Manna-Esche (Fraxinus ornus, L. 1753)

Manna-Esche (Fraxinus ornus L., 1753) ist ein kleiner sommergrüner Baum der Ölbaumgewächse aus dem Mittelmeerraum bis Westasien. Anders als die Gemeine Esche besitzt sie dauerhaft glatte graue Rinde und flaumige graubraune Knospen. Ihre duftenden weißen Blüten erscheinen mit den Blättern.

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Wissenschaftlicher NameFraxinus ornus
GattungFraxinus
OrdnungLamiales

Manna-Esche, Blumen-Esche, Schmuck-Esche und Manna ash

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen · Ungiftig : Kinder, Katzen und Hunde · Unbekannt : Pferde
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Kleiner Baum · Laubbaum
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
FrankreichItalienSpanienGriechenlandTürkeiLibanonUngarn
Lebensraum
Trockene Hänge und lichte Mittelmeerwälder bis 1.500 m; gut drainierte kalkhaltige bis neutrale Böden
Jahresverlauf
Blütezeit
Frühling
Erntezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
6/10
Reifezeit
Rascher Jugendwuchs, Blüte ab 8–10 Jahren, ausgewachsen nach 15–30 Jahren
Vermehrung
Aussaat, Transplantation
Klima & Wasser
Tolerierter Temperaturbereich
Winterhärte
Windverträglichkeit
Eingewachsen gut; direkte Meeresexposition wird schlecht vertragen
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Bodenarten
Kreide, Freies Land, Sand
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne; dichter Schatten wird schlecht vertragen
Außenbereich
Offener Boden, Großer Garten, Park, Felswerk
Pflanzgefäße
Pflanzgefäß, Großes Becken
Erscheinungsbild
Höhe600–1500 cmBreite400–1000 cm
Blätter
GrünGelbRosa
Manna-Esche (Fraxinus ornus): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Manna-Esche (Fraxinus ornus): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Manna-Esche (Fraxinus ornus): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Manna-Esche (Fraxinus ornus): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Manna-Esche (Fraxinus ornus): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißCremeGröße10–20 cm
Manna-Esche (Fraxinus ornus): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Manna-Esche (Fraxinus ornus): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Manna-Esche (Fraxinus ornus): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Manna-Esche (Fraxinus ornus): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Manna-Esche (Fraxinus ornus): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
GrünBraunGröße1.5–2.5 cm
Manna-Esche (Fraxinus ornus): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Manna-Esche (Fraxinus ornus): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Manna-Esche (Fraxinus ornus): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Manna-Esche (Fraxinus ornus): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Manna-Esche (Fraxinus ornus): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Manna-Esche (Fraxinus ornus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Manna-Esche (Fraxinus ornus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Manna-Esche (Fraxinus ornus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Manna-Esche (Fraxinus ornus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Manna-Esche (Fraxinus ornus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Manna-Esche (Fraxinus ornus): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Manna-Esche (Fraxinus ornus): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Manna-Esche (Fraxinus ornus): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Manna-Esche (Fraxinus ornus): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Manna-Esche (Fraxinus ornus): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal reicht von Südostfrankreich (Korsika, Alpes-Maritimes) über Italien, die Mittelmeerinseln und den Balkan bis zur Westtürkei. Isolierte Vorkommen liegen in Ostspanien, Westsyrien und im Libanon. Unter den drei europäischen Eschen hat sie das kleinste natürliche Areal, wird jedoch weit nördlich davon als Zierbaum gepflanzt.

  • Heimisch7
  • Eingeführt1
  • Frankreich (Korsika)
  • Italien
  • Spanien
  • Griechenland
  • Türkei
  • Libanon
  • Ungarn
  • Vereinigte Staaten

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identité

Manna-Esche (Fraxinus ornus L., 1753) ist eine anerkannte Art der Eschen innerhalb der Ölbaumgewächse (Oleaceae). Ihre graubraunen, behaarten Knospen unterscheiden sie ganzjährig von der Gemeinen Esche (Fraxinus excelsior) mit schwarzen, samtigen Knospen. So gelingt die Bestimmung auch im Winter ohne Blätter und Blüten. POWO verweist auf Linnés Veröffentlichung von 1753. Der mediterrane Laubbaum bleibt in Kultur meist bei 6 bis 15 m. 1 2 5

Als Blumen-Esche oder Schmuck-Esche verweist ihr Name auf die großen duftenden Blütenrispen. Tela Botanica führt französisch „frêne orne au sens large“, im französischen Alltag auch „frêne à fleurs“. Der deutsche Name Manna-Esche beschreibt den Saft: Aus verletzter Rinde austretend kristallisiert er zu einer süßen Masse. Geschmack und medizinische Nutzung führten zum Vergleich mit biblischem Manna. 5 6

