Blaue Heckenkirsche (Lonicera caerulea, )
Blaue Heckenkirsche (Lonicera caerulea), auch Haskap genannt, ist ein sommergrüner Obststrauch aus der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae). Die Art ist in den gemäßigten Regionen der gesamten Nordhalbkugel verbreitet. Ihre länglichen blauen Beeren sind essbar, während die meisten Ziergeißblätter giftige Beeren tragen. Der sehr winterharte Strauch benötigt für gute Kreuzbestäubung zwei benachbarte Sorten.
WeiterlesenBlaue Heckenkirsche, Blaue Doppelbeere, Haskap, Honeyberry und Blue honeysuckle






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Taken Jul 10, 2007 by Tela Botanica − Michel POURCHET (cc-by-sa)
Taken Jan 1, 1970 by Photoflora - L'Abbé COSTE (©)
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Lonicera caerulea umfasst die kalten und gemäßigten Regionen der Nordhalbkugel in zirkumpolarer Verbreitung: von Mittel- und Nordeuropa über Sibirien bis nach Japan und ins boreale Nordamerika. Wegen ihrer Beeren wird die Art weit außerhalb dieses Gebiets angebaut; Anbaugebiete sind vom natürlichen Areal zu unterscheiden.
- Heimisch7
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- Russland
- Finnland
- Japan
- Kanada
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Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Blaue Heckenkirsche (Lonicera caerulea L., 1753), auch Blaue Doppelbeere oder Haskap genannt, ist ein sommergrüner Obststrauch aus der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae). Sie gehört zur Gattung Lonicera und wird wegen ihrer länglichen, essbaren blauen Beeren kultiviert, die vor den meisten anderen Beerenfrüchten reifen. 1 4
Innerhalb ihrer Gattung nimmt sie eine besondere Stellung ein: Die meisten Ziergeißblätter tragen giftige rote Beeren, während Lonicera caerulea als essbare Ausnahme wegen ihrer Früchte geschätzt wird. Im Garten bildet sie einen dichten, 1 bis 2 m hohen Strauch mit aufrechten Zweigen und ohne kletternden Wuchs. 2 3
Erkennung
Gegenständige, ovale Blätter mit etwas wachsartiger, graugrüner Oberfläche und 3 bis 8 cm Länge kennzeichnen Lonicera caerulea. Der dornenlose Strauch wächst kompakt mit aus der Basis austreibenden Zweigen. Dadurch unterscheidet er sich von den kletternden Geißblattarten derselben Gattung. 3 5
Schon im frühen Frühjahr öffnen sich kleine, gelbliche bis weißliche Blüten, die paarweise stehen und bemerkenswert frostfest sind. Daraus entstehen fast zylindrische, etwa 1 cm lange blaue Beeren mit bläulichem Wachsbelag, häufig als verwachsene Paare. 4 2
Bei reifen Beeren färbt sich auch das Fruchtfleisch purpurfarben bis blau. Dies ist ein verlässliches Zeichen für den Erntezeitpunkt. Säuerlicher, an Heidelbeeren und Schwarze Johannisbeeren erinnernder Geschmack und längliche Früchte unterscheiden die Art von den runden Beeren der benachbarten Ribes-Arten. 5 3
Nützliche Taxonomie
Linné beschrieb die Art 1753 als Lonicera caerulea L. Die Gattung Lonicera gehört zu den Caprifoliaceae. Zahlreiche Namen unterhalb des Artrangs beziehen sich auf Populationen in Asien und Nordamerika; zu den wichtigen Synonymen zählen:
- Lonicera caerulea subsp. edulis (Turcz. ex Herder) Hultén (Unterart)
- Lonicera caerulea subsp. kamtschatica (Sevast.) Gladkova (Unterart)
- Lonicera caerulea var. emphyllocalyx (Maxim.) Nakai (Varietät)
- Lonicera caerulea subsp. venulosa (Maxim.) Vorosch. (Unterart)
- Lonicera caerulea var. angustifolia Regel (Varietät)
Der akzeptierte wissenschaftliche Name Lonicera caerulea bleibt der stabile Bezugspunkt. Sortennamen wie Tundra oder Borealis bezeichnen gärtnerische Auslesen und keine eigenständigen botanischen Arten. 1 7
Lebensraum und Verbreitung
Zirkumpolar besiedelt Lonicera caerulea die kalten und gemäßigten Regionen der Nordhalbkugel: Mittel- und Nordeuropa, Sibirien, Japan und das boreale Nordamerika. Dort wächst sie in feuchten borealen Wäldern, Mooren und an kühlen Gewässerufern. 1 6
An natürlichen Standorten bevorzugt der Strauch frische Böden, die oft sauer und torfig sind, sowie feuchte Waldränder oder lockeren Gehölzschatten. Die boreale Herkunft erklärt seine außergewöhnliche Winterhärte und die sehr frühe, an kurze kalte Frühjahre angepasste Blüte. 3 5
Weit über das natürliche Areal hinaus wird die Blaue Heckenkirsche heute wegen ihrer Beeren angebaut, besonders in Kanada, Russland und Japan. Solche Anbaugebiete sind von ihrem ursprünglichen eurasischen und nordamerikanischen Verbreitungsgebiet zu unterscheiden. 6 4
Lebenszyklus und Vermehrung
