Gummibaum (Ficus elastica, Roxb. ex Hornem. 1819)

Gummibaum (Ficus elastica) ist ein großer Feigenbaum aus der Familie der Maulbeergewächse (Moraceae). Er stammt aus den feuchten Wäldern Nordostindiens und Südostasiens. Am Naturstandort kann er als hemiepiphytischer Würgefeigenbaum mehrere Dutzend Meter hoch werden; im Zimmer bleibt er meist ein aufrechter Strauch mit dicken, glänzenden, immergrünen Blättern.

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Wissenschaftlicher NameFicus elastica
GattungFicus
OrdnungRosales

Gummibaum, Indischer Kautschukbaum, Rubber tree, India rubber plant, Rubber plant und Indian rubber tree

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen, darunter Kinder, Katzen und Hunde
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
IndienNepalBhutanMyanmarIndonesienMalaysia
Lebensraum
Feuchte Tropenwälder im Tiefland und Bergland; hemiepiphytischer Feigenbaum auf Stämmen und Felsen
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
6/10
Reifezeit
Baumartiger Wuchs mit zunehmendem Alter bei geeigneter Kultur
Vermehrung
Stecklingsvermehrung von Stängeln mit Knoten, Luftableger
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gering im Topf, windgeschützt aufstellen
Luftfeuchtigkeit
40–60 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Erde für Zimmerpflanzen, Durchlässiges Substrat mit Rinde
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse
Helles, indirektes Licht
Innenbereich
Wohnzimmer, Büro, Helles Zimmer
Abstand zum Fenster
Etwa 50 cm von einem Ost- oder Westfenster
Außenbereich
Schattiger Innenhof, Veranda
Pflanzgefäße
Terrakotta, Drainage-Kunststoff
Erscheinungsbild
Höhe200–3000 cmBreite100–600 cm
Blätter
GrünCremeRosa
Blüten
Grün
Früchte
GrünGelb
Wuchsform
Gummibaum (Ficus elastica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Rinde
Grün

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Ficus elastica umfasst Nordostindien, Nepal, Bhutan, Myanmar, Südchina und den Malaiischen Archipel. Durch die weite Verbreitung als Kulturpflanze ist er außerhalb dieses Gebiets eingebürgert, unter anderem in Florida und auf mehreren tropischen Inseln. Eingeführte Vorkommen sind vom asiatischen Ursprungsareal zu unterscheiden.

  • Heimisch6
  • Eingeführt2
  • Indien
  • Nepal
  • Bhutan
  • Myanmar
  • Indonesien
  • Malaysia
  • Sri Lanka
  • USA (Florida)

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Gummibaum (Ficus elastica Roxb. ex Hornem., 1819) bezeichnet einen großen Feigenbaum der Gattung Ficus aus der Familie der Maulbeergewächse (Moraceae). Sein deutscher Name erinnert an die frühere Nutzung des Milchsafts zur Kautschukgewinnung im Ursprungsgebiet. Diese örtliche Verwendung bestand lange, bevor Hevea brasiliensis zur wichtigsten Pflanze für die Kautschukproduktion wurde. 1 4

In Europa ist der Gummibaum vor allem als widerstandsfähige Zimmerpflanze bekannt. Die englischen Namen Rubber plant und Indian rubber tree greifen denselben historischen Nutzungsbezug auf. Dicke, glatte und stark glänzende Blätter machen ihn zu einer gut erkennbaren großen Blattschmuckpflanze, die sich unter geeigneten Zimmerbedingungen vergleichsweise unkompliziert halten lässt. 2 3

Erkennung

Breite, ovale bis elliptische Blätter kennzeichnen Ficus elastica. Sie stehen wechselständig an aufrechten Trieben, sind ledrig, glänzend und etwa 10–30 cm lang. Die Mittelrippe tritt deutlich hervor; von ihr gehen zahlreiche annähernd parallele Seitennerven ab. Dieses kräftige Laub unterscheidet den Gummibaum bereits auf den ersten Blick von vielen kleinblättrigen Zimmerfeigen. 3 5

Besonders hilfreich ist die Entwicklung eines neuen Blatts. Es steckt zunächst eingerollt in einer roten Nebenblattscheide, die die Knospe schützt. Nach dem Entfalten fällt diese Hülle ab und hinterlässt eine feine ringförmige Narbe am Trieb. Bei Verletzungen tritt außerdem der für Feigen typische weiße Milchsaft aus. Blatt, Knospenhülle und Milchsaft ergeben zusammen ein gutes Merkmalsbild. 4 1