Während die dunklen Blüten der Gemeinen Esche vor dem Laub erscheinen, öffnen sich die cremeweißen, duftenden Blüten der Manna-Esche gleichzeitig mit den Blättern. Dieser zeitliche Unterschied erlaubt während der Blüte eine sichere Unterscheidung. 2

Erkennung

Mit meist 6 bis 15 m bleibt der Baum klein bis mittelgroß. Seltene Ausnahmen überschreiten 20 m und erreichen fast 1 m Stammdurchmesser. Die dunkelgraue Rinde bleibt auch im Alter glatt, während die Gemeine Esche eine rissige Borke entwickelt. 2 4

Winterliche Bestimmungen erleichtern die graubraunen, dicht behaarten Knospen gegenüber den schwarzen, samtigen Knospen der Gemeinen Esche. Die oft asymmetrische, halbkugelige oder abgeflachte Krone sitzt auf einem mitunter gewundenen, gegabelten Stamm. An seiner Basis entstehen zahlreiche Stockausschläge. 2

An den 25 bis 30 cm langen zusammengesetzten Blättern sitzen 5 bis 9 eiförmige Fiederblättchen mit gezähntem Rand und behaarter Spreitenbasis. Das zunächst olivgrüne Laub wird im Herbst gelb, dann kräftig rosa. Im späten Frühjahr tragen aufrechte 10 bis 20 cm lange Rispen kleine cremeweiße Blüten mit vier linealischen, 6 mm langen Kronblättern. 2 3

Nützliche Taxonomie

Unter dem akzeptierten Namen Fraxinus ornus L. werden zwei Unterarten der Oleaceae geführt: die weitverbreitete Fraxinus ornus subsp. ornus und die im Taurusgebirge der Südtürkei endemische Fraxinus ornus subsp. cilicica. 1 2

Historische Synonyme umfassen Ornus europaea Pers., Fraxinus argentea Loisel., Fraxinus cappadocica Juss. ex Bosc und Fraxinus florifera Scop. Gegenüber diesen kaum noch gebräuchlichen Namen bleibt der akzeptierte wissenschaftliche Name der verlässliche Bezugspunkt. 5

Innerhalb der drei europäischen Eschen besitzt die Manna-Esche das kleinste Areal. Deutlich weiter verbreitet sind Gemeine Esche und die südlicher vorkommende Schmalblättrige Esche (Fraxinus angustifolia) mit ihren schmaleren Fiederblättchen. 2

Lebensraum und Verbreitung

Von Südostfrankreich über Italien, die Mittelmeerinseln und den Balkan bis zur Westtürkei reicht das natürliche Areal. Die Höhenverbreitung erstreckt sich vom Meer bis 1.500 m in Südtirol. Isolierte Bestände liegen in Ostspanien, der Südtürkei, Westsyrien und im Libanon. Die natürliche Nordgrenze folgt dem Alpensüdrand und dem Bihargebirge in Siebenbürgen. 2

Im europäischen Frankreich kommt die Art nur auf Korsika und im Département Alpes-Maritimes ursprünglich vor. Andernorts wird sie als Zierbaum gepflanzt und verjüngt sich gelegentlich vor Ort. Außerhalb des natürlichen Areals wurde sie bis zum 50. nördlichen Breitengrad eingeführt. 5

Mediterrane Mischwälder tiefer und mittlerer Berglagen bieten ihr kalkhaltige bis neutrale, kiesige und gut drainierte Böden. Im südlichen Areal verträgt sie auch silikatische Untergründe. Ein dichtes Wurzelsystem unterstützt ihre hohe Trockenheitstoleranz: Sie besiedelt trockene Hänge, die andere Baumarten meiden, oft zusammen mit Flaum-Eiche und Hopfenbuche. 2

Lebenszyklus und Vermehrung

Rasche Keimung und schneller Jugendwuchs geben der Art einen Vorsprung auf Hängen, die durch Feuer, Beweidung oder Erdrutsche entblößt wurden. Dort etabliert sie sich vor anderen Gehölzen. Nach dieser Pionierphase lässt das Wachstum deutlich nach; der Baum wird selten älter als 100 Jahre. 2

Duftende Blüten locken Bienen und Käfer an, obwohl sie keinen Nektar bilden; auch Wind trägt zur Bestäubung bei. Die Manna-Esche ist androdiözisch: Manche Bäume besitzen nur zwittrige Blüten, andere ausschließlich funktionell männliche. Rein weibliche Bäume fehlen. 2

Ihre 15 bis 25 mm langen Flügelfrüchte bleiben bis zum Laubfall grün und werden bei Reife braun. Wind und Fließwasser verbreiten sie. Nach dem Fällen treibt der Stock reichlich aus, weshalb im Niederwald häufig mehrstämmige, strauchige Formen entstehen. 2

