Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica, Thunb. 1784)

Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica Thunb.) ist eine halbimmergrüne, windende Kletterpflanze aus der Familie der Caprifoliaceae und stammt aus Japan, Korea und Ostchina. Die stark duftenden weißen Blüten werden innerhalb weniger Tage cremegelb, weshalb die Art im Englischen golden-and-silver honeysuckle heißt. Als Zierpflanze eingeführt, ist sie in mehreren gemäßigten Regionen örtlich invasiv geworden.

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Wissenschaftlicher NameLonicera japonica
GattungLonicera
OrdnungDipsacales

Japanisches Geißblatt, Japanese honeysuckle und Jin yin hua

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen, darunter Kinder, Katzen und Hunde · Unbekannt : Pferde
Pflegeaufwand
Mäßig
Pflanzenart
Kletterliane · Zierpflanze · Pflanze für draußen · Pflanze für Bestäuber
Blattart
Halbimmergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
JapanSüdkoreaChina
Lebensraum
Gebüsche, Waldränder, Hecken und Wegränder; verschiedene Böden, Sonne bis Halbschatten
Ökologischer Nutzen
Nektarblüten werden von Nachtfaltern und vielen weiteren Bestäubern besuchtVögel fressen die Beeren und verbreiten die Samen weiträumig
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommer
Erntezeit
Herbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
8/10
Reifezeit
Bedeckt bei günstigem Klima in 2–3 Jahren die Stütze; danach Wuchs begrenzen.
Vermehrung
Steckling, Abmoosen, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut, sobald die Pflanze an einer stabil befestigten Kletterhilfe sitzt.
Luftfeuchtigkeit
40–80 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Ton, Schluff oder Sand, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Sonne bis lichter Halbschatten; im Schatten weniger Blüten.
Außenbereich
Sonniger Rand, Feldhecke, Unterholz-Garten
Pflanzgefäße
Großer entwässernder Topf
Erscheinungsbild
Höhe400–900 cmBreite100–200 cm
Blätter
Grün
Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißGelbGröße2.5–4 cm
Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Schwarz
Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

POWO nennt als natürliches Areal China und das gemäßigte Ostasien einschließlich Japans und der Koreanischen Halbinsel. Als Zierpflanze eingeführt, ist die Art in mehreren gemäßigten Regionen eingebürgert und außerhalb ihres Ursprungsgebiets örtlich invasiv, besonders im Südosten der USA, in Neuseeland und Ostaustralien.

  • Heimisch3
  • Eingeführt1
  • Invasiv3
  • Japan
  • Korea
  • Ost- und Zentralchina
  • Vereinigtes Königreich
  • USA (Südosten)
  • Neuseeland
  • Ostaustralien

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Japanisches Geißblatt (Lonicera japonica Thunb., 1784) wurde von Carl Peter Thunberg beschrieben und gehört zur Familie der Caprifoliaceae. Die windende Kletterpflanze wird von POWO unter diesem akzeptierten Namen geführt. Ihr natürliches Areal reicht von China in das gemäßigte Ostasien und schließt Japan sowie die Koreanische Halbinsel ein. 1 2

Der englische Name golden-and-silver honeysuckle bezieht sich auf den Farbwechsel der Blüten. Sie öffnen sich weiß und werden innerhalb von ein bis zwei Tagen cremegelb, sodass oft beide Farben gleichzeitig am selben Trieb zu sehen sind. Die französische Handelsbezeichnung für chinesisches Geißblatt meint dagegen nicht die gesamte Art, sondern die Sorte 'Chinensis' mit ihren purpurfarbenen Blütenknospen. Auch Japanese honeysuckle und Jin yin hua sind gebräuchliche internationale Namen. 3 8

Erkennung

Verholzende, windende Triebe und halbimmergrünes bis immergrünes Laub kennzeichnen die Art; wie viele Blätter erhalten bleiben, hängt von der Strenge des Winters ab. Die bräunliche Rinde älterer Stängel löst sich in langen Streifen ab, junge Triebe sind fein flaumig behaart. Fehlt eine Kletterhilfe, kriechen die Triebe über den Boden und bewurzeln sich an den Knoten, sobald diese Bodenkontakt bekommen. 3 5

Die gegenständigen Blätter sind oval und meist ganzrandig. An den allerersten Frühjahrstrieben können auch gelappte Blätter auftreten. Die röhrigen, zweilippigen Blüten werden 2,5 bis 4 cm lang. Ihr ausgeprägter nächtlicher Duft verstärkt sich in der Dämmerung, wenn die bestäubenden Nachtfalter aktiv werden. 3 5

