Goldtrompete (Allamanda cathartica, )
Goldtrompete (Allamanda cathartica) ist ein spreizklimmender Strauch der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae) aus dem nördlichen Südamerika bis Nordbolivien. In den Tropen wird sie wegen ihrer großen leuchtend gelben Trichterblüten kultiviert. Angeschnittene Triebe sondern giftigen weißen Milchsaft ab. Da die Pflanze ohne Ranken klettert und sich anlehnt, müssen ihre Triebe an Stützen regelmäßig angebunden werden.
WeiterlesenGoldtrompete, Allamanda, Golden trumpet und Common allamanda
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Weltweite Verbreitung
Das ursprüngliche Areal von Allamanda cathartica umfasst das nördliche Südamerika von Venezuela und den Guayanas bis Nordbolivien und Brasilien. Durch den Gartenbau weit verbreitet, ist die Art in vielen tropischen Regionen eingebürgert und kann örtlich invasiv werden, insbesondere in Australien.
- Heimisch5
- Eingeführt1
- Invasiv1
- Französisch-Guayana
- Suriname
- Venezuela
- Brasilien
- Bolivien
- Costa Rica
- Australien
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Goldtrompete (Allamanda cathartica L., 1771), im Handel auch Allamanda, ist ein spreizklimmender Strauch oder eine Liane aus der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Ihr ursprüngliches Areal liegt im nördlichen Südamerika und reicht bis in den Norden Boliviens. Die englischen Namen Golden trumpet und Common allamanda werden ebenfalls verwendet. 1 8
Der Gattungsname ehrt den Schweizer Naturforscher Frédéric-Louis Allamand, einen Briefpartner Linnés, der ihm im 18. Jahrhundert Samen aus Guayana schickte. Das lateinische Artepitheton cathartica bedeutet „abführend“ und erinnert an die frühere Verwendung von Blättern und Milchsaft als kräftiges Abführmittel. 5
Beim Anschneiden eines Triebs tritt weißer Milchsaft aus. Die ganze Pflanze enthält diesen Saft, ein charakteristisches Merkmal vieler Apocynaceae. Der französische Name „Liane à lait“, wörtlich Milchsaftliane, bezieht sich darauf. 6
Erkennung
Lange, zunächst violette und später grüne Triebe kennzeichnen den spreizklimmenden Wuchs. Echte Ranken fehlen; ohne Stütze bleibt die Pflanze niedrig und klettert nicht. 3 An Mauern oder Lauben erreicht sie im tropischen Freiland gewöhnlich 8 bis 12 m. Im Kübel lässt sie sich durch jährlichen Schnitt unter 2 bis 3 m halten. 2
Die lanzettlichen Blätter stehen meist zu viert in Quirlen. Sie sind oberseits glänzend, unterseits matt, kurz gestielt und 10 bis 20 cm lang. Fünf miteinander verwachsene Kronlappen bilden die leuchtend gelben bis orangefarbenen Blütentrichter mit 8 bis 12 cm Durchmesser. Im Schlund zeigen sich mitunter feine Streifen. 2 7
Eine kugelige, mit weichen Stacheln besetzte Kapsel bildet die Frucht. Sie misst ungefähr 5 cm im Durchmesser und setzt bei der Reife etwa dreißig geflügelte Samen frei. 8 Außerhalb des natürlichen Areals entstehen Früchte selten, weil die für den Fruchtansatz nötige Bestäubung in Zierpflanzenkultur nur unregelmäßig stattfindet. 3
Nützliche Taxonomie
Südamerikanische Arten bilden die Gattung Allamanda innerhalb der Apocynaceae, Unterfamilie Rauvolfioideae. 1 Mehrere historische Formen von Allamanda cathartica wurden lange als eigene Varietäten geführt, später jedoch als Synonyme eingeordnet. Für das Verständnis älterer Literatur und heutiger Etiketten sind insbesondere folgende Namen relevant:
