Red valerian (Valeriana rubra, )
Valeriana rubra bezeichnet das botanische Taxon im Umfeld der als Centranthus ruber bekannten roten Mauerpflanze. Bei dieser Caprifoliaceae stehen die Namensgeschichte und die gärtnerische Nutzung im Vordergrund: Sie wächst an Mauern, trockenen Hängen und in Fugen und bietet über eine lange Saison rote Blüten.
WeiterlesenRed valerian






© Foto
Jacek Pietruszewski · cc-by
Andreas Stiller · cc-by
zebedeugalinha · cc-by
© copyright of the Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew.
Identität
Valeriana rubra steht im Zusammenhang mit der roten Mauerpflanze, die gärtnerisch meist als Centranthus ruber bezeichnet wird. Unter diesem gebräuchlichen Namen ist sie vor allem als Blütenpflanze für alte Mauern und trockene Hänge bekannt. Die Verbindung dieser Namen ist für ihre gärtnerische Einordnung wesentlich. 8 6
Die taxonomische Zuordnung von Valeriana rubra L. führt zur Familie der Caprifoliaceae und zur Gattung Valeriana. POWO, WFO, IPNI und Wikidata liefern den nomenklatorischen Rahmen zu diesem Namen. Sie sind die Bezugspunkte, um die Benennung der Pflanze nachzuvollziehen. 2 3 4 1
Für die Gartennutzung stehen die Eigenschaften der roten Fugenpflanze im Vordergrund. Sie ist genügsam und blütenreich und kann in armen, steinigen und ausgesprochen gut durchlässigen Böden leben. Gerade diese Fähigkeit erklärt ihren Einsatz an Stellen, die für anspruchsvollere Blütenpflanzen wenig geeignet sind. 8 5
Die entscheidende Schwierigkeit liegt somit bei der Benennung. Als rote Blütenpflanze für Mauern ist ihre Verwendung klar umrissen. Der Name Valeriana rubra muss dabei in seinem Zusammenhang mit der gärtnerisch bekannten roten Mauerpflanze verstanden werden, damit ihre Benennung und ihr Einsatz nachvollziehbar bleiben. 8
Erkennungsmerkmale
Die rote Mauerpflanze bildet aufrechte Horste mit verzweigten Stängeln, gegenständigen Blättern und endständigen roten, rosa oder gelegentlich weißen Blütenständen. Bei warmem Standort und gutem Wasserabzug hält ihre Blüte lange an. Blütenfarbe allein reicht deshalb nicht aus, um sie sicher anzusprechen. 7 6
Fugen, niedrige Mauern und trockene Böschungen sind charakteristische Wuchsorte. Diese Standortbindung ist für die Erkennung beinahe ebenso aussagekräftig wie die rote Blüte. Die Pflanze sucht Sonne und offene Stellen und kommt mit wenig gärtnerischer Betreuung aus. 8
In einem sehr sorgfältig geordneten Garten kann ihr Wuchs umherwandernd wirken. Im mediterranen Garten, in einer Steinanlage oder an einem mageren Hang wird dieselbe Beweglichkeit zur erwünschten Eigenschaft. Ob sie passend wirkt, hängt deshalb stark von der Gestaltung ihrer Umgebung ab. 5
Ein gutes Erkennungsmerkmal ist die Verbindung lockerer roter Blütenstände, gegenständiger Blätter und der Fähigkeit, in trockenen Mauerfugen zu wachsen. Eine andere rot blühende Pflanze, die nährstoffreichen Boden braucht, erfüllt gärtnerisch nicht dieselbe Aufgabe. 8
Wissenswerte Taxonomie
Die hier maßgebliche Bezeichnung lautet Valeriana rubra L. Für die rote Mauerpflanze wird zugleich Centranthus ruber verwendet. Dies ist als Zusammenhang von Namen innerhalb der Garten- und Nomenklaturgeschichte zu verstehen. Bei der Bestimmung sollte dieser Zusammenhang ausdrücklich berücksichtigt werden. 2 8
