Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum, L. 1753)

Die Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum), auch Schwarze Ribisel genannt, ist ein sommergrüner Obststrauch aus der Familie der Stachelbeergewächse (Grossulariaceae). Sie stammt aus den gemäßigten Regionen Europas und Nordasiens und wird wegen ihrer essbaren, vitamin-C-reichen schwarzen Beeren angebaut. Typisch ist das aromatische Laub, dessen kräftiger Geruch beim Zerreiben eines Blattes frei wird.

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Wissenschaftlicher NameRibes nigrum
GattungRibes
OrdnungSaxifragales

Schwarze Johannisbeere, Schwarze Ribisel, Cassis, Black currant und European black currant

Identität
Toxizität
Ungiftig : Menschen, Katzen und Hunde
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
FrankreichDeutschlandPolenRusslandVereinigtes KönigreichFinnlandKasachstan
Lebensraum
Frische Wälder, Auwälder und feuchte fruchtbare Böden gemäßigter Regionen; häufig in Obstgärten angebaut
Jahresverlauf
Blütezeit
Frühling
Erntezeit
Sommer
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
6/10
Reifezeit
Voller Ertrag 3 bis 4 Jahre nach der Pflanzung
Vermehrung
Steckling, Teilung
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut, niedriger biegsamer Strauch
Luftfeuchtigkeit
50–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Feuchter Boden, Reicher Boden, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Sonne bis Halbschatten
Außenbereich
Gartenbeet, Gemüsegarten
Pflanzgefäße
Pflanzgefäß
Erscheinungsbild
Höhe100–200 cmBreite100–200 cm
Blätter
Grün
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
GrünRot
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Schwarz
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Braun
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Ribes nigrum umfasst die gemäßigten Regionen Mittel- und Nordeuropas sowie Nordasiens, von Frankreich bis nach Sibirien und Zentralasien. Wegen ihrer Beeren wird die Art weithin angebaut und ist gelegentlich aus Gärten verwildert. Ihr Anbaugebiet reicht deutlich über das Ursprungsgebiet hinaus.

  • Heimisch7
  • Eingeführt1
  • Europäisches Frankreich einschließlich Korsika
  • Deutschland
  • Polen
  • Russland
  • Vereinigtes Königreich
  • Finnland
  • Kasachstan
  • Vereinigte Staaten

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Die Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum L., 1753), auch Schwarze Ribisel, ist ein sommergrüner Obststrauch aus der Familie der Stachelbeergewächse (Grossulariaceae) und der Gattung Ribes. Angebaut wird sie wegen ihrer essbaren schwarzen Beeren, auch Cassis genannt. Sie zählen zu den Früchten mit dem höchsten Vitamin-C-Gehalt in gemäßigten Regionen. 1 4

Im Garten bildet dieser Strauch einen Busch aus aufrechten Zweigen von 1 bis 2 m Höhe. Sein Laub ist stark aromatisch: Ein zerriebenes Blatt setzt einen charakteristischen moschusartigen Geruch frei. Der Name Schwarze Johannisbeere grenzt die Art von anderen Ribes-Obststräuchern wie der Roten Johannisbeere und der Stachelbeere ab. 2 3

Erkennung

Kennzeichnend für Ribes nigrum sind wechselständige, handförmige Blätter mit drei bis fünf gezähnten Lappen und mittelgrüner Farbe. Auf ihrer Unterseite sitzen kleine gelbliche Harzdrüsen, die beim Zerreiben den typischen Cassisduft abgeben. Der stachellose Strauch besteht aus mehreren Zweigen, die von der Basis ausgehen. 3 5

Zu Beginn des Frühjahrs erscheinen kleine Blüten in hängenden Trauben. Sie sind grünlich und rötlich überlaufen, fallen wenig auf und werden von Bienen besucht. Im Sommer entstehen daraus Trauben glänzender schwarzer Beeren, die von den vertrockneten Blütenresten gekrönt sind. 4 2

