Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa, (L.) Greuter 1973)

Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa (L.) Greuter, 1973) ist eine ausdauernde krautige Pflanze bis ein Halbstrauch der Korbblütler (Asteraceae) aus dem Mittelmeerraum und Makaronesien. Klebrige, duftende Drüsenhaare bedecken die Pflanze. Sie besiedelt Brachen, Straßenböschungen und nährstoffarme Böden, wo ihre gelben Blütenköpfe vom Spätsommer bis zum Herbst erscheinen. Im ökologischen Olivenanbau unterstützt sie Nützlinge und bietet Bienen spät im Jahr Nahrung.

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Wissenschaftlicher NameDittrichia viscosa
GattungDittrichia
OrdnungAsterales

Breitblättriger Klebalant, Klebriger Alant, Olivarda, False yellowhead und Sticky fleabane

Identität
Toxizität
Keine bekannte Giftigkeit angegeben
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Halbimmergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
FrankreichSpanienItalienGriechenlandMakaronesien
Lebensraum
Brachen, Schuttplätze, Straßenränder, junge Böschungen und trockene Flussbetten bis 1.500 m Höhe
Jahresverlauf
Blütezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
7/10
Reifezeit
Blüte vom Spätsommer bis November; Achänen reifen kurz nach der Blüte
Vermehrung
Aussaat, Teilung
Klima & Wasser
Tolerierter Temperaturbereich
Winterhärte
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Gestörter Boden, Armer Boden, Kalkboden, Trockener Boden
Salzhaltiger Boden
Wird vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Außenbereich
Straßenrand, Städtisches Brachland, Böschung
Erscheinungsbild
Höhe40–150 cmBreite40–100 cm
Blätter
Grün
Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
GelbGröße1–2 cm
Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Braun
Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
GrünBraun
Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Dittrichia viscosa umfasst den Mittelmeerraum und Makaronesien (Kanaren, Madeira, Azoren). Außerhalb dieses Gebiets wurde die Art eingeführt und ist in Kalifornien eingebürgert, wo sie auf der Beobachtungsliste des Cal-IPC steht. In Australien gilt sie als invasiv.

  • Heimisch5
  • Eingeführt1
  • Invasiv1
  • Frankreich (europäisches Festland)
  • Spanien
  • Italien
  • Griechenland
  • Makaronesien
  • Vereinigte Staaten (Kalifornien)
  • Australien

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa (L.) Greuter, 1973) wächst als ausdauerndes Kraut bis Halbstrauch in der Gattung Dittrichia, Familie Asteraceae. Linné beschrieb die Art erstmals 1753 als Erigeron viscosus. Werner Greuter stellte sie 1973 zu Dittrichia, einer Gattung, deren Name den deutschen Botaniker Manfred Dittrich ehrt. 2 1

Das lateinische Artepitheton viscosa bedeutet „klebrig“. Es beschreibt unmittelbar das haftende, stark riechende Harz auf der gesamten Pflanze. Darauf bezieht sich auch der englische Name sticky fleabane. Die katalanische Bezeichnung olivarda erinnert dagegen an die alte Verbindung zwischen dieser Art und dem Schutz von Olivenbäumen. 2 3

Erkennung

Aufrechte, fächerartig angeordnete und recht stark verzweigte Stängel erreichen 40 cm bis 1 m Höhe. Auf besonders günstigen Böden sind bis 1,5 m möglich. Mit zunehmendem Alter verholzt die Stängelbasis und wird dunkler; die oberen Abschnitte bleiben dagegen krautig und biegsam. So entsteht der für die Art typische halbstrauchige Wuchs. 2 4

Wechselständige, lanzettliche Blätter sitzen ohne Blattstiel direkt am Stängel. Beide Blattseiten sind drüsig und geben beim Zerreiben einen häufig als unangenehm empfundenen Kampfergeruch frei. Die klebrigen Drüsenhaare überziehen die ganze Pflanze. Neben dem Geruch ist diese fühlbare Beschaffenheit ein zuverlässiges Merkmal zur Bestimmung im Gelände. 2 3

Gelbe Blütenköpfe mit strahlenförmigen Randblüten stehen in langen, pyramidenförmigen Gruppen, sichtbar vom Spätsommer bis November. Ihr Durchmesser hilft bei einer häufigen Verwechslung: Bei Dittrichia viscosa beträgt er mehr als 1 cm, bei der nahen Dittrichia graveolens weniger als 1 cm. Letztere ist einjährig und hat wesentlich schmalere Blätter. 2 5

