Weihnachts-Narzisse (Narcissus papyraceus, )
Die Weihnachts-Narzisse (Narcissus papyraceus) ist eine Zwiebelpflanze der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) aus mediterranen Lebensräumen. Als Paperwhite wird sie wegen ihrer stark duftenden weißen Blüten oft im Winter im Zimmer vorgetrieben. Wie andere Narzissen ist sie eine für Hunde, Katzen und Pferde giftige Zierpflanze.
WeiterlesenWeihnachts-Narzisse, Paperwhite und Paperwhite narcissus






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Identität
Weihnachts-Narzisse (Narcissus papyraceus Ker Gawl.) ist die als Paperwhite bekannte Narzisse. Sie eignet sich für Pflanzungen im Dezember, besonders als blühende Topfpflanze im Winter oder als vorgetriebene Zwiebel. Ihre Verwendung ist damit eng mit der winterlichen Topfkultur verbunden. 1 8
Taxonomische Quellen ordnen die Art den Amaryllisgewächsen (Amaryllidaceae) und der Gattung Narcissus zu. POWO, WFO und IPNI bestätigen die anerkannte Art. Sie sollte deshalb weder pauschal mit einer gelben Narzisse gleichgesetzt noch nur unter dem Gattungsnamen eingeordnet werden. 2 3 4
Das gärtnerische Erscheinungsbild ist gut erkennbar: Mehrere weiße, stark duftende Blüten sitzen auf einem aufrechten Schaft. Dazu kommen schmale Blätter und eine Zwiebel, die im Zimmer rasch zur Blüte gelangen kann. Dieser Blütenstand unterscheidet sie von einzeln blühenden Narzissen. 6 8
„Paperwhite“ wird im Handel teilweise als weiter gefasste Bezeichnung verwendet. Hier bezeichnet der Name die Art Narcissus papyraceus. Auch der internationale Name Paperwhite narcissus darf deshalb nicht dazu führen, dass ein vorhandener wissenschaftlicher Artname seine Genauigkeit verliert. 2 6
Erkennung
Als Zwiebelpflanze mit weißer Blüte erreicht die Weihnachts-Narzisse häufig 30 bis 45 cm Höhe. Am Schaftende stehen mehrere Blüten zusammen. Sie bildet also nicht die große einzelne Trompetenblüte, die bei manchen gelben Narzissen das Erscheinungsbild bestimmt. 6
Die duftenden Blüten stehen in Gruppen über den bandförmigen Blättern. Weiß überwiegt; je nach Form kann die kleine zentrale Nebenkrone cremefarben erscheinen. Entscheidend ist das Gesamtbild aus Blütenbüschel, heller Farbe und schmalem Laub. 7 6 9
Gegenüber Narcissus tazetta ist die Abgrenzung weniger augenfällig, denn beide gehören zu den büschelblütigen Narzissen. Der Artname papyraceus grenzt die weiße Paperwhite ab, die im Winter häufig für die Kultur im Haus verkauft wird. 2 8
Bei vorgetriebenen Topfpflanzen können die Schäfte umkippen, wenn der Raum zu warm ist oder Licht fehlt. Viel Licht und anschließend ein kühlerer Raum halten den Wuchs kompakter. Die Blüte bleibt unter diesen Bedingungen länger ansehnlich und die Pflanze steht aufrechter. 6
Zum Erkennen gehört auch der Duft. In einem geschlossenen Zimmer fällt er stärker auf als im Freien. Gerade dadurch wird eine einfache Schale mit Zwiebeln zu einem deutlichen winterlichen Blütenakzent, dessen Wirkung nicht allein von der weißen Farbe ausgeht. 6 8
Nützliche Taxonomie
Der akzeptierte Name lautet Narcissus papyraceus Ker Gawl. Das Epitheton papyraceus verweist auf das weiße, papierartige Aussehen. Auch die englische Bezeichnung Paperwhite nimmt auf diesen Eindruck Bezug und beschreibt damit ein auffälliges Merkmal der Blüten. 4 6
Die Nähe zu Narcissus tazetta erklärt viele Verwechslungen im Handel. Manche Tazetta-Sorten werden ebenfalls als Paperwhites angeboten. N. papyraceus bleibt jedoch die klassische weiße Art für die Wintertreiberei; der Handelsname allein ist daher keine sichere Artbestimmung. 2 6
Eine ausdrücklich als Narcissus papyraceus bestimmte Pflanze behält ihre Artzuordnung. Allgemeine Narzissen können dagegen die Gattung oder eine andere Art meinen. Ist ein genauer Artname bekannt, sollte diese Genauigkeit auch beim Vergleich mit anderen Narzissen erhalten bleiben. 8 3
Diese Unterscheidung hat praktische Bedeutung für die Kultur. Eine Trompetennarzisse im Garten, eine im Wohnzimmer vorgetriebene Paperwhite und eine mediterrane büschelblütige Narzisse werden unterschiedlich verwendet. Gemeinsam ist ihnen dagegen die Giftigkeit der Gattung, die bei allen berücksichtigt werden muss. 5 6
Kultur
Für die Treiberei stehen die Zwiebeln dicht in einem Topf mit Wasserabzug, in leichtem Substrat oder auf Kies. Wasser erreicht die Wurzeln, ohne den Zwiebelboden zu überfluten. Auf diese Weise lässt sich die Paperwhite vergleichsweise einfach zur Blüte bringen. 6 8