Der säuerliche Geschmack und das kräftige Aroma der Beeren unterscheiden die Schwarze Johannisbeere ebenso von anderem Beerenobst wie der Blattgeruch. Diese aromatische Eigenart ist das verlässlichste Merkmal der Art und bleibt unabhängig von der angebauten Sorte erhalten. 5 3

Nützliche Taxonomie

Unter dem Namen Ribes nigrum L. beschrieb Linné diese Art 1753. Die Gattung Ribes, zu der Johannisbeeren und Stachelbeeren gehören, wird heute den Grossulariaceae zugeordnet. Mehrere infraspezifische und gärtnerische Namen waren in Gebrauch; zu den wichtigsten Synonymen gehören:

  • Ribes nigrum var. europaeum Jancz., botanisches Synonym
  • Ribes nigrum var. pauciflorum (Turcz. ex Ledeb.) Jancz., botanisches Synonym
  • Ribes nigrum f. xanthocarpum (Späth) Rehder, botanisches Synonym
  • Ribes nigrum f. chlorocarpum (Späth) Rehder, botanisches Synonym
  • Ribes nigrum var. polyandrum Gray, botanisches Synonym

Als verlässliche Bezeichnung dient weiterhin der akzeptierte wissenschaftliche Name Ribes nigrum. Sortennamen wie Noir de Bourgogne und Ben Lomond stehen dagegen für gärtnerische Auslesen und bezeichnen keine eigenständigen botanischen Arten. 1 6

Lebensraum und Verbreitung

Die ursprüngliche Heimat von Ribes nigrum sind die gemäßigten Regionen Mittel- und Nordeuropas sowie Nordasiens. Dort wächst sie wild in frischen Wäldern, Auwäldern und auf feuchten fruchtbaren Böden. Das Areal reicht von Westeuropa bis nach Sibirien und Zentralasien. 1 8

An natürlichen Standorten bevorzugt der Strauch frische Böden mit viel organischer Substanz. Häufig steht er halbschattig unter anderen Bäumen oder an feuchten Waldrändern. Diese Vorliebe erklärt seine Winterhärte und die Verträglichkeit von Halbschatten im Anbau. 3 5

Durch den verbreiteten Anbau reicht das Vorkommen der Schwarzen Johannisbeere inzwischen über ihr natürliches Areal hinaus. Sie steht in Obstgärten und Gärten der gesamten gemäßigten Nordhalbkugel und verwildert örtlich gelegentlich. Solche Anbau- und Einführungsgebiete sind vom ursprünglichen eurasischen Verbreitungsgebiet zu unterscheiden. 7 4

Lebenszyklus und Vermehrung

Zu Frühjahrsbeginn setzt die Blüte ein. Bienen und andere Insekten bestäuben die Trauben kleiner grünlicher, rötlich überlaufener Blüten. Mehrere benachbarte Sorten verbessern die Fremdbestäubung und den Fruchtansatz. 2 4

Aus befruchteten Blüten entstehen im Sommer traubenweise schwarze Beeren, die im gemäßigten Klima im Juli reifen. Vollreif geerntet lassen sie sich frisch oder verarbeitet verzehren. Ihre Samen ermöglichen eine Vermehrung durch Aussaat, die vor allem in der Züchtung genutzt wird. 3 5

Für den Anbau vermehrt man die Art meist durch Steckhölzer aus ausgereiften Trieben. Etwa zwanzig Zentimeter lange Zweigstücke werden im Herbst ins Freiland gesteckt. Dort bewurzeln sie sich über Winter und bilden bis zum nächsten Frühjahr Jungpflanzen. Auch die Teilung eines alten Strauchs ist möglich. Bei regelmäßiger Verjüngung durch Winterschnitt wird der volle Ertrag drei bis vier Jahre nach der Pflanzung erreicht. 2 6

Nutzen und Risiken

Die Beeren dienen vor allem kulinarischen Zwecken: Sie werden roh oder gekocht gegessen und zu Konfitüre, Gelee, Sirup und Saft verarbeitet. In Burgund bereitet man daraus Crème de Cassis, die Grundlage des Kir. Geschätzt werden der säuerliche Geschmack und der hohe Vitamin-C-Gehalt, der zu den höchsten unter den im gemäßigten Klima angebauten Früchten zählt. 4 5

