See-Kiefer (Pinus pinaster, Aiton 1789)

See-Kiefer (Pinus pinaster) ist ein großer Nadelbaum aus der Familie der Pinaceae, der aus dem westlichen Mittelmeerraum und dem atlantischen Südwesteuropa stammt. Auch Bordeaux-Kiefer genannt, wächst er rasch und trägt lange Nadeln zu zweit sowie große kegelförmige Zapfen. Die Art prägt den Wald der Landes de Gascogne und wird dort wegen ihres Holzes und Harzes genutzt.

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Wissenschaftlicher NamePinus pinaster
GattungPinus
OrdnungPinales

See-Kiefer, Bordeaux-Kiefer, Strand-Kiefer, Meer-Kiefer, Maritime pine und Cluster pine

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Nadelbaum · Baum
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
FrankreichSpanienPortugalItalienMarokkoAlgerien
Lebensraum
Sandböden, Küstendünen, saure Heiden und trockene tiefe Hanglagen unter atlantischem oder mediterranem Einfluss
Jahresverlauf
Jahreszeit
Frühling
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Mehrere Jahrzehnte bis zur endgültigen Größe und Kronenform
Vermehrung
Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut, verträgt exponierte Küstenstandorte
Luftfeuchtigkeit
30–60 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Gut entwässerter Boden, Mineralischer drainierender Boden, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Außenbereich
Gartenbeet, Offener Boden
Pflanzgefäße
Großes Becken
Erscheinungsbild
Höhe2000–3000 cmBreite600–800 cm
Blätter
Grün
Früchte
GrünBraun
Wuchsform
See-Kiefer (Pinus pinaster): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Rinde
BraunRot

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Pinus pinaster umfasst den westlichen Mittelmeerraum und das atlantische Südwesteuropa mit Portugal, Spanien, Frankreich und Italien sowie Nordwestafrika. Außerhalb dieses Areals wurde die See-Kiefer forstlich stark angebaut und ist etwa in Südafrika und Australien verwildert, wo sie örtlich als invasiv gilt. Diese Einführungsgebiete sind vom mediterran-atlantischen Ursprungsareal zu unterscheiden.

  • Heimisch6
  • Invasiv2
  • Europäisches Frankreich
  • Spanien
  • Portugal
  • Italien
  • Marokko
  • Algerien
  • Südafrika
  • Australien

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

See-Kiefer (Pinus pinaster Aiton, 1789), auch Bordeaux-Kiefer, Strand-Kiefer oder Meer-Kiefer genannt, ist ein großer Nadelbaum der Familie Pinaceae aus der Gattung Pinus. Die schnellwüchsige Art stammt aus dem westlichen Mittelmeerraum und dem atlantischen Südwesteuropa, wo sie sandige, saure Küstenböden besiedelt. Auch die englischen Namen Maritime pine und Cluster pine bezeichnen diese Art. 1 5

Mit den Landes de Gascogne ist die See-Kiefer in Frankreich besonders eng verbunden. In diesem größten zusammenhängenden Waldgebiet Westeuropas wurde sie in großem Umfang angepflanzt. Sie liefert Holz und Harz und dient auf sandigen Küstenstandorten auch als Zierbaum und Windschutz. 8 7

Erkennung

Lange, dunkelgrüne Nadelpaare kennzeichnen Pinus pinaster: Die steifen, etwas dicken Nadeln werden 10 bis 20 cm lang und zählen damit zu den längsten europäischer Kiefern. Sie bleiben mehrere Jahre am Baum und verleihen der Krone eine dichte, dunkle Struktur. 4 3

Die großen, symmetrischen Zapfen sind kegelförmig und 10 bis 18 cm lang. Anfangs grün, werden sie bei der Reife nach etwa zwei Jahren glänzend braun. Häufig bleiben sie mehrere Jahre am Baum, ehe sie ihre geflügelten, vom Wind verbreiteten Samen entlassen. Die dicke, tief gefurchte, rotbraune bis graue Borke prägt das Aussehen alter Stämme. 4 5

Aus der kegelförmigen Jugendkrone entsteht später eine offene, unregelmäßige Krone über einem astfreien Stammabschnitt. Gewöhnlich erreicht der Baum 20 bis 30 m Höhe, an günstigen Standorten auch mehr. Er kann mehrere Jahrhunderte alt werden. 3 6

