Wüstenrose (Adenium obesum, (Forssk.) Roem. & Schult. 1819)

Adenium obesum ist ein stammsukkulenter Strauch der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae) aus der Sahelzone, Ostafrika, dem südlichen Afrika und der Arabischen Halbinsel. Sein verdickter Stamm, der Caudex, speichert Wasser; die röhrenförmigen Blüten sind rosa bis rot. Der Milchsaft enthält herzwirksame Glykoside und macht die Art zu einer der giftigsten häufig im Haus kultivierten Zierpflanzen.

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Wissenschaftlicher NameAdenium obesum
GattungAdenium
OrdnungGentianales

Wüstenrose, Sabi star und Desert rose

Identität
Toxizität
Giftig : Menschen, darunter Kinder, Katzen, Hunde, Pferde und Tiere
Pflegeaufwand
Mäßig
Pflanzenart
Blattart
Halbimmergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
SenegalSudanKeniaTansaniaSaudi-ArabienJemen
Lebensraum
Trockene Savannen, felsiges Buschland und tiefer gelegene Wüstengebiete
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingHerbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
4/10
Reifezeit
Gut ausgebildeter Caudex nach 3 bis 5 Jahren; Blüte ab 2 Jahren möglich
Vermehrung
Aussaat, Steckling, Transplantation
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Mäßig, niedriger Caudex; im Topf empfindlich gegen starken Wind
Luftfeuchtigkeit
20–40 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Kaktusmischung, Gut entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.

Volle direkte Sonne
Innenbereich
Trockene Veranda, Helles Fensterbrett
Abstand zum Fenster
Etwa 15 cm von einem Südfenster
Außenbereich
Frostsichere Rocaille, Beet in voller Sonne
Pflanzgefäße
Terrakotta, Abflusstopf
Erscheinungsbild
Höhe100–270 cmBreite90–150 cm
Blätter
Grün
Adenium obesum: Herkunft und Verwendung — blätter 1
Adenium obesum: Herkunft und Verwendung — blätter 2
Adenium obesum: Herkunft und Verwendung — blätter 3
Adenium obesum: Herkunft und Verwendung — blätter 4
Adenium obesum: Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
RotRosaWeißCremeGröße4–6 cm
Adenium obesum: Herkunft und Verwendung — blüten 1
Adenium obesum: Herkunft und Verwendung — blüten 2
Adenium obesum: Herkunft und Verwendung — blüten 3
Adenium obesum: Herkunft und Verwendung — blüten 4
Adenium obesum: Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
GrünBraun
Adenium obesum: Herkunft und Verwendung — früchte 1
Adenium obesum: Herkunft und Verwendung — früchte 2
Adenium obesum: Herkunft und Verwendung — früchte 3
Adenium obesum: Herkunft und Verwendung — früchte 4
Wuchsform
Adenium obesum: Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Adenium obesum: Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Adenium obesum: Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Adenium obesum: Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Adenium obesum: Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
GrünBraun
Adenium obesum: Herkunft und Verwendung — rinde 1
Adenium obesum: Herkunft und Verwendung — rinde 2
Adenium obesum: Herkunft und Verwendung — rinde 3
Adenium obesum: Herkunft und Verwendung — rinde 4
Adenium obesum: Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Adenium obesum reicht vom Sahel südlich der Sahara bis nach Ostafrika und ins tropische südliche Afrika sowie zur Arabischen Halbinsel und nach Sokotra. Die Art wird als Zierpflanze in den Tropen vielfach eingeführt und kultiviert, in gemäßigten Regionen frostgeschützt im Topf.

  • Heimisch6
  • Senegal
  • Sudan
  • Kenia
  • Tansania
  • Saudi-Arabien
  • Jemen

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Adenium obesum (Adenium obesum (Forssk.) Roem. & Schult., 1819), auch Wüstenrose genannt, ist ein sukkulenter Strauch mit einem zum Caudex verdickten Stamm. Die Art gehört zu den Hundsgiftgewächsen (Apocynaceae), derselben Familie wie Oleander. Peter Forsskål beschrieb sie zunächst als Nerium obesum. Roemer und Schultes stellten sie 1819 in die Gattung Adenium, womit die heute gebräuchliche wissenschaftliche Namenskombination entstand. 1 6

Die Ähnlichkeit des verdickten Caudex mit dem Stamm von Adansonia erklärt den französischen Beinamen „baobab chacal“. Eine enge botanische Verwandtschaft besteht daraus nicht: Der Baobab gehört zu den Malvaceae, Adenium dagegen zu den Apocynaceae. International begegnen auch Sabi star und Desert rose. Solche regionalen Namen bezeichnen dieselben Pflanzen und begründen keine taxonomische Trennung. 1

