Große Fetthenne (Hylotelephium telephium, )
Die Große Fetthenne (Hylotelephium telephium) ist eine ausdauernde Sukkulente der Crassulaceae aus Europa und dem gemäßigten Asien. Ihre aufrechten, unverzweigten Stängel tragen wechselständige fleischige Blätter und im Spätsommer dichte Köpfe aus kleinen rosa bis purpurfarbenen Blüten.
WeiterlesenGroße Fetthenne, Orpine und Livelong
Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.
Volle Sonne, verträgt leichten Halbschatten





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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Hylotelephium telephium reicht von Europa bis zum russischen Fernen Osten und nach Nordchina. In Nordamerika wurde die Art eingeführt. Dort verwildert sie gelegentlich aus Gärten und bürgert sich lokal ein, ohne als eindeutig invasiv zu gelten.
- Heimisch4
- Eingeführt2
- Frankreich
- Vereinigtes Königreich
- Russland (Ferner Osten)
- China (Norden)
- Kanada
- Vereinigte Staaten
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Die Große Fetthenne (Hylotelephium telephium (L.) H.Ohba, 1977) ist eine ausdauernde Sukkulente aus der Familie der Crassulaceae. Nach den herangezogenen Gartenbeschreibungen ist sie bis -20 °C winterhart. Linné beschrieb sie 1753 als Sedum telephium L.. Hideaki Ohba stellte sie 1977 in die Gattung Hylotelephium, deren Typusart sie wurde. Im englischen Sprachgebrauch begegnen außerdem die Namen Orpine und Livelong für dieselbe ausdauernde, fleischblättrige Pflanze. 1 3
Abgeschnittene Stängel behalten dank des Wasservorrats in den fleischigen Blättern lange ihr frisches Aussehen. In feuchtes Substrat gesteckt, bilden sie erneut Wurzeln. Auf diese Fähigkeit bezieht sich der französische Name „orpin reprise“. Die Regenerationsfähigkeit begünstigte die traditionelle Verwendung zerdrückter Blätter auf Wunden, unter anderem im Alpenraum. 6
Erkennung
Hellgrüne, unverzweigte Stängel wachsen aufrecht zu einem Horst von 30 bis 80 cm Höhe heran, abhängig von den Kulturbedingungen. Die fleischigen, flachen Blätter haben einen grob gezähnten Rand und stehen wechselständig. Dieses Merkmal unterscheidet die Art von Hylotelephium spectabile, dessen Blätter paarweise gegenständig am Stängel sitzen. 4 2
Im Spätsommer und frühen Herbst enden die Stängel in dichten, flachen Blütenköpfen. Ihre kleinen Sternblüten sind rosa bis purpurfarben und werden beim Altern braun bis burgunderfarben. Unterirdisch liegen fleischige, knollige Wurzeln, die an kleine Kartoffeln erinnern. Diese Vorräte unterstützen den jährlichen Frühjahrsaustrieb, auch nach kräftigem Rückschnitt zum Saisonende. 4 5
Nützliche Taxonomie
Unter dem akzeptierten Namen Hylotelephium telephium lässt sich die Art auch in älterer Literatur eindeutig zuordnen. Dort erscheint sie lange als Sedum telephium L.. Ebenso verwenden zahlreiche heutige Gartenkataloge weiterhin diesen älteren Namen. 1 7
Mehrere geografische Unterarten helfen dabei, eine Population räumlich einzuordnen, ohne die grundlegende Artbestimmung zu verändern:
- Hylotelephium telephium subsp. fabaria (Kirschl.) H.Ohba, West- und Mitteleuropa;
- Hylotelephium telephium subsp. maximum (L.) H.Ohba, Europa und Westasien;
- Hylotelephium telephium subsp. ruprechtii (Jalas) H.Ohba, Nordosteuropa;
- Hylotelephium telephium subsp. telephium, Mittel- und Osteuropa bis Ostasien.
