Winter-Linde (Tilia cordata, Mill. 1768)

Winter-Linde (Tilia cordata Mill., 1768) ist ein großer sommergrüner Baum der Familie Malvaceae, der fast ganz Europa bis Zentralsibirien und den nördlichen Iran besiedelt. Von Tilia platyphyllos unterscheidet sie sich durch kleinere Blätter, spätere Blüte und dünnschalige, ungerippte Früchte.

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Wissenschaftlicher NameTilia cordata
GattungTilia
OrdnungMalvales

Winter-Linde, Winterlinde, Kleinblättrige Linde, Herzblättrige Linde, Small-leaved lime und Littleleaf linden

Identität
Toxizität
Keine bekannte Giftigkeit für Menschen und übliche Haustiere
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Baum · Laubbaum · Einheimischer Baum
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
Europäisches Frankreich einschließlich KorsikaVereinigtes KönigreichSkandinavienMitteleuropaKaukasusWest- und ZentralsibirienNördlicher Iran
Lebensraum
Gemäßigte Laubwälder, oft auf Kalkboden, Waldränder und Hecken; häufig als Straßenbaum gepflanzt
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Erntezeit
Sommer
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
4/10
Reifezeit
Mehrere Jahrzehnte bis zur entwickelten Krone; mehrere Jahrhunderte Lebensdauer
Kronendurchmesser
1000–2000 cm
Vermehrung
Aussaat, Abmoosen, Transplantation
Klima & Wasser
Tolerierter Temperaturbereich
Winterhärte
Windverträglichkeit
Nach dem Einwurzeln gut
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Bodenarten
Ton, Freies Land, Kreide
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne bis Halbschatten
Außenbereich
Offener Boden, Großer Garten, Park, Feldhecke
Erscheinungsbild
Höhe1500–3000 cmBreite1000–2000 cm
Blätter
GrünGelb
Winter-Linde (Tilia cordata): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Winter-Linde (Tilia cordata): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Winter-Linde (Tilia cordata): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Winter-Linde (Tilia cordata): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Winter-Linde (Tilia cordata): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißCreme
Winter-Linde (Tilia cordata): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Winter-Linde (Tilia cordata): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Winter-Linde (Tilia cordata): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Winter-Linde (Tilia cordata): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Winter-Linde (Tilia cordata): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
GrünBraun
Winter-Linde (Tilia cordata): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Winter-Linde (Tilia cordata): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Winter-Linde (Tilia cordata): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Winter-Linde (Tilia cordata): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Winter-Linde (Tilia cordata): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Winter-Linde (Tilia cordata): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Winter-Linde (Tilia cordata): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Winter-Linde (Tilia cordata): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Winter-Linde (Tilia cordata): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Winter-Linde (Tilia cordata): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Winter-Linde (Tilia cordata): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Winter-Linde (Tilia cordata): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Winter-Linde (Tilia cordata): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Winter-Linde (Tilia cordata): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Winter-Linde (Tilia cordata): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

POWO/WCVP gibt für Tilia cordata ein natürliches Areal von Europa bis Zentralsibirien und den nördlichen Iran an und erkennt drei Unterarten an. Das europäische Frankreich einschließlich Korsika liegt in diesem Areal; die Art wird dort aber auch weit außerhalb ihrer natürlichen Standorte gepflanzt, insbesondere als Straßenbaum.

  • Heimisch7
  • Europäisches Frankreich einschließlich Korsika
  • Vereinigtes Königreich
  • Skandinavien
  • Mitteleuropa
  • Kaukasus
  • West- und Zentralsibirien
  • Nördlicher Iran

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Winter-Linde (Tilia cordata Mill., 1768) bezeichnet eine akzeptierte Art der Gattung Tilia in der Familie Malvaceae. POWO/WCVP ordnet den Namen Philip Millers Veröffentlichung von 1768 zu und beschreibt ein gemäßigtes natürliches Areal von Europa bis Zentralsibirien und den nördlichen Iran. 1

Die Gattungsbezeichnung soll auf ein altes griechisches Wort für Ulme oder Schwarz-Pappel zurückgehen. Das Artepitheton cordata beschreibt den herzförmigen Grund der Blattspreite. Dieses an jedem ausgewachsenen Blatt sichtbare Merkmal erklärt die französische Bezeichnung „tilleul à feuilles en cœur“, die neben „tilleul à petites feuilles“ und „tilleul des bois“ verwendet wird. Deutsche Namen sind auch Kleinblättrige Linde und Herzblättrige Linde. 4 5

