Himbeere (Rubus idaeus, L. 1753)

Himbeere (Rubus idaeus) ist ein Obststrauch aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Ihre Früchte bestehen aus vielen miteinander verbundenen kleinen Steinfrüchten. Die Art stammt aus den gemäßigten Regionen der Nordhalbkugel und bildet durch Wurzelausläufer Gruppen aufrechter, oft bestachelter, zweijähriger Ruten, die im Garten an einem Gerüst gezogen werden.

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Wissenschaftlicher NameRubus idaeus
GattungRubus
OrdnungRosales

Himbeere, Raspberry, Red raspberry und European raspberry

Identität
Toxizität
Ungiftig : Menschen, Katzen und Hunde
Pflegeaufwand
Mäßig
Pflanzenart
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
FrankreichDeutschlandVereinigtes KönigreichRusslandChinaMexiko
Lebensraum
Waldränder, Lichtungen, Schläge und frische Böschungen gemäßigter Regionen auf lockeren, durchlässigen Böden
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommer
Erntezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
7/10
Reifezeit
Etablierte Ruten tragen ab dem zweiten Jahr Früchte
Vermehrung
Teilung, Steckling, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Mäßig, Ruten zur Vermeidung von Bruch am Gerüst befestigen
Luftfeuchtigkeit
50–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Feuchter Boden, Reicher Boden, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Volle Sonne bis Halbschatten
Außenbereich
Gartenbeet, Offener Boden, Gemüsegarten
Pflanzgefäße
Pflanzgefäß
Erscheinungsbild
Höhe100–250 cmBreite50–100 cm
Blätter
Grün
Blüten
Weiß
Früchte
Rot
Wuchsform
Himbeere (Rubus idaeus): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Rinde
GrünBraun

Weltweite Verbreitung

Rubus idaeus ist in gemäßigten Regionen der Nordhalbkugel von Europa bis ins gemäßigte Asien weit verbreitet und erreicht je nach taxonomischer Auffassung das nördliche Amerika und Mexiko. In Frankreich wächst die Art wild in kühlen Gebieten und Gebirgen und wird andernorts weithin als Beerenobst angebaut.

  • Heimisch6
  • Eingeführt2
  • Europäisches Frankreich
  • Deutschland
  • Vereinigtes Königreich
  • Russland
  • China
  • Mexiko
  • Vereinigte Staaten
  • Kanada

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Himbeere (Rubus idaeus L., 1753) bezeichnet einen Obststrauch der Gattung Rubus aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Angebaut wird er wegen seiner roten, duftenden Himbeeren. Botanisch sind sie zusammengesetzte Früchte und keine echten Beeren. Die Art zählt zu den am weitesten verbreiteten Beerenobstarten der gemäßigten Nordhalbkugel. 1 4

Im Garten entsteht ein Bestand mit Wurzelausläufern und aufrechten, häufig bestachelten Ruten, die sich von Jahr zu Jahr erneuern. Der deutsche Name Himbeere bezeichnet sowohl die Pflanze als auch ihre Frucht. Er grenzt sie im alltäglichen Sprachgebrauch von anderen Rubus-Arten ab, vor allem von der Brombeere der Hecken. 2 3

Erkennung

An zweijährigen Ruten lässt sich Rubus idaeus zuerst erkennen: Im ersten Jahr sind sie grün und unverzweigt, im zweiten verholzt und fruchttragend. Sie gehen aus Ausläufern der Wurzeln hervor. Üblicherweise erreicht die Pflanze 1 bis 2,5 m Höhe. Feine Stacheln sind je nach Sorte unterschiedlich stark ausgebildet. 2 6

Die zusammengesetzten Blätter besitzen drei oder fünf gezähnte Teilblättchen. Ihre Oberseite ist grün, die Unterseite auffällig weißfilzig behaart. Diese helle Blattunterseite hilft, die Bestimmung zu bestätigen. Im Frühjahr öffnen sich unscheinbare weiße Blüten mit fünf Kronblättern in kleinen Trauben. Sie werden von Bienen besucht. 3 5

Am zuverlässigsten ist die Frucht als Erkennungsmerkmal: Die Himbeere besteht aus zahlreichen miteinander verbundenen kleinen Steinfrüchten. Bei der Reife löst sich die gesamte Sammelfrucht vom Fruchtboden, sodass eine typische Höhlung zurückbleibt. Bei der Brombeere bleibt der Fruchtboden dagegen mit der geernteten Frucht verbunden. Dieser Unterschied ist unmittelbar sichtbar. 4 3

