Rainfarn-Phazelie (Phacelia tanacetifolia, )
Rainfarn-Phazelie (Phacelia tanacetifolia) ist eine einjährige Pflanze der Boraginaceae mit blauvioletten Blüten in lockeren, eingerollten Blütenständen. Die reich besuchte Bienenweide wird als Gründüngung, auf freien Flächen und in lockeren Beeten verwendet und bringt rasch Farbe und Bewegung in die Pflanzung.
WeiterlesenRainfarn-Phazelie, Büschelschön, Rainfarnblättrige Phazelie und Lacy phacelia





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Taken Sep 27, 2019 by Dieter Wagner (cc-by-sa)
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Identität
Rainfarn-Phazelie (Phacelia tanacetifolia Benth.) ist eine blauviolett blühende Art für lockere Gartenpflanzungen. Der vollständige Name bezeichnet eine bestimmte botanische Art. Er meint damit mehr als nur die allgemein für Bienenweiden verwendete Gattung Phacelia und erlaubt eine eindeutige Zuordnung. 1 8
Das akzeptierte Binomen wird von POWO, WFO und IPNI bestätigt. Die Art gehört zur Familie der Boraginaceae. Damit steht sie in einer Familie, in der eingerollte Blütenstände häufig vorkommen, auch wenn ihre besondere Verwendung im Garten deutlich von anderen Vertretern abweichen kann. 2 3 4
Als einjährige Pflanze bringt sie blauviolette, locker wirkende Blüten in bewegte Pflanzungen. Sie liefert rasch Farbe und Nahrung für Insekten. Dabei übernimmt sie keine dauerhafte Gerüstfunktion wie eine mehrjährige Staude, sondern prägt die Fläche während einer einzelnen Saison. 8 6
Bekannt ist sie zugleich als Gründüngung und Bienenweide. Diese doppelte Nutzung erklärt ihre Sonderstellung: Sie ist eine dekorative Blütenpflanze für blaue Farbzusammenstellungen und zugleich eine ökologisch genutzte Zwischenkultur im Gemüsebeet oder im Blühstreifen. 5 7
Erkennung
Die tief geteilten Blätter der Rainfarn-Phazelie erinnern an Rainfarn. Darauf bezieht sich das Artepitheton tanacetifolia. Vor dem Blühen entwickelt die schnell wachsende Pflanze einen lockeren Bestand aus frischgrünem Laub, dessen Struktur schon ohne Blüten deutlich erkennbar bleibt. 6
Blauviolette Blüten stehen in gebogenen, vor dem Aufblühen eingerollten Blütenständen. Die weit herausragenden Staubblätter verstärken den lockeren, fast schaumigen Eindruck. Gerade diese Verbindung von gebogenen Blütenständen und langen Staubblättern trägt zur charakteristischen Wirkung der Pflanze bei. 8 6
Wie hoch und standfest der Bestand wird, hängt von Boden und Saatdichte ab. Bei dünner Aussaat bleiben einzelne Pflanzen besser erkennbar. Zu dicht gesäte Bestände können umfallen und besonders nach Regen einen weniger dekorativen Teppich bilden. 5
Gegenüber klassischen Balkonblumen fällt der andere Aufbau auf. Statt einzelner klar abgegrenzter Blütentrichter wie bei Petunien entsteht die Textur einer blauen Wolke. Sie passt dadurch eher zu frei wirkenden Blühstreifen als zu einer streng aufgebauten Topfpflanzung. 8
Nützliche Taxonomie
Als akzeptierter Artname gilt Phacelia tanacetifolia Benth. Das vollständige Binomen benennt die Rainfarn-Phazelie eindeutig. Eine Beschränkung auf Phacelia würde lediglich die Gattung angeben und die genauere botanische Identität dieser häufig als Gründüngung verwendeten Pflanze offenlassen. 2 8
Die Zuordnung zu den Boraginaceae bleibt auch bei der Beschreibung ihrer Nutzung maßgeblich. Begriffe wie Gründüngung oder Bienenweide sagen aus, wofür eine Pflanze verwendet wird. Sie ersetzen weder ihre Familienzugehörigkeit noch ihren tatsächlichen botanischen Rang als Art. 3 7
Im Handel kann die kurze Bezeichnung Phazelie ungenau bleiben. Für Blühstreifen und Gründüngung wird jedoch besonders häufig P. tanacetifolia verwendet. Wer eine solche Mischung oder Saat sucht, erhält mit dem vollständigen Artnamen eine genauere botanische Angabe als mit dem Gattungsnamen allein. 6 5
Der Bezug zum Rainfarn betrifft das ähnliche Laub und darf nicht zur Gleichsetzung führen. Die Rainfarn-Phazelie bleibt eine Phacelia. Trotz der erinnernden Blattform handelt es sich nicht um Rainfarn und auch nicht um dieselbe Pflanze für denselben Garteneinsatz. 2 6
Kultur
Mit einer Direktsaat beginnt die Kultur am endgültigen Standort. Gesät wird auf fein vorbereitetem Boden. Bis zum Aufgang muss ausreichend Feuchtigkeit vorhanden sein. Sobald die Temperaturen mild werden, entwickelt sich die Pflanze schnell und schließt die vorgesehene Fläche entsprechend zügig. 5
Volle Sonne und ein durchlässiger Boden eignen sich gut. Nach dem Anwachsen verträgt die Art eine gewisse Trockenheit. Bei einer zu trocken gehaltenen Aussaat keimen die Samen dagegen ungleichmäßig. Das führt zu Lücken und zu einer unvollständigen Bodenbedeckung. 6
