Passionsfrucht (Passiflora edulis, Sims 1818)

Passiflora edulis ist eine ausdauernde Kletterpflanze der Passifloraceae aus Südbrasilien, Paraguay und Nordargentinien. Sie hält sich mit rötlichen Ranken fest, trägt dreilappige Blätter und auffällige Blüten mit weißviolettem Strahlenkranz. Je nach Kulturform reifen daraus essbare purpurfarbene oder gelbe Früchte.

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Wissenschaftlicher NamePassiflora edulis
GattungPassiflora
OrdnungMalpighiales

Passionsfrucht, Maracuja und Purpurgranadilla

Identität
Toxizität
Für Menschen und Haustiere ungiftig
Pflegeaufwand
Mäßig
Pflanzenart
Blattart
Halbimmergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
BrasilienParaguayArgentinien
Lebensraum
Tropische Waldränder, warme Lichtungen und Gebüsche; nährstoffreicher, durchlässiger Boden in voller Sonne
Jahresverlauf
Blütezeit
SommerHerbst
Erntezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Früchte reifen etwa 80 Tage nach der Blüte
Vermehrung
Aussaat, Steckling
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Mittel, eine stabile Rankhilfe ist nötig
Luftfeuchtigkeit
50–75 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Reicher Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.

Volle Sonne fördert einen guten Fruchtansatz
Innenbereich
Veranda, Warmhaus
Außenbereich
Offener Boden, Beet in voller Sonne
Pflanzgefäße
Großes Becken, Topf mit Pflanzstab
Erscheinungsbild
Höhe300–1500 cmBreite300–1000 cm
Blätter
Grün
Passiflora edulis: Herkunft und Verwendung — blätter 1
Passiflora edulis: Herkunft und Verwendung — blätter 2
Passiflora edulis: Herkunft und Verwendung — blätter 3
Passiflora edulis: Herkunft und Verwendung — blätter 4
Passiflora edulis: Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißViolettGröße5–9 cm
Passiflora edulis: Herkunft und Verwendung — blüten 1
Passiflora edulis: Herkunft und Verwendung — blüten 2
Passiflora edulis: Herkunft und Verwendung — blüten 3
Passiflora edulis: Herkunft und Verwendung — blüten 4
Passiflora edulis: Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
ViolettGelb
Passiflora edulis: Herkunft und Verwendung — früchte 1
Passiflora edulis: Herkunft und Verwendung — früchte 2
Passiflora edulis: Herkunft und Verwendung — früchte 3
Passiflora edulis: Herkunft und Verwendung — früchte 4
Passiflora edulis: Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Passiflora edulis: Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Passiflora edulis: Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Passiflora edulis: Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Passiflora edulis: Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Passiflora edulis: Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün
Passiflora edulis: Herkunft und Verwendung — rinde 1
Passiflora edulis: Herkunft und Verwendung — rinde 2
Passiflora edulis: Herkunft und Verwendung — rinde 3
Passiflora edulis: Herkunft und Verwendung — rinde 4
Passiflora edulis: Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Passiflora edulis umfasst Südbrasilien, Paraguay und Nordargentinien. Der kommerzielle Anbau verbreitete die Art später über fast alle tropischen und subtropischen Regionen, in denen sie kultiviert wird, ohne dort heimisch zu sein.

  • Heimisch3
  • Eingeführt2
  • Brasilien
  • Paraguay
  • Argentinien
  • Vereinigte Staaten
  • Australien

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Passiflora edulis (Sims, 1818), deren purpurfarbene Form auch Purpurgranadilla heißt, ist eine ausdauernde Kletterpflanze aus der Familie der Passifloraceae. Mit achselständigen Ranken erreicht sie 5 bis 10 m und trägt ungefähr 80 Tage nach der Blüte reife Früchte. Der Name Passionsfrucht geht auf eine christliche Deutung der Blüte zurück: Um 1700 sahen Missionare in Brasilien in den Filamenten die Dornenkrone und in den Staubblättern die fünf Wunden Christi. Sie nannten die Pflanze flor das cinco chagas, Blume der fünf Wunden. 3

Die Bezeichnung Maracuja gelangte über das brasilianische Portugiesisch aus dem Tupi-Wort murukuiá in andere Sprachen. Granadilla stammt aus dem Spanischen und bedeutet kleiner Granatapfel, eine Anspielung auf das samenreiche Fruchtfleisch. Das Artepitheton edulis heißt essbar und grenzt die Art von vielen anderen Passiflora-Arten ab, deren Früchte nicht als Lebensmittel dienen. 1

