Blaukissen (Aubrieta, Adans. 1763)

Blaukissen (Aubrieta) sind eine Gattung der Kreuzblütler (Brassicaceae), die als niedrige Zierpolster für Mauern und Steingärten kultiviert wird. Ihre violetten Frühlingsblüten bedecken oft große Teile des Laubes. Unter dem Gartennamen werden häufig Sorten oder Hybriden angeboten, die Aubrieta deltoidea nahestehen; der Gattungsname umfasst mehr als diese einzelne Art.

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Wissenschaftlicher NameAubrieta
GattungAubrieta
OrdnungBrassicales

Blaukissen, Aubrietien und Rock cress

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen, darunter Kinder · Unbekannt : Katzen, Hunde und Pferde
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Kräuterlebhaft · Bodendecker · Pflanze für draußen · Pflanze für Bestäuber
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Lebensraum
Felsen, Hänge, Böschungen, Mauerfugen, Steingärten und durchlässige Einfassungen in heller Lage
Jahresverlauf
Blütezeit
Frühling
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Vermehrung
Teilung, Aussaat, Steckling
Klima & Wasser
Winterhärte
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Bodenarten
Entwässerter Boden, Felsboden, Kalkboden
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Sonne bis lichter Halbschatten, besonders in kühlen Steingärten
Außenbereich
Felswerk, Gartenmauer, Bordüre am Fuß einer Mauer
Erscheinungsbild
Höhe5–15 cmBreite25–60 cm
Blätter
Grün
Blüten
ViolettRosaWeiß
Blaukissen (Aubrieta): Herkunft und Verwendung — blüten 1

Identität

Blaukissen (Aubrieta Adans., 1763) sind eine Gattung der Kreuzblütler (Brassicaceae), also der Familie der Kohlgewächse. Im Garten dienen sie jedoch als niedrige Zierpolster für Steingärten und Mauern. POWO, World Flora Online und der International Plant Names Index führen die botanische Gattung. Der Name Aubrieta bezeichnet damit eine Gruppe verwandter Pflanzen und nicht zwangsläufig eine einzige Art. 1 2 3

Unter den Namen Aubrietien oder Blaukissen werden häufig die kleinen Pflanzen für Mauerkronen, Steingärten und Beetränder angeboten. Das vertraute Gartenbild ist stark von Aubrieta deltoidea und hybriden Sorten geprägt. Mit Aubrieta spp. sind dagegen mehrere Arten der Gattung gemeint; die botanische Reichweite dieses Namens ist also weiter als die einer einzelnen Gartenform. 4 5

Die Unterscheidung zwischen Gattung und Art verhindert eine nur scheinbar genaue Bestimmung. Ein als Aubrieta bezeichnetes violettes Mauerpolster lässt sich zunächst der Gattung und ihren Gartenformen zuordnen. Erst die genauere Bestimmung als Aubrieta deltoidea erlaubt Aussagen zu dieser einzelnen Art. Für die Auswahl niedriger Frühlingsblüher an einer Mauer bleibt der gemeinsame Gartencharakter der Blaukissen hilfreich. 8

Erkennung

Sehr niedrige Polster kennzeichnen den Wuchs der Blaukissen. Je nach Winter und Klima bleibt das Laub immergrün oder teilweise erhalten. Kleine Blätter sitzen dicht an Trieben, die gern über eine Mauerkante hängen. Während der Frühlingsblüte kann der Blütenflor das Laub fast vollständig bedecken, sodass der grüne Untergrund kaum noch zu sehen ist. 4 6

Kleine Blüten mit vier Kronblättern erscheinen in Violett-, Mauve-, Rosa-, Purpur- oder Weißtönen. Besonders auffällig ist die violette Flächenwirkung vieler gleichzeitig geöffneter Blüten. Der Zierwert liegt damit weniger in einzelnen Stielen für einen Blumenstrauß als in einem Blütenteppich im Frühling, der sich eng an den Untergrund anschmiegt. 5 7

Ebenso wichtig wie die Farbe ist die Wuchsform. Ein gut entwickeltes Blaukissen bleibt niedrig, breitet sich aus, folgt der Steinoberfläche und überzieht einen Rand, sodass harte Mauerkanten weicher wirken. Werden die Triebe lang, kahl und blütenarm, kommen häufig zu viel Schatten, ein zu nährstoffreicher Boden oder ein unterbliebener Rückschnitt nach der Blüte als Ursachen infrage. 6

Auch nach der Blüte trägt das Laub zur Gestaltung bei. Dichte Polster halten eine Mauer optisch geschlossen und begrenzen offene Bodenstellen zwischen den Steinen. Buntlaubige oder goldlaubige Formen wachsen weniger kräftig, verlängern aber den Zierwert über die Frühlingsblüte hinaus. Für ihre Wirkung ist deshalb nicht allein die Blütenfarbe ausschlaggebend. 4 7

Kultur im Steingarten

Blaukissen bevorzugen Licht, guten Wasserabzug und eher nährstoffarme Böden. Kälte vertragen sie besser als stehende Nässe. Schwerer, klebriger Boden, der wie ein Sommerblumenbeet gegossen wird, belastet die Wurzeln rasch. Eine Mauerfuge, ein Pflanztrog oder ein durchlässiger Steingarten bietet günstigere Bedingungen; entscheidend ist, dass überschüssiges Wasser nicht im Wurzelbereich verbleibt. 6 7

