Purpurglöckchen (Heuchera, L. 1753)

Purpurglöckchen (Heuchera) bilden eine Gattung ausdauernder Stauden der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae) aus Nordamerika. Ihre rundlichen Horste werden vor allem wegen des farbigen Laubs gepflanzt. Darüber tragen dünne Stiele zahlreiche winzige Glockenblüten. Die winterharten Schattenstauden gelten als ungiftig.

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Wissenschaftlicher NameHeuchera
GattungHeuchera
OrdnungSaxifragales

Purpurglöckchen, Bronzeglöckchen, Rotblättriges Silberglöckchen, Coral bells und Alumroot

Identität
Toxizität
Ungiftig : Menschen, Katzen, Hunde und Pferde
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Halbimmergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
Vereinigte StaatenKanadaMexikoRussland
Lebensraum
Frische Wälder, Felswände, Steingelände und alpine Lagen auf nährstoffreichen, durchlässigen Böden
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommer
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
5/10
Reifezeit
Kräftiger Horst nach ein bis zwei Vegetationsperioden
Vermehrung
Teilung, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut durch den niedrigen, kompakten Horst
Luftfeuchtigkeit
45–65 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Reicher Boden, Feuchter Boden, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse
Halbschatten bis lichter Schatten
Außenbereich
Gartenbeet, Pflanzung im Schatten, Pflanzgefäß
Pflanzgefäße
Pflanzgefäß, Abflusstopf
Erscheinungsbild
Höhe20–50 cmBreite25–50 cm
Blätter
GrünViolettOrangeGelb
Blüten
WeißRosaRotGrün
Rinde
Rot

Weltweite Verbreitung

Die Gattung Heuchera ist überwiegend nordamerikanisch und je nach Art von Mexiko bis Kanada verbreitet; eine isolierte Art kommt im russischen Fernen Osten vor. Purpurglöckchen und ihre Hybriden werden weltweit in Gärten gemäßigter Regionen gepflanzt. Diese Kulturgebiete sind vom natürlichen Vorkommen zu unterscheiden.

  • Heimisch4
  • Vereinigte Staaten
  • Kanada
  • Mexiko
  • Russland (Ferner Osten)

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Purpurglöckchen (Heuchera L., 1753) sind nordamerikanische Stauden aus der Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae). Der Gattungsname ehrt Johann Heinrich von Heucher, einen deutschen Arzt und Botaniker des 18. Jahrhunderts, der mit Linné befreundet war. Linné benannte die Gattung nach ihm. Im englischen Sprachraum ist der Name Coral bells gebräuchlich. 1 4

Den wichtigsten Zierwert besitzt das farbige Laub, das einen rundlichen Horst bildet und Schattenbeete das ganze Jahr über gliedert. Über den Blättern stehen dünne Blütenstiele mit zahlreichen winzigen Glockenblüten in Weiß, Rosa oder Rot, je nach Art. Purpurglöckchen sind winterhart und gelten für Haustiere als ungiftig. 2 7

Erkennung

Ein niedriger, rundlicher Horst aus runden bis handförmig gelappten Blättern kennzeichnet Purpurglöckchen. Die Blattspreiten sind 8 bis 15 cm breit und sitzen an langen Stielen, die alle an der Pflanzenbasis ansetzen. Das immergrüne oder wintergrüne Laub bildet auch im Winter eine dekorative Bodendecke und bleibt damit ein wichtiges Merkmal außerhalb der Blütezeit. 2 3

Besonders auffällig ist die Blattfarbe: Je nach Sorte reicht sie von Grün über Purpur und Bernstein bis zu leuchtendem Gelbgrün, fast Schwarz oder einer silbrigen Zeichnung. Diese große Farbpalette erklärt den französischen Beinamen „désespoir du peintre“, den Verzweiflungsausruf eines Malers angesichts der Farben. 2 4

Die zurückhaltendere Blüte sitzt an feinen, aufrechten Blütenstielen über dem Laub. Ihre kleinen Glocken sind etwa so groß wie eine Maiglöckchenblüte. Bei Heuchera sanguinea erscheinen die vorwiegend sommerlichen Blüten korallenrosa; darauf bezieht sich der englische Name Coral bells. 4 3