Nützliche Taxonomie

Die heutige Kombination Dittrichia viscosa (L.) Greuter wurde 1973 veröffentlicht und ist bei Plants of the World Online akzeptiert. Das Basionym Erigeron viscosus L. stammt aus Linnés Erstbeschreibung von 1753. Zwischenzeitlich wurde die Art verschiedenen Gattungen zugeordnet, darunter Inula viscosa (L.) Aiton, Cupularia viscosa (L.) Godr. & Gren., Pulicaria viscosa (L.) W.D.J.Koch und Conyza viscosa (L.) Steud.. 1 6

Vier Unterarten werden anerkannt: Die Nominatform Dittrichia viscosa subsp. viscosa ist im Mittelmeerraum am weitesten verbreitet. subsp. angustifolia (Bég.) Greuter hat schmale Blätter und stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum. Zwei portugiesische Küstenformen ergänzen die Gruppe: subsp. maritima (Brullo & De Marco) Greuter und subsp. revoluta (Hoffmanns. & Link) P.Silva & Tutin. 1 7

Als zwei weitere nahe Arten der Gattung Dittrichia werden Dittrichia graveolens und Dittrichia crithmoides genannt. Erstere ist einjährig und fällt eher durch unangenehmen Geruch als durch Klebrigkeit auf. Letztere besiedelt mit ihren fleischigen Blättern Salzwiesen. Die unterschiedlichen Blätter und Lebensräume helfen beim Auseinanderhalten dieser verwandten Pflanzen. 2 8

Lebensraum und Verbreitung

Vom Mittelmeerraum bis nach Makaronesien, einschließlich Kanaren und Madeira, reicht das natürliche Verbreitungsgebiet. Die Art besiedelt ausgetrocknete Flussbetten und Brachen bis 1.500 m Höhe. Heute tritt sie besonders häufig auf Schuttflächen und an Straßenrändern auf, also auf offenen, gestörten Standorten, die sie rasch einnehmen kann. 3 1

An Frankreichs Mittelmeerküste und auf Korsika ist die Art heimisch. In der Provence heißt sie regional nasque, auf Korsika pecita. Auf Brachen kann der Breitblättrige Klebalant dort örtlich überhandnehmen. Das macht ihn an diesen Standorten aber nicht zu einer eingeführten Art: Starke Ausbreitung und gebietsfremde Herkunft sind voneinander zu unterscheiden. 2 6

Außerhalb des natürlichen Areals ist die Pflanze unter anderem im kalifornischen Sacramento-Tal und an der Bucht von San Francisco etabliert. Der Cal-IPC führt sie auf seiner Beobachtungsliste, die CDFA in Kategorie A für noch begrenzt verbreitete Schadorganismen. In Australien wird sie unmittelbar als invasive Art bezeichnet. 5 3

Lebenszyklus und Vermehrung

Je nach Region reicht die Blüte vom Spätsommer bis November. Die an Nektar und Pollen reichen Blütenköpfe werden von Bienen intensiv besucht. Damit stellt die Art noch Nahrung bereit, bis die Sammelaktivität im späten Herbst endet; ihre späte Blüte ist für diese Nutzung ausschlaggebend. 2

Nach der Befruchtung entstehen winzige, 1–2 mm lange Achänen auf dem Blütenboden. Eine seidige Haarkrone, der Pappus, ermöglicht ihre wirksame Verbreitung durch den Wind. Diese Ausbreitung über die Luft und weniger ein Vordringen über Wurzeln erklärt, warum die Art nach Bauarbeiten oder einem Brand offene Böden so schnell besiedeln kann. 2 5

Gärtnerisch lässt sich die Pflanze im Frühjahr geschützt aussäen. Auch die Teilung im Frühjahr oder Herbst ist möglich. Unter natürlichen Bedingungen ist jedoch vor allem die spontane Vermehrung durch Samen bedeutsam; die Teilung spielt bei der Ausbreitung wild wachsender Bestände praktisch keine entsprechende Rolle. 4

Verwendung und Risiken

Der wichtigste dokumentierte Nutzen liegt im Olivenanbau. In den Blütenköpfen entstehen Gallen der Fliege Myopites stylata. Deren Larven werden im Herbst von parasitoiden Hautflüglern befallen, darunter Eupelmus urozonus, die auch die Olivenfruchtfliege Bactrocera oleae regulieren. Nach Wiederansiedlung der Pflanze am Rand eines Olivenhains braucht dieses biologische Regulationssystem vier bis fünf Jahre, um sich zu etablieren. 2

