Rittersterne (Hippeastrum, Herb. 1821, nom. cons.)

Rittersterne (Hippeastrum) sind eine Gattung tropischer amerikanischer Zwiebelpflanzen aus der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Sie bilden große Blüten an aufrechten Schäften und werden als Zimmerpflanzen häufig unter dem Namen Amaryllis angeboten. Botanisch gehören sie jedoch nicht zur eigenständigen Gattung Amaryllis.

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Wissenschaftlicher NameHippeastrum
GattungHippeastrum
OrdnungAsparagales

Rittersterne, Amaryllis, Dutch amaryllis und Knight's star lily

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen, darunter Kinder · Giftig : Katzen, Hunde und Pferde
Pflanzenart
Zwiebel · Zimmerpflanze · Kübelpflanze
Lebensraum
Tropisches und subtropisches Amerika; Kultur in durchlässigen Töpfen, hellen Gewächshäusern oder frostfrei im Freien
Jahresverlauf
Blütezeit
WinterFrühling
Klima & Wasser
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Boden
Bodenarten
Freies Land, Sand, Ton
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Erscheinungsbild
Höhe30–90 cmBreite20–35 cm
Blätter
Grün
Blüten
WeißRosaRotOrange

Identität

Rittersterne (Hippeastrum Herb., 1821) bilden eine akzeptierte Gattung der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae), deren Name geschützt ist. POWO nennt das tropische Mittel- und Südamerika als Ursprungsgebiet und führt zahlreiche akzeptierte Arten auf. 1 3

Verwirrung stiftet vor allem der Name Amaryllis. Die großen, zu Weihnachten als Amaryllis verkauften Zwiebeln sind meist Hippeastrum. Daneben gibt es tatsächlich die Gattung Amaryllis. Ihr Name bezeichnet jedoch nicht automatisch die bekannten Zimmerzwiebeln. 2 7

Der wissenschaftliche Name Hippeastrum kennzeichnet daher eine bestimmte botanische Gattung. Der verbreitete Handelsname Amaryllis lässt sich ergänzend verwenden, ohne diese botanische Identität zu ersetzen. 1

Erkennung

Aus einer großen Zwiebel treiben ein oder mehrere aufrechte Blütenschäfte und grüne bandförmige Blätter. NC State beschreibt die Schäfte als hohl und unbeblättert. Lange, glatte, glänzende Blätter erscheinen zur Blütezeit oder kurz danach. 4

Große trichterförmige Blüten stehen meist zu zweit oder mehreren an der Spitze des Schafts. Im gärtnerischen Angebot dominieren Rot, Rosa, Weiß und Orange. Streifen, Adern oder ein farblich abgesetzter Schlund können hinzukommen. 4

Bei hellem, nicht zu warmem Stand kann die Blüte mehrere Wochen dauern. Anschließend beginnt eine weniger auffällige, aber entscheidende Phase: Die Blätter müssen erhalten bleiben, damit die Zwiebel ihre Reserven wieder aufbauen kann.

Taxonomie und ähnliche Namen

POWO ordnet Hippeastrum eindeutig den Amaryllidaceae zu und nennt ein tropisch-amerikanisches Areal. Auch NC State gibt diese Herkunft an und erwähnt zugleich Vorkommen und Einbürgerungen in mehreren warmen Regionen. 1 4

Im Handel ist Amaryllis als Bezeichnung fest etabliert. Botanisch bleiben Hippeastrum und Amaryllis dennoch zwei verschiedene Gattungen. Der gemeinsame Alltagsname rechtfertigt keine Zusammenlegung; eine korrekte Schreibweise des wissenschaftlichen Namens erhält diese Unterscheidung.

