Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea, M.Roem. 1847)

Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea M.Roem., 1847) ist ein immergrüner dorniger Strauch der Rosaceae aus Südost- und Südeuropa bis Iran. Seine weißen Frühlingsblüten und die den Winter über bleibenden orangefarbenen bis roten Früchte machen ihn zur Zierpflanze; lange starre Dornen eignen ihn zugleich für Schutzhecken.

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Wissenschaftlicher NamePyracantha coccinea
GattungPyracantha
OrdnungRosales

Mittelmeer-Feuerdorn, Feuerdorn und Scarlet firethorn

Identität
Toxizität
Für Katzen und Hunde leicht giftig; Früchte für Menschen nicht empfohlen
Pflegeaufwand
Mäßig
Pflanzenart
Strauch · Heckenstrauch · Immergrüner Strauch
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
SüdosteuropaItalienSüdfrankreich und KorsikaTürkeiIran
Lebensraum
Lichte Wälder, Hecken und Gebüsche auf Kalkboden an sonnigen Standorten
Jahresverlauf
Blütezeit
Frühling
Erntezeit
HerbstWinter
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
7/10
Reifezeit
Dichte Hecke nach 3 bis 5, ausgewachsen nach 5 bis 10 Jahren
Vermehrung
Aussaat, Steckling
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut; nach dem Anwachsen als Windschutzhecke verwendet
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Kalkboden, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne; Halbschatten vertragen, dann weniger Blüten
Außenbereich
Feldhecke, Beet in voller Sonne, Offener Boden
Pflanzgefäße
Großes Becken
Erscheinungsbild
Höhe200–400 cmBreite200–400 cm
Blätter
Grün
Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißGröße1–1.5 cm
Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
OrangeRotGröße0.6–1 cm
Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
GrünBraun
Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

POWO/WCVP verortet die Heimat von Pyracantha coccinea in Südost- und Südeuropa bis Iran, mit belegten natürlichen Vorkommen in Südfrankreich und auf Korsika. Außerhalb dieses Areals wird die Art vielfach angebaut und bürgert sich örtlich in manchen gemäßigten Regionen ein; in Frankreich besteht keine anerkannte Einstufung als invasiv.

  • Heimisch5
  • Eingeführt1
  • Südosteuropa
  • Italien
  • Südfrankreich und Korsika
  • Türkei
  • Iran
  • Mitteleuropa

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Der Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea M.Roem., 1847) ist ein immergrüner dorniger Strauch aus der Familie Rosaceae. Seine Dornen machen ihn zur Schutzhecke; einzeln lässt er sich auch an einer sonnigen Mauer ziehen. Der Gattungsname verbindet griechisch pyr, Feuer, und akantha, Dorn. Er verweist damit auf die starren Dornen, die dem ähnlich wachsenden Cotoneaster völlig fehlen, und auf die orangeroten Früchte, die den ganzen Winter im Laub leuchten. 1 2

Nach dem Anwachsen bis −20 °C winterhart, gedeiht der Strauch sowohl in nordfranzösischen Gärten als auch in den trockenen Sommern Südfrankreichs. Die Kurzform Feuerdorn bezeichnet denselben auffälligen Dornenstrauch. Auch der englische Name scarlet firethorn betont das Scharlachrot der Früchte. 3

Erkennung

Eine dichte Strauchmasse von 2 bis 4 m Höhe und ähnlicher Breite entsteht mit der Zeit; je nach Erziehung wächst sie aufrecht bis ausladend. Die einfachen, eiförmigen bis lanzettlichen Blätter sind 2 bis 6 cm lang und auf der Oberseite dunkelgrün glänzend. 2 3

An vorjährigem Holz öffnen sich im Mai und Juni kleine weiße Blüten mit fünf Kronblättern. Sie stehen in dichten überhängenden Schirmrispen und werden von Bienen stark besucht. Im Herbst folgen kleine runde Apfelfrüchte in Orange bis Scharlachrot. Ihre eng stehenden Büschel bleiben häufig bis tief in den Winter erhalten und ernähren Vögel. 2 3

