Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans, Lour. 1790)

Die Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans Lour., 1790) ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Oleaceae. Sie stammt aus subtropischen Wäldern Ostasiens vom südlichen Himalaja bis Südjapan. Ihre kurze Herbstblüte duftet kräftig nach reifen Aprikosen. In China und Japan wird sie vielfach kultiviert, unter anderem zum Aromatisieren von Tee.

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Wissenschaftlicher NameOsmanthus fragrans
GattungOsmanthus
OrdnungLamiales

Süße Duftblüte, Sweet olive und Guihua

Identität
Toxizität
Ungiftig für Mensch, Katze und Hund; Giftigkeit für Pferde nicht dokumentiert
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
ChinaNepalJapanTaiwanVietnamMyanmarThailandKambodscha
Lebensraum
Immergrüne subtropische Wälder und Gebüsche im Mittelgebirge; je nach Klima in Gärten, Hecken oder Töpfen kultiviert.
Jahresverlauf
Blütezeit
Herbst
Erntezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
4/10
Reifezeit
Endgröße nach 10 bis 20 Jahren; Blüten bereits an jüngeren Pflanzen
Vermehrung
Steckling, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Mäßig, einen vor kalten und austrocknenden Winden geschützten Standort wählen
Luftfeuchtigkeit
50–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Kalkhaltiger Boden
Salzhaltiger Boden
Wird vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne bis lichter Halbschatten
Innenbereich
Veranda, Gewächshaus
Abstand zum Fenster
Im geschützten Winterquartier etwa 50 cm von einer hellen Glasfront entfernt
Außenbereich
Beet in voller Sonne, Feldhecke
Pflanzgefäße
Terrakotta, Schwerer entwässernder Topf
Erscheinungsbild
Höhe250–400 cmBreite150–250 cm
Blätter
Grün
Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißCremeGelbOrangeGröße0.5–1 cm
Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
ViolettSchwarzGröße1–1.5 cm
Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Osmanthus fragrans stammt aus subtropischen Wäldern Ostasiens, vom Himalaja über Südchina, Taiwan und das südostasiatische Festland bis Südjapan. Natürliche Bestände liegen vor allem südlich des Jangtse-Beckens. Außerhalb dieses Areals wird die Art hauptsächlich als Zierpflanze kultiviert.

  • Heimisch8
  • China
  • Nepal und Himalaja
  • Südjapan
  • Taiwan
  • Vietnam
  • Myanmar
  • Thailand
  • Kambodscha

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Die Süße Duftblüte (Osmanthus fragrans Lour., 1790) ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum der Familie Oleaceae und der Gattung Osmanthus. Der Gattungsname verbindet die griechischen Wörter osmê für Geruch und anthos für Blüte, bedeutet also „duftende Blüte“. Das lateinische Artepitheton fragrans heißt ebenfalls „duftend“. Ihr Duft nach reifen Aprikosen ist während der Herbstblüte mehrere Meter weit wahrnehmbar. 5 6

Mit dem echten Olivenbaum (Olea europaea) teilt die Süße Duftblüte die Familie der Oleaceae, gehört aber einer anderen Gattung an. Sie trägt keine vergleichbaren essbaren Früchte. João de Loureiro beschrieb sie 1790 in seiner Flora Cochinchinensis anhand bereits in Südostasien kultivierter Pflanzen. 1 8

Erkennung

An den Zweigen sitzen gegenständig elliptische, 7 bis 15 cm lange Blätter. Sie sind immergrün, ledrig und glänzend; ihre Ränder sind glatt oder fein gezähnt und besitzen keine Stacheln. Der Blattrand unterscheidet Osmanthus fragrans zuverlässiger von Osmanthus heterophyllus als die Blütenfarbe: Dessen Blätter tragen regelmäßig angeordnete stechende Zähne, die der Süßen Duftblüte fehlen. 5 4

Winzige, kaum 1 cm große Blüten stehen in kleinen Büscheln in den Blattachseln. Ihre Farbe reicht je nach Varietät von Cremeweiß über Gelb bis Orange. Aus der Entfernung ist der Duft zuverlässiger als der Anblick der Blüten: Er erinnert an reife Aprikosen oder Pfirsiche und trägt bei voller Blüte mehrere Meter weit. 2 5