Erkennung

Ein Caudex macht Adenium obesum besonders leicht kenntlich: Die graugrüne bis braune, verdickte Stammbasis speichert Wasser und prägt den gedrungenen Wuchs. Gerade dieser Stamm macht die Art für die Bonsaikultur interessant. Im Topf erreicht sie meist 1 bis 1,5 m Höhe; ältere ausgepflanzte Exemplare können 2,5 m überschreiten. Wuchsgröße und Stammform müssen deshalb im Zusammenhang mit der Kulturform betrachtet werden. 2 3

Fleischige, glänzende Blätter stehen spiralig gehäuft an den Zweigenden. Ihre Spreiten sind ungeteilt und ungezähnt. Die röhrenförmigen Blüten mit fünf Kronblättern werden 2 bis 5 cm lang, sind rot bis rosa und hellen zur weißen bis blassgelben Schlundzone häufig auf. Das Muster erinnert an Plumeria. Aus einer angeschnittenen Sprossachse tritt weißlicher, klebriger Milchsaft aus, ein sichtbarer Hinweis auf die Giftigkeit. 3 2

Nützliche Taxonomie

Bei Adenium führt die Unterscheidung zwischen Handelsnamen und botanischen Arten häufig zu Missverständnissen. Mehrere als selbstständige Arten angebotene Pflanzen werden botanisch als Synonyme von Adenium obesum geführt. Zu den wichtigen historischen Namen gehören:

  • Nerium obesum Forssk., das Basionym
  • Adenium arabicum Balf.f., ein synonym geführter Name
  • Adenium coetaneum Stapf, ebenfalls ein Synonym
  • Adenium honghel A.DC., eine weitere historische Bezeichnung

Besonders Arabicum wird als eigenständige Art mit ausgeprägt massivem Caudex und ausgeprägtem Bonsai-Charakter verkauft. Kew führt den Namen hingegen als homotypisches Synonym von Adenium obesum. Umgekehrt bleiben Adenium boehmianum, Adenium multiflorum, Adenium oleifolium und Adenium swazicum bei Kew eigenständige Arten mit jeweils eigenen Arealen. Manche Gartenbauquellen behandeln sie nur als Unterarten. Eine Handelsbezeichnung allein sagt daher wenig über die anerkannte botanische Abgrenzung aus. 1

Lebensraum und Verbreitung

Vom Sahel südlich der Sahara über Ostafrika bis ins tropische südliche Afrika und zur Arabischen Halbinsel reicht das natürliche Areal von Adenium obesum. Die Pflanze wächst dort in halbtrockenem Klima auf sandigen oder steinigen, gut durchlässigen Böden. Wasserspeicherung im Stamm und diese trockenen Standorte gehören zu demselben Lebenszusammenhang. 1 3

Die IUCN führt die Art als nicht gefährdet. Ihr großes Verbreitungsgebiet und ihre Toleranz gegenüber beeinträchtigten Lebensräumen begrenzen das Aussterberisiko. Örtlicher Sammeldruck für den Gartenbau besteht dennoch; die globale Gefährdungseinstufung bedeutet also nicht, dass jede einzelne Population frei von Belastungen ist. 4

Als Zierpflanze wird Adenium obesum auch außerhalb ihrer Heimat in den Tropen kultiviert. In gemäßigten Regionen erfolgt die Kultur im Topf mit Schutz vor Frost. Im französischen Mutterland schließen die winterlichen Bedingungen eine Einbürgerung im Freiland aus; die dortige Topfkultur ist von einem natürlichen Vorkommen zu unterscheiden. 2

Lebenszyklus und Vermehrung

Sammler bevorzugen die Aussaat, weil sich dabei schon an jungen Pflanzen ein besser ausgeformter Caudex entwickelt als mit anderen Vermehrungsmethoden. Frische Samen keimen in einem leichten, warmen Substrat innerhalb von 1 bis 2 Wochen. Die Verdickung an der Basis beginnt bereits in den ersten Wachstumsmonaten und ist somit früh Teil der Entwicklung. 8

Ausreichend reife und gut belichtete Exemplare blühen im Frühjahr und Herbst. Nach der Bestäubung entstehen zwei schlanke, zusammengehörige Balgfrüchte. Sie öffnen sich längs und geben Samen mit zwei Haarschöpfen frei. Diese Haare erleichtern die Verbreitung durch den Wind; der Fruchtaufbau unterscheidet sich deutlich von einer fleischigen Beere. 3

Triebstecklinge und Veredelung auf kräftig wachsende Unterlagen dienen dagegen der sortenechten Vermehrung, etwa bei gefüllten Blüten oder panaschierten Formen. Die so gewonnenen Pflanzen behalten im Allgemeinen eine weniger verdickte Basis als Sämlinge. Sortentreue und Caudexbildung sind daher zwei unterschiedliche Kriterien bei der Wahl der Vermehrungsmethode. 8

