Flieder 'Madame Lemoine' (Syringa vulgaris 'Madame Lemoine', Cultivar horticole de Syringa vulgaris)

Syringa vulgaris 'Madame Lemoine' ist eine weiß gefüllt blühende Sorte des Gemeinen Flieders aus der Familie Oleaceae. Ihre eigene gärtnerische Identität prägen die gefüllten weißen Blüten, der Frühlingsduft und eine mit Jugend und Unschuld verbundene Blumensymbolik.

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Wissenschaftlicher NameSyringa vulgaris 'Madame Lemoine'
GattungSyringa
OrdnungLamiales

Flieder 'Madame Lemoine' und Madame-Lemoine-Flieder

Identität
Toxizität
Ungiftig : Menschen, darunter Kinder, Katzen, Hunde und Pferde
Pflegeaufwand
Mäßig
Pflanzenart
Strauch · Pflanze für draußen · Zierpflanze
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Lebensraum
Gemäßigte Gärten, freie Hecken, Strauchbeete und Frühlingssträuße; Stammart aus dem Balkan
Jahresverlauf
Blütezeit
Frühling
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Vermehrung
Steckling, Transplantation, Abmoosen
Klima & Wasser
Winterhärte
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Bodenarten
Entwässerter Boden, Freies Land, Humusreicher Boden
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Außenbereich
Gartenbeet, Haie, Heckenrand, Garten mit Schnittblumen
Erscheinungsbild
Höhe250–450 cmBreite200–350 cm
Blätter
Grün
Blüten
Weiß

Identität

Syringa vulgaris 'Madame Lemoine' ist eine benannte, erkennbare Gartensorte des Gemeinen Flieders mit gefüllten weißen Blüten. In der Blumensymbolik besitzt dieser weiße Flieder eine eigene Bedeutung; seine konkrete Sortenidentität bleibt dabei entscheidend. 8 3

Botanisch gehört die Sorte zu Syringa vulgaris und damit zur Familie Oleaceae. POWO und IPNI beschreiben den Rahmen der Stammart; in Garten und Strauß behält die Sorte ihre eigene gärtnerische Identität. 1 2

Weißer Flieder steht in der Blumensprache für Unschuld, Jugend, Reinheit, Frühlingserinnerungen und Sträuße für festliche Anlässe. Diese Deutung beruht ebenso auf der Farbe wie auf der Art. 8

Mit 'Madame Lemoine' verbindet sich die große französische Fliederzüchtung des späten 19. Jahrhunderts. Genannt werden das Jahr 1890, reinweiße gefüllte Blüten und die Widmung an Marie-Louise Lemoine. 8 7

Erkennung

Zunächst zeigt die Pflanze den Wuchs des Gemeinen Flieders: ein sommergrüner Strauch mit gegenständigen, eiförmigen bis herzförmigen Blättern und aufrechten, im Alter rundlicher angeordneten Zweigen. Die Rispen erscheinen im Frühjahr. 4 6

Sortentypisch sind die gefüllten weißen Blüten. Ihre Rispen wirken voller als bei einem einfach blühenden weißen Flieder und entfalten eine ausgeprägte Wirkung als Strauß. 8 3

Unverzichtbar bleibt dabei der Duft. Die kurze, oft 15 bis 20 Tage dauernde Blüte prägt die Erinnerung an den Frühling stark über den Geruchssinn. 8

Eine Bestimmung allein anhand der Farbe reicht nicht. Zahlreiche weiße Flieder existieren; der Sortenname muss aus einem verlässlichen Etikett, einem dokumentierten Kauf oder einer Sammlung stammen und lässt sich nicht aus einer zufällig gesehenen weißen Rispe ableiten. 3

Den Zierwert bestimmt die dichte weiße Blüte. Eine Rispe von 'Madame Lemoine' soll voll und hell wirken, deutlich anders als bei einem einfach blühenden violetten Flieder. Das erklärt die Verwendung in Frühlingssträußen und bei festlichen Anlässen. 8

Nützliche Taxonomie

Die eindeutige Bezeichnung lautet Syringa vulgaris 'Madame Lemoine'. Einfache Anführungszeichen kennzeichnen einen Sortennamen, keine Art oder Unterart. 3

Als botanische Stammart gilt Syringa vulgaris L., der laut POWO im Balkan heimische Gemeine Flieder. Die Sorte übernimmt dessen allgemeine Ansprüche: gemäßigtes Klima, ausgeprägter Winter, Sonne, durchlässiger Boden und Schnitt nach der Blüte. 1 4

