Fingerblättrige Akebie (Akebia quinata, )
Fingerblättrige Akebie (Akebia quinata) ist eine halbimmergrüne Kletterliane aus der Familie der Lardizabalaceae. Sie stammt aus den gemäßigten Wäldern Chinas, Koreas und Japans. Die einhäusige, aber selbststerile Pflanze trägt im Frühjahr kleine, schokoladenbraun bis purpur gefärbte Duftblüten. Nach erfolgreicher Fremdbestäubung entstehen violette, wurstförmige Früchte.
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Taken May 13, 2019 by Wilhelm Rogmann (cc-by-sa)
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Taken Aug 12, 2021 by Ulysse Remars (cc-by-sa)
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Weltweite Verbreitung
Akebia quinata ist in Zentral- und Ostchina, auf der Koreanischen Halbinsel und im mittleren bis südlichen Japan heimisch. Als Zierpflanze wurde sie in Nordamerika und Europa weit verbreitet. In mehreren milden, feuchten Regionen hat sie sich eingebürgert; ihr kräftiger Wuchs birgt dort ein dokumentiertes Risiko einer örtlichen Besiedlung von Wäldern.
- Heimisch3
- Invasiv1
- China
- Südkorea
- Japan
- Vereinigte Staaten (Ostküste)
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Die Fingerblättrige Akebie (Akebia quinata (Thunb. ex Houtt.) Decne., 1839) ist eine halbimmergrüne Kletterliane aus der Familie der Lardizabalaceae. In Europa wird diese Art der Gattung Akebia vor allem wegen ihres dichten Laubes und ihrer schokoladenfarbenen Frühjahrsblüten kultiviert. Das Artepitheton quinata bedeutet im Lateinischen „zu fünft angeordnet“ und bezeichnet das zusammengesetzte Blatt mit fünf Teilblättchen. Bei der nah verwandten Akebia trifoliata sind es lediglich drei. Dieser Unterschied erlaubt die Unterscheidung beider Lianen auch ohne Blüten. 1 2
Der englische Name chocolate vine bezieht sich auf den süßen Schokoladenduft der kleinen dunkelpurpurnen Blüten. Er lockt schon bei den ersten milderen Temperaturen im Frühjahr bestäubende Insekten an. In Japan, wo die Früchte seit Jahrhunderten geerntet werden, heißt die Pflanze akebi. 4
Erkennung
Mit ihren schlingenden Stängeln erklimmt die Fingerblättrige Akebie rasch eine Rankhilfe und erreicht nach dem Anwachsen 6 bis 12 m. Die Triebe winden sich selbstständig um die Stütze, ohne Ranken oder Haftorgane auszubilden. Fehlt eine geeignete Stütze, kriechen sie über den Boden, bilden einen niedrigen Bestand und blühen später. 2 4
Die handförmig zusammengesetzten Blätter bestehen aus fünf ovalen Teilblättchen. In mildem Klima bleibt das Laub teilweise erhalten; bei winterlichen Temperaturen unter −15 °C werfen die Pflanzen es vollständig ab.
Männliche und weibliche Blüten stehen bei dieser einhäusigen Art getrennt an derselben hängenden Traube. Die größeren weiblichen Blüten sitzen am Grund, die kleineren männlichen weiter zur Spitze hin. Beide zeigen eine schokoladenpurpurne bis dunkelbraune Färbung, die zum Duft der Pflanze passt. 5 3
Aus einer erfolgreich fremdbestäubten weiblichen Blüte entsteht eine violette, wurstförmige Frucht von 5 bis 10 cm Länge. Im Herbst springt sie einseitig auf und legt weißes Fruchtfleisch mit schwarzen Samen frei. Ohne eine zweite, verträgliche Pflanze in der Nähe fällt die Blüte dagegen ab, ohne eine Frucht zu bilden. 4 5
Nützliche Taxonomie
Als akzeptierten Namen führt POWO/WCVP Akebia quinata (Thunb. ex Houtt.) Decne. Unter diesem Namen ist die Art im westlichen Gartenbau weit verbreitet. Die botanische Literatur beschreibt mehrere Formen und Varietäten, die überwiegend kleinere Unterschiede der Blüten oder Blätter betreffen:
- Akebia quinata f. albiflora Y.N.Lee
- Akebia quinata var. longeracemosa (Matsum.) Rehder & E.H.Wilson
- Akebia quinata var. polyphylla Nakai
- Akebia quinata f. diplochlamys (Makino) T.Shimizu (botanische Formen und Varietäten)
Zur Gattung gehört außerdem Akebia trifoliata, deren Blätter drei statt fünf Teilblättchen besitzen. Beide Arten bilden in Kultur gelegentlich die Hybride Akebia ×pentaphylla. Der Vergleich der Blattteilung, fünf gegenüber drei, bleibt gegenüber der nah verwandten Art auch an einem Zweig ohne Blüten oder Früchte ein eindeutiges Merkmal. 1 6
Lebensraum und Verbreitung
Von Zentral- und Ostchina erstreckt sich das natürliche Verbreitungsgebiet über die Koreanische Halbinsel bis in das mittlere und südliche Japan. Dort besiedelt die Liane gemäßigte Laubwälder, Hecken, Waldränder und Gewässerufer. Die Höhenverbreitung reicht vom Meeresspiegel bis ungefähr 1.500 m. 4 7
Als Zierpflanze gelangte die Akebie nach Nordamerika und Europa. An der Ostküste der Vereinigten Staaten hat sie sich in mehreren milden, feuchten Regionen eingebürgert. Ihr rascher Schlingwuchs führt dort zur Einstufung als problematische Art, etwa in North Carolina. Diese Bewertung betrifft die jeweiligen amerikanischen Regionen. In Metropolitan-Frankreich bleibt sie eine kultivierte Gartenzierpflanze ohne entsprechenden dokumentierten Status. Daraus ergibt sich keine rechtliche Einstufung für andere Länder. 5 8