Runde Beeren von ungefähr 7 mm Durchmesser stehen paarweise in den Blattachseln. Sie sind zunächst grün, werden dann rot und schließlich bei der Reife schwarz. Unter günstigen Bedingungen klettert die Pflanze 5 bis 9 m hoch und bedeckt ein Spalier in zwei bis drei Jahren, womit sie zu den besonders raschwüchsigen Vertretern der Gattung zählt. An kleinen Stützen oder im Kübel bleibt die windende Wuchsweise erhalten; die erreichbare Höhe richtet sich jedoch nach der bereitgestellten Stütze. 3

Nützliche Taxonomie

Heckensträucher und windende Lianen gehören gleichermaßen zur Gattung Lonicera. Japanisches Geißblatt steht in der zweiten Gruppe und zeigt einen ausgeprägten Kletterwuchs. Historisch wurden verschiedene Formen und Varietäten beschrieben, darunter Lonicera japonica var. chinensis (P.Watson) Baker sowie Lonicera japonica f. halliana (Dippel) H.Hara. Heute werden diese dem akzeptierten Artnamen zugeordnet.

Für eine eindeutige Zuordnung ist Lonicera japonica Thunb. der beständige Bezugspunkt. Handelsnamen wie „Halliana“ und die französische Bezeichnung für chinesisches Geißblatt stehen für gärtnerische Auslesen. Solche Etiketten bezeichnen keine eigenständigen Arten, auch wenn sie im Handel wie separate Pflanzennamen erscheinen. 1 2

Lebensraum und Verbreitung

Gebüsche, Waldsäume und Hügellandschaften Japans, Koreas und Chinas bilden den natürlichen Lebensraum dieser Kletterpflanze. Sie wächst auf unterschiedlichen Böden in voller Sonne ebenso wie im Halbschatten. Eingewurzelt verträgt sie Temperaturen von −20 bis 38 °C; angegeben werden die Winterhärtezonen USDA 4 bis 10. Diese breite Toleranz begünstigt ihre weite Verbreitung außerhalb des Ursprungsgebiets. 1 5

Nach der Einführung als Zierpflanze hat sie sich in mehreren gemäßigten Regionen eingebürgert. Im Südosten der USA gilt sie als stark invasiv. Dort verbreitet sie sich durch Rhizome, kriechende Triebe und Samen, die von Vögeln transportiert werden. Ein vergleichbarer invasiver Status wird für Neuseeland und Ostaustralien angegeben. 6 3

Eine gepflegte Gartenpflanze kann damit zugleich eine invasive Art natürlicher Lebensräume sein. Diese Kombination erklärt die Empfehlung, jährlich zurückzuschneiden und spontane Sämlinge zu entfernen. Die Maßnahmen bleiben auch außerhalb der ausdrücklich eingestuften Gebiete sinnvoll, weil sie die Ausbreitung über den Garten hinaus begrenzen. 6

Lebenszyklus und Blüte

Zwischen Mai und August liegt je nach Klima die Blütezeit. Die weißen Blüten wechseln nach ein bis zwei Tagen zu Cremegelb. Dieser Farbwechsel erklärt den englischen Namen und zeigt Nachtfaltern zugleich das relative Entwicklungsstadium der einzelnen Blüte an. Die gleichzeitig vorhandenen Farbtöne sind deshalb ein auffälliges Kennzeichen blühender Triebe. 3 5

Nach der Blüte reifen die Beeren von Grün zu Blauschwarz. Im Spätsommer heben sie sich vom noch grünen Laub ab. Vögel fressen die Früchte und verbreiten die Samen weiträumig. Dadurch können neue Standorte außerhalb der Gärten besiedelt werden, in denen die Kletterpflanze ursprünglich gepflanzt wurde. 3 6

Gärtnerisch wird die Art vorwiegend über halbreife Stecklinge oder Absenker mit Bodenkontakt vermehrt. Beide bewurzeln sich innerhalb von zwei bis vier Wochen. Gegenüber der Aussaat ist das schneller und verlässlicher, denn Samen benötigen eine Kaltstratifikation vor der Keimung. Die leichte Bewurzelung gehört zugleich zu den Ursachen des starken Ausbreitungsvermögens. 5 3

Nutzen und Risiken

Getrocknete Blütenknospen werden in China seit Jahrhunderten als jin yin hua (金银花, wörtlich Gold-und-Silber-Blüte) in der traditionellen Arzneikunde gegen Fieber, Infektionen und Entzündungen verwendet. Die Zubereitung steht seit 1995 im chinesischen Arzneibuch und wird weiterhin auf antibakterielle und antivirale Wirkungen untersucht. 7