Englisch heißen diese Bäume vor allem Small-leaved lime und Littleleaf linden. Die deutsche Bezeichnung Winterlinde verweist darauf, dass Tilia cordata nach ihrer Verwandten Tilia platyphyllos, der Sommer-Linde, blüht. 4 2

Erkennung

Eine dichte Krone kennzeichnet den großen sommergrünen Baum Tilia cordata. Bei gepflanzten Exemplaren werden meist 15 bis 25 m, bei den ältesten Waldbäumen bis 30 m Höhe angegeben. Der junge Stamm ist glatt und graubraun; später wird er rissig und bildet am Grund oft Stockausschläge. 2 4

Für die Gattung kleine Blätter von 3 bis 8 cm Länge sind herzförmig, am Grund stark asymmetrisch und am Rand fein gezähnt. Auf der Unterseite sitzen in den Achseln der Seitennerven rostrote bis rotbraune Haarbüschel. Dadurch unterscheidet sich die Art von Tilia platyphyllos, deren Haarbüschel weißlich sind. 4 2

Spät im Juni und Juli bilden sich hängende Zymen aus wenigen stark duftenden, cremeweißen Blüten. Sie werden von einem langen, hellgrünen, zungenförmigen Hochblatt getragen. Die anschließenden kleinen Früchte sind dünnschalig, glatt oder kaum gerippt; bei Tilia platyphyllos sind sie dagegen dickschaliger und deutlich gerippt. Dieses Merkmal eignet sich besonders gut, um die Arten an einem fruchtenden Zweig zu unterscheiden. 3 2

Taxonomie und Namen

Der verlässliche taxonomische Bezug ist Tilia cordata Mill. POWO/WCVP erkennt drei Unterarten an: Tilia cordata subsp. cordata als typische Form und zwei weiter östlich verbreitete Formen mit Bezug zu Sibirien. Heute wird die Art der Familie Malvaceae zugeordnet, nachdem im Gartenbau lange die frühere Familie Tiliaceae verwendet wurde. 1

Unter Tilia microphylla, Tilia ulmifolia und dem häufigen Synonym Tilia parvifolia findet sich dieselbe Art in älteren Werken oder Katalogen. Der akzeptierte Name Tilia cordata bleibt davon unberührt. 4 2

Innerhalb der Gattung Tilia entstehen leicht Hybriden. Tilia cordata und Tilia platyphyllos bilden Tilia × europaea, die in Europa am häufigsten in städtischen Baumreihen gepflanzte Hybride. Ihre Häufigkeit erklärt, weshalb viele Straßenlinden im engeren Sinn keine Tilia cordata sind. 4 3

Lebensraum und Verbreitung

Ein sehr weites natürliches Areal weist POWO/WCVP der Art zu: von Westeuropa bis Zentralsibirien und in den nördlichen Iran. Das europäische Frankreich einschließlich Korsika liegt darin, ebenso das Vereinigte Königreich, Skandinavien und Mitteleuropa. 1

An Waldstandorten wächst die Winter-Linde vor allem auf fruchtbaren, häufig kalkhaltigen Böden. Regelmäßig wird sie von Kalkhängen und Kalkfelsen genannt, wo guter Wasserabzug mit einer ausreichenden Wasserversorgung in der Tiefe zusammentrifft. 3

Außerhalb natürlicher Waldstandorte wird Tilia cordata im gemäßigten Klima in großem Umfang als Allee- und Parkbaum gepflanzt, auch in Nordamerika, das nicht zu ihrem natürlichen Areal gehört. Dieses Nebeneinander natürlicher und gärtnerischer Vorkommen trägt zu Verwechslungen mit Tilia × europaea bei. 4 8

Lebenszyklus, Ökologie und Kultur

Wenn die meisten großen Heckengehölze bereits verblüht sind, bietet die späte Sommerblüte der Winter-Linde noch wertvollen Nektar. Für Bestäuber ist sie deshalb gerade zu einer Zeit wichtig, in der das Blütenangebot bereits abnimmt. 3

Vor einer Pflanzung im Garten oder in einer Baumreihe steht die Platzfrage: Die dichte, breite Krone übersteigt rasch den Maßstab eines kleinen Grundstücks. Fehlt ausreichender Raum, können bei schlecht bemessenen Stadtpflanzungen gehemmtes Wachstum, absterbende Blattränder oder Windschäden an unzureichend verwurzelten Bäumen auftreten. 4

Die ursprüngliche Form lässt sich durch Aussaat vermehren. Um die Samenruhe zu brechen, ist eine mehrmonatige Kaltstratifikation nötig. Sorten wie 'Greenspire' und 'Winter Orange' fallen aus Samen nicht sortenecht und werden durch Veredelung oder Absenker vermehrt. 4