Nützliche Taxonomie

Linnés Beschreibung der Gattung Heuchera stammt aus dem Jahr 1753. Die Gattung gehört innerhalb der Ordnung Saxifragales zu den Saxifragaceae und umfasst heute etwa 46 akzeptierte Arten. Mit Ausnahme einer Art im russischen Fernen Osten stammen sie aus Nordamerika. 1 6

Für die Gartenkultur sind besonders Heuchera sanguinea mit roten Blüten, Heuchera micrantha als Ursprung der Sorte Palace Purple und Heuchera americana mit marmoriertem Laub bedeutsam. Die meisten angebotenen Pflanzen sind komplexe Hybriden aus Kreuzungen dieser Arten. Der Sortenname allein bezeichnet daher häufig keine einzelne botanische Art. 3 2

Bezeichnungen wie Caramel, Marmalade oder Obsidian stehen für gärtnerische Sorten. Durch Kreuzung mit der verwandten Schaumblüte entstanden zudem Gattungshybriden, die ×Heucherella. Sie verbinden farbiges Laub mit einer reicheren Blüte und sind von den eigentlichen Purpurglöckchen zu unterscheiden. 5 3

Lebensraum und Verbreitung

Wild wachsende Purpurglöckchen besiedeln weite Teile Nordamerikas, von Mexiko bis Kanada; eine isolierte Art kommt im russischen Fernen Osten vor. Die Standorte umfassen frische Wälder, Felswände, steiniges Gelände und alpine Lagen. Dort wachsen die Pflanzen auf nährstoffreichen und gut durchlässigen Böden. 1 2

Halbschatten und ein gleichmäßig frischer Boden ohne Vernässung entsprechen ihren Ansprüchen. Die Herkunft aus Waldlebensräumen erklärt das Verhalten im Garten: Brennende volle Sonne und stehendes Wasser werden schlecht vertragen, während eingewachsene Pflanzen Kälte gut überstehen. Frisch bedeutet hier also feucht genug, ohne dass Wasser dauerhaft an den Wurzeln steht. 2 3

Außerhalb ihres Herkunftsgebiets kommen Purpurglöckchen ausschließlich als Kulturpflanzen vor. In Frankreich, im Vereinigten Königreich und in Japan stehen sie in Schattenbeeten, an Beeträndern oder in Gefäßen. Ihr dauerhaftes Laub erhält dort die Zierwirkung; außerhalb Nordamerikas bürgern sie sich nicht ein. 5 4

Lebenszyklus und Vermehrung

Der ausdauernde Wurzelstock macht Purpurglöckchen zu mehrjährigen Stauden. Meist bleibt das Laub immergrün oder wintergrün von einem Jahr zum nächsten erhalten. Im Sommer wachsen die Blütenstiele über den Horst hinaus. Nach der Blüte entwickeln sich kleine Kapseln mit sehr feinen Samen. 3 2

Bienen und Schmetterlinge besuchen die Glockenblüten. Im Herkunftsgebiet bestäuben auch Kolibris die rot blühenden Arten. Der Wurzelstock breitet sich langsam aus und hebt sich mit zunehmendem Alter etwas aus dem Boden. Dieser Vorgang ist ein Anlass, ältere Horste regelmäßig zu teilen und dadurch zu verjüngen. 4 3

Im Garten ist die Teilung des Horstes im Frühjahr oder Herbst die wichtigste Vermehrungsmethode. Ein Abstand von drei bis vier Jahren verjüngt verkahlte Pflanzen und erhält zuverlässig die Farbe einer Sorte. Botanische Arten lassen sich auch aussäen. Bei Hybriden streuen dagegen die Blattfarben der Nachkommen, sodass die ursprüngliche Laubfarbe nicht zuverlässig erhalten bleibt. 5 2

Nutzen und Risiken

Purpurglöckchen dienen ausschließlich als Zierpflanzen in Schattenbeeten, an Rändern, als Bodendecker unter Sträuchern oder in Terrassengefäßen. Ihr farbiges Laub bleibt zu allen Jahreszeiten dekorativ. Häufig werden sie mit Funkien, Farnen und Schaumblüten kombiniert, die ebenfalls Halbschatten und frische Böden bevorzugen. 2 5

