Kaukasus-Efeu (Hedera colchica, )
Kaukasus-Efeu (Hedera colchica (K.Koch) K.Koch) ist eine immergrüne Kletterpflanze der Araliengewächse (Araliaceae) aus dem Kaukasusraum. Er begrünt auch schattige Nordwände und unterscheidet sich durch größere Blätter von Hedera helix. Ein intakter Untergrund und Vorsicht wegen der Giftigkeit sind für seine Verwendung entscheidend.
WeiterlesenKaukasus-Efeu, Kaukasischer Efeu, Kolchischer Efeu, Persischer Efeu und Persian ivy






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Taken Nov 15, 2009 by Photoflora - Jean-Luc TASSET (©)
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Identität
Kaukasus-Efeu (Hedera colchica (K.Koch) K.Koch) ist eine immergrüne Liane aus der Familie der Araliaceae. Wikidata, POWO, WFO und IPNI unterscheiden ihn als eigene Efeuart. Er ist keine Sorte von Hedera helix. 1 2 3
An Nordwänden können Kaukasus-Efeu und Hedera helix auch ohne Rankgitter wachsen. Beide besitzen Haftwurzeln, vertragen Schatten und behalten ihr Laub. H. colchica unterscheidet sich durch wesentlich größere Blätter. 8 5
Die natürliche Herkunft liegt im Kaukasus, im Norden der Türkei und in benachbarten Gebieten am Schwarzen Meer. Im Garten eignet sich die Art daher als Kletterpflanze für frischen Schatten; an einer großen Wand wirkt sie eindrucksvoller als im kleinen Balkonkübel. 2 5
Für ganzjähriges Grün an sonnenarmen Fassaden und Böschungen bietet die Pflanze eine dichte Laubmasse. Ihre Wirkung beruht vor allem auf dem immergrünen Bewuchs, der auch im Winter sichtbar bleibt, und weniger auf auffälligen Blüten. 8 5
Erkennung
Besonders auffällig ist das große Laub: dicke, ledrige, häufig herzförmige oder ovale Blätter wirken an schattigen Fassaden fast tropisch. NC State beschreibt sehr breite, glänzende Blätter an braunen Trieben mit Luftwurzeln. 5 8
Kriechend als Bodendecker oder selbstständig kletternd besiedelt die Art unterschiedliche Flächen. Junge Triebe bilden kurze Adventivwurzeln, die an Holz, Stein, Ziegeln oder festem Putz haften. Sie parasitieren den Untergrund nicht, können aber vorhandene Risse nutzen. 5 8
An besser belichteten Alterszweigen können im Herbst grünliche Blütendolden und anschließend im Winter dunkle Beeren erscheinen. Diese Organe ziehen Vögel und Insekten an; die Früchte sind jedoch nicht zum menschlichen Verzehr geeignet. 5 6
Von einer Efeutute im Zimmer oder einem Gundermann unterscheidet sich Kaukasus-Efeu deutlich. Es handelt sich um eine verholzende Liane für draußen, mit braunen Trieben, echten Haftwurzeln und dauerhaft am Untergrund alternden Zweigen. Ähnliche Trivialnamen gewährleisten keine sichere Bestimmung. 5 7
Nützliche Taxonomie
Unter dem akzeptierten Namen Hedera colchica stehen auch Gartenformen wie Dentata, Dentata Variegata und Sulphur Heart. Sie gehören weiterhin zu dieser Art und dürfen wegen des gemeinsamen Namens Efeu nicht pauschal Hedera helix zugeordnet werden. 4 5
Für den Garteneinsatz ist die Unterscheidung relevant. Der vertrautere Hedera helix ist in kaltem Kontinentalklima häufig winterhärter. H. colchica wirkt großblättriger und dichter, kann aber empfindlicher auf trockene Kälte reagieren. Große Nord- und Nordwestwände sind typische Einsatzorte. 8 7
Bei Angaben zu Laub, Wuchskraft und Winterhärte sollte deshalb die Art genannt werden. Die Bezeichnung „panaschierter Efeu“ allein reicht nicht, um Untergrund, Schnittumfang oder den vorsichtigen Umgang mit Beeren einzuschätzen. 5 2
Kultur und Untergrund