Nutzen und Risiken

Am besten dokumentiert ist die Verwendung als Blütentee aus frisch getrockneten Blüten und dem zugehörigen Hochblatt. Phytotherapeutische Quellen schreiben diesem Aufguss krampflösende, schweißtreibende und leicht beruhigende Eigenschaften zu; eine medizinisch bestätigte Behandlung ist er damit nicht. 3

Eine dokumentierte Vorsichtsmaßnahme betrifft das Alter der geernteten Blüten. Zu lange gelagerte Blüten sollen leicht narkotische Eigenschaften entwickeln; von ihrer regelmäßigen Verwendung als Tee wird abgeraten. Ansonsten nennen die herangezogenen Angaben keine bekannte Giftigkeit für Menschen, Katzen oder Hunde. 3 7

Für Schnitz- und Drechselarbeiten ist das helle, weiche Holz von Tilia cordata gefragt, weil sein feines, gleichmäßiges Gefüge sich ohne Splittern bearbeiten lässt. Der faserige Bast ihrer Rinde wurde lange zu Seilen versponnen. Auf das alte Wort lind, das sowohl Baum als auch Faser bezeichnete, geht der englische Name lime zurück. 8 4

Sorten und Verwechslungen

Zu den gärtnerisch beschriebenen Sorten gehört 'Greenspire', wegen des regelmäßigen pyramidenförmigen Wuchses und der Verträglichkeit von Straßenbedingungen am häufigsten für Baumreihen gewählt. 'Winter Orange' zeigt im Winter auffällige junge orangefarbene Zweige, 'Rancho' wächst kompakter. Der in Baumschulen bisweilen für schmalere Formen angebotene Name 'Erecta' bleibt je nach Anbieter zu prüfen. Wie die übrigen Sorten gehört er zur gärtnerischen Auslese und nicht zum von POWO beschriebenen natürlichen Areal. 4

Besonders leicht wird die Winter-Linde mit Tilia platyphyllos, der Sommer-Linde, verwechselt. Letztere hat größere Blätter mit weißlichen Haarbüscheln, blüht früher und trägt dickschalige, deutlich gerippte Früchte. Viele Straßenbäume gehören tatsächlich zur Hybride Tilia × europaea, die häufig reichlich Blattlaushonigtau und zahlreiche Ausschläge am Stammgrund zeigt. 2 4

Bei der Bestimmung vor Ort ist die Kombination von Blattgröße, Farbe der Haarbüschel, Blühzeit und Fruchtbeschaffenheit am zuverlässigsten. Ein einziges Merkmal an einem tief sitzenden Zweig oder einem Ausschlag reicht als Vergleich weniger gut aus. 2 3

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Winter-Linde giftig?

Nein. Die herangezogenen Angaben nennen keine bekannte Giftigkeit für Menschen, Katzen oder Hunde. Als einzige dokumentierte Vorsichtsmaßnahme wird genannt, dass Tee aus zu alten Blüten leicht narkotisch wirken kann.

Wie unterscheidet man Tilia cordata von Tilia platyphyllos?

Die Winter-Linde trägt kleinere Blätter, blüht später im Juni und Juli und bildet dünnschalige Früchte ohne ausgeprägte Rippen. Die Sommer-Linde blüht früher; ihre Früchte sind dickschaliger und deutlich gerippt.

Sind Linden in der Stadt immer Tilia cordata?

Nicht immer. Viele Straßenbaumreihen bestehen aus Tilia × europaea, einer natürlichen Hybride aus Tilia cordata und Tilia platyphyllos, die für reichlich Honigtau unter der Krone bekannt ist.

Kann man Lindenblüten als Tee verwenden?

Ja, dies ist die am besten dokumentierte traditionelle Verwendung. Frisch getrocknete Blüten werden aufgegossen. Die Quellen raten davon ab, zu alte Blüten aufzubewahren: Sie verlieren an Qualität und können leicht narkotisch werden.

Eignet sich die Winter-Linde für einen kleinen Garten?

Selten. Die Art erreicht gewöhnlich 15 bis 30 m und bildet eine breite Krone. Sie eignet sich eher für Parks, große Gärten und Baumreihen als für ein kleines Stadtgrundstück.

Ist die Winter-Linde in Frankreich heimisch?

Ja. POWO/WCVP zählt Frankreich ebenso wie das Vereinigte Königreich, Skandinavien und Mitteleuropa zum europäischen natürlichen Areal der Art.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.