Hundszahngras (Cynodon dactylon, (L.) Pers. 1805)

Hundszahngras (Cynodon dactylon) ist ein ausdauerndes Süßgras aus der Familie der Poaceae. POWO umfasst sein natürliches Areal in den gemäßigten bis subtropischen Regionen der Alten Welt. Mit Rhizomen und oberirdischen Ausläufern bildet es dichte Teppiche, die weltweit als Sportrasen dienen, in Beeten aber ein schwer zu entfernendes Unkraut darstellen.

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Wissenschaftlicher NameCynodon dactylon
GattungCynodon
OrdnungPoales

Hundszahngras, Gewöhnliches Hundszahngras, Bermudagras, Bermuda grass und Couch grass

Identität
Toxizität
Bei Kontakt für Mensch, Katze, Hund ungiftig; Cyanidrisiko bei Nutztieren
Pflegeaufwand
Hoch
Pflanzenart
Mehrjährige Wurzelstockpflanze · Rasenpflanze · Invasive Unkraut
Blattart
Halbimmergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
KeniaSüdeuropaGemäßigtes AsienAustralien
Lebensraum
Rasen, Sportplätze, Straßenränder, Baustellen und Küstensand; sonnig, trockenheits- und salzverträglich
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Erntezeit
Sommer
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
10/10
Reifezeit
Geschlossene Bodendecke 4 bis 8 Wochen nach der Pflanzung
Vermehrung
Aussaat, Stolonenpflänzchen, Teilung des Rhizoms
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut widerstandsfähig durch niedrigen Wuchs und Ausläufer
Luftfeuchtigkeit
30–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Sandiger Boden, Rasenboden
Salzhaltiger Boden
Wird vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.

Außenbereich
Straßenrand, Baustelle, Küstenpark
Erscheinungsbild
Höhe2–100 cmBreite100–2000 cm
Blätter
Grün
Hundszahngras (Cynodon dactylon): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Hundszahngras (Cynodon dactylon): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Hundszahngras (Cynodon dactylon): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Hundszahngras (Cynodon dactylon): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Hundszahngras (Cynodon dactylon): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
GrünBraun
Hundszahngras (Cynodon dactylon): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Hundszahngras (Cynodon dactylon): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Hundszahngras (Cynodon dactylon): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Hundszahngras (Cynodon dactylon): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Hundszahngras (Cynodon dactylon): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Hundszahngras (Cynodon dactylon): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Hundszahngras (Cynodon dactylon): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Hundszahngras (Cynodon dactylon): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Hundszahngras (Cynodon dactylon): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Hundszahngras (Cynodon dactylon): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Hundszahngras (Cynodon dactylon): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Hundszahngras (Cynodon dactylon): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Hundszahngras (Cynodon dactylon): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Hundszahngras (Cynodon dactylon): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Hundszahngras (Cynodon dactylon): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün
Hundszahngras (Cynodon dactylon): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Hundszahngras (Cynodon dactylon): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Hundszahngras (Cynodon dactylon): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Hundszahngras (Cynodon dactylon): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Hundszahngras (Cynodon dactylon): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

POWO verortet das natürliche Areal von Cynodon dactylon in der gemäßigten bis subtropischen Alten Welt, in Europa, Afrika, Asien und Australien; einige Arbeiten nennen genauer Ostafrika als Herkunftsgebiet. Die Art wurde anschließend in die meisten warmen Regionen der Welt eingeführt und ist örtlich invasiv, auch auf den Bermudas, denen sie ihren englischen Namen verdankt.

  • Heimisch4
  • Eingeführt2
  • Invasiv1
  • Ostafrika
  • Südeuropa
  • Gemäßigtes Asien
  • Australien
  • Vereinigte Staaten (Süden)
  • Französisches Mutterland
  • Bermudas

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Hundszahngras (Cynodon dactylon (L.) Pers., 1805), auch Gewöhnliches Hundszahngras oder Bermudagras, ist ein ausdauerndes Süßgras der Gattung Cynodon aus der Familie der Poaceae. POWO akzeptiert Cynodon dactylon, eine Kombination auf Grundlage des Basionyms Panicum dactylon L., das Linné 1753 veröffentlichte. 1 2

Das Artepitheton geht auf griechisch daktylos, „Finger“, zurück. Es beschreibt den Blütenstand mit 2 bis 12 Ähren, die wie die Finger einer geöffneten Hand sternförmig an der Halmspitze stehen. Schon vor einem Blick auf die Blätter ermöglicht diese Gestalt eine erste Erkennung. Der englische Name Bermuda grass führt dagegen in die Irre: Auf den Bermudas ist die Pflanze nicht heimisch, sondern ein häufiges, schwer zu beseitigendes invasives Gras. 3