Die zahlreichen starren Dornen sind umgebildete Kurztriebe und keine bloßen Auswüchse der Rinde. Zusammen mit dem immergrünen Laub unterscheiden sie Mittelmeer-Feuerdorn zuverlässig vom ähnlich wachsenden, aber vollständig unbedornten Cotoneaster. 4

Nützliche Taxonomie

Zunächst beschrieb Linné die Art 1753 als Mespilus pyracantha L. (Basionym) in der Gattung der Mispeln. Max Joseph Roemer überführte sie 1847 in die neue Gattung Pyracantha, die diese dornigen Rosengewächse mit Apfelfrüchten vereinte. 1 Auch Crataegus pyracantha (L.) Medik., 1793 steht in ihrer Synonymie. Die Art wechselte also lange zwischen mehreren Weißdorngattungen, bevor sie ihre heutige Stellung erhielt.

Wenige eng verwandte Arten umfasst Pyracantha, die im Gartenhandel regelmäßig verwechselt werden: Pyracantha angustifolia (Franch.) C.K.Schneid. mit schmaleren Blättern, Pyracantha crenulata (D.Don) M.Roem. aus dem Himalaya und Pyracantha koidzumii (Hayata) Rehder, ein Endemit Taiwans. Viele unter einem Sortennamen verkaufte Pflanzen sind tatsächlich Hybriden zwischen diesen Arten. Bei Baumschulpflanzen ist der wissenschaftliche Name deshalb weniger verlässlich als gewöhnlich. 1

Lebensraum und Verbreitung

Südost- und Südeuropa bis Iran bilden nach POWO/WCVP das natürliche Areal von Pyracantha coccinea. Natürliche Vorkommen sind auch für Südfrankreich und Korsika belegt. 1 7 In seiner Heimat wächst der Strauch an lichten Waldrändern, in Hecken und Gebüschen, fast immer auf Kalkboden mit pH 6 bis 8 in sonniger Lage. Zu viel Kalk kann die Eisenaufnahme blockieren und das Laub vergilben lassen. Eine Gabe Eisenchelat behebt dieses Ungleichgewicht. 4

Außerhalb seiner Heimat wird der Mittelmeer-Feuerdorn wegen seines Zierwerts häufig gepflanzt. In einigen gemäßigten Regionen bürgert er sich örtlich ein, wenn Klima und samenverbreitende Vögel dies begünstigen. Für Frankreich wird bislang keine Einstufung als invasiv geführt. 4

Lebenszyklus und Vermehrung

Nach der Bestäubung durch Bienen und andere blütenbesuchende Insekten entwickeln sich die weißen Blütenschirmrispen zu kleinen Apfelfrüchten. Diese reifen langsam von Grün über Orange bis Rot, abhängig von der Sorte. 2 Den Winter über bleiben sie an den Zweigen und dienen Amseln und Drosseln als späte Nahrungsreserve, wenn kaum andere Beeren übrig sind.

Vor allem nach einer Passage durch den Verdauungstrakt von Vögeln oder künstlicher Kaltstratifikation keimen die Samen. Ohne vorherige Kälte läuft die Aussaat langsam und ungleichmäßig auf. Halbverholzte Stecklinge vom Ende des Sommers umgehen dieses Problem. Sie erhalten eine bestimmte Sorte unverändert und sind dafür erheblich zuverlässiger als eine Aussaat. 4 5

Nutzen und Risiken

Als Zierstrauch schließt Mittelmeer-Feuerdorn bei Pflanzabständen von 60 bis 100 cm innerhalb von drei bis fünf Jahren eine dichte Hecke. Seine Dornen schützen wirksam vor ungebetenen Eindringlingen. Alternativ wird er als Spalier an einer sonnigen Wand gezogen, wo zunächst Blüte und anschließend Fruchtbesatz zur Geltung kommen. 2 3

Gekocht dienen die Früchte in manchen regionalen Traditionen zur Herstellung von Gelees, Marmeladen und Soßen; roh bleiben sie wenig schmackhaft. 4 Blätter und Samen enthalten cyanogene Verbindungen, die geringe Mengen Blausäure freisetzen. Sie erklären den bitteren Geschmack zerkauter Samen. Die ASPCA stuft Feuerdorn als giftig für Katzen und Hunde ein. Bei massenhafter Aufnahme von Früchten werden hauptsächlich Verdauungsbeschwerden berichtet. 4 6