Zu den frühesten Blüten des Obstgartens zählen die gelblichen Blüten dieser Art. Sie erscheinen zu Frühjahrsbeginn und ertragen Frost. Da die Art weitgehend selbststeril ist, benötigt sie mindestens zwei benachbarte, gleichzeitig blühende Sorten für eine zuverlässige Kreuzbestäubung. 2 3
Aus befruchteten Blüten entwickeln sich längliche blaue Beeren, die im späten Frühjahr oder Frühsommer vor den meisten anderen Beerenfrüchten reifen. Vollreif, mit purpurfarbenem Inneren, werden sie frisch gegessen oder verarbeitet. Die Aussaat der Samen dient vor allem der Züchtung. 5 4
In der Kultur erfolgt die Vermehrung am häufigsten über Steckhölzer aus ausgereiften Trieben. Etwa 15 cm lange Zweigstücke werden im Herbst ins Freiland gesteckt, bewurzeln sich über den Winter und ergeben im Frühjahr junge Pflanzen. Der eher langsam wachsende Strauch erreicht nach drei bis vier Jahren den Vollertrag. 2 5
Nutzen und Risiken
Vor allem als Obst wird die Blaue Heckenkirsche genutzt. Die Beeren lassen sich roh oder gekocht essen und zu Konfitüre, Gelee, Saft, Eis und Gebäck verarbeiten. Ihr säuerlicher, an Heidelbeeren und Schwarze Johannisbeeren erinnernder Geschmack macht sie in kalten Regionen interessant, in denen nur wenige andere Beerenobstarten ähnlich gut gedeihen. 4 5
Die wichtigste Vorsichtsmaßnahme ist die sichere Unterscheidung von anderen Geißblättern. Die meisten Zierarten wie Lonicera tatarica oder Lonicera xylosteum tragen giftige rote Beeren, die nicht gegessen werden dürfen. Als anerkannte essbare Art gilt hier Lonicera caerulea mit ihren länglichen blauen Früchten; für diese wird bei Menschen und üblichen Haustieren keine Giftigkeit berichtet. 3 2
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Züchtungen aus Kanada, Russland und Japan haben zahlreiche Obstsorten hervorgebracht. Tundra und Borealis sind ertragreiche Referenzsorten mit großen Beeren; Aurora wächst kräftig und eignet sich gut als Bestäubersorte; Indigo Gem trägt feste Früchte mit ausgewogenem Geschmack. Wegen der Selbststerilität werden stets mindestens zwei gleichzeitig blühende Sorten zusammen gepflanzt.
Besonders wichtig ist die Abgrenzung von anderen Ziergeißblättern mit roten, giftigen Beeren:
- Lonicera tatarica, die Tatarische Heckenkirsche, mit roten, nicht essbaren Beeren;
- Lonicera xylosteum, die Rote Heckenkirsche, ein wild wachsender Strauch mit roten, giftigen Beeren;
- Lonicera periclymenum, das Wald-Geißblatt, kletternd und mit roten Beeren.
Längliche blaue Beeren, bei Reife purpurfarbenes Fruchtfleisch und ein strauchiger, nicht kletternder Wuchs bleiben die zuverlässigsten Merkmale zur Bestätigung der essbaren Blauen Heckenkirsche Lonicera caerulea. 3 1
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Lonicera caerulea L.
- Royal Horticultural Society, Lonicera caerulea
- Missouri Botanical Garden, Lonicera caerulea
- Encyclopaedia Britannica, honeysuckle
- Plants For A Future, Lonicera caerulea
- USDA PLANTS Database, Lonicera caerulea L.
- USDA GRIN Taxonomy, Lonicera caerulea L.
Häufig gestellte Fragen
Sind die Beeren der Blauen Heckenkirsche essbar?
Ja. Die länglichen blauen Beeren von Lonicera caerulea werden roh oder verarbeitet gegessen. Sie bilden eine essbare Ausnahme in der Gattung Lonicera, deren meiste Zierarten giftige rote Beeren tragen.
Braucht man mehrere Blaue Heckenkirschen für eine Ernte?
Ja. Die Art ist weitgehend selbststeril. Für Kreuzbestäubung und guten Fruchtansatz sollten mindestens zwei verschiedene, gleichzeitig blühende Sorten gepflanzt werden.
Ist die Blaue Heckenkirsche winterhart?
Ja, sie zählt zu den winterhärtesten kultivierten Obststräuchern. Sie verträgt Kälte um −45 °C, und ihre frühen Blüten halten Fröste im ausgehenden Winter aus.
Wann werden die Beeren geerntet?
Die Ernte liegt im späten Frühjahr oder zu Beginn des Sommers, vor den meisten anderen Beerenobstarten. Reif sind die Beeren, wenn auch ihr Inneres purpurfarben bis blau geworden ist.
Welchen Standort braucht die Blaue Heckenkirsche?
Volle Sonne bringt die besten Erträge. Entsprechend ihrem Vorkommen in kühlen Wäldern verträgt die Art auch Halbschatten. Frischer, nährstoffreicher Boden ist ebenso wichtig wie die Lichtmenge.
Wie schmecken Haskap-Beeren?
Ihr säuerlicher Geschmack erinnert an Heidelbeeren und Schwarze Johannisbeeren, manchmal mit einer Traubennote. Sie werden frisch gegessen oder zu Konfitüre, Saft, Eis und Gebäck verarbeitet.
Womit kann man die Blaue Heckenkirsche verwechseln?
Vor allem mit anderen Arten der Gattung Lonicera, die rote, giftige Beeren tragen. Die längliche blaue Beere und das purpurfarbene Fruchtfleisch sind die wichtigsten Merkmale der essbaren Art.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.