In Sonne fällt die Blüte am dichtesten aus. Lichter Halbschatten ist ebenfalls möglich, besonders in warmen Regionen; tiefer Schatten führt dagegen zu längeren Trieben und weniger Blüten. Für eine deutlich sichtbare violette Einfassung werden besser mehrere Jungpflanzen in einer Reihe oder in kleinen Flächen gesetzt, statt ein einzelnes Exemplar zwischen weit entfernten Nachbarn zu verteilen. 4

Nach der Blüte hält ein leichter Rückschnitt die Polster kompakt. Dabei werden die verblühten Triebe eingekürzt und ein dichterer Neuaustrieb angeregt. Ein Schnitt bis in das trockene Holz ist nicht gemeint. Ältere Teppiche lassen sich je nach Sorte durch Teilung oder Stecklinge erneuern; auf diese Weise bleibt die gewünschte niedrige Wuchsform leichter erhalten. 6 7

Arten, Sorten und Verwendung

Gärtnereien bieten häufig Sorten unter dem allgemeinen Namen Blaukissen an. Doctor Mules, Red Cascade und buntlaubige Formen unterscheiden sich in Blütenfarbe und Laub. Gemeinsam ist ihnen die Verwendung als kleiner frühlingsblühender Bodendecker auf durchlässigem Boden. Ein Sortenname beschreibt dabei eine gärtnerische Auswahl und ist von der botanischen Artbezeichnung zu unterscheiden. 4 5

Geeignete Nachbarn sind Schleifenblumen, Gänsekressen, niedrige Nelken, Steinbrech und botanische Zwiebelpflanzen. Niedrige Tulpen können über dem Blaukissenteppich aufragen. Später verdeckt das Polster einen Teil des Bodens, während das Laub der Zwiebelpflanzen vergilbt. So ergänzen sich die unterschiedlichen Wuchsformen auf engem Raum, ohne dass ein hoher Bestand nötig wäre. 7

Ungünstig ist ein Platz direkt am Fuß sehr konkurrenzstarker Stauden. Ein kräftiger Storchschnabel, ein dichtes Ziergras oder ein bereits ausgewachsener Lavendel kann das kleine Polster überwachsen und verdrängen. Blaukissen sind zwar gegenüber Kälte robust, bleiben aber niedrig. Sie brauchen deshalb einen Bereich, in dem ihre Nachbarn ihnen nicht den gesamten Raum nehmen. 6

Im Gefäß eignet sich ein flacher Trog oder ein sehr gut entwässerter Blumenkasten besser als ein tiefer Topf, der ständig feucht gehalten wird. Mineralisches Substrat, ein heller Randplatz und ein Rückschnitt nach der Blüte begünstigen eine längere Lebensdauer. Wer wie bei einer einjährigen Balkonblume gießt, fördert dagegen das Absterben am Wurzelhals.

Sicherheit und Grenzen

Eine erhebliche Giftigkeit wie bei Maiglöckchen, Herbstzeitlosen oder stark reizenden Hahnenfußgewächsen ist für die Gattung bei üblicher Gartenverwendung nicht bekannt. Dennoch bleibt Blaukissen eine Zierpflanze. Das Fehlen einer vergleichbaren schweren Giftwirkung ist kein Anlass, Blätter oder Blüten als Lebensmittel zu empfehlen; die gewöhnliche Nutzung liegt im Steingarten und an Mauern. 4

Viele Kreuzblütler sind essbar, doch daraus folgt keine allgemeine Verzehrfreigabe für jedes Familienmitglied. Ein Blaukissen ist kein kleiner Gemüsekohl, sondern eine Polsterpflanze für steinige Standorte. Auch wenn einzelne Ratgeber Garnierungen aus Pflanzen namens „rock cress“ erwähnen, ergibt sich daraus keine Verzehrempfehlung für Blaukissen. Der englische Sammelname allein ist dafür zu ungenau. 7

Die wichtigsten Probleme betreffen die Kultur: durchnässter Boden, Lichtmangel, alternde Polster und zu starke Nachbarpflanzen. Im Topf muss das Substrat durchlässig bleiben. In einer Mauerfuge ist dagegen besonders im ersten Sommer auf Austrocknung zu achten. Beide Situationen verlangen Aufmerksamkeit für den Standort, obwohl die grundsätzliche Vorliebe für guten Wasserabzug dieselbe bleibt. 6

Für Tiere ist die gewöhnliche Gefährdung gering; beim Spielen können die Polster jedoch aufgekratzt oder herausgezogen werden. Eine Pflanzung in einer stabilen Fuge etwas oberhalb des Laufbereichs schützt die Pflanzen besser als eine Einfassung direkt an einem stark benutzten Weg. Hier geht es vor allem darum, das niedrige Polster ungestört anwachsen zu lassen.

Violette Polster im Frühlingsgarten

Unter den violett blühenden Gartenpflanzen stehen Blaukissen für den frühen, niedrigen und überhängenden Flor im Steingarten. Ihre Farbe lässt sich deshalb besonders gut an Mauerkanten, auf Steinen und an durchlässigen Einfassungen einsetzen. Für die Wirkung zählt neben dem Violett vor allem ein Standort, an dem das Polster sich ausbreiten und über den Rand wachsen kann. 8 4

Bei der Pflanzenauswahl bleibt Aubrieta der Name der Gattung mit ihren verschiedenen Gartenformen. Aubrieta deltoidea ist dagegen eine einzelne Art und sollte nur bei entsprechend genauer Bestimmung so benannt werden. Diese Abgrenzung verbindet den gemeinsamen Charakter der niedrigen Blaukissen mit der nötigen botanischen Genauigkeit, ohne alle kultivierten Polster einer einzigen Art zuzuschreiben. 1 5

Hauptquellen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.