Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii, DC. 1821)

Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii) ist ein sommergrüner, dorniger Strauch aus der Familie der Berberitzengewächse (Berberidaceae), der aus Zentral- und Südjapan stammt. In Baumschulen ist er wegen purpurroter oder goldgelber Blätter und roter Herbstbeeren verbreitet. In weiten Teilen des östlichen Nordamerikas gilt die Art zugleich als invasiv.

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Wissenschaftlicher NameBerberis thunbergii
GattungBerberis
OrdnungRanunculales

Thunberg-Berberitze, Thunbergs Berberitze, Grüne Hecken-Berberitze, Japanese barberry, Thunberg's barberry und Red barberry

Identität
Toxizität
Ungiftig : Menschen · Vorsicht : Kinder und Tiere · Giftig : Katzen und Hunde · Unbekannt : Pferde
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
Japan
Lebensraum
Lichte Wälder, Waldränder, Hecken und Böschungen in Sonne bis Halbschatten
Jahresverlauf
Blütezeit
Frühling
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
4/10
Reifezeit
Blüte ab 2–3 Jahren; endgültiger Wuchs nach 5–10 Jahren
Vermehrung
Aussaat, Steckling
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut, niedriger und dichter Strauch
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Kalkboden, Sandiger Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne bis lichter Halbschatten
Außenbereich
Haie, Feldhecke, Gartenbeet
Pflanzgefäße
Großes Becken
Erscheinungsbild
Höhe60–150 cmBreite60–150 cm
Blätter
GrünViolettRot
Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
Gelb
Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Rot
Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Berberis thunbergii stammt ausschließlich aus Zentral- und Südjapan. Im 19. Jahrhundert gelangte die Art als Hecken- und Zierstrauch nach Nordamerika und Europa und bürgerte sich vielerorts ein. In den Vereinigten Staaten gilt sie heute in den meisten nordöstlichen Bundesstaaten als invasiv.

  • Heimisch1
  • Eingeführt1
  • Invasiv1
  • Japan
  • China
  • Vereinigte Staaten (Nordosten)

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Thunberg-Berberitze (Berberis thunbergii DC., 1821), auch Thunbergs Berberitze oder Grüne Hecken-Berberitze, lässt sich besonders gut an ihren Dornen erkennen: Sie stehen einzeln an jedem Knoten. Bei der Gewöhnlichen Berberitze, Berberis vulgaris, sind die Dornen dagegen meist dreiteilig. Bereits im ersten Jahr genügt ein belaubter Zweig, um dieses Merkmal ohne Lupe oder Bestimmungsschlüssel zu prüfen. 3

Innerhalb der Berberitzengewächse, Berberidaceae, gehört der Strauch zur Gattung Berberis. Das Artwort ehrt den schwedischen Naturforscher Carl Peter Thunberg, der im 18. Jahrhundert in Japan Pflanzen sammelte. De Candolle beschrieb die Art erst später, im Jahr 1821, wissenschaftlich. 1 2

Erkennung

Dichte Verzweigung und bogige Äste geben Berberis thunbergii einen rundlichen Wuchs. In gemäßigtem Klima erreicht der Strauch gewöhnlich 60 cm bis 1,5 m Höhe und eine ähnliche Breite. In den ersten Jahren wächst er langsam; sobald er eingewurzelt ist, nimmt das Wachstum zu. 3 4

Kleine, verkehrt-eiförmige und ganzrandige Blätter sind typisch. Bei der Wildform sind sie grün, bei Kultursorten purpurrot oder goldgelb. Vor dem herbstlichen Laubfall verfärben sie sich oft orange, rot oder gelb. Die Ausprägung dieser Färbung hängt wesentlich davon ab, wie viel Licht die Pflanze während des Sommers erhalten hat. 5 4

Im Frühjahr öffnen sich kleine blassgelbe Blüten in kurzen Gruppen entlang der Zweige. Ihre Kelchblätter können rötlich getönt sein; die Blüte bleibt aus der Entfernung eher unauffällig. Wesentlich deutlicher sieht man im Herbst die nachfolgenden eiförmigen, leuchtend roten Beeren. Sie bleiben bis weit in den Winter an den kahlen Zweigen hängen. 3 4

