Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis, L.)

Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis) ist eine aufrechte Staude der Glockenblumengewächse (Campanulaceae) aus dem östlichen Nordamerika. Ihre kräftig roten Blüten setzen im Spätsommer Akzente an feuchten Standorten. Sie braucht frischen bis nassen Boden; alle Pflanzenteile enthalten bei Verzehr giftige Alkaloide.

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Wissenschaftlicher NameLobelia cardinalis
GattungLobelia
OrdnungAsterales

Kardinals-Lobelie, Scharlachrote Lobelie, Cardinal flower, Lobelia und Indian pink

Identität
Toxizität
Giftig : Menschen, darunter Kinder, Katzen, Hunde und Pferde
Pflegeaufwand
Mäßig
Pflanzenart
Kräuterlebhaft · Wilde Blume · Pflanze für draußen · Wasserpflanze für den Garten · Giftige Pflanze · Pflanze für Bestäuber
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Lebensraum
Ufer, Feuchtgebiete, frische Gehölzränder, Regengärten und im Sommer feucht bleibende Beete
Jahresverlauf
Blütezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Vermehrung
Aussaat, Teilung
Klima & Wasser
Winterhärte
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Bodenarten
Feuchter Boden, Feuchter Boden, Humusreicher Boden
Licht & Standort
Lichtverhältnisse
Außenbereich
Beckenrand, Regenwassergarten, Ufergarten, Naturgebiet
Erscheinungsbild
Höhe60–150 cmBreite30–70 cm
Blätter
GrünViolett
Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
RotRosaWeiß
Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Identität

Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis L.) ist eine Staude der Glockenblumengewächse (Campanulaceae), auch Scharlachrote Lobelie genannt. Ihr glühendes Rot kommt am Wasserrand und in Beeten zur Geltung, deren Boden nicht austrocknet. 1 2 8

Aus dem östlichen Teil der USA stammt diese von NC State als Feuchtgebietsstaude beschriebene Pflanze. Sie lockt Kolibris, Schmetterlinge und andere Bestäuber an. Nasse Böden verträgt sie, längere Trockenheit dagegen nicht. 5

Trotz ihrer warm wirkenden Blütenfarbe benötigt die Kardinals-Lobelie einen dauerhaft frischen Boden. Viele rot blühende Gartenpflanzen bevorzugen warme, durchlässige Standorte; diese Art braucht hingegen gleichmäßige Feuchtigkeit. 8 6

Gegenüber einjährigen Balkonlobelien derselben Gattung Lobelia zeigt sie einen deutlich anderen Charakter. Sie wächst aufrecht, höher und wirkt ursprünglicher, benötigt mehr Feuchtigkeit und ist bei Verzehr deutlich giftiger. 5 7

Erkennung

Lanzettliche, gezähnte Blätter bilden zunächst den Horst der Kardinals-Lobelie. Daraus wachsen aufrechte Blütenstängel mit einer endständigen Traube. Die kardinalroten Röhrenblüten besitzen ungleiche Lippen und öffnen sich nach und nach von unten nach oben. 5

Je nach Klima reicht ihre Blütezeit von Juli bis Oktober. Als rote Spätsommerstaude setzt sie damit noch deutliche Akzente, wenn viele Beete bereits an Kontur verlieren. 8 5

Bei Sorten können die Blüten rosa oder weiß und die Blätter bronzefarben sein, wie bei 'Queen Victoria'. Die typische Art bleibt jedoch mit Kardinalrot verbunden, einer am Wasserrand kaum ersetzbaren Farbe. 5 7

Auch der Standort hilft beim Bestimmen. Eine angebliche rote Lobelie, die in trockenem, magerem Boden gedeiht, sollte genauer geprüft werden: L. cardinalis verlangt Feuchtigkeit, die ihr feuriges Aussehen kaum vermuten lässt. 8

Feuerrote Blüten in einem wassergeprägten Lebensraum machen diese Staude unverwechselbar. Für eine passende Pflanzung sind zuerst leuchtendes Rot und feuchter Boden zu berücksichtigen; danach werden geeignete Nachbarpflanzen ausgewählt. 5 8

Nützliche Taxonomie

Botanisch wird die Kardinals-Lobelie unter Lobelia cardinalis L. geführt. Die Einträge von Wikidata, POWO, WFO und IPNI bestätigen die Art und ihre Zugehörigkeit zu den Campanulaceae. 1 2 3

Innerhalb der Gattung Lobelia unterscheiden sich die gärtnerisch genutzten Pflanzen erheblich. Kleine Balkonlobelien und die Kardinals-Lobelie haben weder dieselbe Wuchsform noch dieselben Feuchtigkeitsansprüche oder dieselben Giftigkeitsrisiken. 4 5