Nutzen und Risiken

Das oft krumme Holz ist leichter als das der Gemeinen Esche und wirtschaftlich wenig wertvoll. Es dient vor allem für Werkzeugstiele und Haushaltsgegenstände. Wichtiger waren Niederwald zur Brennholzgewinnung und im südlichen Areal Kopfbaumnutzung für Viehfutter. Heute steht der Zierwert durch Blüten und Herbstlaub im Vordergrund. 2

Verletzte Rinde gibt Saft ab, der an der Luft zu gelblichem Manna mit hohem Mannitolgehalt kristallisiert. Dafür wird im Sommer die Rinde mindestens 8 cm dicker Stämme eingeschnitten. Nach neun aufeinanderfolgenden Erntejahren wird der Baum auf den Stock gesetzt. Das lange als mildes Abführmittel genutzte Manna wird noch in einigen ländlichen Gebieten Siziliens gewonnen. 6

Für übliche Haustiere ist keine schwere Vergiftung durch Aufnahme dokumentiert. Saftkontakt kann allerdings Hautallergien auslösen; windverbreitete Pollen sind anerkannte Allergene. In Frankreich verpflichtet eine Verordnung von 2020 Händler zur Warnkennzeichnung bei Eschen. Die Manna-Esche gehört zu den drei erfassten Arten; dies beschreibt die französische Regelung. 6 8

Wegen ihres weiten Verbreitungsgebiets und fehlender dokumentierter schwerer Bedrohungen stuft die IUCN die Art als nicht gefährdet ein. Anders als Gemeine und Schmalblättrige Esche, die andernorts in Europa unter Eschentriebsterben leiden, scheint sie kein natürlicher Wirt des Erregers zu sein. 7

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Für Stadtstandorte werden unter anderem Arie Peters mit kompakter, rundlicher Krone, reicher Blüte und häufiger Verwendung als Straßenbaum sowie Fastigiata Pyramidalis mit schmalem Säulenwuchs für begrenzte Räume angeboten. 3

Besonders leicht verwechselt wird sie mit der Gemeinen Esche (Fraxinus excelsior). Diese besitzt schwarze, samtige Knospen, blüht vor dem Laubaustrieb und entwickelt im Alter rissige Rinde. Die südlicher verbreitete Schmalblättrige Esche (Fraxinus angustifolia) hat weniger und schmalere Fiederblättchen. 2 5

Alle drei Arten erfasst dieselbe französische Verordnung zur Pollenkennzeichnung von 2020. Zur botanischen Ähnlichkeit kommt damit für Fachleute wie Gartenbesitzer eine ähnliche Verwendung und Kennzeichnung hinzu. 8

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Manna-Esche für Hunde und Katzen giftig?

Für übliche Haustiere ist keine schwere Vergiftung durch Aufnahme dokumentiert. Saftkontakt kann jedoch Hautallergien auslösen; die vom Wind verbreiteten Pollen gelten als Allergene.

Wie unterscheidet man Manna-Esche und Gemeine Esche?

Am zuverlässigsten sind die Knospen: graubraun und behaart bei der Manna-Esche, schwarz und samtig bei der Gemeinen Esche. Erstere blüht mit den Blättern, Letztere davor.

Was ist das Manna der Manna-Esche?

Es handelt sich um kristallisierten Saft aus Rindeneinschnitten an mindestens 8 cm dicken Stämmen. Das mannitolreiche Manna wurde lange als mildes Abführmittel genutzt und wird noch in einigen ländlichen Gebieten Siziliens gewonnen.

Ist die Manna-Esche vom Eschentriebsterben bedroht?

Anders als Gemeine und Schmalblättrige Esche scheint sie kein natürlicher Wirt des verursachenden Pilzes zu sein. Die IUCN stuft sie als nicht gefährdet ein.

Wo wächst die Manna-Esche in Frankreich natürlich?

Im europäischen Frankreich ist sie nur auf Korsika und in Alpes-Maritimes heimisch. Anderswo wird sie als Zierbaum gepflanzt und verjüngt sich gelegentlich lokal.

Eignet sich die Manna-Esche für kleine Gärten?

Ja, eher als die Gemeine Esche. Mit 6 bis 15 m Endhöhe und guter Stadtverträglichkeit ist sie ein gebräuchlicher Straßen- und Gartenbaum, insbesondere in kompakten Sorten wie Arie Peters.

Was unterscheidet Manna-Esche und Schmalblättrige Esche?

Die Schmalblättrige Esche (Fraxinus angustifolia) hat ein südlicheres Areal und weniger, schmalere Fiederblättchen. Beide Arten fallen mit der Gemeinen Esche unter dieselbe französische Vorschrift zur Pollenkennzeichnung.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.