Kulturapfel (Malus domestica, )
Kulturapfel (Malus domestica) ist ein laubabwerfender Obstbaum aus der Familie der Rosaceae, der wegen seiner Äpfel angebaut wird. Er entstand durch lange Domestikation aus dem zentralasiatischen Wildapfel und ist der am weitesten verbreitete Kernobstbaum gemäßigter Regionen. Im Obstgarten stehen Tausende Sorten, die auf Unterlagen veredelt werden und meist auf Fremdbestäubung angewiesen sind.
WeiterlesenKulturapfel, Apfelbaum, Apfel, Apple, Apple tree und Cultivated apple






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Taken May 3, 2021 by Alain Bigou (cc-by-sa)
Taken Sep 14, 2022 by Annemarie Ahrens-Stehle (cc-by-sa)
Taken Nov 12, 2022 by Dominik Muczyński (cc-by-sa)
Taken Oct 9, 2022 by Jim Knopf (cc-by-sa)
Taken Jul 29, 2021 by Alain Bigou (cc-by-sa)
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Weltweite Verbreitung
Malus domestica ist ein Kultigen aus der Domestikation des zentralasiatischen Wildapfels. Sein Ursprungszentrum liegt im Tian Shan in Kasachstan und den Nachbarregionen, wo sein Vorfahr Malus sieversii noch wächst. Von dort gelangte der Apfelanbau nach Europa und später in die übrigen gemäßigten Regionen der Welt.
- Heimisch2
- Kasachstan
- Zentralasien
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Kulturapfel (Malus domestica (Suckow) Borkh., 1803) ist ein Obstbaum der Familie der Rosaceae innerhalb der Gattung Malus. Als meistangebauter Kernobstbaum gemäßigter Regionen wird er wegen seiner fleischigen Äpfel kultiviert. Er entstand durch lange Domestikation und kommt in genau dieser Form nicht ursprünglich wild vor: Es handelt sich um ein Kultigen, das vom zentralasiatischen Wildapfel abstammt. 1 3
Im Obstgarten verliert dieser winterharte Laubbaum seine Blätter im Winter und benötigt eine kalte Ruhephase, um gut zu blühen. Die gebräuchlichen Namen Apfelbaum und Apfel stehen im Alltag für Baum beziehungsweise Frucht. Der Name Kulturapfel grenzt die angebaute Pflanze von Zieräpfeln und wild wachsenden Arten derselben Gattung ab. 2 5
Erkennung
Eine ausladende Krone und graue, im Alter abblätternde Rinde kennzeichnen Malus domestica. Die einfachen Blätter sind oval, fein gezähnt und auf der Unterseite leicht behaart. Im Frühjahr erscheinen schirmtraubige Blütenstände mit fünf Kronblättern, wie sie für Rosaceae typisch sind. Die Blüten sind weiß; die Knospen zeigen einen rosa Anflug. 3 4
Der Apfel ist eine fleischige Scheinfrucht: Der essbare Anteil entsteht aus dem Blütenboden, während das knorpelige Kerngehäuse die Samen, die Apfelkerne, umschließt. Die Fruchtfarbe reicht je nach Sorte von Grün über Gelb bis Rot. Auch die Größe variiert stark, sodass weder Farbe noch Kaliber allein zur sicheren Bestimmung einer Sorte ausreichen. 5 4
Eine deutlich erkennbare Veredelungsstelle am Stammfuß verrät fast immer den kultivierten Baum. Dort wurde die Sorte mit einer Unterlage verbunden. Blüten und Früchte entstehen überwiegend an kurzen Fruchttrieben, dem Fruchtspießholz, das älter als die diesjährigen Langtriebe ist. Stammfuß und Fruchtholz ergänzen deshalb die Merkmale von Blatt und Blüte. 2 3
Nützliche Taxonomie
Unter Malus domestica (Suckow) Borkh. wurde die Kulturart 1803 beschrieben. Diesen Namen führt heute auch die Referenzdatenbank Plants of the World Online. In der Literatur begegnen jedoch mehrere weitere Namen, die teilweise weiterhin häufig verwendet werden. Für die Zuordnung älterer Angaben sind insbesondere folgende Bezeichnungen nützlich:
- Malus pumila Mill., historische Bezeichnung
- Malus communis Desf., historische Bezeichnung
- Pyrus malus L., historische Bezeichnung
- Malus domestica subsp. pumila, historische Bezeichnung
- Malus ×domestica auct., historische Bezeichnung