Die traditionelle Heilkunde des Mittelmeerraums kennt mehrere äußerliche Anwendungen. Auf Sardinien wird die Pflanze gegen rheumatische Beschwerden eingesetzt, auf Sizilien als blutstillendes und wundheilendes Mittel. Auf Korsika und Elba dient sie auch zur Behandlung von Quallen-, Bienen- und Wespenstichen. Dies sind überlieferte Nutzungen. Eine Giftigkeit für Menschen oder Tiere ist dagegen nicht dokumentiert. 2 4

Als späte Bienenweide liefert die Art Nektar und Pollen gegen Ende der Saison. Der daraus entstehende Klebalant-Honig ist allerdings weniger gut haltbar als andere Honige. Als Ursache wird sein höherer Wassergehalt genannt. Der Nutzen der Blüte und die Haltbarkeit des gewonnenen Honigs sind daher getrennt zu betrachten. 2

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Eine etablierte gärtnerische Sortenauslese gibt es bei Dittrichia viscosa nicht. Die Wildpflanze wurde nicht für Zierzwecke selektiert. Plants For A Future beschreibt sie dennoch als leicht auf gewöhnlichem, sonnig gelegenem Boden anzusiedeln. Leichte Kultivierbarkeit bedeutet hier also nicht, dass eine Tradition benannter Ziersorten besteht. 4

Häufig wird Dittrichia graveolens vor der Blüte für eine junge Dittrichia viscosa gehalten. Lebensdauer und Laub geben den entscheidenden Hinweis: Eine einjährige Pflanze mit linealischen, nur 1–3 mm breiten Blättern und kleinen Blütenköpfen spricht für D. graveolens. Ausdauernder Wuchs, breitere lanzettliche Blätter und Köpfe über 1 cm sprechen dagegen für Dittrichia viscosa. 2 5

Auch die lange Synonymliste zeigt frühere Verwechslungen und wechselnde systematische Zuordnungen. Vor der heutigen Kombination stand die Art in Inula, Erigeron, Pulicaria oder Conyza. Der akzeptierte wissenschaftliche Name Dittrichia viscosa schafft hier mehr Eindeutigkeit als volkstümliche Namen oder frühere Gattungszuordnungen, die sich von Werk zu Werk unterscheiden können. 1 6

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Breitblättriger Klebalant giftig?

Plants For A Future dokumentiert keine Gefahren. Das klebrige, stark riechende Harz kann bei empfindlichen Menschen durch wiederholten Kontakt dennoch die Haut reizen.

Wie unterscheidet sich Dittrichia viscosa vom Schmalblättrigen Klebalant?

Dittrichia graveolens ist einjährig und besitzt 1–3 mm schmale Blätter sowie Blütenköpfe unter 1 cm Durchmesser. Dittrichia viscosa ist ausdauernd, hat breitere Blätter und über 1 cm große Blütenköpfe.

Ist Breitblättriger Klebalant invasiv?

Im Mittelmeerraum ist die Art heimisch und häufig und gilt in Frankreich nicht als Problem. In Kalifornien und Australien wurde sie eingeführt und steht dort unter Beobachtung beziehungsweise gilt als invasiv.

Welchen Nutzen hat Breitblättriger Klebalant für Olivenbäume?

Die Blütenköpfe tragen Gallen, in denen sich parasitoide Hautflügler entwickeln. Diese regulieren auch die Olivenfruchtfliege, eine im ökologischen Olivenanbau dokumentierte Leistung.

Woher stammt Breitblättriger Klebalant?

Sein natürliches Areal umfasst den Mittelmeerraum und Makaronesien, von den Kanaren bis Madeira. Inzwischen wurde die Art in weitere Regionen mit Mittelmeerklima eingeführt, etwa nach Kalifornien.

Kann Breitblättriger Klebalant im Garten wachsen?

Er wächst auf gewöhnlichem Boden ohne Bewässerung und Düngung, hat aber keine etablierte Tradition als Zierpflanze. Meist siedelt er sich von selbst an Böschungen und auf Brachen an.

Wie vermehrt sich Breitblättriger Klebalant?

Vor allem durch Achänen mit Haarkrone, die nach der Herbstblüte vom Wind verbreitet werden. Die Teilung von Pflanzen bleibt eine untergeordnete gärtnerische Methode.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.