Sorten wie Red Lion, Apple Blossom, Minerva und Dancing Queen tragen gärtnerische Namen. Sie stehen für nach Farbe, Größe oder Frühzeitigkeit ausgewählte Formen. Die Zugehörigkeit zur Gattung Hippeastrum bleibt davon unberührt. 4 8

Für saisonal angebotene Zwiebelpflanzen können somit zwei Namen nebeneinanderstehen: Amaryllis als vertrauter Alltagsname und Hippeastrum als botanische Gattung. Die Unterscheidung hilft, allgemein verständliche Benennungen mit einer genauen wissenschaftlichen Zuordnung zu verbinden. 1 6

Kultur im Topf

Entscheidend bei der Topfkultur ist ein guter Wasserabzug. Die Zwiebel darf nicht dauerhaft in wassergesättigtem Substrat stehen. Ein eher schwerer Topf mit Abzugslöchern und luftigem Substrat reicht häufig aus. Ragt die Zwiebel etwas aus der Erde, sinkt das Risiko von Fäulnis am Zwiebelhals.

NC State nennt volle Sonne bis Halbschatten, gut durchlässige Erde und rasches Wachstum. Im Zimmer entspricht dies einem sehr hellen Fensterplatz, besonders nach der Blüte. Ein geneigter Blütenschaft sucht häufig das Licht; Drehen des Topfes unterstützt einen aufrechteren Wuchs. 4

Eine erneute Blüte setzt voraus, dass Rittersterne nach dem Verblühen weiter gepflegt werden. Den welken Blütenschaft abschneiden, Blätter erhalten, mäßig gießen und während der Wachstumszeit düngen: So baut die Zwiebel Reserven auf. Vergilben die Blätter von selbst, werden die Wassergaben verringert; vor dem neuen Austrieb folgt eine trockenere Phase.

Die Ruhephase ist keine vollständige Austrocknungskur, sondern eine kontrollierte Pause mit weniger Wasser, ohne durchnässtes Substrat und mit gesunder Zwiebel bis zum nächsten Austrieb. Bleiben die Blätter grün und aktiv, sind Licht und maßvolles Gießen günstiger, als abrupt eine Ruhephase zu erzwingen. 4

Giftigkeit

Rittersterne sind Zierpflanzen und nicht zum Verzehr geeignet. NC State nennt Lycorin als Giftstoff und die Zwiebel als gefährlichsten Teil. Mögliche Symptome sind Erbrechen, Speichelfluss und Durchfall, bei größeren Mengen auch Krämpfe, niedriger Blutdruck und Herzstörungen. 4

Die ASPCA stuft die unter Amaryllis geführten Pflanzen wegen Lycorin und weiterer Verbindungen als giftig für Hunde, Katzen und Pferde ein. Da auch handelsübliche Hippeastrum unter diesem Namen angeboten werden, ergänzt diese Quelle die direkten Angaben von NC State zur Vorsicht bei Haustieren. 5 4

Die unterschiedliche Benennung ist dabei zu beachten: Die ASPCA verwendet den allgemeinen Namen Amaryllis, während NC State Hippeastrum direkt beschreibt und Lycorin sowie die besonders bedenkliche Zwiebel nennt. Gemeinsam stützen diese Quellen den Warnhinweis, ohne beide Gattungen taxonomisch gleichzusetzen. 5 4 1

Besonders riskant sind frei zugängliche Zwiebeln vor dem Einpflanzen. Eine trockene Zwiebel kann für Kinder einer großen Speisezwiebel ähneln oder von einem Tier angekaut werden. Deshalb gehören Zwiebeln außer Reichweite; nach dem Umtopfen sollten Bruchstücke entsorgt werden.

Verwendung als Zierpflanze

Als große Zimmerzwiebel sind Rittersterne für Winterblüten, pflanzliche Geschenke und saisonale rote Blüten bekannt. Der wissenschaftliche Name Hippeastrum bezeichnet dabei die passende Gattung und verhindert eine ungenaue Gleichsetzung mit Amaryllis.

Bei einer bestimmten Sorte bleibt der Sortenname zusätzlich zur Gattung wichtig. Eine allgemeine Beschreibung von Hippeastrum kann den Zusammenhang erklären, ersetzt aber nicht die Bezeichnung einer konkret genannten Auslese. Gattung und Sorte benennen unterschiedliche Ebenen derselben Pflanze. 1 2

Hauptquellen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.