Montbretien (Crocosmia, )
Montbretien (Crocosmia) sind eine Gattung knollenbildender Iridaceae aus dem südlichen Afrika. Zu ihr gehören Arten und Gartenhybriden mit roten, orangefarbenen oder gelben Blüten; die leuchtend rote Sorte Lucifer ist ein bekanntes Beispiel. Ihre lockeren Blütenstände eignen sich für naturnahe Staudenbeete.
WeiterlesenMontbretien und Montbretia






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Taken Jul 25, 2021 by Michaël LAMBERT (cc-by-sa)
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Identität
Montbretien (Crocosmia Planch.) bilden eine Gattung knollentragender Iridaceae aus dem südlichen Afrika. POWO, WFO und IPNI bestätigen den Gattungsrang. Die Bezeichnung Crocosmia spp. umfasst mehrere Arten und bezeichnet keine einzelne rote Gartensorte. 1 2 3
Der im Gartenhandel weiterhin gebräuchliche Name Montbretia wird besonders für ältere Hybriden verwendet. 'Lucifer' ist eine leuchtend rote Sorte innerhalb dieser größeren Gruppe. Zur Gattung gehören ebenso orangefarbene und gelbe Formen, Hybriden und botanische Arten. 8 5
Eine rote Montbretie steht folglich nicht für die gesamte Vielfalt der Gattung. Gemeinsam prägen die unterirdischen Knollen, die sommerlich bewegten Blütenstände und die mit der Zeit dichter werdenden Horste das Erscheinungsbild im Staudenbeet. 'Lucifer' bleibt dabei ein Sortenname. 4 6
Erkennung
Fächerförmig aufgerichtete, bandförmige Blätter erinnern an Schwertlilien oder Gladiolen. Unterirdisch entstehen Sprossknollen, häufig in Ketten angeordnet. Diese Speicherorgane ermöglichen es den Pflanzen, allmählich immer dichtere Horste zu bilden. 4 6
Im Sommer erscheinen die Blüten, bisweilen noch bis in den frühen Herbst. Häufig gebogene Stängel tragen röhrenförmige oder sternförmige Blüten in Rot, Orange oder Gelb. Gerade die gebogenen Blütenstände bringen Bewegung in Pflanzungen mit roten Blüten. 8 5
Zur sicheren Erkennung genügt das auffällige Rot von 'Lucifer' allein nicht. Schmale Blätter, biegsame Stängel, entlang eines Blütentriebs angeordnete Blüten und unterirdische Knollen ergeben zusammen ein verlässlicheres Bild als eine bestimmte rotorange Blütenfarbe. 6 4
Nützliche Taxonomie
Wie Schwertlilien, Gladiolen und Krokusse gehören Montbretien zu den Iridaceae. Crocosmia bezeichnet jedoch eine eigenständige Gattung, auch wenn der Gartenhandel mehrere Hybriden unter dem Namen Montbretia führt. Die Angabe Crocosmia spp. bezieht sich auf Arten dieser Gattung. 1 3
Zu den Gartenhybriden zählen Crocosmia × crocosmiiflora und zahlreiche Sorten, darunter 'Lucifer'. Diese gärtnerischen Bezeichnungen stehen für Linien, die nach Farbe, Höhe oder Wuchskraft ausgewählt wurden. Sie bezeichnen keine beliebig austauschbaren Wildarten. 5 4
Für die Bestandskontrolle macht diese Unterscheidung einen Unterschied. Manche Formen bleiben zurückhaltend, andere breiten sich in milden Bodenverhältnissen rasch über Knollen aus. Vor einer größeren Pflanzung sollten deshalb Sorte und örtliches Klima berücksichtigt werden, zusätzlich zur Blütenfarbe. 6 7
Innerhalb der Gattung Crocosmia stehen die einzelnen Arten, Hybriden und Sorten auf unterschiedlichen taxonomischen Ebenen. Trotz gleicher Pflanzenfamilie bleiben Montbretien von Gladiolen und Schwertlilien getrennt. Der eher steife, oft in Reihen gepflanzte Gladiolus hat einen anderen gestalterischen Charakter als die locker schwingende Montbretie. 1 8