Erkennung

An der Basis verholzte Klettertriebe halten sich mit achselständigen Ranken fest. Bei jungen Trieben sind diese rötlich oder violett getönt. Die wechselständigen Blätter sind tief in drei Lappen geteilt und an den Rändern gezähnt. Diese Kombination aus Kletterorganen und Blattform hilft bei der Bestimmung auch außerhalb der Blütezeit. 3

Jeder Knoten trägt eine einzelne Blüte von 5 bis 9 cm Durchmesser. Fünf grüne Kelchblätter und fünf weiße Kronblätter umgeben eine purpurfarbene Basis. Darüber steht ein Kranz weißer und violetter Filamente. Im Zentrum befinden sich fünf Staubblätter und ein Griffel mit drei zurückgebogenen Ästen. 3

Botanisch ist die Frucht eine rundliche bis eiförmige, kürbisartige Beere von 4 bis 7,5 cm Durchmesser. Die purpurfarbene Form wiegt durchschnittlich 35 g, die gelbe eher 80 g. Eine glatte, ledrige und 9 bis 13 mm dicke Schale schützt das orangefarbene, saftige Fruchtfleisch. Darin liegen etwa 250 braune Samen von jeweils 2,4 mm Größe. 3

Nützliche Taxonomie

Kew und die weltweite GBIF-Datenbank führen Passiflora edulis Sims als akzeptierten Namen in der Familie Passifloraceae. In gärtnerischen Katalogen begegnen außerdem mehrere Synonyme und historische Namen: 1 2

  • Granadilla edulis (Sims) Ser. (historischer Name)
  • Passiflora edulis f. flavicarpa O.Deg.
  • Passiflora edulis var. pomifera (M.Roem.) Mast.
  • Passiflora rubricaulis J.Jacq.
  • Passiflora pomifera M.Roem.

In älteren gärtnerischen Werken wurde der Name Passiflora incarnata wiederholt irrtümlich für diese Art verwendet. Daraus erklären sich manche bis heute fortbestehenden Verwechslungen. Die tatsächliche Passiflora incarnata ist jedoch eine klar getrennte nordamerikanische Art; historische Namensverwendungen sind deshalb nur mit Prüfung des gemeinten Taxons brauchbar. 1

Lebensraum und Verbreitung

Im Süden Brasiliens, in Paraguay und im Norden Argentiniens liegt das natürliche Verbreitungsgebiet. Dort klettert die Pflanze an Rändern und auf Lichtungen feuchter tropischer Wälder. Dieses südamerikanische Ursprungsgebiet ist von den zahlreichen späteren Anbaugebieten zu unterscheiden. 1

Durch den kommerziellen Anbau gelangte die Art in fast alle tropischen und subtropischen Regionen der Erde. In den Vereinigten Staaten wird sie in Florida, Hawaii und Kalifornien kultiviert, gilt dort aber als eingeführt, nicht als heimisch. Für Florida bestätigt der Atlas of Florida Plants ausdrücklich diesen gebietsfremden Status. 4 6 5

Lebenszyklus und Vermehrung

Nach mehreren Monaten Wachstum beginnt die Blüte und setzt sich über den Sommer fort. Für den Fruchtansatz ist die Form entscheidend: Die gelbe Form ist selbststeril und benötigt einen Bestäuber, während die purpurfarbene Form selbstkompatibel ist und sich selbst befruchten kann. In Kalifornien übernehmen vor allem Holzbienen die wirksame Bestäubung. 4

Zwischen erfolgreicher Bestäubung und Fruchtreife liegen etwa 80 Tage. Fehlen geeignete Bestäuber, kann eine reich blühende Pflanze vollständig ohne Früchte bleiben. Dieses Problem tritt unter gemäßigten Klimabedingungen besonders häufig im Gewächshaus auf, wo die Blüten nicht automatisch von passenden Insekten besucht werden. 3

Gärtnerisch erfolgt die Vermehrung überwiegend durch Aussaat oder Stecklinge. Samen keimen gewöhnlich innerhalb von zwei bis drei Wochen. Für eine festgelegte Sorte sind halbverholzte Triebstecklinge der schnellere Weg, ihre Eigenschaften unverändert weiterzugeben; die gewählte Vermehrungsart richtet sich daher auch danach, ob eine bestimmte Sorte erhalten werden soll.