Besonders aufschlussreich ist Malus pumila: Dieser lange für den Kulturapfel verwendete Name wird heute von Plants of the World Online als Synonym behandelt; akzeptiert ist dort Malus domestica. Auch die Hybridschreibweise Malus ×domestica ist verbreitet, da der Kulturapfel aus Kreuzungen mehrerer Apfelarten hervorging. Der akzeptierte wissenschaftliche Name bleibt der feste Bezugspunkt. Sortennamen wie Golden Delicious bezeichnen dagegen kultivierte Selektionen und keine eigenständigen botanischen Arten. 1 4
Lebensraum und Verbreitung
Als Kultigen besitzt Malus domestica keine ursprünglich wild vorkommende Kulturform. Seine Entstehung geht auf die Domestikation von Malus sieversii, dem zentralasiatischen Wildapfel, zurück. Dieser wächst noch heute im Tian Shan, in Kasachstan und benachbarten Regionen Zentralasiens. Herkunft des Vorfahren und heutige Verbreitung des Kulturbaums sind daher auseinanderzuhalten. 1 3
Entlang alter Handelswege verbreitete sich der Apfelanbau von diesem Zentrum zunächst nach Vorderasien und Europa, später in die übrigen gemäßigten Regionen der Erde. Heute stehen die Bäume in Obstanlagen und Gärten an vollsonnigen Standorten. Bevorzugt werden tiefgründige, frische und gut durchlässige Böden, die das Wurzelwachstum und die Versorgung des Obstbaums ermöglichen. 2 5
An seinen Anbaustandorten ist der Kulturapfel gewöhnlich ein gepflanzter und veredelter Baum. Aus Kernen können jedoch Pflanzen entstehen, die sich außerhalb der Kultur in Hecken und Heckenlandschaften ansiedeln. Solche spontan aufgekommenen Apfelbäume sind keine sortenechten Kopien der angebauten Sorten, auch wenn ihre Samen aus deren Früchten stammen. 4 3
Lebenszyklus und Vermehrung
Nach dem Blattaustrieb erscheinen im Frühjahr die zwittrigen, weiß-rosa Blüten. Sie werden von Bienen und anderen Insekten bestäubt. Die meisten Sorten sind selbstunfruchtbar und benötigen zur Fruchtbildung Pollen einer anderen Sorte mit übereinstimmender Blütezeit. Deshalb ist ein weiterer Apfelbaum oder ein geeigneter Zierapfel in der Nähe für den Ertrag wertvoll. 2 3
Aus dem Blütenboden entsteht nach der Befruchtung durch Wachstum der Apfel, während die Kerne im Inneren ausreifen. Je nach Sorte und Unterlage reicht die Erntezeit vom Spätsommer bis zum Herbst. Nach einer Kältephase keimt ein Kern leicht, doch der daraus entstehende Baum erhält die Muttersorte nicht unverändert. Genau darin liegt die Bedeutung der Veredelung. 5 4
Bei der gärtnerischen Vermehrung wird die gewünschte Sorte auf eine Unterlage mit passender Wuchsstärke veredelt. So reicht die Spanne vom Zwergbaum für den Balkon bis zum großen freistehenden Baum. Die Aussaat dient vor allem der Gewinnung von Unterlagen oder der Züchtung neuer Sorten. Zwischen Veredelung und erstem Ertrag liegen je nach Unterlage und Erziehung drei bis acht Jahre. 2 3
Nutzen und Risiken
Im Mittelpunkt steht die Obstnutzung: Äpfel werden roh oder gekocht gegessen und zu Saft oder Cider verarbeitet. Ihr Fruchtfleisch ist für Menschen essbar und unbedenklich. Der Apfel zählt weltweit zu den meistangebauten Früchten; Tausende Tafel-, Koch- und Mostsorten stehen zur Verfügung. Im Garten versorgt die Frühjahrsblüte außerdem Bienen und andere blütenbesuchende Insekten mit Nahrung. 3 4
Nicht alle Teile des Baums sind essbar. Kerne, Blätter und Rinde enthalten Amygdalin, ein cyanogenes Glykosid, das bei der Verdauung Cyanid freisetzt. Das Verschlucken weniger ganzer Kerne bleibt für Menschen ohne Folgen. Die ASPCA stuft den Apfelbaum jedoch als giftig für Katzen, Hunde und Pferde ein: Bei ihnen kann die Aufnahme von Blättern oder Kernen Vergiftungen hervorrufen. Diese Tiere sollten daher keinen Zugang zu Schnittgut, Falllaub und Kerngehäusen erhalten. 6 7
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Die zahlreichen Apfelsorten sind Selektionen, die durch Veredelung erhalten werden, keine getrennten Arten. Zu den besonders verbreiteten zählen Golden Delicious und Granny Smith. Reine des Reinettes und Belle de Boskoop sind alte, im Hausgarten geschätzte Sorten. Vor dem Kauf sollten Winterhärte, Unterlage und eine kompatible Befruchtersorte geprüft werden, da diese Merkmale die Eignung für den jeweiligen Garten bestimmen.