Eine anerkannte Giftigkeit besteht bei der Schwarzen Johannisbeere nicht. Die Beeren sind essbar und bergen keine bekannten Risiken für übliche Haustiere. Größere Bedeutung hat ein pflanzengesundheitliches Problem: Der Strauch ist Wirtswechsler des Stroben-Blasenrosts (Cronartium ribicola). Dieser Pilz vollendet seinen Lebenszyklus an fünfnadeligen Kiefern. Deshalb war der Anbau von Ribes in manchen Regionen mit Kiefernwirtschaft, besonders in Nordamerika, früher eingeschränkt oder verboten. 7 3

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Das breite Sortenspektrum umfasst gärtnerische Obstauslesen derselben Art. Noir de Bourgogne ist eine aromatische französische Sorte, deren Beeren für Likör geschätzt werden. Ben Lomond und Titania sind wüchsig und krankheitstolerant; Ben Sarek bleibt kompakt und eignet sich für Kübel. Vor dem Kauf sollten Wuchskraft, Blütezeit und Mehltauresistenz geprüft werden.

Ähnliche Gartensträucher finden sich besonders innerhalb der Gattung Ribes:

  • Ribes rubrum, die Rote Johannisbeere, mit durchscheinenden roten oder weißen Beeren;
  • Ribes uva-crispa, die Stachelbeere, mit Stacheln und großen Beeren;
  • Ribes sanguineum, die Blut-Johannisbeere, ein Zierstrauch und kein Obststrauch.

Zur sicheren Bestimmung dienen vor allem das aromatische Laub mit Harzdrüsen, die glänzenden schwarzen Beeren und der charakteristische moschusartige Geruch. Zusammen bestätigen sie, dass ein Strauch zur Schwarzen Johannisbeere Ribes nigrum gehört. 3 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Schwarze Johannisbeere giftig?

Nein. Ihre essbaren Beeren werden häufig roh oder gekocht verzehrt. Für die Art ist keine nennenswerte Giftigkeit bekannt. Die Früchte werden wegen ihres hohen Vitamin-C-Gehalts geschätzt.

Warum trägt meine Schwarze Johannisbeere wenig Früchte?

Ein geringer Ertrag entsteht oft durch zu wenig Sonne, zu trockenen Boden während der Blüte oder unvollständige Bestäubung. Ein gleichmäßig frischer Boden und mehrere benachbarte Sorten verbessern den Fruchtansatz.

Wann und wie schneidet man die Schwarze Johannisbeere?

Geschnitten wird im Winter bei frostfreiem Wetter. Mehr als drei Jahre altes Holz und schwache Zweige werden entfernt. Das fördert junge Triebe, die die reichsten Fruchtstände tragen.

Ist die Schwarze Johannisbeere winterhart?

Ja, dieser Strauch gemäßigter Regionen ist sehr winterhart und verträgt etwa −25 °C. Lediglich Spätfrost an den frühen Blüten kann die Ernte gelegentlich mindern.

Welcher Standort eignet sich für die Schwarze Johannisbeere?

Volle Sonne liefert die besten Erträge. Die Art verträgt aber auch Halbschatten, entsprechend ihrem natürlichen Lebensraum in frischen Wäldern. Ein frischer fruchtbarer Boden ist ebenso wichtig wie die Besonnung.

Mit welchen Pflanzen wird die Schwarze Johannisbeere verwechselt?

Verwechslungen betreffen vor allem andere Ribes-Arten des Gartens, etwa die Rote Johannisbeere und die Stachelbeere. Das aromatische Laub und die glänzenden schwarzen Beeren sind die zuverlässigsten Merkmale.

Kann man die Schwarze Johannisbeere im Kübel halten?

Ja, mit einer kompakten Sorte wie Ben Sarek und einem großen Kübel mit nährstoffreichem, frischem Substrat. Für Wuchskraft und Ertrag bleibt die Pflanzung ins Freiland jedoch günstiger.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.