Kultur und Giftigkeit

Für Zimmer und Bonsai wird Adenium obesum in gemäßigtem Klima häufig kultiviert. Die Royal Horticultural Society empfiehlt ganzjährig einen geschützten Platz unter Glas bei mehr als 15 °C. Unterhalb dieser Temperatur kommt das Wachstum zum Stillstand; anhaltende Kälte schädigt den Caudex. Erforderlich ist ein sehr durchlässiges Substrat, etwa Kakteenerde, bei reichlicher Wassergabe im Sommer und nahezu trockenem Stand im Winter. 2

Der Milchsaft enthält herzwirksame Glykoside und wurde in mehreren afrikanischen Regionen lange als Pfeilgift für die Großwildjagd sowie als Fischgift verwendet. Diese Giftigkeit ist auch bei der Haltung im Haus relevant. Die ASPCA stuft die Art für Katzen, Hunde und Pferde als giftig ein. Nach Verschlucken drohen Haut- und Mundreizungen, Erbrechen, Durchfall und Herzrhythmusstörungen. 8 5

Bei Freilandkultur in warmem Klima kann derselbe Schädling wie am Oleander auftreten: Die Raupe von Syntomeida epilais frisst an beiden Pflanzen und kann ein unbeobachtetes Exemplar rasch entlauben. Der im Englischen als Oleander caterpillar bekannte Falter ist über seinen wissenschaftlichen Namen eindeutig zuzuordnen. 7

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Unter den beständigeren Handelsnamen finden sich Harry Potter und Tao. Ihre botanische Abstammung ist nicht immer dokumentiert. Als verlässlicher Bezug bleibt deshalb der wissenschaftliche Name Adenium obesum; ein Sortenetikett allein liefert keine vollständige Auskunft über die taxonomische Stellung. 1

Ähnlichkeiten und Handelsnamen führen vor allem zu folgenden Verwechslungen:

  • Adenium arabicum bezeichnet im Handel eine Form mit massivem Caudex, gilt aber als Synonym von Adenium obesum.
  • Pachypodium ist eine andere caudexbildende Gattung der Apocynaceae mit bestachelten Stämmen und häufig weißen Blüten.
  • Junge Plumeria können vor Ausbildung des typischen Caudex durch ihre fünfzähligen Blüten ähnlich wirken.

Vor einem Kauf zählen zwei Merkmale mehr als ein vermeintliches Seltenheitsetikett: Der Caudex an der Basis muss fest und trocken bleiben, und unter dem Topf sollten gesunde Wurzeln erkennbar sein. Der vollständige wissenschaftliche Name hilft, irreführende Handelsnamen für angeblich seltene Arten einzuordnen.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Adenium obesum wirklich giftig?

Ja. Der Milchsaft enthält herzwirksame Glykoside, besonders konzentriert in Wurzeln und Stämmen. In Afrika wurden sie lange als Pfeilgift für die Jagd genutzt. Die ASPCA stuft die Pflanze für Katzen, Hunde und Pferde als giftig ein; Verschlucken kann Verdauungs- und Herzstörungen auslösen.

Warum verliert Adenium obesum im Winter Blätter?

Bei vielen Formen ist dies eine normale Ruhephase, wenn Temperatur und Lichtangebot abnehmen. In der Winterruhe muss deutlich weniger gegossen werden, sonst droht der Caudex zu faulen, statt dass die Pflanze lediglich ihr Laub verliert.

Sollte man Adenium obesum aussäen oder Stecklinge nehmen?

Sämlinge bilden schon früh einen besser ausgeprägten Caudex, was für Bonsailiebhaber wichtig ist. Stecklinge und Veredelung erhalten gefüllte oder panaschierte Sorten zuverlässig, führen aber oft zu einer weniger verdickten Basis.

Ist Adenium obesum mit dem Baobab verwandt?

Nein. Der französische Beiname Baobab chacal bezieht sich auf die Ähnlichkeit des Caudex mit dem Stamm von Adansonia. Beide Gattungen gehören jedoch zu verschiedenen Familien, Adenium zu den Apocynaceae und der Baobab zu den Malvaceae.

Welche Mindesttemperatur braucht Adenium obesum?

Die Royal Horticultural Society empfiehlt in gemäßigtem Klima ganzjährig einen geschützten Platz unter Glas über 15 °C. Darunter stoppt das Wachstum, und längere Kälte schädigt Caudex und Wurzeln rasch.

Warum blüht Adenium obesum nicht?

Am häufigsten fehlt direkte Sonne; weitere Ursachen sind zu viel Stickstoff im Substrat oder eine noch zu junge Pflanze. Volle Sonne und stickstoffarme Düngung fördern Blüten ab dem zweiten oder dritten Jahr.

Ist Adenium arabicum eine andere Art als Adenium obesum?

Im Handel bezeichnet Adenium arabicum eine Form mit besonders massivem Caudex, die häufig als eigene Art verkauft wird. Plants of the World Online von Kew führt den Namen jedoch als Synonym von Adenium obesum.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.