Anders als viele Frühlingszwiebeln benötigen für die Treiberei verkaufte Paperwhites gewöhnlich keine lange vorherige Kältephase. Sie treiben rasch aus. Das erklärt ihre Verwendung für Pflanzungen im Dezember und macht sie als blühende Topfpflanze für die Winterzeit geeignet. 6 8
Helles Licht begrenzt weiche, instabile Blütenschäfte. Sobald sich die Blüten öffnen, verlängert ein kühlerer Raum die Duftphase und verhindert, dass das Büschel schon nach wenigen Tagen zusammensinkt. In einem kleinen Zimmer kann der Duft allerdings sehr kräftig wirken. 6
Im Garten passt die Art vor allem zu mildem Klima. Sie benötigt durchlässigen Boden und eine Ruhephase. In kalten Klimaten wird sie eher als saisonale Zimmerzwiebel verwendet. Die Bedingungen einer milden Freilandpflanzung lassen sich also nicht auf jeden Garten übertragen. 7 2 10 11
Eine zweite Blüte ist nach der Treiberei nicht einfach garantiert. Wer die Zwiebel weiterkultivieren möchte, lässt das Laub im Licht, düngt mäßig und rechnet anschließend mit einer langen Ruhezeit. In vielen Haushalten bleibt Paperwhite deshalb eine Saisonpflanze, keine dauerhaft gesammelte Staude. 6 8
Verwendung
Die wichtigste Verwendung ist die als duftende weiße Winterblume: in Schalen und Töpfen, auf hellen Fensterbänken, als saisonales Geschenk, auf einem kühlen Tisch oder in einem hellen Wintergarten. Sie bringt sichtbare Blüten, wenn draußen im Garten noch wenig blüht. 8 6
Zur Gestaltung passen Moos, kahle Zweige, Kiesel, kleine Blattschmuckpflanzen und andere Zwiebeln der kühlen Jahreszeit. Aufwendige Dekoration ist dafür nicht nötig. Die Wirkung beruht vor allem auf dicht gesetzten Zwiebeln und kühlen Bedingungen nach dem Öffnen der Blüten. 8
Draußen kann sie bei milden Bedingungen mediterrane Pflanzungen im Spätwinter und Frühjahr ergänzen. Im Zimmer wird sie nach der Blüte oft entsorgt. Die Treiberei verbraucht Reserven, und die weitere Kultur führt nicht immer zuverlässig zu einer erholten, erneut blühenden Pflanze. 6
Mit dem Duft muss man sich ebenfalls wohlfühlen. Manche empfinden ihn als fein, andere als zu schwer. In einem engen Raum genügen wenige Zwiebeln; eine große Schale kann den Raum geruchlich stark bestimmen. Die Gefäßgröße beeinflusst somit auch die Duftwirkung. 8 6
Für einen Tisch oder Eingangsbereich eignet sich ein standsicheres Gefäß. Die Schäfte wachsen rasch nach oben und tragen das Gewicht der Blüten an der Spitze. Ein zu leichter Topf kippt daher leicht um, besonders wenn die Zwiebeln dicht gepflanzt sind. 8 6
Vorsicht
Nach der ASPCA sind Narzissen, zu deren aufgeführten Namen Paper White gehört, für Hunde, Katzen und Pferde giftig. Als Giftstoffe werden Lycorin und weitere Alkaloide genannt. Die Zwiebel ist dabei der Pflanzenteil, von dem die größte Sorge ausgeht. 5
Mögliche Vergiftungszeichen sind Erbrechen, Speicheln und Durchfall. Nach Aufnahme großer Mengen können Krämpfe, niedriger Blutdruck, Zittern und Herzstörungen hinzukommen. Ein blühender Topf im Wohnzimmer muss deshalb für Tiere unerreichbar bleiben, auch wenn die Pflanze nur zeitweise im Haus steht. 5
Auch für Kinder ist Vorsicht nötig: Eine Narzissenzwiebel kann für Ungeübte wie eine Küchenzwiebel aussehen. Lagern Sie die Zwiebeln getrennt von Lebensmitteln. Nach dem Einpflanzen werden trockene Pflanzenteile und lose Reste entfernt, damit sie nicht liegen bleiben oder aufgenommen werden. 5 8
Für weiße Blüten im Dezember ist Narcissus papyraceus gut geeignet, bleibt aber eine giftige Zierzwiebel. Ihr Duft und ihre Blüten lassen sich genießen, wenn der Topf sicher steht und für Tiere oder Kinder, die Pflanzenteile in den Mund nehmen könnten, unzugänglich bleibt. 8 5
Hauptquellen
- Wikidata, Narcissus papyraceus
- Plants of the World Online / Kew, Narcissus papyraceus
- World Flora Online, Narcissus papyraceus
- International Plant Names Index, Narcissus papyraceus
- ASPCA, Giftigkeit von Narzissen
- Wikipedia EN, Narcissus papyraceus
- Royal Horticultural Society, Narcissus papyraceus – Paperwhite-Steckbrief, dort als Synonym geführt
- Floralens, Was im Dezember pflanzen
- Serviss, Benjamin und Keesling (2016), A guide to the naturalized Narcissus in Arkansas, Phytoneuron 2016-25:1–27
- Annette Höggemeier (2011), Narcissus papyraceus – Weihnachts-Narzisse, Jahrbuch des Bochumer Botanischen Vereins 2:226–230
- University of Illinois Extension, Ken Johnson (13.12.2024), Bringing winter blooms to your home: How to grow and care for paperwhites
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.