Art und Sorte müssen begrifflich unterscheidbar bleiben. Syringa vulgaris bezeichnet die Art, 'Madame Lemoine' hingegen eine bestimmte Sorte innerhalb dieser Art. 8

Für Pflege und Giftigkeit dienen die Angaben zum Gemeinen Flieder, sofern keine eigenen Daten die Sorte davon abgrenzen. Für Farbe, gefüllte Blüten und Geschichte bleibt dagegen der Sortenname maßgeblich. 5 3

Die Zuordnung zur Stammart darf den Sortennamen daher nicht verdrängen. Gärtnerisch benennt er die erwartete Blütenfarbe und Blütenform; botanisch bleibt die Sorte Teil von Syringa vulgaris. 1 8

Kultur

Für die Kultur eignen sich Sonne oder leichter Halbschatten, tiefgründiger, durchlässiger und im Frühjahr eher frischer Boden sowie ausreichend Platz für Luft um den Strauch. Reichliche Blüte verlangt ausgereiftes Holz und einen hinreichend ausgeprägten Winter. 4

Geschnitten wird bei Bedarf unmittelbar nach der Blüte. Ein später Schnitt im Sommer oder Winter entfernt einen Teil der bereits für das nächste Frühjahr angelegten Knospen. 4

Wie viele Flieder verträgt diese Sorte sauerstoffarme Böden und wiederholte starke Rückschnitte schlecht. Eine frei wachsende Hecke, eine sonnige Ecke oder ein breites Strauchbeet passen besser als ein enger, heißer Topf. 3

Sortenechte Vermehrung erfolgt auf vegetativem Weg. Sämlinge ergeben keine identische 'Madame Lemoine', sondern neue Fliederpflanzen, die interessant sein können, der Sorte aber nicht entsprechen. 3

Das geeignete Schnittfenster ist kurz: nach der Blüte und bevor die Pflanze zu viele Knospen für das Folgejahr vorbereitet. Häufig genügen das Entfernen verblühter Rispen, das Auslichten einiger alter Zweige und der Erhalt junger Triebe. 4

Verwendung

An erster Stelle steht der duftende weiße Frühlingsstrauß. Er verbindet die Sorte mit der Symbolik des weißen Flieders: Unschuld, Jugend, festliche Anlässe und persönliche Erinnerungen. 8

Im Garten passt sie in freie Hecken, als Einzelstrauch an einen Weg oder hinter Frühlingsstauden. Ihr Duft spricht für einen Platz an einem Fenster, Eingang oder häufig begangenen Bereich. 4

Innerhalb der Blumensprache verstärkt 'Madame Lemoine' die weiße Symbolik des Gemeinen Flieders. Sie vermittelt eine andere Bedeutung als mauvefarbener Flieder für erste Liebe oder rosa Flieder für Erinnerung. 8

Historisch erinnert die Sorte an die Züchtungen der Familie Lemoine. Große Rispen, ausgeprägter Duft, ausgewählte Farben und gefüllte Blüten prägten durch sie das Bild des französischen Gartenflieders. 7

Ihre symbolische Deutung ist genauer als die bloße Bezeichnung „weißer Flieder“. Das gefüllte Weiß vermittelt ein bewusst gestaltetes, fast zeremonielles Bild von Reinheit; mauvefarbener Flieder steht stärker für erste Liebe und Nostalgie. 8

Vorsicht

Aus der Zuordnung zum Gemeinen Flieder ergibt sich für diese Sorte die Einstufung als ungiftig. Die ASPCA führt den „Common Lilac“ als ungiftig für Hunde, Katzen und Pferde. 5

Vorsicht verlangen vor allem ähnliche Volksnamen. Das französische „lilas des Indes“ kann andere Pflanzen bezeichnen, darunter die giftige, mit Syringa nicht verwandte Melia azedarach. 8

Behandelte Blüten sollten ebenfalls nicht verzehrt werden. Auch wenn der Gemeine Flieder nicht als erheblich giftig gilt, machen Floristensträuße, Spritzmittel und Staub den Verzehr unnötig. 4

Sorgfalt bei Pflanzennamen zählt ebenso wie die Giftigkeit. Trägt eine „Flieder“ genannte Pflanze gelbe Beeren, gekräuselte Sommerblüten oder den Wuchs eines Tropenbaums, muss die tatsächliche Art geprüft werden, statt automatisch Syringa anzunehmen. 8

Für die Praxis bleibt Syringa vulgaris 'Madame Lemoine' eine eigenständige Sorte innerhalb des Gemeinen Flieders. Ihren besonderen Wert bestimmen gefülltes Weiß, die Geschichte der Familie Lemoine und die Symbolik des Frühlings. 8 3

Hauptquellen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.