Unter den Caprifoliaceae werden heute mehrere Entwicklungslinien zusammengefasst, die früher anders behandelt wurden. Das erklärt, weshalb die Namen der roten Mauerpflanze überraschen können. Verschiedene Benennungen derselben gärtnerisch gemeinten Gestalt sollten nicht dazu verleiten, daraus zwei unterschiedliche Gartenpflanzen abzuleiten. 3 6
Im französischen Gartenbau meint der Name valériane rouge meist den Formenkreis von Centranthus ruber. Die wissenschaftliche Bezeichnung Valeriana rubra bleibt für das hier behandelte Taxon der Bezugspunkt. Ein volkstümlicher oder gärtnerischer Name allein reicht daher nicht aus, um den nomenklatorischen Zusammenhang zu klären. 8 5
Für die praktische Einordnung muss der botanische Name geprüft werden. Die Kultur richtet sich zugleich nach der roten Mauerpflanze trockener Hänge und magerer Gärten. Die Namensfrage verändert diese Standortbeschreibung nicht und sollte beim Pflanzenkauf bewusst mitbedacht werden. 7
Kultur
Volle Sonne, armer bis mäßig nährstoffreicher und sehr durchlässiger Boden sowie wenig Wasser nach dem Anwachsen bestimmen die Kultur. Zu viel Nährstoffreichtum oder Feuchtigkeit führt zu weichen, weniger langlebigen Horsten. Der Wasserabzug ist deshalb ein zentrales Merkmal eines geeigneten Platzes. 8 5
Geeignet sind Fugen, Kiesflächen, alte Mauern, Steinanlagen und Böschungen. An solchen Stellen kann diese Pflanze rote Blüten bieten, wo viele andere rot blühende Arten zu viel Wasser, Bodenraum oder Pflege verlangen würden. Ihre Genügsamkeit macht sie gerade für diese schwierigen Pflanzplätze interessant. 8
Reichliche Selbstaussaat ist möglich. Wer einen Teil der verblühten Stängel abschneidet, begrenzt die Verbreitung. Einige verbleibende Stängel bieten Insekten Nahrung und erhalten den natürlichen Eindruck. Wie viel davon stehen bleiben darf, hängt vom verfügbaren Raum und vom gewünschten Gartenbild ab. 7
Der Pflegeumfang richtet sich nach dem Gartenstil. In streng gestalteten Pflanzungen wird stärker aufgeräumt. Im Trockengarten lässt sich das Wandern der Pflanze eher zulassen; dort genügt es, einzelne ungünstig stehende Sämlinge zu entfernen. Beide Vorgehensweisen gehen von derselben Neigung zur Ausbreitung aus. 5
Der Bodenunterschied prägt die Gestalt deutlich. In nährstoffreicher, bewässerter Erde wird die Pflanze oft hoch, weich und weniger ansprechend. In einer mageren Fuge bleibt sie kompakter und entspricht eher dem typischen Bild einer Mauerpflanze. Eine üppige Versorgung verbessert ihr Erscheinungsbild daher nicht zwangsläufig. 8
Zur Verjüngung dienen kontrolliert aufkommende Sämlinge oder die Teilung noch kräftiger Horste. Bleiben ausschließlich sehr alte, verholzte Exemplare stehen, wirkt die Pflanzung ärmer. Einige nachrückende Jungpflanzen halten den roten Blütenaspekt lebendig und ersetzen allmählich nachlassende alte Pflanzen. 7
Verwendung
Vor allem liefert die Pflanze rote Blüten auf schwierigem Boden. Für Mauern, trockene Hänge und magere Gärten eignet sie sich gerade deshalb, weil sie keine perfekten Gartenbedingungen benötigt. Ihr gärtnerischer Wert liegt in dieser Verbindung aus Blütenwirkung und bescheidenen Standortansprüchen. 8