Nützliche Taxonomie

William Aiton veröffentlichte die Beschreibung von Pinus pinaster Aiton im Jahr 1789. Die Art gehört zur Untergattung der Hartkiefern. Ihre nomenklatorische Geschichte umfasst mehrere Namen, die heute als Synonyme behandelt werden:

  • Pinus maritima Lam., ein synonym verwendeter Name
  • Pinus syrtica Thore, ebenfalls ein Synonym
  • Pinus nigrescens Ten., ein weiterer synonym verwendeter Name
  • Pinus lemoniana Benth., heute zur selben Art gestellt

Als verlässlicher Bezugspunkt dient der akzeptierte wissenschaftliche Name Pinus pinaster. Unterschieden werden mehrere Unterarten: die Typus-Unterart subsp. pinaster der Atlantikküste, subsp. escarena von Spanien bis Italien und Nordwestafrika sowie die seltene subsp. renoui aus Nordostalgerien. Von der See-Kiefer zu trennen sind die Aleppo-Kiefer (Pinus halepensis) und Pinus brutia. 1 2

Lebensraum und Verbreitung

Zwischen dem westlichen Mittelmeerraum und der südwestlichen Atlantikküste Europas liegt das natürliche Areal der See-Kiefer. Es umfasst Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Nordwestafrika. Die Art wächst auf Küstendünen und Sandböden, in sauren Heiden tieferer Lagen und an trockenen Hängen, stets in voller Sonne. 1 7

Als Pionierbaum auf armen, durchlässigen Böden verträgt sie Trockenheit und salzhaltige Gischt, reagiert aber empfindlich auf Kalk und stehendes Wasser. Ihre geflügelten Samen werden vom Wind verbreitet und besiedeln Kahlschläge und offene Böden rasch erneut. Das macht sie zu einer wichtigen Baumart für Aufforstungen im atlantischen Raum. 4 6

Durch den umfangreichen forstlichen Anbau ist die See-Kiefer außerhalb ihres Areals verwildert. Besonders in Südafrika und Australien versamt sie sich kräftig und gilt örtlich als invasiv. Solche Einführungsgebiete müssen vom mediterran-atlantischen Ursprungsareal unterschieden werden. 3 5

Lebenszyklus und Vermehrung

Zapfen statt Blüten trägt die See-Kiefer als Nacktsamer, wie alle Kiefern. Die kleinen gelblichen männlichen Zapfen geben im Frühjahr leichten Pollen ab, den der Wind transportiert. Diese Windbestäubung ist typisch für Nadelbäume. Nach der Befruchtung wachsen die weiblichen Zapfen heran und reifen innerhalb von etwa zwei Jahren. 5 4

Reife Zapfen öffnen sich und entlassen geflügelte Samen, die der Wind verteilt. Auf Sandboden keimen diese rasch. Auch das Wachstum der Jungpflanzen beschleunigt sich schnell: Die Art zählt zu den schnellwüchsigsten Kiefern Europas und wächst bereits in den ersten Jahrzehnten stark in die Höhe. Anschließend kann der Baum mehrere Jahrhunderte weiterleben. 6 3

In Kultur erfolgt die Vermehrung durch Aussaat. Aus reifen Zapfen gewonnene Samen keimen im Frühjahr innerhalb weniger Wochen. Die in den 1960er-Jahren begonnene genetische Auslese der Bestände in den Landes hat die Geradschaftigkeit und Holzproduktivität stark verbessert. Die See-Kiefer gehört damit zu den intensiv züchterisch bearbeiteten Forstbaumarten. 4 6

Nutzen und Risiken

Wirtschaftlich steht bei der See-Kiefer das Holz im Vordergrund. Es wird für gewöhnliche Baukonstruktionen, Kisten, Pfähle und als Faserholz für Papier genutzt. Ein zweites wichtiges Produkt ist das Harz. Früher wurde es durch Anritzen des Stammes gewonnen; es liefert Terpentin und Kolophonium und trug eine bedeutende Harzwirtschaft in den Landes. 6 5

