Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum, Schott, 1851)

Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum) ist eine hemiepiphytische Kletterpflanze der Araceae, deren Heimat sich in Lateinamerika von Mexiko bis Bolivien erstreckt. Junge Pflanzen tragen einfache pfeilförmige Blätter. Erwachsene kletternde Exemplare entwickeln dagegen zusammengesetzte Blätter mit mehreren Teilblättchen und sehen damit ganz anders aus als junge Topfpflanzen.

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Wissenschaftlicher NameSyngonium podophyllum
GattungSyngonium
OrdnungAlismatales

Veränderliche Purpurtüte, Syngonium, Arrowhead vine, Nephthytis und American evergreen

Identität
Toxizität
Giftig : Menschen, darunter Kinder, Katzen, Hunde, Pferde und Tiere
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Kletterliane · Halb-Epiphyt
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
MexikoGuatemalaCosta RicaPanamaKolumbienBrasilienBolivien
Lebensraum
Schattiger Unterwuchs feuchter Tropenwälder; hemiepiphytische Kletterpflanze an Stämmen, Mauern und Felsen
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
7/10
Reifezeit
Fußförmig geteilte Blätter nach 1–2 Jahren mit senkrechter Stütze
Vermehrung
Stecklingsvermehrung von Stängeln mit Knoten, Teilung
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gering, schwere Triebe brechen bei Wind
Luftfeuchtigkeit
50–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Reiche und lockere Erde, Durchlässiges Substrat mit Rinde
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Viel Umgebungslicht bieten, ohne direkte Sonne auf den Blättern.

Helles indirektes Licht
Innenbereich
Wohnzimmer, Büro, Helles Badezimmer
Abstand zum Fenster
Etwa 40 cm von einem Ost- oder Westfenster
Außenbereich
Schattiger Innenhof, Veranda
Pflanzgefäße
Terrakotta, Drainage-Kunststoff
Erscheinungsbild
Höhe150–1000 cmBreite50–100 cm
Blätter
GrünWeißRosa
Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißCreme
Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Grün
Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün
Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Syngonium podophyllum reicht von Südmexiko bis Bolivien. Vorkommen sind unter anderem aus Costa Rica, Panama, Kolumbien, Brasilien und Ecuador beschrieben. Außerhalb dieses Areals hat sich die Art nach dem Entweichen aus Kultur weit eingebürgert und ist in mehreren tropischen und subtropischen Regionen invasiv geworden.

  • Heimisch7
  • Eingeführt3
  • Invasiv1
  • Mexiko
  • Guatemala
  • Costa Rica
  • Panama
  • Kolumbien
  • Brasilien
  • Bolivien
  • Hawaii
  • Singapur
  • Südafrika
  • Vereinigte Staaten (Florida)

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Veränderliche Purpurtüte (Syngonium podophyllum Schott, 1851), auch Syngonium genannt, ist eine ausdauernde Kletterpflanze der Gattung Syngonium aus der Familie der Araceae. Das griechische Artepitheton podophyllum bedeutet „mit fußförmigem Blatt“ und bezieht sich auf die fächerartige Anordnung der Teilblättchen erwachsener Pflanzen. 1 2

Die im Gartenhandel weiterhin gebräuchliche Bezeichnung Nephthytis geht auf eine alte Verwechslung zurück: Lange wurde die Pflanze unter dem Namen einer eigenständigen afrikanischen Gattung verkauft. Die englischen Namen arrowhead vine und arrowhead plant beschreiben dagegen das pfeilförmige Jugendblatt, das vor dem Kletterstadium die einzige sichtbare Blattform bleibt. 4 9

Erkennung

Ein ausgeprägter Blattgestaltwechsel kennzeichnet Syngonium podophyllum. Junge Blätter sind einfach, pfeilförmig, oben dunkelgrün und unten heller; sie werden 8 bis 20 cm lang. Sobald die Pflanze erwachsen ist und klettert, entstehen fußförmig geteilte Blätter mit 5 bis 9 Teilblättchen. Das mittlere kann 25 cm lang werden. Ein ungeteiltes Blatt ist daher keine Fehlbildung, sondern das normale Jugendstadium. 9 3

