rhizome, raue Blätter und spät erscheinende lila Blütenkörbchen mit gelber Mitte sind die verlässlichsten gemeinsamen Merkmale. Sie helfen zu bestätigen, dass eine als Berg-Aster angebotene Pflanze tatsächlich Aster amellus ist, und grenzen sie von den genannten Gartenastern ab. 3 1
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Aster amellus L.
- Royal Horticultural Society, Aster amellus (Berg-Aster)
- Missouri Botanical Garden, Aster amellus
- Encyclopaedia Britannica, Aster (Pflanzengattung)
- Plants For A Future, Aster amellus
- GRIN Taxonomy / USDA-ARS, Aster amellus L.
- Tela Botanica, Aster amellus L. (bdtfx)
Häufig gestellte Fragen
Ist die Berg-Aster giftig?
Nein. Die ASPCA führt Aster amellus nicht als giftig für Katzen, Hunde oder Pferde; auch beim Menschen sind keine Vergiftungserscheinungen dokumentiert. Sie gilt als unbedenkliche Zierstaude im Garten.
Wann blüht die Berg-Aster?
Die Blüte reicht vom Spätsommer bis in den Herbst und dauert mehrere Wochen. Häufig fällt sie in die Zeit um den Michaelistag Ende September, worauf einige fremdsprachige Trivialnamen Bezug nehmen.
Warum werden die Blätter meiner Berg-Aster weiß?
Der weiße, mehlige Belag ist Echter Mehltau, begünstigt durch Luftmangel und feuchtes Laub. Pflanzen Sie die Horste mit Abstand, gießen Sie direkt am Boden und wählen Sie einen sonnigen, luftigen Standort.
Wie unterscheidet sich Aster amellus von amerikanischen Herbstastern?
Aster amellus bleibt niedrig und bildet kompakte Horste ohne weit kriechende Rhizome. Amerikanische Herbstastern der Gattung Symphyotrichum werden oft höher und breiten sich durch Ausläufer aus. Lila Blütenkörbchen mit gelber Mitte und der gedrungene Wuchs helfen bei der Erkennung.
Zieht die Berg-Aster Bestäuber an?
Ja. Ihre späten Blütenkörbchen bieten Bienen, Hummeln und Schmetterlingen wertvollen Nektar und Pollen zu einer Zeit, in der nur noch wenige andere Pflanzen blühen.
Wie wird die Berg-Aster geteilt?
Teilen Sie den Horst im Frühjahr alle zwei bis drei Jahre, wenn die Mitte verkahlt. Kräftige äußere Teilstücke werden an einem sonnigen Platz in durchlässigen Boden gepflanzt und wachsen rasch wieder an.
Ist die Berg-Aster in Frankreich geschützt?
Aster amellus wächst wild auf kalkreichen Hängen im Osten und Süden Frankreichs und ist in mehreren französischen Regionen gesetzlich geschützt. Gartenpflanzen stammen aus gärtnerischen Sorten und nicht aus Wildentnahmen.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.