Schatten bis Halbschatten, durchlässiger, nicht austrocknender Boden und ausreichende Luftfeuchtigkeit entsprechen den Vorlieben von Hedera colchica. Eingewachsene Pflanzen tolerieren trockenere Phasen. Besonders üppig wirken sie an kühlen Mauern, schattigen Böschungen und Stellen, an denen Rasen schlecht wächst. 5 8
Vor der Pflanzung entscheidet der Zustand des Untergrundes. Auf einer intakten Mauer ermöglichen Haftwurzeln selbstständigen Bewuchs. An bröckeligem Mörtel, Dachrinnen, rissigem Putz oder Dächern führt derselbe Wuchs zu Pflegeproblemen. Der Untergrund sollte daher zuerst geprüft werden. 8 5
Regelmäßiger Schnitt erfüllt mehr als einen gestalterischen Zweck. Ein bis zwei Eingriffe jährlich verhindern, dass Efeu unter Dachziegel wächst, Rinnen verstopft oder Öffnungen verdeckt. Kontrolliertes Schneiden ist günstiger als gewaltsames Abreißen nach jahrelanger Vernachlässigung. 5 8
Auf sehr trockenem Boden kann der Efeu überleben, verliert aber möglicherweise seine charakteristische Üppigkeit. In den ersten Jahren helfen Bewässerung zum Anwachsen, eine dünne Mulchschicht, das Lenken der Triebe und das Entfernen falsch gerichteter Austriebe, den späteren Bewuchs beherrschbar zu halten. 5 8
Verwendung
Eine schattige Mauer oder eine große immergrün zu bedeckende Bodenfläche sind die wichtigsten Verwendungen. An Nord- und Nordwestwänden verleiht das Laub älteren Fassaden Tiefe. Dort passt die Art besser als an eine filigrane Pergola, für die eine schlingende Pflanze einfacher wäre. 8 5
Unter Bäumen, auf Böschungen oder als Ersatz für schwer zu erhaltenden Rasen kann das dichte Laub den Boden bedecken und Unkraut begrenzen. Eine klare Begrenzung bleibt nötig, damit benachbarte Pflanzen nicht überwachsen werden. 5
Panaschierte Sorten hellen Schatten auf, wachsen aber teilweise weniger gleichmäßig. Soll der Farbkontrast erhalten bleiben, werden rein grüne Rücktriebe entfernt. Panaschierung beseitigt weder Wuchskraft noch Giftigkeit der Art. 5 6
Giftigkeit und Grenzen
Für Efeu ist besondere Vorsicht angebracht. Die ASPCA führt English ivy als giftig für Katzen, Hunde und Pferde auf und nennt Triterpensaponine, Erbrechen, Bauchschmerzen, vermehrten Speichelfluss und Durchfall. Entsprechende Vorsicht gilt innerhalb der Gattung Hedera auch für H. colchica. 6 8
Blätter und Beeren sollten auch Menschen nicht verzehren. Bei empfindlicher Haut sind Handschuhe sinnvoll, besonders bei umfangreichem Schnitt. Dunkle, im Winter gut sichtbare Beeren können Kinder anziehen; sie bleiben Vogelnahrung und eignen sich nicht zum Probieren. 6 5
An großen, intakten Flächen ist diese Efeuart gut einsetzbar; für schwache Konstruktionen oder ungepflegte Gärten ist sie ungeeignet. Probleme entstehen, wenn Platzbedarf, Schnitt und Giftigkeit bei der Pflanzung von Hedera colchica nicht berücksichtigt werden. 8 3
Der gestalterische Ausgleich lautet viel Laubwirkung bei wenig auffälliger Blüte und selbstständiger Wuchs bei regelmäßigem Kontrollbedarf. Kaukasus-Efeu dient vor allem der räumlichen Struktur und flächigen Begrünung. 8 5
Hauptquellen
- Wikidata, Hedera colchica
- Plants of the World Online / Kew, Hedera colchica
- World Flora Online, Hedera colchica
- International Plant Names Index, Hedera colchica
- NC State Extension, Hedera colchica
- ASPCA, Angaben zur Giftigkeit von English ivy
- Wikipedia EN, Hedera colchica
- Floralens, immergrüne Kletterpflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.