- Allamanda cathartica var. williamsii (Anon.) L.H.Bailey, historisches Synonym
- Allamanda cathartica var. grandiflora L.H.Bailey & Raffill, historisches Synonym
- Allamanda cathartica var. hendersonii (W.Bull ex Dombrain) L.H.Bailey & Raffill, historisches Synonym
- Allamanda cathartica var. nobilis (T.Moore) L.H.Bailey & Raffill, historisches Synonym
- Allamanda cathartica var. schottii (Pohl) L.H.Bailey & Raffill, historischer Varietätenname
Verwirrung stiftet besonders schottii. Viele gärtnerische Quellen behandeln das Taxon heute als eigene Art Allamanda schottii. Diese wächst kompakt und strauchig, ohne zu klettern; sie unterscheidet sich damit deutlich von der spreizklimmenden Form, die an einer Stütze 8 bis 12 m erreichen kann. Der akzeptierte wissenschaftliche Name und die Wuchsform sind deshalb gemeinsam zu prüfen. 8
Lebensraum und Verbreitung
Sonnige Flussufer, feuchte Waldränder und Sumpfgebiete sind die natürlichen Standorte der Goldtrompete. Das ursprüngliche Areal erstreckt sich von Venezuela und den Guayanas bis nach Brasilien und in den Norden Boliviens. 1 8
Durch den Gartenbau gelangte die Art weit über dieses Gebiet hinaus. Heute wird sie in den meisten tropischen und subtropischen Klimazonen kultiviert. Unter anderem in Mittelamerika und auf den Großen Antillen hat sie sich stark eingebürgert. 6
Australische Vorkommen, besonders in Queensland, gehen auf aus Gärten entwichene Pflanzen zurück. Dort besiedelt die Goldtrompete Regenwaldränder, Mangroven und Straßenränder. Sie gilt in diesen Gebieten als invasiv und konkurriert mit der einheimischen Vegetation; diese regionale Bewertung ist keine Aussage über ihren Status in Mitteleuropa. 4
Lebenszyklus und Vermehrung
Von Juli bis Oktober blüht die Goldtrompete in gemäßigtem Klima bei Kultur im Gewächshaus oder Wintergarten. In den warmen Tropen kann die Blüte dagegen nahezu ohne Unterbrechung anhalten. Der Unterschied betrifft die klimatischen Kulturbedingungen, nicht eine abweichende Art. 3 2
Gärtnerisch wird fast ausschließlich mit Stecklingen vermehrt. Leicht verholzte Triebe werden im Frühsommer geschnitten; ein Bewurzelungshormon fördert die Wurzelbildung. Bei ungefähr 21 °C im Substrat und gleichmäßiger Feuchtigkeit dauert die Bewurzelung 3 bis 6 Wochen. 6
Versuche mit Blattextrakten ergaben eine dosisabhängige abführende Wirkung, vergleichbar mit der von Sennes. Das bestätigt die traditionelle Verwendung, auf die der Artname zurückgeht. Der Abstand zwischen wirksamer und giftiger Dosis ist jedoch gering. Deshalb wurde diese Nutzung in der modernen Medizin aufgegeben; im Vordergrund steht heute die Verwendung als Zierpflanze. 5
Nutzen und Risiken
Blühende Hecken und Lauben sind typische Einsatzorte in tropischem Klima. In gemäßigten Regionen wird die Goldtrompete im Gewächshaus oder hellen Wintergarten gehalten und oberhalb von 7 °C überwintert. Unter dieser Temperatur drohen Kälteschäden; Frost zerstört ungeschützte Triebe. 2 7
Sämtliche Pflanzenteile sind giftig. Der weiße Milchsaft enthält Iridoidlactone, darunter Plumericin, Allamandin und Allamandicin, die Haut und Schleimhäute reizen. Eine Aufnahme verursacht Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Mundtrockenheit. 5 Bei Katzen, Hunden und Pferden werden Kontakt und Aufnahme aller Pflanzenteile, also Blätter, Triebe, Blüten und Saft, als giftig eingestuft. 6