Erkennung

Oberirdische Ausläufer und unterirdische Rhizome lassen Cynodon dactylon dicht über dem Boden wachsen. Jeder bodenberührende Knoten kann Wurzeln bilden, sodass ein geschlossener Teppich entsteht. Die Ausläufer erreichen über 20 m Länge, die Wurzeln in durchdringbarem, trockenem Boden mehr als 2 m Tiefe. 5

Graugrüne Blätter von 2 bis 15 cm Länge besitzen raue, beim Berühren deutlich spürbare Ränder. Das Blatthäutchen ist auf einen einfachen Haarkranz reduziert; eine häutige Zunge fehlt. Dieser Haarkranz hilft, die Bestimmung im Gelände abzusichern. 6

Auf einem aufrechten Halm von 15 cm bis 1 m Höhe stehen 2 bis 12 fingerförmig angeordnete Ähren. Jede ist 2,5 bis 10 cm lang und trägt winzige Ährchen in zwei Reihen. Das Saatgut umfasst etwa 4 Millionen Samen je Kilogramm. 5

Taxonomie und Namen

Im Laufe der taxonomischen Neubewertungen erhielt Cynodon dactylon mehrere Dutzend Synonyme, häufig auf Grundlage desselben Basionyms:

  • Digitaria dactylon (L.) Scop. (Synonym)
  • Fibichia dactylon (L.) Beck (Synonym)
  • Phleum dactylon (L.) Georgi (Synonym)
  • Cynosurus dactylon (L.) Pers. (Synonym)
  • Capriola dactylon (L.) Kuntze (Synonym)

Für eine eindeutige Zuordnung dient der von POWO und GBIF akzeptierte Name Cynodon dactylon. Die Gattung Cynodon enthält mehrere eigenständige Arten. Die verkürzte Bezeichnung „Cynodon“ benennt deshalb die gesamte Gattung und ist für diese einzelne Art ungenau. 1 2

Lebensraum und Verbreitung

Nach POWO liegt das natürliche Areal in der gemäßigten bis subtropischen Alten Welt und umfasst Europa, Afrika, Asien und Australien. Duke nennt genauer Ostafrika als Herkunftsgebiet; dort wächst die Art von der Küste bis auf 2.160 m Höhe. 1 5

Durch Einführung gelangte Hundszahngras in die meisten warmen Regionen der Welt. In Frankreich wächst es heute spontan als Unkraut in Rasenflächen, an Straßenrändern und auf Küstensand. Das CABI Compendium beschreibt die Art als weitgehend eingebürgert und außerhalb ihres natürlichen Areals teilweise invasiv, auch auf den namensgebenden Bermudas. 11 3

Die Bodenbeschaffenheit beeinflusst vor allem die Wuchskraft, weniger das Überleben. Auf Grundlage von 74 Erhebungen nennt Duke eine pH-Toleranz von 4,3 bis 8,4. Das Optimum liegt zwischen 6 und 7 in fruchtbarem, gut durchlässigem Boden. 5

Lebenszyklus und Vermehrung

Über 15 °C beginnt das Wachstum; sein Maximum erreicht es zwischen 24 und 37 °C. Unterhalb der Wachstumsschwelle geht die Pflanze in Winterruhe und vergilbt, ohne abzusterben. Die Rhizome sichern den erneuten Austrieb im Frühjahr. 6

Nach den ersten Herbstfrösten können sich auf Rasenflächen abwechselnde Streifen bilden, das sogenannte „tiger striping“. Ursache ist eine Konvektionsbewegung der bodennahen Luft. Frostgeschädigte Bereiche werden innerhalb weniger Tage braun, während verschonte Streifen grün bleiben; die Muster haben eine Größenordnung von etwa 20 cm. 9

Samen ermöglichen die geschlechtliche Vermehrung, Ausläufer und Rhizome die vegetative Ausbreitung. Triploide Hybridsorten wie Tifway oder Tifgreen, entstanden aus Kreuzungen mit Cynodon transvaalensis, bilden wenig Saatgut. Im Gartenbau werden sie deshalb überwiegend durch Ausläuferstücke oder Rasensoden vermehrt. 7

Nutzen und Risiken

Als Rasenpflanze regeneriert sich Hundszahngras schnell nach Trittbelastung und verträgt Trockenheit sowie Hitze. In warmen Regionen wird es daher häufig auf Sport- und Golfplätzen eingesetzt. Außerdem liefert es Heu und Silage und wurde selbst auf salzhaltigen Böden Kaliforniens angebaut, die für andere Kulturen bereits zu stark geschädigt waren. 5