Beim Verschlucken gilt die See-Kiefer als nicht giftig. Das Risiko liegt im Kontakt: Harz, Sägemehl und Holzstaub können bei empfindlichen Menschen Hautreizungen und Dermatitis verursachen. Beim Umgang mit harzigem Holz sind Handschuhe daher sinnvoll. Ein eigenständiges Risiko bilden Prozessionsspinner, die diese Kiefern häufig besiedeln. Ihre Brennhaare wirken auf Menschen und Tiere stark reizend; jeder Kontakt sollte vermieden werden. 6 4

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Geografische Unterarten stehen bei der See-Kiefer anstelle einer großen Auswahl gärtnerischer Ziersorten. Subsp. pinaster dominiert die Atlantikküste und stellt den Großteil der Bestände in den Landes; subsp. escarena besiedelt den westlichen Mittelmeerraum, die seltene subsp. renoui den Maghreb. 1

Bei der Bestimmung kommen vor allem folgende Verwechslungen vor:

  • Pinus halepensis, die Aleppo-Kiefer, hat deutlich feinere und hellere Nadeln;
  • Pinus pinea, die Pinie, besitzt eine Schirmkrone und große essbare Samen;
  • Pinus sylvestris, die Waldkiefer, zeigt oben am Stamm orangefarbene Borke und kürzere Nadeln.

Für Pinus pinaster sprechen gemeinsam die langen, steifen Nadelpaare, die großen, glänzend braunen kegelförmigen Zapfen und die dicke rotbraune Borke. Diese Kombination ist zur sicheren Bestimmung verlässlicher als ein einzelnes Merkmal. 4 3

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die See-Kiefer giftig?

Beim Verschlucken gilt die See-Kiefer nicht als giftig. Harz, Sägemehl und Holzstaub können bei empfindlichen Menschen durch wiederholten Kontakt jedoch die Haut reizen. Beim Umgang mit Holz und Harz sind Handschuhe sinnvoll.

Warum prägt die See-Kiefer die Landes?

Im 19. Jahrhundert wurden die Landes de Gascogne großflächig mit See-Kiefern bepflanzt, um Sümpfe trockenzulegen, Dünen zu befestigen und eine forstliche Ressource zu schaffen. Die Art ist dort bis heute vorherrschend und liefert Holz und Harz.

Wie schnell wächst eine See-Kiefer?

Besonders in den ersten Jahrzehnten wächst sie rasch. Auf Sandboden strebt sie schnell in die Höhe und erreicht gewöhnlich 20 bis 30 m. Ihre endgültige, offene Kronenform bildet sie aber erst nach mehreren Jahrzehnten.

Welcher Boden eignet sich für die See-Kiefer?

Geeignet ist saurer, sandiger und sehr durchlässiger Boden. Die Art verträgt Nährstoffarmut und Trockenheit, leidet aber unter Kalk, der die Nadeln vergilben lässt, sowie unter Staunässe, die Wurzelfäule begünstigt.

Welche Schädlinge bedrohen die See-Kiefer?

Prozessionsspinner können die Krone entnadeln und gefährden durch ihre Brennhaare Menschen und Tiere. Die See-Kiefern-Schildlaus schwächt Bestände. Der von einem Insekt übertragene Kiefernholznematode führt zu raschem Absterben und wird eng überwacht.

Wie wird Harz der See-Kiefer gewonnen?

Bei der Harzgewinnung wird der Stamm angeritzt. In den Landes bildete dieses Verfahren einst die Grundlage einer bedeutenden Harzwirtschaft, bevor es zurückging. Aus dem Harz werden Terpentin und Kolophonium gewonnen.

Mit welchen Arten lässt sich die See-Kiefer verwechseln?

Vor allem mit Pinus halepensis und Pinus brutia, deren Nadeln feiner und kürzer sind. Die langen, steifen Nadelpaare und die großen kegelförmigen Zapfen sind verlässliche Merkmale der See-Kiefer.

Kann die See-Kiefer invasiv werden?

In ihrem mediterran-atlantischen Ursprungsgebiet gilt sie nicht als invasiv. Außerhalb davon, besonders in Südafrika und Australien, versamt sie sich kräftig und wird örtlich als invasive Art eingestuft.

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.