Verwechslungen betreffen besonders andere fruchttragende Rosaceae sowie wild wachsende Apfelarten:
- Pyrus communis, die Kultur-Birne, ein weiterer Kernobstbaum mit länglichen Früchten;
- Malus sylvestris, der europäische Holzapfel mit kleinen sauren Früchten;
- Malus sieversii, der zentralasiatische Wildapfel und Vorfahr der Kultursorten.
Die Veredelungsstelle am Stammfuß, der Apfel mit knorpeligem Kerngehäuse und die rosa-weiße Blüte bleiben die verlässlichsten Merkmale, um einen Baum als Kulturapfel Malus domestica einzuordnen. Sie ergänzen sich gegenseitig und sind aussagekräftiger als ein einzelnes Merkmal wie die Fruchtfarbe. 5 1
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Malus domestica (Suckow) Borkh.
- Royal Horticultural Society, Äpfel selbst anbauen
- Encyclopaedia Britannica, Apfel als Frucht und Baum
- Plants For A Future, Malus domestica
- North Carolina State Extension, Malus domestica
- ASPCA, Giftigkeit des Apfelbaums (Malus)
- Merck Veterinary Manual, für Tiere giftige Pflanzen
Häufig gestellte Fragen
Ist der Apfel giftig?
Das Fruchtfleisch ist für Menschen essbar und unbedenklich. Kerne, Blätter und Rinde enthalten dagegen ein cyanogenes Glykosid. Die ASPCA führt den Apfelbaum als giftig für Katzen, Hunde und Pferde, besonders bei Aufnahme von Blättern oder Kernen.
Warum werden Apfelbäume veredelt?
Ein Kern liefert keine Kopie der Muttersorte, denn Äpfel entstehen durch Fremdbestäubung. Für gleichartige Früchte wird die Sorte auf eine Unterlage veredelt, die zugleich Wuchsstärke und Baumgröße bestimmt.
Braucht man zwei Apfelbäume für eine Ernte?
Meist ja. Die meisten Sorten sind selbstunfruchtbar und benötigen Pollen einer anderen Sorte mit passender Blütezeit. Oft genügt ein Apfelbaum in der Nachbarschaft oder ein Zierapfel zur Bestäubung.
Welchen Boden und Standort braucht ein Apfelbaum?
Er benötigt volle Sonne und einen tiefgründigen, frischen, gut durchlässigen, eher neutralen Boden. Vernässte Erde begünstigt Wurzelfäule; im Schatten trägt der Baum nur wenige Früchte.
Wann werden Äpfel geerntet?
Je nach Sorte reicht die Ernte vom Spätsommer bis in den Herbst. Ein reifer Apfel löst sich beim Anheben leicht; die ersten heruntergefallenen gesunden Früchte zeigen häufig den passenden Zeitpunkt an.
Welche Pflanzen werden mit dem Kulturapfel verwechselt?
Am häufigsten sind Verwechslungen mit der Birne, einem weiteren Kernobstgewächs der Rosaceae, sowie mit kleinfrüchtigen Zier- oder Wildäpfeln. Fruchtform und Veredelungsstelle am Stammfuß sind gute Merkmale.
Woher stammt der Kulturapfel?
Er ist ein Kultigen aus der Domestikation des zentralasiatischen Wildapfels Malus sieversii im Tian Shan. Von dort verbreitete sich der Anbau nach Europa und in alle gemäßigten Regionen.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.