Je 100 g Trockenmasse enthält das Heu etwa 11,6 g Protein und 25,9 g Fasern. Dieses Profil erklärt die verbreitete Nutzung als Futtergras der warmen Jahreszeit statt als Nahrungspflanze für Menschen. Eine texanische Untersuchung nennt für seine Rhizosphäre sogar eine höhere Stickstoffbindung als bei Paspalum oder Brachiaria, einen selten dokumentierten agronomischen Vorteil dieses oft als Unkraut betrachteten Grases. 5

Indische und nepalesische Rituale verleihen der Pflanze eine weitere Bedeutung. Unter dem Sanskritnamen durva wird sie im Ganesha-Kult dargebracht. Bei hinduistischen Hochzeiten in Nepal heißt sie dubo; das Brautpaar trägt daraus geflochtene Girlanden. 10

Bei Aufnahme stuft GRIN die Art als potenziell giftig für Säugetiere ein. Bestimmte Hybridsorten wie Tifton 85 können unter Stress Cyanid bilden. Dieses Risiko ist vor allem für Nutztiere dokumentiert, weniger für Haustiere. 4 8

Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Mehrdeutige Alltagsnamen erschweren die Zuordnung: Das englische crabgrass bezeichnet auf den Bermudas Cynodon dactylon, andernorts dagegen Digitaria sanguinalis, eine andere Art mit abweichendem fingerförmigem Blütenstand. Auch das französische „chiendent“ umfasst mehrere nicht näher verwandte, ausläuferbildende Gräser. Dazu gehört die Gewöhnliche Quecke (Elymus repens), deren Ähren auf einer einzigen Achse stehen und nicht fingerförmig angeordnet sind. 3

Entscheidend bleibt die genaue Gestalt des Blütenstands: Bei Cynodon dactylon stehen die Ährchen auf 2 bis 12 fingerförmig angeordneten Ähren, die von der Spitze eines 15 cm bis 1 m hohen Halms sternförmig ausstrahlen. Weder Elymus repens noch Digitaria sanguinalis zeigen diese Anordnung in identischer Form. Sie liefert im Gelände ein verlässliches Unterscheidungsmerkmal.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Hundszahngras giftig?

Bei Berührung ist es für Menschen, Katzen und Hunde ungiftig. GRIN stuft die Art jedoch bei Aufnahme durch Nutztiere als potenziell giftig ein. Einige Futterhybriden wie Tifton 85 können unter Stress Cyanid bilden.

Wie unterscheidet sich Cynodon dactylon von der Gewöhnlichen Quecke?

Die Gewöhnliche Quecke (Elymus repens) trägt ihre nicht fingerförmig angeordneten Ähren auf einer einzigen Achse. Bei Cynodon dactylon stehen die Ähren sternförmig an der Halmspitze. Die beiden ausläuferbildenden Gräser sind nicht näher verwandt.

Warum wird der Rasen im Winter gelb?

Unter 15 °C kommt das Wachstum zum Stillstand und die Pflanze geht in Winterruhe. Dieser normale Vorgang schützt die Rhizome vor Frost. Mit der Wärme im Frühjahr kehrt die grüne Farbe zurück.

Wie lässt sich Hundszahngras aus einem Beet entfernen?

Ausreißen scheitert oft, weil jedes im Boden verbliebene Rhizom- oder Ausläuferstück eine ganze Pflanze bilden kann. Wiederholtes Jäten oder eine Rhizomsperre wirkt nachhaltiger als ein einmaliger Eingriff.

Woher stammt Hundszahngras?

POWO nennt die gemäßigte bis subtropische Alte Welt mit Europa, Afrika, Asien und Australien als natürliches Areal. Einige Arbeiten verorten die Herkunft genauer in Ostafrika. Später wurde die Art in die meisten warmen Regionen der Welt eingeführt.

Welche traditionelle Bedeutung hat Hundszahngras?

In Indien heißt die Pflanze auf Sanskrit durva und wird im Ganesha-Kult verwendet. In Nepal wird sie als dubo bei hinduistischen Hochzeiten dargebracht; das Brautpaar trägt eine aus dem Gras geflochtene Girlande.

Ist Cynodon dactylon dasselbe wie crabgrass?

Der englische Name crabgrass ist mehrdeutig: Auf den Bermudas bezeichnet er Cynodon dactylon, andernorts Digitaria sanguinalis. Es sind unterschiedliche Arten. Der fingerförmig-sternförmige Blütenstand liefert das entscheidende Unterscheidungsmerkmal.

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