Kultur und Pflege
Ein vollsonniger Standort und durchlässiger Boden entsprechen Montbretien, völlige Trockenheit hingegen nicht. Im Sommer unterstützt leicht feucht bleibende Erde die Blüte besser als ein heißer, ausgetrockneter Boden. Unter diesen Bedingungen entwickeln sich lange, biegsame Blütentriebe. 6 5
In gelockertem Boden werden die Knollen so tief gesetzt, dass sie vor Austrocknung und oberflächennahem Frost geschützt sind. In kaltem Klima kann eine leichte Mulchschicht helfen; sie darf im Winter aber kein Wasser am Pflanzenstock festhalten. Kalter, wassergesättigter Boden bleibt die wichtigste Gefahr. 5 7
Dicht gewordene Horste blühen im Zentrum schwächer. Eine Teilung der Knollen alle drei bis fünf Jahre fördert die Wuchskraft und ermöglicht es, die kräftigsten Teilstücke neu zu pflanzen. So entsteht weniger reine Blattmasse auf Kosten der Blüten. 8 6
Nach der Blüte versorgen die Blätter weiterhin die unterirdischen Speicherorgane. Deshalb darf das Laub nicht zu früh abgeschnitten werden. Verblühte Stängel lassen sich aus gestalterischen Gründen entfernen, die Blätter sollten dagegen vor dem Aufräumen von selbst vergilben. 5 4
Verwendung im Garten
In naturnahen Pflanzungen lassen sich Montbretien gut mit Gräsern, Sonnenhüten, Rudbeckien, Sonnenbräuten und Dahlien verbinden. Die Partner greifen ihre Bewegung auf. Gebogene Blütentriebe lockern rote und orange Farbgruppen auf, die mit vielen rundlichen Blüten rasch schwer wirken können. 8 5
Für Blumensträuße liefern Montbretien vor allem farbige Linien, weniger eine zentrale Hauptblüte. Im geeigneten Stadium geschnittene Stängel halten sich ordentlich und sorgen für eine lebhafte Silhouette. Im Beet betonen unregelmäßige Gruppen den Schwung stärker als streng symmetrische Reihen. 6 4
Spätsommerliche Beetränder in warmen Farben lassen sich ebenfalls mit Montbretien gliedern. Ausbreitungsfreudige Sorten sollten allerdings nicht in zu enge Bereiche gesetzt werden. Regelmäßiges Teilen dient dort sowohl der Gestaltung als auch der Pflege des Bestands. 7 8
Vorsicht und Grenzen
Die herangezogenen Quellen melden keine erhebliche Giftigkeit, wie sie etwa bei Maiglöckchen, Herbstzeitlosen oder Rittersporn bekannt ist. Dennoch sind Montbretien Zierpflanzen: Ihre Knollen werden nicht gegessen, Haustiere sollten nicht daran kauen, und Teilstücke gehören nicht in Bereiche für Lebensmittel. 6 4
Ökologisch liegt die wichtigste Einschränkung in der möglichen Ausbreitung. Einige Montbretien können in mildem Klima dauerhaft bestehen und sich stark vermehren. Für Frankreich wird kein allgemeiner invasiver Status angegeben; in besonders günstigen Gärten und an Böschungen mit möglicher Knollenverlagerung ist dennoch eine Kontrolle sinnvoll. 5 7
Die Gattung Crocosmia umfasst mehr als die rote Sorte 'Lucifer'. Letztere dient als Beispiel für eine rote Gartenform, während einzelne Arten und Sorten nur mit ihrer ausdrücklichen Bezeichnung eindeutig bestimmt sind. Diese Trennung erhält die botanischen Unterschiede innerhalb der Gruppe. 8 1
Orangefarbene und gelbe Montbretien gehören ebenso zur Vielfalt der Gattung wie rote Formen. Die allgemeinen Merkmale von Crocosmia gelten daher auch für Pflanzen, die sich farblich von 'Lucifer' unterscheiden. Eine rote Blüte allein grenzt weder die Gattung noch ihre Gartenformen vollständig ein. 5 2
Hauptquellen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.