Die kurze Hauptblüte konzentriert sich auf wenige Tage im Spätsommer oder Herbst, gelegentlich gefolgt von einer schwächeren Nachblüte im Frühjahr. Die 1 bis 1,5 cm große violettschwarze Steinfrucht ähnelt einer winzigen Olive. Bei Pflanzen aus Gartencentern sieht man sie selten, denn die meisten sind männliche Klone ohne Fruchtansatz. 2 6

Nützliche Taxonomie

Als akzeptierte Art gehört Osmanthus fragrans Lour. zur Familie Oleaceae und zur Ordnung Lamiales. Mehrere Varietäten und Formen wurden beschrieben; einige gelten inzwischen als Synonyme der typischen Varietät:

  • Osmanthus fragrans var. aurantiacus Makino, orangeblühende Varietät
  • Osmanthus fragrans f. leucanthus T.Yamaz., weißblühende Form
  • Osmanthus fragrans var. thunbergii Makino, der typischen Varietät zugeordnetes Synonym
  • Osmanthus fragrans var. latifolius Makino, breitblättriges Synonym
  • Tornelia fragrans Gut. ex Schott, historischer Gattungsname

Vor einem Kauf ist besonders aurantiacus relevant: Diese orangeblühende Varietät besitzt den stärksten Duft und ist in China für Tee und Guihua-Wein besonders gefragt. Die weiße Form leucanthus duftet dagegen zurückhaltender. 1 6

Lebensraum und Verbreitung

Vom Himalaja über Südchina, Taiwan, Myanmar, Thailand, Kambodscha und Vietnam bis Südjapan erstreckt sich das natürliche Areal. In China gehören Guizhou, Sichuan, Hainan und Yunnan dazu. Wildbestände konzentrieren sich vor allem südlich des Jangtse-Beckens in immergrünen subtropischen Wäldern. 1 5

Fünf historische Anbaugebiete Chinas sind Hangzhou, Suzhou, Xianning, Guilin und Chengdu. Der Name Guilin bedeutet wörtlich „Duftblütenwald“. In Südchina säumt die Art auch zahlreiche Stadtalleen und spendet dort im Sommer Schatten und im Herbst Duft. 6

Außerhalb ihres Herkunftsgebiets dient die Süße Duftblüte vor allem als Zierpflanze. In milden Regionen Frankreichs wächst sie ausgepflanzt, andernorts im Topf. Im Süden der USA wird sie für USDA-Zonen 8b bis 11 als winterhart eingestuft. Die Weltnaturschutzunion IUCN bewertet die Art als nicht gefährdet; für ihre natürlichen Bestände wird keine konkrete Bedrohung genannt. 8 3 9

Lebenszyklus und Vermehrung

Baumschulen vermehren die Süße Duftblüte vor allem durch im Sommer geschnittene halb verholzte Stecklinge. Die Bewurzelung dauert unter einem beschatteten Frühbeet mitunter mehrere Monate. Aussaat ist möglich, wird bei benannten Sorten jedoch selten gewählt: Anders als Stecklinge bewahrt sie Blütenfarbe und Duftstärke der Mutterpflanze nicht zuverlässig. 4 6

In den ersten Jahren wächst der Strauch langsam und legt nach guter Einwurzelung rascher zu. Die Endgröße erreicht er erst nach 10 bis 20 Jahren. Seine Blüten entstehen am vorjährigen Holz; ein später Schnitt im Spätsommer entfernt daher einen großen Teil der nächsten Blüte. 2 3

Mehr als 95 % der Pflanzen in kommerziellen Plantagen Taiwans sind männliche Klone. Sie werden wegen ihrer reichen Blüte und fehlender Früchte ausgewählt, die andernfalls die Ernte der für Tee und Parfümerie bestimmten Blüten erschweren würden. 6

Nutzen und Risiken

Getrocknete Blüten aromatisieren grünen oder schwarzen Tee als guìhuā chá. Sie werden für Konfitüren, Kuchen, Reisbällchen und Liköre verwendet und gehören zum traditionellen Dessert chátāng aus Tianjin. Für die Parfümerie muss die Extraktion innerhalb von 24 Stunden nach der Ernte erfolgen, bevor die Blüten welken und ihr Duft verloren geht. Mehrere Luxushäuser gewinnen daraus Parfüms mit einem einzelnen Blütenduft. 5 6