Der Namensbestandteil „Kardinals-“ bezieht sich auf die Farbe und bedeutet keinen Bedarf an brennender Vollsonne. Diese Unterscheidung verhindert den häufigen Fehler, leuchtendes Rot mit einem trockenen Standort gleichzusetzen. 8 6

Eine Bestimmung bis zur Art ist deshalb für die Gartenpraxis erforderlich. Die ungenaue Bezeichnung „rote Lobelie“ reicht nicht aus, um Bodenansprüche und Giftigkeit zuverlässig zuzuordnen. 2 5

Kultur

Für die Kultur der Kardinals-Lobelie ist frischer bis nasser Boden ausschlaggebend. Teichufer, Regengärten, flache Gräben, Feuchtwiesen oder regelmäßig bewässerte Beete eignen sich besser als trockene Einfassungen. 5 8

Wie viel Sonne vertragen wird, hängt vom verfügbaren Wasser ab. Vollsonnige Plätze erfordern verlässlich feuchte Wurzeln. Bei nur frischem Boden schützt lichter Halbschatten besser vor Hitzeschäden. 6

Vermehrung durch Teilung oder Aussaat ist möglich; nach dem Pflanzen sollte die Staude jedoch nicht in nährstoffarmem Boden sich selbst überlassen bleiben. Eine leichte Mulchdecke und Kontrollen im Sommer helfen mehr als eine kräftige Düngergabe. 5

In einem gewöhnlichen Blumenbeet verlangt die Kardinals-Lobelie daher sorgfältige Planung: Wasseranschluss in der Nähe, feuchtigkeitserhaltender Mulch, wenig Konkurrenz am Fuß und Beobachtung in heißen Wochen. Bei passendem Boden ist sie keine empfindliche Pflanze, doch Trockenheit verträgt sie schlecht. 6

Verblühte Stände können zur Samenbildung stehen bleiben oder für ein länger gepflegtes Erscheinungsbild abgeschnitten werden. In formal gestalteten Beeten hält der Rückschnitt die Pflanzung ordentlich; in naturnahen Anlagen stören einige Samenkapseln kaum. 8

Verwendung

An feuchten Standorten bringt die Kardinals-Lobelie besonders wirksam rote Blütenakzente ein. Ihre aufrechten Stände verleihen Bereichen Höhe, die sonst häufig von Blattpflanzen oder zurückhaltenderen Blütenfarben geprägt werden. 8

Als Nachbarn eignen sich Seggen, Wasseriris, Ligularien, Sonnenbraut oder große Farne frischer Böden. Der Kontrast roter Blüten mit dem Grün eines feuchten Standorts schafft eine starke Wirkung ohne künstlich wirkende Dekoration. 6

Für Bestäuber bietet sie ebenfalls einen Wert. NC State nennt Kolibris, Schmetterlinge und weitere Bestäuber als Besucher. Das erhöht ihren Nutzen in Regengärten und naturnah gestalteten Pflanzungen. 5

Trockengärten, für Tiere erreichbare Blumensträuße und bewusst selten gegossene Beete sind ungeeignet. So auffällig das Rot auch ist, ungünstige Wasserverhältnisse kann es nicht ausgleichen. 8

Kleine Gruppen wirken überzeugender als einzelne, wie rote Pfähle verstreute Pflanzen. Drei bis fünf Exemplare am feuchten Rand bilden eine zusammenhängende Vertikale und lassen sich leichter bewässern als über das ganze Beet verteilte Pflanzen. 8 5

Wiederholte Gruppen mildern zugleich die Lücke, falls ein Horst nach einem zu trockenen Sommer ausfällt. 8

Giftigkeit

Nach NC State ist die Kardinals-Lobelie für Menschen, Katzen, Hunde und Pferde giftig; die Schwere menschlicher Vergiftungen wird dort als mittel eingestuft. Zu den giftigen Teilen gehören Blüten, Früchte, Blätter, Wurzeln, Saft, Samen und Stängel. 5

Lobelamin, Lobelin und weitere Alkaloide gehören zu den genannten Inhaltsstoffen. Mögliche Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Speichelfluss, Schwäche, erweiterte Pupillen, Krampfanfälle, Koma und Herzrhythmusstörungen. 5 7

Schnittgut erfordert dieselbe Vorsicht wie die lebende Pflanze. Es darf nicht dort liegen bleiben, wo Hunde, Pferde oder Kinder es aufnehmen oder darauf kauen könnten. Auch eine bestäuberfreundliche Pflanze feuchter Standorte bleibt giftig. 5

Als rote Staude für feuchte Böden ist die Kardinals-Lobelie (Lobelia cardinalis) besonders wertvoll. Sie gehört jedoch nicht an Plätze, an denen Pflanzenteile angeknabbert werden. Ihr gärtnerischer Nutzen und ihre Giftigkeit müssen gleichermaßen berücksichtigt werden. 8 5

Hauptquellen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.