Weiß-Tanne (Abies alba, )
Weiß-Tanne (Abies alba) ist ein großer Nadelbaum aus der Familie der Pinaceae. Sie stammt aus den Bergwäldern Mittel- und Südeuropas, von den Pyrenäen bis zu den Karpaten und dem nördlichen Balkan. Flache, nicht stechende Nadeln sitzen unmittelbar am Zweig. Die aufrechten Zapfen zerfallen bei Reife am Baum, statt als Ganzes abzufallen.
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Abies alba reicht von Frankreich bis zu den Karpaten und dem nördlichen Balkan, mit getrennten Vorkommen in den Pyrenäen, der Normandie, auf Korsika und im italienischen Apennin. Die Art kommt in etwa zwanzig europäischen Ländern von Albanien bis zur Ukraine vor, meist in 500 bis 1 500 m, gelegentlich 300 bis 2 000 m Höhe. Seit ihrer Einführung in Großbritannien im frühen 17. Jahrhundert wird sie dort forstlich und als Zierbaum kultiviert.
- Heimisch8
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- Italien
- Polen
- Bosnien und Herzegowina
- Spanien
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Weiß-Tanne (Abies alba Mill., 1756), auch Weißtanne geschrieben, ist ein großer Nadelbaum der Familie Pinaceae und der Gattung Abies. Carl von Linné beschrieb die Art 1753 zunächst als Pinus picea. Philip Miller stellte sie 1756 in die Gattung Abies; diese Kombination wird als akzeptierter Name geführt. 1 2
Auf die glatte, silbrige Rinde junger Bäume verweist der Name Weiß-Tanne. Sie liefert bereits ein Unterscheidungsmerkmal gegenüber der Gemeinen Fichte (Picea abies), mit der die Art im Bergwald oft verwechselt wird. Der französische Name „sapin pectiné“ beschreibt dagegen die kammartig geordneten Nadelreihen; er geht auf lateinisch pecten, „Kamm“, zurück. 7
Erkennung
Flache, nicht stechende Nadeln von 1,5 bis 3 cm Länge kennzeichnen Abies alba. Sie sind an der Spitze abgerundet oder leicht eingekerbt und sitzen ohne holziges Blattkissen unmittelbar am Zweig. Die Oberseite glänzt dunkelgrün; auf der Unterseite stehen zwei deutlich sichtbare weiße Spaltöffnungsbänder, die ebenfalls an den Namen Weiß-Tanne erinnern. 8 7
Aufrechte, zylindrische Zapfen werden 10 bis 20 cm lang. Anders als Fichtenzapfen fallen sie nicht im Ganzen ab: Bei Reife zerfallen sie am Baum, geben Schuppen und geflügelte Samen frei und hinterlassen nur eine stehenbleibende zentrale Achse. 8
An jungen Bäumen ist die Rinde glatt und graubraun mit Harztaschen; im Alter wird sie silbergrau und reißt in Platten auf. Eine tief reichende Pfahlwurzel verankert den Baum deutlich besser gegen Wind als das flache Wurzelsystem der Fichte. 7
Nützliche Taxonomie
Die heute akzeptierte Kombination Abies alba geht auf die Umstellung einer früheren Benennung zurück. Linné hatte die Art 1753 als Pinus picea beschrieben; Miller überführte sie 1756 in seinem Gardeners Dictionary in die Gattung Abies. Zu den wichtigen Synonymen zählen:
- Pinus picea L., das Basionym
- Abies pectinata DC., lange in Europa gebräuchlich
- Abies alba subsp. apennina Brullo, Scelsi & Spamp., als Unterart benannter Name
Zur eindeutigen Zuordnung dient weiterhin der akzeptierte wissenschaftliche Name Abies alba. Die Gattung Abies umfasst rund fünfzig Nadelbaumarten der Nordhalbkugel. Nadeln ohne Blattkissen und aufrechte, am Baum zerfallende Zapfen trennen sie von der Gattung Picea. 1 2
Lebensraum und Verbreitung
Von Frankreich bis zu den Karpaten und dem nördlichen Balkan reicht das natürliche Areal von Abies alba. Getrennte Populationen wachsen in den Pyrenäen, der Normandie, auf Korsika und im italienischen Apennin. Die Art kommt in etwa zwanzig europäischen Ländern von Albanien bis zur Ukraine vor, meist in 500 bis 1 500 m, gelegentlich 300 bis 2 000 m Höhe. 8 4
Reine Tannenbestände und Mischwälder mit Gemeiner Fichte und Buche entstehen auf frischen bis feuchten Kalk- oder Silikatböden. Unter europäischen Nadelbäumen ist die Art außergewöhnlich schattenverträglich: Jungbäume können jahrelang im Unterstand verbleiben, bevor sie das Kronendach erreichen. Seit der Einführung nach Großbritannien im frühen 17. Jahrhundert prägt sie auch große Parks und schottische Gutswälder. 4 8
Je nach Herkunft erträgt die Weiß-Tanne Kälte bis −30 °C, entsprechend der angegebenen Winterhärte USDA 4 bis 7. Das begünstigt ihr dauerhaftes Vorkommen im Gebirge. Gegen Luftverschmutzung und anhaltende Sommertrockenheit ist sie empfindlich. Wie benachbarte Fichten werden geschwächte Bäume anfälliger für Schädlinge. 3
Lebenszyklus und Vermehrung
Botanisch ist Abies alba ein einhäusiger Nacktsamer: Jeder Baum trägt getrennte männliche und weibliche Zapfen, die Bestäubung erfolgt durch Wind. Die Blüte liegt im Frühjahr, im April und Mai. Die Samen reifen im Herbst, im September und Oktober, bevor die Zapfen am Baum zerfallen. 4