Nützliche Taxonomie

Linnés Beschreibung von 1753 führte den Namen Rubus idaeus L. ein. Die Gattung Rubus gilt wegen ihrer zahlreichen Formen und Hybriden als besonders komplex. Deshalb begegnen in der Literatur weiterhin Synonyme und Namen unterhalb des Artrangs. Zu den gebräuchlichen wissenschaftlichen Bezeichnungen gehören:

  • Rubus fragrans Salisb., ein historischer wissenschaftlicher Name;
  • Batidaea idaea (L.) Nieuwl., eine ältere Namenskombination;
  • Rubus idaeus subsp. idaeus, die Nominatunterart;
  • Rubus idaeus var. maritimus (Arrh.) Focke, eine Bezeichnung im Rang einer Varietät;
  • Rubus idaeus f. albus (Weston) Rehder, eine Bezeichnung im Rang einer Form.

Als verlässlicher Bezugspunkt bleibt der akzeptierte wissenschaftliche Name Rubus idaeus. Sortennamen wie Heritage oder Glen Ample bezeichnen gärtnerische Auslesen. Sie stehen weder für eigenständige Arten noch für botanische Varietäten. Diese Unterscheidung hilft beim Lesen von Pflanzenetiketten und älteren Beschreibungen. 1 7

Lebensraum und Verbreitung

Über weite Teile der gemäßigten Nordhalbkugel reicht das Areal von Rubus idaeus, von Europa bis ins gemäßigte Asien. Je nach taxonomischer Auffassung werden auch das nördliche Amerika und Mexiko einbezogen. In Frankreich kommt die Art in kühlen Gebieten und Gebirgen wild vor und besiedelt dort Waldschläge und Lichtungen. 1 7

An Waldrändern, Böschungen, auf Brachen und frisch geöffneten Schlägen wächst die Himbeere dort, wo nach einer Störung wieder Licht auf den Boden fällt. Sie bevorzugt frische Böden, die locker und gut durchlässig sind. Stickstoff, der bei der Zersetzung der Waldstreu frei wird, kommt ihrem Wachstum zugute. 6 3

Seit langer Zeit wegen ihrer Früchte kultiviert, wird sie heute in den meisten gemäßigten Regionen der Erde angebaut. Mitunter entkommt sie aus Kulturen. Solche eingeführten Vorkommen, etwa in Nordamerika, müssen von der natürlichen Verbreitung unterschieden werden. Anbau, Verwilderung und ursprüngliches Vorkommen bezeichnen unterschiedliche Situationen. 4 5

Lebenszyklus und Vermehrung

Entscheidend für den Lebenszyklus sind die zweijährigen Ruten auf einem ausdauernden Wurzelstock. Eine Jungrute, fachsprachlich Primocane, kommt im Frühjahr aus dem Boden und wächst zunächst ohne Blüten. Nach einem Winter wird sie zur Floricane: Sie blüht, trägt Früchte und trocknet danach ab, während neue Jungruten ihren Platz übernehmen. 2 6

Daraus ergibt sich die Unterscheidung der Sortentypen. Sommerhimbeeren fruchten im Sommer an den vorjährigen Ruten. Herbsthimbeeren blühen zusätzlich an diesjährigen Ruten und liefern eine Ernte vom Spätsommer bis Herbst. Werden sie nur für diese Herbsternte gezogen, lassen sich sämtliche Ruten im Spätwinter bodennah abschneiden. Der Sortentyp bestimmt somit unmittelbar den Schnitt. 2 4

Die zwittrigen weißen Blüten werden von Bienen und Hummeln bestäubt und entwickeln danach die aus Steinfrüchtchen aufgebauten Himbeeren. Im Garten vermehrt man die Pflanzen vor allem durch Teilung und das Abnehmen bewurzelter Wurzelausläufer. Das geht schneller und erhält die Eigenschaften zuverlässiger als die Aussaat. Auch Wurzelstecklinge gelingen. Die langsame Aussaat bleibt vorwiegend der Züchtung neuer Sorten vorbehalten. 5 3