Unter Zimmerbedingungen bleibt die Pflanze meist ein aufrechter, 2–3 m hoher Strauch; nach einem Rückschnitt kann sie sich verzweigen. Am tropischen Naturstandort entwickelt sie sich dagegen zu einem Baum von über 30 m Höhe. Dort bildet sie einen kräftigen Stamm und Luftwurzeln, die von den Ästen zum Boden herabreichen. 3 2

Nützliche Taxonomie

Die botanische Bezeichnung Ficus elastica Roxb. ex Hornem. stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert. Innerhalb der großen Gattung Ficus sind zahlreiche ältere oder gärtnerische Namen im Umlauf. Zu den historischen beziehungsweise gärtnerischen Bezeichnungen, denen man in diesem Zusammenhang begegnen kann, gehören:

  • Botanische Bezeichnung: Ficus elastica var. elastica
  • Botanische Bezeichnung: Ficus elastica var. belgica hort.
  • Botanische Bezeichnung: Ficus karet (Miq.) King
  • Botanische Bezeichnung: Ficus skytinodermis Summerh.
  • Botanische Bezeichnung: Macrophthalma elastica Gasp.

Der anerkannte wissenschaftliche Name Ficus elastica bleibt der zuverlässige Bezugspunkt. Robusta und Tineke bezeichnen dagegen gärtnerische Auslesen. Solche Sortennamen stehen weder für eigenständige Arten noch für botanische Varietäten, auch wenn Pflanzen mit unterschiedlichen Blattfarben im Handel nebeneinander angeboten werden. 1 6

Lebensraum und Verbreitung

Feuchte tropische Wälder Nordostindiens, Nepals, Bhutans, Myanmars, Südchinas mit Yunnan und des Malaiischen Archipels bilden das Ursprungsgebiet von Ficus elastica. Die Art wächst dort sowohl im Tiefland als auch in mittleren Berglagen. Feuchte Böden und eine luftfeuchte Umgebung prägen die natürlichen Standorte. 1 4

Häufig beginnt der Gummibaum sein Leben als Hemiepiphyt. Ein Samen keimt etwa in der Astgabel eines Trägerbaums. Anschließend wachsen Wurzeln der jungen Feige zum Boden hinab. Mit zunehmender Dicke können sie den tragenden Stamm umschließen; dieses Wuchsverhalten erklärt die Zuordnung zu den Würgefeigen. 3 5

Die weite Verbreitung als Zierpflanze und die frühere Nutzung des Milchsafts haben die Art über ihr natürliches Areal hinausgebracht. Unter anderem in Florida sowie in verschiedenen tropischen und subtropischen Regionen ist sie eingebürgert. Solche eingeführten Vorkommen müssen vom asiatischen Ursprungsgebiet getrennt betrachtet werden. Eine weite Verbreitung in Kultur allein bedeutet noch kein natürliches Vorkommen. 6 4

Lebenszyklus und Vermehrung

Verborgene Blüten statt auffälliger Blütenblätter prägen die Fortpflanzung des Gummibaums. Wie bei anderen Ficus-Arten liegen die Blüten im Inneren einer hohlen Feige. Ihre Bestäubung hängt von kleinen, spezialisierten Feigenwespen ab. Fehlen diese außerhalb des Ursprungsgebiets, bleibt die Fruchtbildung selten und eine selbstständige Aussaat findet praktisch nicht statt. 4 3

Entstehende Feigen sitzen in den Blattachseln, bleiben klein und erscheinen gelbgrün. Anders als die Früchte der Echten Feige werden sie nicht zur menschlichen Ernährung genutzt. Eine Blüte im Zimmer ist daher eine seltene Begleiterscheinung und kein übliches Kulturziel. Der Zierwert der Pflanze liegt vor allem in Wuchsform und Laub. 5 2

Gärtnerisch wird der Gummibaum durch Stängelstecklinge mit Knoten oder durch Abmoosen vermehrt. Abmoosen eignet sich besonders, um eine zu hohe, unten verkahlte Pflanze zu verjüngen. Vor dem Einsetzen eines Stecklings sollte der austretende Milchsaft abtrocknen; sonst kann die Schnittstelle weiter nässen und schlechter verheilen. Ein knapp unter einem Knoten geschnittener Steckling bildet bei Wärme und hellem indirektem Licht nach etwa drei bis sechs Wochen erste Wurzeln. Zum Abmoosen wird der Trieb eingeschnitten und mit feuchtem Sphagnum umhüllt. Erst wenn sich Wurzeln gebildet haben, trennt man die neue Pflanze vom bisherigen Trieb. 2 5