Lebensraum und Verbreitung
Europa bis zum russischen Fernen Osten und Nordchina umfasst das natürliche Areal der Großen Fetthenne. In Frankreich ist sie heimisch und von der IUCN als nicht gefährdet eingestuft. Diese Bewertung entspricht einer stabilen, im Land weit verbreiteten Population. 1 6
An Böschungen, Heckenrändern, schattigen Seiten frischer Wälder und in kalkreichen oder steinigen Felsfluren kommt die Art wild vor. Der natürliche Wasserabzug schützt ihre Knollenwurzeln vor zu viel Feuchtigkeit. Sie übersteht Winter mit Temperaturen unter -20 °C (USDA 3-9). Die wenig mit der Höhenlage schwankende Winterhärte erklärt auch Vorkommen im Gebirge. Als Gartenpflanze nach Nordamerika eingeführt, verwildert sie dort gelegentlich aus Beeten und bürgert sich lokal ein, ohne als eindeutig invasiv dokumentiert zu sein. 5 3
Lebenszyklus und Vermehrung
Ihre späte Blüte setzt ein, wenn die meisten Steingartenstauden bereits verblüht sind. Die dichten Blütenköpfe ziehen Bienen und Schmetterlinge zu einer Zeit an, in der Nektarquellen knapper werden. Dadurch findet die Art häufig einen Platz in Gärten, die Nützlingen Lebensraum bieten sollen. 4
Für die Gartenvermehrung wird vor allem der Horst im Frühjahr geteilt, alle 3 bis 4 Jahre. Das beugt einem kahlen Zentrum vor, wie es ältere, ungeteilte Horste häufig zeigen. Stängelstecklinge gelingen ebenfalls im Frühsommer. Sogar ein einzelnes Blatt auf feuchtem Substrat kann eine neue Rosette bilden. 2 4
Nutzen und Risiken
Für Katzen, Hunde und Menschen ist Hylotelephium telephium ungiftig. Das unterscheidet die Art von manchen gelb blühenden Sedum-Arten, die bei Aufnahme größerer Mengen leichte Verdauungsbeschwerden auslösen können. 5
Gelegentlich wurden junge Blätter roh als Salat und knollige Wurzeln gekocht in Suppen gegessen. Diese Nutzung bleibt kulinarisch unbedeutend. Historisch überwog die äußere Anwendung zerdrückter Blätter auf Wunden. In der alpinen Volksmedizin wurden sie mitunter mit Schweineschmalz vermischt, um infizierte Verletzungen bei Menschen und Vieh zu behandeln. 5 6
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Bei der Abgrenzung zu Hylotelephium spectabile hilft erneut die Blattstellung: Dessen gegenständige Blätter unterscheiden sich von den wechselständigen Blättern der Großen Fetthenne. Aus der gärtnerischen Kreuzung beider Arten entstand Herbstfreude (Autumn Joy). Ihre großen lachsrosa Blütenköpfe dunkeln im Herbst nach. Unter diesem Namen wird die Hybride häufig in Gärtnereien angeboten. 3 4
Vor einem Kauf oder einer Bestimmung im Gelände sind drei weitere Punkte hilfreich:
- Die Blattstellung, wechselständig oder gegenständig, ist aussagekräftiger als die zwischen Sorten stark schwankende Blattfarbe.
- Die 4 geografischen Unterarten von H. telephium geben Hinweise auf die Herkunft einer Wildpopulation. Bei Sorten reicht die Blütenfarbe allein dagegen nicht zur sicheren Bestimmung.
- Auch heute stehen auf Handelsetiketten noch ältere Namen wie Sedum telephium.
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Hylotelephium telephium (L.) H.Ohba
- Royal Horticultural Society, Hylotelephium telephium (Wd), Artenporträt
- Wikipedia (EN), Hylotelephium telephium
- Missouri Botanical Garden PlantFinder, Hylotelephium telephium
- Plants For A Future, Sedum telephium (Hylotelephium telephium)
- Wikipédia (FR), Orpin reprise
- Integrated Taxonomic Information System, Hylotelephium telephium
Häufig gestellte Fragen
Ist die Große Fetthenne für Katzen oder Hunde giftig?
Nein. Die Große Fetthenne zählt nicht zu den für Haustiere giftigen Pflanzen. Damit unterscheidet sie sich von manchen gelb blühenden Sedum-Arten, die nach Verzehr größerer Mengen leichte Verdauungsbeschwerden auslösen können.
Wie unterscheidet man Hylotelephium telephium von Hylotelephium spectabile?
Die Blattstellung ist der verlässlichste Anhaltspunkt. Bei Hylotelephium telephium stehen die Blätter wechselständig am Stängel, bei Hylotelephium spectabile gegenständig. Die Gartensorte Herbstfreude ist eine Kreuzung beider Arten.
Woher kommt der französische Name „orpin reprise“?
Er bezieht sich darauf, dass abgeschnittene Pflanzenteile lange frisch aussehen und leicht wieder Wurzeln bilden. Die Wasserspeicher in Blättern und Stängeln waren auch ein Grund für die traditionelle Anwendung auf Wunden.
Kann man die Große Fetthenne essen?
Junge Blätter wurden gelegentlich roh als Salat und die knolligen Wurzeln gekocht in Suppen verwendet. Die kulinarische Bedeutung ist jedoch gering; heute ist keine verbreitete Nutzung als alltägliches Nahrungsmittel üblich.
Welche Pflege braucht Hylotelephium telephium im Garten?
Sehr wenig. Durchlässiger Boden, volle Sonne und Teilung alle 3 bis 4 Jahre genügen. Zu viel Wasser, besonders im Winter, bleibt das Hauptrisiko für diese sehr winterharte Staude.
Ist die Große Fetthenne in Frankreich invasiv?
Nein. Die Art ist in Frankreich heimisch und wird von der IUCN als nicht gefährdet eingestuft. Im Steingarten kann sie sich selbst aussäen; invasives Verhalten ist nicht dokumentiert.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.