In den ersten Jahren wächst die Weiß-Tanne langsam und bildet vor allem ihre Pfahlwurzel aus. Sobald diese etabliert ist, beschleunigt sich das Wachstum deutlich. Die Fortpflanzungsreife und die ersten regelmäßig gebildeten Zapfen werden erst mit dreißig bis sechzig Jahren erreicht. 4 7
Zur Aussaat werden die geflügelten Samen einer Kältestratifikation unterzogen; anschließend keimen sie in sechs bis acht Wochen. Ziersorten wie Pendula und Pyramidalis werden auf Unterlagen der Wildart veredelt, damit ihre besondere Wuchsform erhalten bleibt. 4 3
Nutzen und Risiken
Forstwirtschaftlich ist die Weiß-Tanne eine wichtige Baumart. Ihr helles, leichtes Holz dient als Bau- und Tischlerholz sowie zur Herstellung von Zellstoff. Das Harz lieferte lange das Straßburger Terpentin. Getrocknete und gemahlene innere Rinde wurde in Notzeiten sogar als Nahrungszusatz mit Getreidemehl vermischt. 4
Knospen, Rinde, Nadeln und Harz werden traditionell in Zubereitungen mit antiseptischen, balsamischen und schleimlösenden Eigenschaften verwendet, etwa bei Erkältung, Husten und Bronchitis. Bei Verschlucken gilt Abies alba für Menschen und Haustiere als nicht giftig. Wiederholter Hautkontakt mit Harz kann allerdings die Haut reizen. 4
Als Weihnachtsbaum wurde die Art lange verkauft. Zwerg- und Hängeformen werden außerdem als Solitärbäume gepflanzt; in der Landschaftsgestaltung wird auch ihre Widerstandsfähigkeit gegen Hirschartige geschätzt. 7
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Mehrere Dutzend gärtnerische Sorten sind bekannt, überwiegend zwergig oder kompakt. Pendula besitzt auf Stamm veredelte Hängezweige; Pyramidalis und Fastigiata wachsen schmal aufrecht. Die seltenere Tortuosa bildet verdrehte Zweige und eine unregelmäßige Krone. 7 8
Am häufigsten wird die Art mit der Gemeinen Fichte (Picea abies) verwechselt. Deren stechende Nadeln auf Blattkissen und hängende, im Ganzen abfallende Zapfen unterscheiden sie deutlich. Die als Weihnachtsbaum verbreitete Nordmann-Tanne (Abies nordmanniana) hat eine ähnliche Grundgestalt, trägt jedoch längere, weichere Nadeln ohne dieselben ausgeprägten weißen Bänder.
Das größte dokumentierte Exemplar von Abies alba wurde 2019 im Nationalpark Biogradska Gora in Montenegro mit knapp 60 m Höhe und mehr als 2 m Stammdurchmesser gemessen. Der höchste erfasste Baum im Vereinigten Königreich erreichte 2013 in Perthshire 53 m. 8
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Abies alba Mill.
- International Plant Names Index, Abies alba Mill.
- Royal Horticultural Society, Abies alba - Weiß-Tanne
- Plants For A Future, Abies alba
- Tela Botanica, Abies alba Mill.
- INPN / MNHN, Abies alba Mill., 1756 (cd_nom 79319)
- NC State Extension, Abies alba (Weiß-Tanne)
- Trees and Shrubs Online / International Dendrology Society, Abies alba
Häufig gestellte Fragen
Ist die Weiß-Tanne eine Fichte?
Nein. Abies alba gehört zur Gattung Abies, die von der Fichtengattung Picea verschieden ist. Flache Nadeln ohne Blattkissen und aufrechte, am Baum zerfallende Zapfen erleichtern die Unterscheidung.
Ist die Weiß-Tanne giftig?
Nein, die Art ist für Menschen und Haustiere nicht giftig. Nur das Harz kann bei längerem Hautkontakt reizen, wie bei den meisten harzreichen Nadelbäumen.
Warum findet man Tannenzapfen nicht im Ganzen am Boden?
Die aufrechten Zapfen der Weiß-Tanne zerfallen bei Reife direkt am Baum und geben Schuppen sowie geflügelte Samen frei. Nur die zentrale Achse bleibt am Zweig. Die hängenden Zapfen der Fichte fallen dagegen im Ganzen ab.
Wie groß kann eine Weiß-Tanne werden?
Ausgewachsene Bäume überschreiten häufig 30 bis 40 m. Das größte dokumentierte Exemplar wurde 2019 in Montenegro gemessen und erreichte knapp 60 m bei mehr als 2 m Stammdurchmesser.
Wie unterscheidet man Weiß-Tanne und Gemeine Fichte?
Tannennadeln sind flach, an der Spitze abgerundet und sitzen ohne Blattkissen direkt am Zweig. Fichtennadeln stechen und stehen auf kleinen Blattkissen. Tannenzapfen sind aufrecht, Fichtenzapfen hängen und fallen als Ganzes ab.
Ist die Weiß-Tanne gefährdet?
Auf europäischer Ebene gilt sie nicht als gefährdete Art. Luftverschmutzung und anhaltende Sommertrockenheit können sie jedoch örtlich schwächen und anfälliger für Schädlinge machen.
Wächst die Weiß-Tanne auch im Tiefland?
Wild kommt sie dort selten vor; einzelne getrennte Bestände existieren in niedrigen Lagen, etwa in der Normandie. Bei forstlichem Anbau außerhalb ihrer natürlichen Gebirgslagen bleibt sie stärker trockenheitsgefährdet.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.





