Blaue Passionsblume (Passiflora caerulea, )
Die Blaue Passionsblume (Passiflora caerulea L.) ist eine ausdauernde Kletterpflanze der Passifloraceae aus Südamerika. Sie klettert mit Ranken, trägt handförmig gelappte Blätter und große, auffällige Blüten in Blau, Weiß und Violett. Auf die Blüten folgen im reifen Zustand orangefarbene Früchte.
WeiterlesenBlaue Passionsblume, Blue passionflower, Bluecrown passionflower, Common passion flower und Flower of the five wounds
In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.
Sonne bis warmer Halbschatten; Wärme und geschützter Standort fördern Blüten.





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(c) Gustavo Fernando Durán, some rights reserved (CC BY-NC-SA) · cc-by-nc-sa
Tomás Carranza Perales · cc-by
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Taken Dec 21, 2021 by Tristan Jaton-Maria (cc-by-sa)
Taken Jan 21, 2022 by Monteiro Henrique (cc-by-sa)
Taken Dec 25, 2021 by Fabrice Rubio (cc-by-sa)
Taken Jun 14, 2018 by jose (cc-by-sa)
Taken Feb 19, 2019 by Irabert López (cc-by-sa)
© copyright of the Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew.
Weltweite Verbreitung
POWO nennt als natürliches Areal Bolivien bis Brasilien und Nordargentinien; die detaillierte Aufstellung schließt Paraguay ein. Eingeführt ist die Art unter anderem in Spanien, Italien, Großbritannien, Kalifornien und Hawaii.
- Heimisch4
- Eingeführt3
- Bolivien
- Brasilien
- Argentinien
- Paraguay
- Spanien
- Italien
- Kalifornien
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Die Blaue Passionsblume (Passiflora caerulea L.) ist eine anerkannte Art aus der Familie der Passifloraceae. POWO nennt ein natürliches Verbreitungsgebiet von Bolivien bis Brasilien und in den Norden Argentiniens. IPNI verweist für den Namen auf die Veröffentlichung in Species Plantarum von 1753. 1 3
Das Artepitheton caerulea bezieht sich auf das Blau der Blütenfilamente. Auch der deutsche Name Blaue Passionsblume hebt dieses Merkmal hervor. Die französischen Namen passiflore bleue und passiflore bleuâtre bezeichnen dieselbe Art; die englischen Bezeichnungen blue passionflower und bluecrown passionflower betonen den farbigen Strahlenkranz in der Blütenmitte. 5 6
Botanisch bildet Passiflora caerulea eine eigenständige Art innerhalb der Gattung Passiflora. Sie ist weder mit der gesamten Gattung noch mit Passiflora edulis oder Passiflora incarnata gleichzusetzen. Fruchtqualität, Frostverträglichkeit, Nutzung und Giftigkeit unterscheiden sich zwischen diesen Arten und lassen sich deshalb nicht pauschal übertragen. 2 7
Erkennung
NC State beschreibt die Blaue Passionsblume als rasch wachsende, ausdauernde Kletterpflanze, die je nach Stütze 3 bis 12 m erreicht. Sie trägt Ranken und wechselständige Blätter; das Laub ist sommergrün bis halbimmergrün. Ihre Ranken umwinden Drähte oder Gitter, haften jedoch nicht an einer kahlen Wand. 4 5
Am deutlichsten verrät die Blüte ihre Identität: Sie bildet eine 6 bis 10 cm breite Schale mit weißen bis rosafarbenen Blütenhüllblättern und einem Kranz blauer, weißer und dunkelvioletter Filamente. In der Mitte stehen fünf Staubblätter und drei auffällige Griffel. Dieser Aufbau erklärt die religiösen Deutungen, auf die der Name Passionsblume zurückgeht. 4 6