Nutzen und Risiken

Heute dient der Gummibaum überwiegend als Zierpflanze. In gemäßigten Regionen ist er eine große Zimmerpflanze, unter tropischen Bedingungen auch ein Schatten- oder Straßenbaum. Seine historische wirtschaftliche Bedeutung beruht auf dem Milchsaft, der örtlich Kautschuk lieferte, bevor sich die großflächige Nutzung von Hevea brasiliensis durchsetzte. 4 6

Derselbe Milchsaft wirkt leicht reizend. Auf empfindlicher Haut kann er Rötungen und Juckreiz hervorrufen; nach Verschlucken sind Reizungen im Mund und leichte Verdauungsbeschwerden möglich. Die ASPCA führt den Gummibaum als giftig für Katzen und Hunde, wobei die Beschwerden im Allgemeinen mäßig ausfallen. Ein Standort außerhalb der Reichweite von Haustieren und kleinen Kindern sowie Handschuhe beim Schneiden sind deshalb sinnvoll. 7 8

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Das Sortenangebot umfasst unterschiedliche Blattzeichnungen innerhalb derselben Art. Robusta steht für die klassische Form mit großen dunkelgrünen Blättern. Tineke, Ruby und Tricolor tragen panaschiertes Laub und benötigen etwas mehr Licht, um ihre Farben zu bewahren. Unter Abidjan werden besonders dunkelblättrige Pflanzen angeboten. Beim Kauf sind neben dem Sortennamen auch gesunde Wurzeln und ein gleichmäßiger Blattbesatz aussagekräftig. 2

Verwechslungen betreffen vor allem andere baumförmige Feigen:

  • Ficus lyrata, die Geigen-Feige, mit großen geigenförmigen Blättern;
  • Ficus benghalensis, der Banyanbaum, ebenfalls eine baumförmige Würgefeige;
  • Ficus benjamina, mit deutlich kleineren Blättern und überhängenden Zweigen.

Zur Bestätigung von Ficus elastica eignet sich die Kombination aus dicken ovalen, stark glänzenden Blättern, roter Nebenblattscheide und weißem Milchsaft am besten. Ein Handelsname allein ist weniger eindeutig als dieses gemeinsame Auftreten mehrerer Merkmale. 3 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist der Gummibaum giftig?

Sein weißer Milchsaft reizt Haut, Augen und Verdauungstrakt leicht. Die ASPCA führt ihn als giftig für Katzen und Hunde, wobei die Beschwerden meist mild ausfallen. Er sollte außerhalb der Reichweite von Haustieren und kleinen Kindern stehen.

Warum verliert mein Gummibaum Blätter?

Der Abwurf unterer Blätter folgt oft auf einen Standortwechsel, kalte Zugluft oder zu viel beziehungsweise zu wenig Wasser. Gleichmäßige Temperaturen und angepasstes Gießen begrenzen diesen Stress, der nach einem Kauf oder Umzug häufig auftritt.

Wird aus dem Gummibaum tatsächlich Kautschuk gewonnen?

Sein Milchsaft wurde örtlich zur Kautschukgewinnung genutzt; daran erinnert der Name. Die weltweite Produktion beruht heute auf Hevea brasiliensis. Ficus elastica dient vor allem als Zierpflanze.

Mit welchen Pflanzen wird der Gummibaum verwechselt?

Vor allem mit der Geigen-Feige (Ficus lyrata), deren Blätter geigenförmig sind, und dem Banyanbaum (Ficus benghalensis). Die stark glänzenden ovalen Blätter und der weiße Milchsaft sind gute Erkennungsmerkmale.

Wie viel Licht braucht ein Gummibaum?

Helles indirektes Licht fördert schönes Laub. Halbschatten wird bei lockererem Wachstum vertragen; intensive direkte Sonne kann die Blätter schädigen.

Wie groß wird ein ausgewachsener Gummibaum?

Im Zimmer erreicht er häufig 2 bis 3 m. Im tropischen Ursprungsgebiet kann der große Baum über 30 m hoch werden und würgende Luftwurzeln bilden.

Sind panaschierte Gummibäume eigene Arten?

Nein. Tineke, Ruby und Tricolor sind auf ihre Blattzeichnung ausgelesene Sorten, keine unterschiedlichen Arten. Sie benötigen etwas mehr Licht, um ihre Farben zu erhalten.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.