Frische Blüten werden auch wegen ihres süßen Nektars ausgesaugt oder als Tee aufgegossen. Diese volkstümliche Nutzung unterscheidet sich von der arzneilichen Verwendung getrockneter Knospen. Blätter, Stängel und insbesondere Beeren enthalten dagegen Saponine. Größere Mengen Beeren können Erbrechen und Verdauungsbeschwerden auslösen, vor allem bei Kindern und neugierigen Jungtieren. 5 3

Im Garten gemäßigter Regionen überwiegt die Ziernutzung deutlich gegenüber der Verwendung als Nahrung oder Arzneipflanze. Pergolen, Zäune und Sichtschutzhecken lassen sich damit begrünen, sofern ein jährlicher Rückschnitt eingeplant wird, der die Wuchskraft der Pflanze begrenzt. 3

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Vier häufig angebotene Gartenauslesen prägen das Sortiment. Halliana dominiert mit Blüten, die rasch von Weiß zu Buttergelb wechseln. Aureoreticulata fällt durch goldgelbe Blattadern auf. Purpurea trägt purpurfarbenes junges Laub, während Chinensis an purpurfarbenen Blütenknospen erkennbar ist und im französischen Handel als chinesisches Geißblatt bezeichnet wird. Alle vier Namen stehen für Auslesen von Lonicera japonica, nicht für unterschiedliche Arten. 4 3

Zur Abgrenzung ähnlicher Pflanzen dienen diese Merkmale:

  • Lonicera periclymenum, das europäische Waldgeißblatt, trägt stärker rosafarbene Blüten und breitet sich außerhalb seines natürlichen Areals weniger stark aus;
  • Lonicera maackii ist ein Strauch statt einer Liane und ebenfalls in Nordamerika invasiv;
  • Lonicera sempervirens ist eine nordamerikanische Kletterpflanze mit orangeroten Blüten ohne ausgeprägten Farbwechsel.

Wenn sich die gebräuchlichen Namen überschneiden, bleibt der wissenschaftliche Name der verlässliche Bezugspunkt. Kletternder oder strauchiger Wuchs, Blütenfarbe und invasiver Status helfen dabei, diese vier Lonicera-Arten voneinander zu unterscheiden.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Japanisches Geißblatt in Frankreich invasiv?

In Frankreich unterliegt die Art keiner Regulierung als invasive Pflanze. Ihr kräftiger Wuchs verlangt jedoch einen jährlichen Rückschnitt und die Kontrolle spontaner Sämlinge. Im Südosten der USA, in Neuseeland und Ostaustralien gilt sie dagegen offiziell als invasiv.

Warum verändern die Blüten ihre Farbe?

Die Blüten öffnen sich weiß und werden innerhalb von ein bis zwei Tagen cremegelb. Dieser Wechsel hängt mit ihrer Bestäubung durch Nachtfalter zusammen. Oft stehen beide Farben gleichzeitig an einem Trieb, was den englischen Namen golden-and-silver honeysuckle erklärt.

Sind die Beeren giftig?

Blätter, Stängel und Beeren enthalten Saponine. Größere Mengen Beeren können besonders bei Kindern Verdauungsbeschwerden verursachen. Für einzelne Tierarten liegen nur begrenzte Daten vor, weshalb Vorsicht statt einer Einstufung als schwere Gefahr empfohlen wird.

Welche traditionellen Nutzungen hat Japanisches Geißblatt?

Getrocknete Blütenknospen, in China jin yin hua genannt, werden in der traditionellen chinesischen Arzneikunde seit Langem gegen Fieber und Infektionen verwendet. Frische Blüten werden außerdem wegen ihres Nektars ausgesaugt oder als Tee aufgegossen.

Wie unterscheidet sich Lonicera japonica von Lonicera periclymenum?

Das europäische Waldgeißblatt Lonicera periclymenum hat stärker rosafarbene Blüten und breitet sich außerhalb seines natürlichen Areals weniger stark aus. Lonicera japonica unterscheidet sich durch von Weiß zu Gelb wechselnde Blüten und ein deutlich invasiveres Verhalten außerhalb Asiens.

Eignet sich Japanisches Geißblatt für gemäßigtes Klima?

Die Art gedeiht leicht, was gerade in den Regionen zum Problem wird, in denen sie als invasiv gilt. Im gepflegten Garten begrenzen jährlicher Rückschnitt und das Entfernen von Sämlingen das Risiko einer Ausbreitung in benachbarte natürliche Lebensräume.

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