Lebenszyklus und Vermehrung
Zwischen März und April erscheinen je nach Klima die getrennten männlichen und weiblichen Blüten an gemeinsamen Trauben. Die Fingerblättrige Akebie ist selbststeril: Ohne ein genetisch anderes Exemplar in der Nähe kann sie alljährlich blühen, ohne auch nur eine Frucht anzusetzen. Für wirksame Fremdbestäubung sind zwei genetisch verschiedene Pflanzen erforderlich. 5 4
Nach erfolgreicher Bestäubung reift die Frucht über mehrere Monate und öffnet sich im Herbst. Zur Vermehrung dienen hauptsächlich Stecklinge aus im Sommer halbverholzten Trieben. Diese Methode ist schneller und zuverlässiger als die Herbstaussaat, deren Samen auch nach einer Kältebehandlung nur langsam keimen. Luftableger sind ebenfalls möglich; bei Kontakt mit feuchtem Boden können die Triebe zudem ohne besonderen Eingriff Wurzeln bilden. 4
Nutzen und Risiken
Ein dichtes Blätterdach an Spalier, Pergola oder altem Zaun ist der wichtigste gärtnerische Nutzen dieser Liane. Die Blüten bleiben vergleichsweise unauffällig, duften aber deutlich. Ihr kräftiger Schlingwuchs lässt eine Stütze innerhalb weniger Jahre zuwachsen. Derselbe Vorteil wird zum Nachteil, wenn der jährliche Rückschnitt nach der Blüte ausbleibt. 2 5
In Ostasien wird das weiße Fruchtfleisch reifer Früchte roh gegessen. Es schmeckt süß, bleibt jedoch eher fade. Die bitterere violette Hülle wird vorzugsweise gebraten. Junge Triebe dienen in einigen traditionellen Küchen als Gemüse, die Stängel als Bestandteil traditioneller Arzneizubereitungen. Für Katzen, Hunde und Menschen ist keine Giftigkeit dokumentiert. Für Pferde bleiben die verfügbaren Angaben dagegen unzureichend. 4
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Beschriebene Formen wie die weiß blühende f. albiflora oder die langtraubige var. longeracemosa sind eher botanische Besonderheiten als beständige, verbreitete Sorten des üblichen Pflanzenhandels. 1
Verwechslungen betreffen vor allem zwei Pflanzengruppen:
- Akebia trifoliata und ihre Hybride Akebia ×pentaphylla, deren Blattteilung gegenüber den fünf Teilblättchen zu prüfen ist;
- einige kleinblütige Waldreben, deren Kletterwuchs aus der Entfernung ähnlich wirkt, deren Blätter jedoch keine fünf fächerförmig angeordneten Teilblättchen besitzen.
An einem blütenlosen Zweig geben fünf ovale Teilblättchen pro Blatt den entscheidenden Hinweis. Zur Blütezeit kommt die schokoladenpurpurne Farbe der Trauben hinzu. Keine der hier verglichenen Waldreben verbindet beide Merkmale miteinander.
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Akebia quinata (Thunb. ex Houtt.) Decne.
- Royal Horticultural Society, Akebia quinata – Schokoladenwein
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Akebia quinata
- Plants For A Future, Akebia quinata
- NC State Extension Gardener Plant Toolbox, Akebia quinata
- International Plant Names Index, Akebia quinata – Namenseintrag
- GBIF, Akebia quinata – Arteintrag
- USDA PLANTS Database, Akebia quinata – Pflanzenporträt (AKQU)
Häufig gestellte Fragen
Warum bildet meine Fingerblättrige Akebie keine Früchte?
Akebia quinata trägt männliche und weibliche Blüten an derselben Traube, ist aber selbststeril. Eine einzelne Pflanze blüht, ohne Früchte anzusetzen. Für Früchte ist eine zweite Pflanze mit anderer genetischer Herkunft nötig.
Ist Akebia quinata invasiv?
In mehreren gemäßigten Regionen Nordamerikas gilt ihr kräftiger Schlingwuchs als problematisch, insbesondere in North Carolina. Für Frankreich ist kein vergleichbarer invasiver Status dokumentiert; regelmäßiger Rückschnitt bleibt dennoch ratsam.
Sind die Früchte der Fingerblättrigen Akebie essbar?
Das weiße, süße, aber eher fade Fruchtfleisch wird roh gegessen, sobald die reife Frucht aufspringt. Die bittere violette Hülle wird in manchen ostasiatischen Küchentraditionen gebraten oder gefüllt zubereitet.
Was unterscheidet Akebia quinata von Akebia trifoliata?
Die Zahl der Teilblättchen ist das zuverlässigste Merkmal: fünf bei Akebia quinata, drei bei Akebia trifoliata. In Kultur kreuzen sich die Arten gelegentlich zu Akebia ×pentaphylla.
Ist Akebia quinata für Katzen und Hunde giftig?
Für Katzen, Hunde und Menschen ist keine Giftigkeit dokumentiert. Der Status bei Pferden ist in den verfügbaren Quellen dagegen kaum beschrieben.
Welche Rankhilfe eignet sich für die Fingerblättrige Akebie?
Ein stabiles Spalier, eine Pergola oder ein alter Zaun eignen sich. Die schlingenden Stängel winden sich ohne Ranken oder Haftwurzeln um ihre Stütze. Eine schwache Konstruktion kann unter dem Gewicht einer ausgewachsenen Liane nachgeben.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.