Glänzende, kahle Blätter tragen meist fünf Lappen, gelegentlich auch drei, sieben oder neun. NC State nennt außerdem eiförmige, dekorative Früchte, die zunächst grün sind und sich später gelb bis orange färben. Im Inneren umgibt kräftig gefärbtes Fruchtfleisch die Samen. 4 5
Kultur am Rankgerüst
Für die Blaue Passionsblume sind Sonne, Wärme und eine schmale Rankhilfe entscheidend. NC State empfiehlt Sonne bis Halbschatten, durchlässigen bis frischen Boden und nennt die USDA-Zonen 6 bis 10. Ein warmer Mauerstandort, eine Pergola oder ein Gitter eignen sich; in kalten Lagen braucht der Pflanzenfuß Schutz. 4 8
Ein fruchtbarer Boden muss zugleich Wasser gut ableiten. Im Garten fördert regelmäßiges Gießen während des Sommers die Blüte. Im Kübel erfordert das begrenzte Substratvolumen häufigere Wassergaben. Im Winter wird weniger gegossen; besonders am Wurzelhals darf sich keine dauerhafte Nässe halten. 4
Die schmale Rankhilfe verdient besondere Aufmerksamkeit. Ranken greifen nach einem Draht, einem Gitter, einer Masche oder einer schmalen Spalierlatte. Auf einem breiten Brett rutschen sie ab, an glattem Putz finden sie keinen Halt. Vor einer Fassade sollte deshalb das Netz aus Befestigungen bereits stehen, bevor die langen Sommertriebe wachsen. 4 5
Mit einem Schnitt lässt sich die Wuchskraft lenken. Ohne Führung bedeckt die Pflanze ihre Stütze rasch, verheddert sich und bildet überflüssige Triebe. Gegen Ende des Winters werden die Triebe eingekürzt sowie erfrorenes oder schwaches Holz entfernt. Anschließend lassen sich die neuen Triebe gezielt führen und die Blüten besser zur Geltung bringen. 5 8
An Standorten mit grenzwertig kalten Wintern täuscht das Laub manchmal eine sichere Wintergrüne vor. Nach einem milden Herbst kann schon mäßige Kälte einen plötzlichen Blattverlust auslösen. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass die ganze Pflanze abgestorben ist: Ein geschützter Wurzelstock kann erneut austreiben, wenn gute Drainage Fäulnis verhindert hat. 4 5
Frucht und Verwechslungen
Vollreife Früchte der Blauen Passionsblume gelten als essbar, aber fade. Diese Aussage gilt nicht für Blätter und Stängel. Ihre Früchte dürfen außerdem nicht mit den handelsüblichen Passionsfrüchten gleichgesetzt werden, die überwiegend von Passiflora edulis stammen. 4 5
Bei medizinischen Verwendungen kommt es häufig zu Verwechslungen mit Passiflora incarnata. POWO nennt für P. caerulea zwar ökologische, medizinische und alimentäre Nutzungen. Dennoch bleibt Vorsicht nötig: Weder die Arten noch die verwendeten Pflanzenteile und Dosierungen sind untereinander austauschbar. 1 4
Die weiß blühende Sorte Constance Elliott gehört zu Passiflora caerulea. Angaben zu dieser Gartenform sind als Sortenangaben zu verstehen. Wird dagegen lediglich die Art genannt, bleibt die typische blaue Blütenform der Bezugspunkt; die Eigenschaften einer einzelnen Auslese lassen sich nicht ohne Weiteres auf alle Pflanzen der Art übertragen. 4 5
Verbreitung und Wuchskontrolle
Für die natürliche Verbreitung nennt POWO Bolivien, Brasilien, Paraguay und Nordargentinien. Hinzu kommen zahlreiche Gebiete mit eingeführten Beständen, darunter Spanien, Italien, Großbritannien, Kalifornien, Hawaii und weitere subtropische Regionen. 1 2