Die ASPCA stuft Osmanthus fragrans für Katzen und Hunde als ungiftig ein. Zur Giftigkeit für Pferde enthält diese Quelle dagegen keine Angaben. Der kräftige Duft kann manchen empfindlichen Katzen unangenehm sein; dies steht nicht im Zusammenhang mit einer tatsächlichen Giftwirkung. 7

In der traditionellen chinesischen Medizin werden Blüten, Früchte und Wurzeln bei Zahnschmerzen, Husten oder Bauchschmerzen verwendet. Dabei gelten sie traditionell als scharf und wärmend. Diese Anwendungen gehören zur überlieferten Arzneikunde und ersetzen keine medizinische Beratung. 6

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Vor allem Blütenfarbe und Duftstärke unterscheiden die Gartenformen. Aurantiacus mit orangefarbenen Blüten ist für die Küche besonders geschätzt. Fudingzhu ist eine früh blühende chinesische Sorte mit silberweißen Blüten für den Plantagenanbau. Yanhua besitzt panaschiertes Laub und wird eher wegen des Zierwerts als wegen des Dufts gewählt. Latifolius erscheint in der botanischen Synonymie und im Baumschulhandel für breitblättrige Pflanzen, ohne stabilen taxonomischen Status. 1 5

Die häufigsten Verwechslungspartner sind:

  • Osmanthus heterophyllus mit stacheligem Laub, das an die echte Stechpalme (Ilex aquifolium) erinnert; trotz ähnlicher Gestalt ist es eine andere Art;
  • Osmanthus × fortunei, eine Hybride der beiden zuvor genannten Arten mit regelmäßig angeordneten Blattstacheln von O. heterophyllus;
  • Olea europaea, der echte Olivenbaum aus derselben Familie, aber anderer Gattung, ohne den typischen Duft und mit anderer Blattform.

Als zuverlässigstes Unterscheidungsmerkmal dient der Blattrand, deutlicher als die von Pflanze zu Pflanze wechselnde Blütenfarbe: Bei Osmanthus fragrans ist er glatt oder fein gezähnt, bei O. heterophyllus ausgeprägt stachelig. Der vollständige wissenschaftliche Name vermeidet Verwechslungen mit den zahlreichen weiteren Osmanthus-Arten, die oft ähnlich duften, aber andere Kulturansprüche haben. 4 5

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Süße Duftblüte für Katzen und Hunde giftig?

Nein. Die ASPCA stuft Osmanthus fragrans für Katzen und Hunde als ungiftig ein. Zur Giftigkeit für Pferde enthält diese Quelle hingegen keine Angaben; hier ist grundsätzlich Vorsicht angebracht.

Warum blüht meine Süße Duftblüte noch nicht?

Am häufigsten liegt es am jungen Alter der Pflanze; die volle Blüte setzt oft erst nach mehreren Jahren ein. Eine weitere häufige Ursache ist ein später Schnitt im Spätsommer, bei dem knospentragendes Holz entfernt wird.

Was unterscheidet Osmanthus fragrans und Osmanthus heterophyllus?

Am zuverlässigsten ist der Blattrand: Bei Osmanthus fragrans ist er glatt oder fein gezähnt, bei Osmanthus heterophyllus deutlich stachelig wie bei einer Stechpalme. Beide gehören derselben Gattung an, werden im Garten aber unterschiedlich verwendet.

Kann man die Blüten von Osmanthus fragrans essen?

Ja, die getrockneten Blüten aromatisieren in China traditionell Tee, Konfitüren und bestimmte Liköre. Besonders gefragt ist dafür die orangeblühende Varietät aurantiacus.

Welche Tiefsttemperatur verträgt die Süße Duftblüte?

Gut eingewurzelte Pflanzen vertragen den Quellen zufolge kurze Fröste bis ungefähr −10 °C. Junge Pflanzen und Topfexemplare sind empfindlicher und benötigen Winterschutz.

Warum wird Osmanthus fragrans mit dem Olivenbaum verglichen?

Beide gehören zu den Oleaceae, der Familie der Ölbaumgewächse. Osmanthus fragrans gehört jedoch einer anderen Gattung an und bildet keine mit Oliven vergleichbaren essbaren Früchte.

Wann schneidet man die Süße Duftblüte, ohne die Blüte zu verlieren?

Unmittelbar nach der Herbstblüte. Die Knospen des Folgejahres entstehen am bereits vorhandenen Holz. Ein Schnitt im Spätsommer entfernt deshalb einen großen Teil der späteren Blüten.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.