Topfpflanzen erreichen häufig 1,5 bis 2,5 m Höhe bei 50 cm bis 1 m Breite. Am natürlichen Standort klettert die Art an einem Stamm bis 10 m hoch. Schon der Blattstiel eines Jugendblatts kann über 40 cm lang sein, wodurch junge Pflanzen im Verhältnis zur eigentlichen Blattfläche sehr raumgreifend wirken. Feine Luftwurzeln haften an feuchten Stämmen, Mauern und Felsen. Der Milchsaft reizt bei Kontakt Haut und Augen. 2 8 9

Nützliche Taxonomie

Rund dreißig mittel- und südamerikanische Arten gehören zur Gattung Syngonium. Mehrere wurden im Verlauf botanischer Revisionen als Synonyme oder Varietäten S. podophyllum zugeordnet:

  • Syngonium vellozianum Schott (historischer Name)
  • Syngonium affine Schott (Synonym)
  • Syngonium willdenowii Schott (Synonym)
  • Syngonium riedelianum Schott (Synonym)
  • Syngonium xanthophilum Schott (Synonym)
  • Xanthosoma gracile Miq. (Synonym)
  • Pothos auritus Willd. (Synonym)

Die sieben genannten Namen sind nach taxonomischen Überarbeitungen als eigenständige Bezeichnungen außer Gebrauch geratene Synonyme. Das erklärt, warum dieselbe Pflanze im Handel noch unter verschiedenen Etiketten erscheint. Als verlässlicher Bezug dient der von POWO akzeptierte Name Syngonium podophyllum Schott. 1

Lebensraum und Verbreitung

Zwischen Südmexiko und Bolivien liegt das natürliche Areal der Art. Vorkommen sind aus Costa Rica, Panama, Kolumbien, Brasilien und Ecuador beschrieben. Sie besiedelt den schattigen Unterwuchs feuchter Tropenwälder vom Meeresspiegel bis in mittlere Höhenlagen und klettert an Stämmen in Bereiche mit gefiltertem Licht. 9 6

Nach dem Entweichen aus Zierpflanzenkultur hat sich Syngonium podophyllum außerhalb seines natürlichen Areals weit eingebürgert. In Florida stammt der erste Wildnachweis von 1966 aus dem Brevard County. Der Florida Invasive Species Council führt die Art dort heute in Kategorie 1. Ihre dichten Bodenteppiche können heimische Vegetation, darunter seltene Farne, verdrängen. 8 6

Ähnliche invasive Vorkommen sind von Pazifikinseln, aus Australien, Südafrika und Singapur gemeldet. Sie gehen fast immer auf in die Natur gelangte Zimmerpflanzen zurück und weniger auf eine natürliche Ausbreitung. 6

Lebenszyklus und Vermehrung

Im Zimmer blüht die Pflanze selten, an erwachsenen kletternden Exemplaren in günstigem Klima dagegen regelmäßig, vor allem im Sommer. Der Blütenstand trägt einen etwa 8 cm langen weißen Kolben, umgeben von einer Spatha. Deren unterer, geschlossener und bauchiger Teil wechselt zur Fruchtreife von Grün zu Rot; der obere, geöffnete und kurzlebige Teil bleibt cremefarben. Anfangs grüne bis rötliche Blütenknospen werden beim Öffnen weiß. 9

Der eiförmige Fruchtverband ist etwa 5 cm groß und enthält mehrere eiförmige, 8 mm große Samen in weißem Fruchtfleisch. In Kultur spielt die Fruchtbildung kaum eine Rolle. Fast immer erfolgt die Vermehrung durch Triebstecklinge mit Knoten in Wasser oder feuchtem Substrat; die Bewurzelung beginnt nach 2 bis 3 Wochen. Auch die Teilung gut entwickelter Horste ist möglich. 9 4