Neuere pharmakologische Arbeiten untersuchen außerdem eine mögliche Wirkung von Allamandin gegen Leukämie. Daraus ergibt sich bislang keine bestätigte therapeutische Anwendung. Beim Umgang mit der Pflanze sind wegen des reizenden Safts Handschuhe angebracht. 5
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Aus früheren botanischen Varietäten stammen die verbreiteten Gartenformen 'Hendersonii' mit größeren orangefarbenen Blüten und 'Grandiflora' mit blassgelben Blüten. Im Handel bleiben diese Namen erhalten, obwohl die zugrunde liegenden botanischen Namen heute als Synonyme geführt werden. 1
Besonders leicht werden Allamanda cathartica und die nicht kletternde, kleinblütigere Allamanda schottii verwechselt. Beide werden häufig unter dem allgemeinen Namen „Allamanda“ angeboten. Auch andere bunt blühende kletternde Hundsgiftgewächse, etwa Mandevilla, können bei ungenauer Beschriftung im Gartenhandel zu Verwechslungen führen. 3
Verlässlicher als die einzelne Blüte ist der Wuchs: Steife, aufrechte Triebe sprechen für A. schottii, biegsame spreizklimmende Triebe mit quirligem Laub für Allamanda cathartica. Der Kronendurchmesser ist nur ein ergänzendes Merkmal. Formen aus Hendersonii oder Grandiflora erreichen mit etwa 12 cm eher den oberen Bereich; nicht ausgelesene Sämlinge liegen im Mittel bei 8 cm.
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Allamanda cathartica L.
- Royal Horticultural Society, Allamanda cathartica - Goldtrompete
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Allamanda cathartica
- Queensland Government Business, Goldtrompete, Profil einer invasiven Pflanze
- Pratama et al., Übersicht zu Phytochemie, Pharmakologie und Toxikologie von Allamanda cathartica
- Florida Plant Atlas / USF, Allamanda cathartica Artporträt
- Monaco Nature Encyclopedia, Allamanda cathartica
- GBIF, Allamanda cathartica L. Artporträt
Häufig gestellte Fragen
Ist die Goldtrompete für Katzen und Hunde giftig?
Ja. Alle Pflanzenteile einschließlich des Milchsafts enthalten reizende Iridoidlactone. Bei Katzen, Hunden und Pferden verursacht die Aufnahme Übelkeit, Erbrechen und Durchfall; Haut und Augen werden durch den Saft gereizt.
Warum blüht meine Goldtrompete nicht?
Die häufigste Ursache ist zu wenig direkte Sonne. Die Goldtrompete benötigt mindestens 6 Stunden volle Sonne täglich. Auch ein zu später Rückschnitt entfernt künftige Blütentriebe und verzögert die Blüte.
Was bedeutet der Name cathartica?
Das lateinische Artepitheton cathartica bedeutet „abführend“. Es erinnert an die frühere Verwendung von Milchsaft und Blättern als starkes Abführmittel, die zugunsten der reinen Zierpflanzennutzung aufgegeben wurde.
Klettert die Goldtrompete selbstständig an einer Stütze?
Nein. Sie bildet keine echten Ranken. Ihre langen spreizklimmenden Triebe müssen regelmäßig an einen Stab oder ein Gitter angebunden werden, damit sie in die Höhe wachsen.
Welche Mindesttemperatur verträgt die Goldtrompete?
Unter 10 °C reagiert sie empfindlich und verliert Blätter; unterhalb von 7 °C wird Kälte rasch lebensbedrohlich, Frost ist fatal. In gemäßigtem Klima braucht sie daher ab Herbst einen geschützten Platz.
Wie unterscheiden sich Allamanda cathartica und Allamanda schottii?
Allamanda schottii bildet einen kompakten, nicht kletternden Strauch mit kleineren Blüten. Allamanda cathartica wächst dagegen spreizklimmend und trägt größere Blüten. Im Gartenhandel werden beide allgemein als Allamanda angeboten.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.