Außerdem vermittelt sie zwischen gebauter Umgebung und Vegetation. Mauerfüße, Treppen, Kiesflächen, Terrassenränder und obere Hangbereiche sind mögliche Einsatzorte. Ihre Blüte lässt harte mineralische Flächen weicher wirken und schafft einen lockeren Übergang, ohne dass dort eine anspruchsvolle Beetpflanzung erforderlich wäre. 5
Für Bestäuber sind die über längere Zeit erscheinenden Blütenstände nützlich. Dies gilt besonders in trockenen Gärten, in denen sommerliche Nahrungsquellen knapp werden können. Ihre lange Blütenwirkung hat damit neben dem gestalterischen auch einen Nutzen für blütenbesuchende Insekten. 7
Eine passende gestalterische Kombination entsteht mit grauem Laub, Gräsern, Lavendel, Salbei oder Nelken. Die Pflanze bringt ein lebendiges Rot ein, das weniger förmlich wirkt als die Blüten von Dahlien oder Gladiolen. Diese lockere Wirkung passt zu ihrem beweglichen Wuchs. 8
Im Strauß ersetzt ihre leichte Erscheinung keine großen Schnittblumen, kann aber eine freie Note beisteuern. Sie wirkt besser neben stärker gegliederten Stängeln als als einzige Hauptblume. Das gilt besonders dann, wenn die Blütenstände bereits in einem weit fortgeschrittenen Blühstadium geschnitten werden. 5
Vorsicht
Für Valeriana rubra wird ein geringer Vorsichtsbedarf festgehalten. Auf den Verzehr sollte verzichtet werden. Aufmerksamkeit verdienen vor allem Namensverwechslungen mit medizinisch verwendeten Baldrianarten oder anderen rot blühenden Hangpflanzen. Eine gärtnerische Ähnlichkeit allein begründet keine entsprechende Verwendung als Heilpflanze. 2
Die gärtnerische Vorsicht betrifft besonders die Selbstaussaat. In mildem Klima und auf sehr günstigen Böden kann sich die Pflanze stärker als vorgesehen ansiedeln. Wer ein kontrolliertes Beet erhalten möchte, muss die Blütenstände deshalb vor der Samenreife abschneiden. 5
Der Unterschied zwischen den Bezeichnungen Valeriana rubra und Centranthus ruber sollte dazu anregen, Etiketten zu prüfen. Er ist kein Grund, die Pflanze bei der Bestimmung zu übergehen. Eine für die Mauer gekaufte rote Blütenpflanze sollte anhand ihres vollständigen Namens verfolgt werden. 8
Bei kleinen Flächen verlangt auch die Nachbarschaft Aufmerksamkeit. Eine Pflanze, die sich in Kies selbst aussäen kann, mag am Mauerfuß ideal sein, in einer Alpinensammlung oder einem streng geordneten Beet jedoch stören. Ein passender Standort erspart später viel Arbeit beim Entfernen unerwünschter Sämlinge. 5
Der Name Valeriana rubra bleibt der Bezugspunkt für das behandelte Taxon. Seine Verbindung zur als Centranthus ruber bekannten Mauerpflanze muss nachvollziehbar bleiben. Der Unterschied in der Benennung soll die gärtnerische Zuordnung erklären und keine vermeintlich zweite Pflanze mit denselben beschriebenen Standortansprüchen entstehen lassen. 8 2
Hauptquellen
- Wikidata, Valeriana rubra
- Plants of the World Online / Kew, Valeriana rubra
- World Flora Online, Valeriana rubra
- International Plant Names Index, Valeriana rubra
- Royal Horticultural Society, Suchergebnisse zu red valerian
- Wikipedia EN, Centranthus ruber
- NC State Extension, Centranthus ruber
- Floralens, Auswahl rot blühender Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.