Für dekorative Pflanzungen wird dünner gesät als für Gründüngung. So bleiben die Stängel luftig und die einzelnen Blütenstände erkennbar. Die blauvioletten Blüten behalten ihren bewegten Eindruck, statt in einem zu dichten, leicht lagernden Bestand unterzugehen. 8
Als Bodenbedeckung lässt sich die Kultur vor der Samenbildung schneiden. Soll sie Tiere unterstützen, bleibt sie länger in Blüte. Der passende Schnittzeitpunkt richtet sich deshalb nach dem Ziel: Bodennutzung, Bestäuberförderung, Gestaltung oder Begrenzung unerwünschter Selbstaussaat. 5 6
Im Gemüsebeet passt sie nach eine kurze Kultur oder vor eine nährstoffbedürftige Folgekultur. Soll die Pflanzenmasse leicht in den Boden eingearbeitet werden, darf der Bestand jedoch nicht zu stark verholzen. Der Zustand der Stängel ist dafür entscheidend. 5
Reihensaat ergibt ein geordneteres Bild, breitwürfige Aussaat dagegen eine natürlichere Fläche. Für lockere Zusammenstellungen blauer Blüten passt die zweite Wirkung häufig besser. Die Aussaatweise beeinflusst somit nicht nur die Verteilung der Pflanzen, sondern auch den gestalterischen Eindruck. 8
Verwendung
Ein bläulicher Bienenweidestreifen gehört zu ihren besonders geeigneten Verwendungen. Möglich sind Gemüsebeetränder, freie Flächen, einjährige Wiesen und lockere Beete. Auch am Übergang zwischen Gemüse und Blumen kann die Art ihren schnellen Wuchs und ihre bewegten Blütenstände einbringen. 8 5
Die Blüten ziehen Bestäuber stark an, weshalb die Art in vielen Saatmischungen vorkommt. Im kleinen Garten genügen bereits einige Quadratmeter, um eine lebendige, bewegte Fläche zu schaffen. Die Wirkung beruht sowohl auf der Blüte als auch auf den sie besuchenden Insekten. 6
Gute gestalterische Partner sind Jungfer im Grünen, Hainblume, Klatschmohn, Kornblume und einjährige Gräser. Die Nachbarn sollten zu einer freien Wuchsweise passen. In einer sehr streng gefassten Einfassung kann die Rainfarn-Phazelie dagegen schnell unordentlich wirken. 8
Zwischen zwei Gemüsekulturen kann sie eine freie Parzelle besetzen. Dabei nutzt man ihren schnellen Wuchs als Zwischenkultur. Geschnitten wird vor der Samenreife, wenn die nachfolgende Beetnutzung nicht durch zahlreiche selbst ausgesäte Jungpflanzen erschwert werden soll. 5
In Blühstreifen sind Partner mit anschließender Blüte sinnvoll. Die Rainfarn-Phazelie erreicht ihren blauvioletten Höhepunkt rasch. Danach können andere Einjährige übernehmen, damit die Fläche nach der Samenbildung nicht nur als trockener Bestand zurückbleibt, sondern weiterhin Blüten trägt. 8 6
Vorsichtsmaßnahmen
Das allgemeine Vorsichtsprofil fällt gering aus. Die Rainfarn-Phazelie dient vor allem als Blütenpflanze, Bodenbedeckung und Bienenweide. Allein ihr Anbau im Gemüsebeet macht sie jedoch nicht zu einer Nahrungspflanze. Zwischen einer Zwischenkultur und essbaren Gemüsepflanzen bleibt zu unterscheiden. 2
Praktisch ist besonders die Selbstaussaat zu beachten. Wenn alle Stängel Samen ausreifen lassen, kann das auf freien Flächen willkommen sein. In einem Gemüsebeet oder einer streng organisierten Pflanzung können dieselben Jungpflanzen dagegen die geplante Nutzung stören. 8 5
Auch die Bestandsdichte verdient Aufmerksamkeit. Zu dicht stehende Pflanzen können sich legen und Feuchtigkeit festhalten. Dünnere Aussaat hält den Bestand luftiger, verbessert seine Wirkung und erleichtert Insekten den Zugang zu den Blüten. Eine üppige Aussaat ist daher nicht immer günstiger. 5
Nach dem Blühen ist eine bewusste Entscheidung nötig. Frühes Schneiden hinterlässt eine aufgeräumte Parzelle. Einige stehen gelassene Stängel bieten Vögeln und Insekten Nahrung, erfordern aber im folgenden Jahr den Umgang mit den daraus entstehenden Jungpflanzen. 8 5
Diese Entscheidung sollte vor der vollständigen Reife fallen. Solange die Stängel noch leicht zu schneiden sind, lässt sich die Nutzung des Bestands einfacher steuern. Der gewünschte Zweck bestimmt also auch hier, wie lange die Pflanzen auf der Fläche bleiben. 5
Unter Phacelia tanacetifolia werden die blauviolette Gartenblume, ihre Bedeutung als Bienenweide und die Nutzung als Gründüngung derselben Art zugeordnet. Die verschiedenen Zwecke bleiben unterscheidbar, ohne die genaue botanische Identität der Rainfarn-Phazelie auf einen allgemeinen Gattungsnamen zu verkürzen. 8 2
Hauptquellen
- Wikidata, Phacelia tanacetifolia
- Plants of the World Online / Kew, Phacelia tanacetifolia
- World Flora Online, Phacelia tanacetifolia
- International Plant Names Index, Phacelia tanacetifolia
- Royal Horticultural Society, Phacelia tanacetifolia, Suchergebnisse
- Wikipedia EN, Phacelia tanacetifolia
- GBIF, Phacelia tanacetifolia
- Floralens, Auswahl blauer Blüten
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.