Bei einem jungen Trieb ohne Blüten und Früchte hilft ein Blick unter die Rinde: Nach dem Anschneiden erscheint an Stängeln und Wurzeln ein kräftiges Gelb. Dieses Merkmal kennzeichnet die gesamte Gattung Berberis und ist daher kein ausschließliches Artmerkmal der Thunberg-Berberitze. 4

Nützliche Taxonomie

Der anerkannte Name Berberis thunbergii DC. wurde 1821 veröffentlicht. Mehrere früher beschriebene Varietäten und Formen gelten heute als Synonyme desselben Taxons:

  • Berberis thunbergii var. atropurpurea Chenault, eine historische Varietät
  • Berberis thunbergii var. minor Rehder, eine historische Varietät
  • Berberis thunbergii var. maximowiczii (Regel) Regel, eine historische Varietät
  • Berberis thunbergii f. erecta Rehder, eine historische Form

Solche älteren Namen begegnen noch in Baumschulen und historischer Literatur. Für Kauf und Bestimmung bleibt Berberis thunbergii die verlässliche wissenschaftliche Bezeichnung. Auch wenn ein Händler eines dieser Synonyme verwendet, lässt sich die Pflanze damit demselben Taxon zuordnen. 1 2

Lebensraum und Verbreitung

Ausschließlich Zentral- und Südjapan bilden das natürliche Verbreitungsgebiet der Art. Dort wächst sie in lichten Wäldern und an Waldrändern. Im 19. Jahrhundert wurde sie als Zierstrauch und undurchdringliche Hecke nach Nordamerika und Europa eingeführt. Auch in China hat sie sich eingebürgert. 7 5

In den Vereinigten Staaten reicht die heutige Verbreitung von Neuengland bis North Carolina und westwärts bis Minnesota, Iowa und zum Bundesstaat Washington. Vögel verbreiten die Samen über große Entfernungen. Durch eingeführte Regenwürmer veränderte Böden bieten ihnen ein besonders günstiges Keimbett. 7

Dichte Bestände von Berberis thunbergii verändern die Bodenchemie: Der pH-Wert steigt, und unter den Gebüschen steht mehr Stickstoff zur Verfügung. Dies begünstigt weitere eingeführte Pflanzen, etwa Kreuzdorn oder Japanisches Geißblatt. Die Winterhärte gut eingewurzelter Sträucher bis −25 °C in USDA 4 bis 8 erklärt zugleich, warum sie sowohl in Minnesota als auch im gemäßigten Vereinigten Königreich bestehen. 7

Lebenszyklus und Vermehrung

Nach der Pflanzung setzt die Blüte bereits nach 2 bis 3 Jahren ein. Je nach Klima fällt sie in April und Mai; im Herbst folgen Früchte, die bis in den Winter halten können. Die endgültige Wuchsform ist erst nach 5 bis 10 Jahren erreicht, wenn sich das Astgerüst vollständig entwickelt hat. 4 5

Vögel fressen die roten Beeren und sorgen damit für den größten Teil der natürlichen Ausbreitung. Zusätzlich bewurzeln sich bodenberührende untere Zweige durch natürliche Absenker. Nach dem Rückschnitt können Stockausschläge entstehen. Beide Wege beschleunigen die Besiedlung betroffener Lebensräume. 7

In der Kultur wird kontrolliert vor allem durch kalt stratifizierte Samen oder durch halbverholzte Stecklinge vermehrt. Letztere werden im Juli oder August geschnitten. Ihre Bewurzelung gilt in gemäßigtem Klima als einfach. 6

Nutzen und Risiken

Als Zier- und Schutzstrauch bildet die Thunberg-Berberitze niedrige, durch Dornen schwer durchdringbare Hecken, farbige Laubpartien im Beet oder Einzelsträucher an Grundstücksgrenzen. Die von der RHS empfohlene Schnittgruppe 2 sieht einen Schnitt unmittelbar nach der Frühlingsblüte vor. Er fördert einen dichten Neuaustrieb für die folgende Saison. 3