Der kräftige Wuchs verlangt laufende Aufmerksamkeit. Wikipedia weist auf invasives Verhalten unter bestimmten warmen Bedingungen hin. Im Garten sind vor allem die Menge der Triebe, Ausläufer und ein dichtes Gewirr an der Rankhilfe zu beachten, auch wenn daraus nicht überall ein invasiver Bestand entsteht. 5 8
Eine von Anfang an übersichtliche Stütze erleichtert die Begrenzung. Die Pflanze sollte nicht mit einer zweiten sehr stark wachsenden Kletterpflanze verflochten werden. Rechtzeitiges Schneiden verhindert, dass ihre Ranken mehrere Pflanzen fest miteinander verbinden. 4
Als saisonaler Sichtschutz eignet sich die Blaue Passionsblume gut, ein kleiner Blumenkasten bietet ihr jedoch zu wenig Raum. Ihr kräftiger Wuchs braucht nährstoffreichen Boden oder einen tiefen Kübel. Eine klare Führung als grüner Vorhang, an einer Pergola oder am Spalier hält die langen Triebe in der gewünschten Richtung. 4 8
Giftigkeit
Die Giftigkeitsangaben von NC State betreffen Katzen, Hunde, Pferde, Kinder und Menschen; die Schwere wird als mittel eingestuft. Als giftige Inhaltsstoffe werden cyanogene Glykoside in Blättern und Stängeln genannt. 4
Zu den aufgeführten Beschwerden zählen starke Übelkeit, Erbrechen, Schläfrigkeit und zeitweise unregelmäßiger Herzschlag. Die Pflanze sollte deshalb außerhalb der Reichweite von Tieren stehen, die an Klettertrieben kauen. Die beschriebene Essbarkeit der reifen Frucht hebt diese Vorsichtsmaßnahme nicht auf. 4
Für die Verwendung gilt eine klare Grenze: Reife Früchte sind essbar, geschmacklich jedoch wenig ergiebig; die vegetativen Teile sollten gemieden werden. In der Nähe von Kindern und Tieren ist die Zierpflanze daher als giftig zu behandeln. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen dem reifen Fruchtfleisch und den cyanogene Glykoside enthaltenden Blättern und Stängeln. 4 5
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Passiflora caerulea L.
- World Flora Online, Passiflora caerulea
- International Plant Names Index, Passiflora caerulea L.
- NC State Extension Gardener Plant Toolbox, Passiflora caerulea
- Wikipedia EN, Passiflora caerulea
- Wikipédia FR, Passiflora caerulea
- Wikidata, Passiflora caerulea
- Royal Horticultural Society, Passiflora caerulea
Häufig gestellte Fragen
Ist die Blaue Passionsblume immergrün?
In mildem Klima kann sie halbimmergrün bleiben. Bei Kälte wirft sie das Laub ab oder treibt aus dem Wurzelstock neu aus. Für kalte Regionen ist sie daher nicht als zuverlässig immergrün einzustufen.
Ist die Blaue Passionsblume für Tiere giftig?
Vorsicht ist angebracht. NC State nennt Risiken für Katzen, Hunde und Pferde sowie cyanogene Glykoside in Blättern und Stängeln.
Kann man die Früchte von Passiflora caerulea essen?
Reife Früchte gelten als essbar, schmecken aber fade. Daraus folgt keine Essbarkeit der Blätter und Stängel.
Klettert sie selbstständig an einer Wand?
Nein. Die Ranken umwinden Drähte, Gitter oder schmale Spaliere. An einer glatten Wand muss eine Rankhilfe angebracht werden.
Wie unterscheidet sie sich von Passiflora edulis?
Passiflora edulis ist die wichtigste Art für die Gewinnung von Passionsfrüchten. Die Blaue Passionsblume dient vorwiegend als Zierpflanze und liefert weniger attraktive Früchte.
Muss man die Blaue Passionsblume schneiden?
Ja, besonders in kleinen Gärten. Ein Schnitt gegen Ende des Winters entfernt geschädigtes Holz und begrenzt den starken Wuchs.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.