Nutzen und Risiken

Als Zierpflanze dient die Art im Tropenklima als Bodendecker oder Kletterpflanze an feuchten Mauern und Felsen, im gemäßigten Klima als Topfpflanze mit oder ohne Stütze. Eine Stütze ermöglicht den natürlichen kletternden Wuchs. Ohne sie bleibt die Pflanze niedrig und buschig und behält ihre einfachen Jugendblätter, ohne die fußförmig geteilten Altersblätter auszubilden. 2 4

Unlösliche Calciumoxalate in Form von Raphiden befinden sich in sämtlichen Pflanzenteilen. Die ASPCA stuft Syngonium podophyllum als giftig für Katzen, Hunde und Pferde ein: Das Verschlucken verursacht Reizungen im Maul, starken Speichelfluss und Schluckbeschwerden. Auch der Saftkontakt kann Haut und Augen reizen. Handschuhe beim Schneiden oder Umtopfen sind daher sinnvoll. 5 4

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Bei den Sorten im Gartenhandel stehen Panaschierung und Färbung im Vordergrund. White Butterfly zeigt eine breite silbrige Zeichnung in der Blattmitte. Pink Allusion und Neon Robusta bilden rosa- bis orangefarbenes Laub, dessen Farbe bei wenig Licht schwächer wird. Mini Pixie ist eine Zwergform mit kurzen Internodien. Keine dieser Bezeichnungen steht für eine eigene Art. 2

Häufige Verwechslungspartner sind:

  • Philodendron hederaceum, dessen junge herzförmige Blätter den pfeilförmigen Jugendblättern der Purpurtüte ähneln;
  • manche Xanthosoma-Arten, die jung ebenfalls pfeilförmige Blätter tragen;
  • Epipremnum aureum, eine weitere kletternde Zimmerpflanze, die ohne Blüten oder Früchte zur Unterscheidung oft verwechselt wird.

Das Entwicklungsstadium erleichtert die Unterscheidung erheblich: Ein einfaches pfeilförmiges Jugendblatt kann zwischen den Gattungen mehrdeutig bleiben. Bei fußförmig geteilten Blättern mit 5 bis 9 Teilblättchen passt von den genannten Vergleichspflanzen nur Syngonium podophyllum zu dieser Beschreibung.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Veränderliche Purpurtüte ein Philodendron?

Nein. Syngonium podophyllum gehört wie Philodendron zu den Araceae, bildet aber die eigene Gattung Syngonium. Verwechslungen entstehen vor allem durch die Ähnlichkeit der jungen pfeilförmigen Blätter beider Gattungen.

Warum sind die Blätter meiner Purpurtüte nicht geteilt?

Einfache pfeilförmige Blätter sind bei jungen Pflanzen normal. Getrennte Teilblättchen entstehen erst im Erwachsenenstadium, oft wenn die Pflanze an einer Stütze klettern kann.

Ist die Veränderliche Purpurtüte für Katzen und Hunde giftig?

Ja. Alle Pflanzenteile enthalten unlösliche Calciumoxalate. Die ASPCA stuft sie für Katzen, Hunde und Pferde als giftig ein. Nach dem Verschlucken können Reizungen im Maul und starker Speichelfluss auftreten.

Warum ist die Veränderliche Purpurtüte in Florida invasiv?

Nach dem Entweichen aus Zierpflanzenkultur bildet die Art in feuchten Gebieten dichte Bodenteppiche und klettert an Bäumen. FLEPPC führt sie in Kategorie 1. Der erste Nachweis in freier Natur stammt von 1966 aus dem Brevard County.

Woran erkennt man panaschierte Sorten?

White Butterfly, Pink Allusion und Albo-Variegatum sind gärtnerische Bezeichnungen für bestimmte Panaschierungen und keine eigenen Arten. Bei wenig Licht wird die Panaschierung häufig schwächer.

Blüht die Veränderliche Purpurtüte im Zimmer?

Im Topf ist die Blüte selten, bei einer erwachsenen kletternden Pflanze unter günstigen Klimabedingungen aber möglich. Der Blütenstand besteht aus einem etwa 8 cm langen weißen Kolben und einer zunächst grünlichen, später cremefarbenen Spatha.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.