Vor allem Rinde und Wurzeln enthalten Berberin, ein auch wegen antibakterieller Eigenschaften untersuchtes Alkaloid. Größere aufgenommene Mengen können bei Katzen und Hunden leichte Verdauungsbeschwerden auslösen. Für Menschen ist das Risiko nicht in vergleichbarer Weise dokumentiert. 6

Über einzelne Gärten hinaus reicht das ökologische Risiko: In nordamerikanischen Wäldern mit Berberis thunbergii wurden bis zu 12-mal mehr Zecken mit Lyme-Borreliose-Erregern festgestellt als in benachbarten Wäldern ohne die Art. Als Erklärung gelten die Feuchtigkeit und der dichte Schatten im von ihr gebildeten Unterwuchs. 7

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Im Handel stehen meist Sorten mit besonderer Blattfarbe anstelle der Wildform. Atropurpurea und die Zwergform Atropurpurea Nana sind bei purpurroten Hecken verbreitet. Rose Glow zeigt rosa-weiße Zeichnungen an jungen Blättern; Aurea und Golden Ring bringen goldgelbe Farbaspekte ein. Die Sorten behalten die Winterhärte der Art: Gut eingewurzelte Pflanzen vertragen bis −25 °C in USDA 4 bis 8. 3

Häufige Verwechslungen betreffen folgende Pflanzen:

  • Berberis vulgaris mit meist dreiteiligen Dornen und gezähnten Blättern, statt einzelner Dornen und ganzrandiger Blätter bei B. thunbergii;
  • Berberis darwinii, immergrün und orange blühend, dessen Laubfarbe nicht der purpurroten Sorten von B. thunbergii entspricht;
  • andere kleine dornige Heckensträucher, von denen sich Berberitzen besonders durch die beim Anschneiden leuchtend gelbe Rinde von Stängeln und Wurzeln unterscheiden.

Vor einer Pflanzung sollte der örtliche rechtliche Status geprüft werden. Mehrere US-Bundesstaaten verbieten den Verkauf von Berberis thunbergii. In Frankreich und im Vereinigten Königreich bleibt der Strauch dagegen häufig in Kultur. 7 3

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Thunberg-Berberitze invasiv?

Ja, in weiten Teilen des östlichen Nordamerikas bildet sie dichte Gebüsche, verändert den Boden und begünstigt Zecken. In Frankreich wird sie vor allem als Hecke kultiviert und hat keinen allgemein verbreiteten invasiven Status.

Warum wird die Thunberg-Berberitze mit Zecken verbunden?

Ihre dichten, feuchten Gebüsche bieten Zecken und den sie beherbergenden kleinen Nagetieren günstige Verstecke. In besiedelten Wäldern wurden bis zu zwölfmal mehr Zecken mit Lyme-Borreliose-Erregern festgestellt als in benachbarten Wäldern ohne die Art.

Ist die Thunberg-Berberitze für Katzen und Hunde giftig?

Die Gewebe enthalten Berberin. Dieses Alkaloid kann nach Verzehr bei Katzen und Hunden leichte Verdauungsbeschwerden auslösen. Das Risiko für Menschen ist nicht in vergleichbarer Weise dokumentiert.

Wie unterscheidet man Berberis thunbergii und Berberis vulgaris?

Berberis thunbergii trägt einzelne Dornen an jedem Knoten, Berberis vulgaris meist dreiteilige Dornen. Die Gewöhnliche Berberitze hat außerdem gezähnte Blätter, während der Blattrand bei Berberis thunbergii ganzrandig ist.

Welcher Standort sorgt für kräftige Blattfarben?

Purpurrote oder goldgelbe Sorten brauchen volle Sonne, um ihre Farbe zu halten. Im Schatten vergrünt das Laub häufig und verliert einen Teil seines Zierwerts.

Braucht man beim Schneiden Handschuhe?

Ja. Die Zweige tragen auf ihrer gesamten Länge feine, scharfe Dornen, auch an älterem Holz, das bei Pflegeschnitten entfernt wird.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.