Die ASPCA führt Coral bells (Heuchera) als ungiftig für Katzen, Hunde und Pferde. Damit eignen sich die Stauden auch für Gärten und Balkone, die von Tieren oder kleinen Kindern genutzt werden. Die Einstufung bezieht sich auf die Pflanzengattung und ergänzt ihren gärtnerischen Nutzen um einen Hinweis zur Verträglichkeit. 7 4

Zu den wesentlichen Kulturproblemen gehören Dickmaulrüssler, deren Larven die Wurzeln fressen, Wurzelhalsfäule in vernässter Erde und das frostbedingte Herausheben des Wurzelstocks. Gut durchlässiger Boden, Mulch und regelmäßige Teilung dienen der Vorbeugung. Die Schwierigkeiten hängen somit vor allem mit den Standortbedingungen und der Pflege älterer Horste zusammen. 3 2

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Im Pflanzenhandel stehen Blattschmucksorten stärker im Vordergrund als die botanischen Arten. Palace Purple, Caramel, Marmalade, Lime Marmalade und Obsidian bezeichnen Auslesen mit unterschiedlichen Laubfarben. Bei der Wahl zählen neben der Blattfarbe auch Wuchskraft und ein gesunder Pflanzenzustand. Die Namen sind gärtnerische Sortenbezeichnungen und keine zusätzlichen Arten. 3 5

Ähnlichkeiten bestehen vor allem zu folgenden Pflanzen:

  • Tiarella, Schaumblüten mit ähnlichem Laub und reicherer Blüte;
  • ×Heucherella, Gattungshybriden zwischen Purpurglöckchen und Schaumblüten;
  • Tellima und Mitella, weitere Steinbrechgewächse des Waldbodens mit ähnlichen Blättern.

Ein niedriger Horst aus farbigen, handförmig gelappten Blättern, lange grundständige Blattstiele und die feinen Glockenblütenstiele sind gemeinsam die zuverlässigsten Erkennungsmerkmale eines Purpurglöckchens. Die Kombination ist aussagekräftiger als eine einzelne Blattfarbe, die zwischen den zahlreichen Sorten stark schwanken kann. 2 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Sind Purpurglöckchen für Katzen und Hunde giftig?

Nein. Die ASPCA führt Coral bells (Heuchera) als ungiftig für Katzen, Hunde und Pferde. Damit eignen sich diese Zierstauden für Gärten, in denen sich Tiere aufhalten.

Weshalb werden Purpurglöckchen vor allem gepflanzt?

Vor allem wegen ihres farbigen, immergrünen Laubs, das Schattenbeete ganzjährig gliedert. Die Glockenblüten sind eher unauffällig; bekannt sind die Pflanzen besonders für ihre Blattfarben.

Welchen Standort brauchen Purpurglöckchen?

Am besten eignen sich Halbschatten bis lichter Schatten. Milde Morgensonne verstärkt die Farben. Brennende volle Sonne lässt das Laub dagegen verblassen und verbrennen, besonders bei heißem, trockenem Wetter.

Warum hebt sich mein Purpurglöckchen aus dem Boden?

Der Wurzelstock hebt sich mit zunehmendem Alter und durch Frost allmählich an. Häufeln Sie den Wurzelhals an, mulchen Sie und teilen Sie den Horst im Frühjahr alle drei bis vier Jahre zur Verjüngung.

Wie lassen sich Purpurglöckchen vermehren?

Eine Teilung im Frühjahr oder Herbst ist am zuverlässigsten und erhält die Sortenfarbe. Aussaat eignet sich für botanische Arten; Hybriden fallen aus Samen nicht sortenecht.

Was unterscheidet Heuchera von ×Heucherella?

×Heucherella ist eine Kreuzung zwischen den Gattungen Heuchera und Tiarella. Sie verbindet farbiges Laub mit einer reicheren Blüte.

Verlieren Purpurglöckchen im Winter ihre Blätter?

Meist nicht. Die meisten Purpurglöckchen sind immergrün oder wintergrün und behalten ihr Laub besonders in mildem Klima. Ein Ausputzen im Frühjahr stellt den ordentlichen Wuchs wieder her.

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.