Nutzen und Risiken

Das säuerliche, moschusartig duftende Fruchtfleisch dient vor allem als Lebensmittel. Es wird frisch, als Saft oder in Saucen verwendet und liefert Vitamin C. Die ASPCA stuft die reife Frucht für Katzen, Hunde und Pferde nicht als giftig ein. 4 7

In Schale und Saft noch grüner Früchte der gelben Form kommen dagegen cyanogene Glykoside vor, darunter Prunasin. Eine Veröffentlichung im Journal of Agricultural and Food Chemistry beschreibt diese Stoffe. Ihr Vorkommen in der grünen Schale begründet die Beschränkung auf vollreife Früchte: Schale und unreife Früchte sollten gemieden werden. 8

Zu den seit Langem dokumentierten Krankheiten gehören Mosaikvirus, Fusarium-Welke und Anthraknose am Stamm. Die Übertragung kann je nach Erreger durch Blattläuse, belasteten Boden oder Schnittwerkzeuge erfolgen. Gesundes Pflanzmaterial und desinfizierte Werkzeuge bilden die wichtigste Vorbeugung, da nach erfolgter Infektion keine verlässliche heilende Behandlung zur Verfügung steht. 4

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Den Handel prägen zwei Fruchtformen: Die purpurfarbene (P. edulis f. edulis) ist kleiner, weniger sauer und aromatischer. Die gelbe (P. edulis f. flavicarpa) trägt größere Früchte und wird in Australien oft als Veredelungsunterlage für die purpurfarbene Form eingesetzt. 3

Im Erwerbsanbau sind mehrere gefestigte Sorten verbreitet, darunter Frederick, Possum Purple und Panama Red. Sie wurden hinsichtlich früher Reife, Kältetoleranz oder Fruchtgröße ausgewählt. Der Sortenname bezeichnet dabei eine Auslese innerhalb der Kultur, keine zusätzliche botanische Art.

Verwechslungsgefahr besteht besonders mit folgenden verwandten Arten:

  • Passiflora caerulea, die Blaue Passionsblume, eine verbreitete Zierpflanze mit faden Früchten und stärker blau gefärbten Blüten;
  • Passiflora incarnata, eine frosthärtere Art mit fadenförmig gefranstem Strahlenkranz und kleineren Früchten;
  • Passiflora quadrangularis, eine Art mit kantigen Stängeln und deutlich größeren Früchten.

Am zuverlässigsten unterscheidet eine Kombination aus drei Merkmalen Passiflora edulis von ihren Verwandten: rötliche Ranken, glatte Früchte mit dünner Schale und ein weißvioletter Strahlenkranz. Weder Passiflora caerulea noch Passiflora incarnata oder Passiflora quadrangularis vereinen diese drei Merkmale in derselben Weise. 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Passiflora edulis für Katzen und Hunde giftig?

Nein. Die ASPCA führt Passiflora edulis als ungiftig für Katzen, Hunde und Pferde. Die Schale unreifer Früchte der gelben Form enthält jedoch cyanogene Verbindungen, weshalb die volle Reife abgewartet werden sollte.

Was unterscheidet die purpurfarbene von der gelben Form?

Beide gehören zur selben Art. Die purpurfarbene Form (f. edulis) hat kleinere, aromatischere und weniger saure Früchte. Die gelbe Form (f. flavicarpa) trägt größere, saurere Früchte und dient häufig als Veredelungsunterlage.

Warum blüht Passiflora edulis, ohne Früchte anzusetzen?

Die gelbe Form ist selbststeril und benötigt einen Bestäuber wie eine Holzbiene. Fehlen geeignete Insekten, hilft häufig eine Bestäubung von Hand mit einem Pinsel.

Kann man unreife Passionsfrüchte essen?

Nein. Besonders die gelbe Form enthält in Schale und Saft grüner Früchte cyanogene Glykoside. Erst essen, wenn die Schale runzlig wird oder sich die Frucht leicht löst.

Wie viel Kälte verträgt Passiflora edulis?

Die frostempfindliche Art wächst in den USDA-Zonen 9b bis 11 im Freiland. Unter 0 °C sterben die oberirdischen Teile meist ab; manche Sorten treiben nach starkem Rückschnitt aus dem Wurzelstock neu aus.

Woran erkennt man Passiflora edulis?

Rötliche Ranken, glatte Früchte mit dünner Schale und der weißviolette Strahlenkranz unterscheiden sie von verwandten Arten, etwa der Blauen Passionsblume mit faden Früchten oder Passiflora quadrangularis mit kantigen Stängeln.

Welchen Nutzen haben die Blüten ohne geplante Ernte?

Die auffälligen Blüten locken Bestäuber an. In warmem Klima eignet sich die Pflanze auch ohne Ernteabsicht zur Begrünung von Spalieren und Pergolen.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.