Nutzen und Risiken

Als Lebensmittel wird die Himbeere frisch gegessen oder zu Konfitüre, Sirup und Gebäck verarbeitet. Hinzu kommen zahlreiche weitere Verarbeitungsformen. Das Himbeerblatt wird seit langer Zeit als Tee verwendet. Damit gehört die Pflanze sowohl zum Obstgarten als auch zu den traditionell genutzten Teepflanzen. 5 4

Für Menschen und übliche Haustiere gilt die Himbeere als ungiftig: Weder Früchte noch Blätter weisen eine nennenswerte Giftigkeit auf. Praktische Unannehmlichkeiten bereiten vor allem die Stacheln an den Ruten. Beim Schneiden und Ernten sind deshalb Handschuhe sinnvoll, besonders bei stärker bestachelten Sorten. 2 5

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Zahlreiche Obstsorten gehören zur selben Art. Heritage und Autumn Bliss sind Herbsthimbeeren mit einer Ernte im Herbst; Meeker und Glen Ample sind einmaltragende Sommerhimbeeren. Glen Ample besitzt fast stachellose Ruten. Vor dem Kauf sollte der Sortentyp geklärt werden, denn Sommer- und Herbsthimbeeren verlangen einen unterschiedlichen Schnitt und eine entsprechende Führung der Ruten.

Verwechslungen betreffen vor allem andere Rubus-Arten und weitere kleine Früchte aus der Familie der Rosengewächse:

  • Rubus fruticosus, die Brombeere, bei deren Frucht der Fruchtboden erhalten bleibt;
  • Rubus occidentalis, die verwandte amerikanische Schwarze Himbeere mit dunklen Früchten;
  • Fragaria vesca, die Wald-Erdbeere, ein weiteres kleines Rosengewächs mit essbaren Früchten, aber ohne bestachelte Ruten.

Die beim Pflücken innen hohl werdende Sammelsteinfrucht, die weißfilzige Blattunterseite und die zweijährigen Ruten bilden gemeinsam die zuverlässigsten Merkmale. Anhand dieser Kombination lässt sich bestätigen, dass eine Pflanze zur Himbeere Rubus idaeus gehört. Ein einzelnes Merkmal sollte dabei stets mit den übrigen verglichen werden. 3 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Himbeere giftig?

Nein. Himbeeren sind geschätzte essbare Früchte, und die Blätter werden traditionell als Tee verwendet. Für Menschen oder übliche Haustiere ist kein Pflanzenteil für eine nennenswerte Giftigkeit bekannt.

Was sind Primocanes und Floricanes?

Himbeerruten sind zweijährig. Im ersten Jahr wächst die grüne Jungrute, Primocane genannt, ohne Blüten. Im zweiten Jahr blüht und fruchtet sie als Floricane und stirbt anschließend ab. Dieser Ablauf ist für den Schnitt entscheidend.

Was unterscheidet Sommerhimbeeren von Herbsthimbeeren?

Sommerhimbeeren tragen im Sommer an den vorjährigen Ruten. Herbsthimbeeren tragen zusätzlich an diesjährigen Ruten vom Spätsommer bis Herbst. Davon hängt der Schnitt des Bestands ab.

Wie schneidet man Himbeeren?

Bei Sommerhimbeeren werden die abgetragenen Ruten nach der Ernte bodennah entfernt; die jungen Ruten bleiben stehen. Bei Herbsthimbeeren, die nur für die Herbsternte gezogen werden, schneidet man im Spätwinter alle Ruten zurück.

Worin unterscheiden sich Himbeeren und Brombeeren?

Beide sind aus kleinen Steinfrüchten zusammengesetzte Früchte. Bei der Himbeere löst sich die reife Frucht vom Fruchtboden und bleibt innen hohl. Bei der Brombeere bleibt der Fruchtboden in der Frucht. Die Himbeere heißt botanisch Rubus idaeus.

Breiten sich Himbeeren stark aus?

Die Wurzelausläufer können neue Ruten in einiger Entfernung von der Reihe bilden. Unerwünschte Ausläufer werden regelmäßig entfernt; auch eine eingegrabene Einfassung kann den Bestand begrenzen.

Kann man Himbeeren im Topf anbauen?

Ja. Ein tiefer Kübel mit frischem, durchlässigem Substrat eignet sich für einige Ruten auf der Terrasse. Für eine reiche Ernte ist das Freiland günstiger, weil die Wurzeln Platz und gleichmäßige Feuchtigkeit benötigen.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.