Die schwerwiegendsten Risiken für den Strauch selbst sind Krankheiten: Feuerbrand durch Erwinia amylovora schwärzt Blüten und junge Triebe wie verbrannt, während Schorf Blätter und Früchte fleckig werden lässt. Wegen dieser beiden Krankheiten werden in Baumschulen häufig resistente Sorten gewählt. 5 3

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Wegen der schweren Feuerbrand- und Schorfschäden an älteren Formen selektierten amerikanische Baumschulen Sorten mit Resistenz gegen beide Krankheiten. 'Mohave' widersteht beiden gut und trägt große orangefarbene Früchte; 'Apache' wächst kompakter und trägt rote Früchte. 'Teton' hat einen aufrechten schmalen Wuchs, der sich für enge Hecken an einer Mauer eignet. 5 Andere Auslesen wie 'Orange Glow' oder 'Red Column' bieten diese erhöhte Resistenz nicht. Sie werden vor allem wegen der Fruchtfarbe oder ihres für schmale Hecken geeigneten Säulenwuchses gewählt.

Am häufigsten wird Mittelmeer-Feuerdorn mit Cotoneaster verwechselt. Wuchs und bunte Früchte ähneln sich, doch Cotoneaster trägt niemals Dornen, selbst nicht an den ältesten Zweigen. Beim Weißdorn (Crataegus monogyna) beschränkt sich die Ähnlichkeit auf die weißen Frühlingsblüten. Seine Früchte sind größer und stehen einzeln; die 0,6 bis 1 cm breiten Früchte des Feuerdorns drängen sich dagegen in kompakten Büscheln. Außerdem verliert Weißdorn im Winter das Laub, während Mittelmeer-Feuerdorn ganzjährig grün bleibt. 4

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Mittelmeer-Feuerdorn für Katzen und Hunde giftig?

Ja, leicht. Früchte, Samen und Blätter enthalten cyanogene Glykoside, die bei Aufnahme größerer Mengen vor allem Verdauungsbeschwerden verursachen. Die Wirkung ist mit der hochgiftiger Pflanzen nicht vergleichbar.

Kann man Mittelmeer-Feuerdorn mit Weißdorn oder Cotoneaster verwechseln?

Ja. Cotoneaster ähnelt ihm in Wuchs und farbigen Früchten, ist jedoch völlig dornenlos. Weißdorn (Crataegus monogyna) hat größere einzeln stehende Früchte und verliert im Winter seine Blätter, während Mittelmeer-Feuerdorn immergrün bleibt.

Wann lässt sich Mittelmeer-Feuerdorn schneiden, ohne die Früchte zu verlieren?

Direkt nach der Blüte im späten Frühjahr. Ein Schnitt im Spätsommer entfernt bereits angelegte Blütenknospen am vorjährigen Holz und vermindert die folgende Fruchtbildung stark.

Ist Mittelmeer-Feuerdorn in Frankreich invasiv?

Nein, für diese Art wird in Frankreich keine invasive Einstufung geführt. Im Süden und auf Korsika kommt sie sogar natürlich vor. Örtliche Einbürgerungen sind dagegen in manchen Regionen Mitteleuropas dokumentiert.

Sind die Früchte des Mittelmeer-Feuerdorns essbar?

Gekocht werden sie in manchen Küchentraditionen zu Gelees, Marmeladen und Soßen verarbeitet. Roh sind sie wenig schmackhaft und leicht reizend; Samen und Blätter enthalten zusätzlich cyanogene Verbindungen.

Was ist Feuerbrand am Mittelmeer-Feuerdorn?

Die schwere bakterielle Krankheit durch Erwinia amylovora schwärzt Blüten und junge Triebe wie verbrannt. Sie erfordert sofortiges weiträumiges Zurückschneiden unterhalb der Befallsstelle und konsequente Desinfektion des Werkzeugs zwischen jedem Schnitt.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.