Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris, L. 1753)

Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris) ist eine anerkannte europäische Art der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Sie wird wegen ihrer gespornten, häufig blauen bis violetten Blüten als Zierstaude kultiviert. Bei der Auswahl im Garten sind die Unterschiede zwischen der Art, ihren Sorten und nahen Hybriden ebenso zu beachten wie Selbstaussaat und Vorsicht beim Verschlucken.

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Wissenschaftlicher NameAquilegia vulgaris
GattungAquilegia
OrdnungRanunculales

Gemeine Akelei, Gewöhnliche Akelei, Columbine, Common columbine und Granny’s bonnet

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen, darunter Kinder, Katzen, Hunde und Pferde
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Kräuterlebhaft · Zierpflanze · Pflanze für draußen · Geschnittene Blume · Giftige Pflanze · Pflanze für Bestäuber
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
EuropaFrankreich
Lebensraum
Waldränder, lichte Wiesen, Böschungen, halbschattige Gärten, Staudenbeete und naturnahe Pflanzungen
Ökologischer Nutzen
Gespornt blühend, von Hummeln und geeigneten Bestäubern besuchtWaldrandstaude für naturnahe Staudenbeete
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommer
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
5/10
Reifezeit
Blüte oft im zweiten Jahr nach Aussaat, danach Selbstaussaat
Vermehrung
Aussaat, Teilung
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Mittel, Blütenstiele an exponierten Standorten schützen
Luftfeuchtigkeit
40–75 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Kühler, feuchter Boden, Reicher Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Viel Umgebungslicht bieten, ohne direkte Sonne auf den Blättern.

Milde Sonne, lichter Halbschatten oder heller Gehölzrand
Außenbereich
Sonniger Rand, Schattenkante, Unterholz-Garten, Garten von Schnittblumen
Pflanzgefäße
Großer entwässernder Topf
Erscheinungsbild
Höhe35–90 cmBreite25–50 cm
Blätter
Grün
Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
BlauViolettRosaWeißRotGröße3–6 cm
Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

POWO erkennt Aquilegia vulgaris als Art der Ranunculaceae an. Sie stammt aus Europa und wird weithin kultiviert; in mehreren gemäßigten Regionen kommt es zu Einbürgerungen und zur Kreuzung von Gartenformen.

  • Heimisch2
  • Eingeführt1
  • Europa
  • Frankreich
  • Nordamerika

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.2

Identität

Gemeine Akelei (Aquilegia vulgaris L., 1753) ist eine anerkannte Art der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). POWO, WFO, IPNI und Wikidata verzeichnen ihre botanische Identität. Die Art gehört zu den violett blühenden Zierstauden und ist von der Gesamtheit der Gartenakeleien zu unterscheiden. 2 3 1 10

Unter dem allgemeinen Namen Akelei werden zahlreiche Sorten und Hybriden zusammengefasst. Der wissenschaftliche Name Aquilegia vulgaris bezeichnet dagegen die gewöhnliche europäische Art. Ihre Wildformen blühen oft blau bis violett, Gartenformen sind deutlich variabler. 5 4

Zur Familie Ranunculaceae zählen viele Zierpflanzen mit reizenden oder stärker giftigen Inhaltsstoffen. Allein diese Verwandtschaft rechtfertigt keine Dramatisierung. Als essbare Blütendekoration darf die Akelei dennoch nicht behandelt werden. 6

Erkennung

Geteiltes, grünes bis blaugrünes Laub und gespornte Blüten kennzeichnen die Gemeine Akelei. Je nach Form hängen die Blüten oder öffnen sich stärker. Besonders auffällig sind die fünf nektarführenden Sporne. 5 7 9 10

Das Farbspektrum reicht von Blau und Violett über Rosa und Weiß bis Dunkelrot. Bei Sorten kommen zweifarbige und gefüllte Blüten hinzu. Durch Selbstaussaat mischen sich diese Merkmale leicht. Eine unter einem bestimmten Sortennamen gekaufte Pflanze kann daher abweichende Nachkommen hervorbringen. 5

Nach der Blüte reifen trockene Fruchtkapseln. Sie entlassen zahlreiche Samen, durch die sich die Akelei im Garten hält, auch wenn die ursprüngliche Pflanze nur wenige Jahre lebt. Diese mitunter kurzlebige Staude wechselt deshalb häufig ihren Standort innerhalb einer Pflanzung.

Als bestes sichtbares Merkmal dienen die Sporne. Sie verlängern die Rückseite der Kronblätter und geben der Blüte das Aussehen einer Laterne oder einer kleinen umgedrehten Glocke. In einer Pflanzung mit violetten Blüten ist diese Form ebenso wichtig wie die Farbe, weil sie die Struktur des Beetes verändert. 7 9 10

Schon vor der Blüte hilft das Laub bei der Bestimmung. Rundliche, eingeschnittene Teilblättchen bilden einen lockeren Horst, der sich von großen Fingerhutblättern oder den fleischigeren Blättern der Purpurglöckchen unterscheidet. Nach einem heißen Sommer kann das Laub vergilben oder teilweise verschwinden; die Samen bleiben dennoch erhalten.

Kultur und Aussaat

Milde Sonne, lichter Halbschatten und durchlässige Böden, die im Frühjahr frisch bleiben, entsprechen den Ansprüchen von Aquilegia vulgaris. In heißem Klima eignet sich ein heller Gehölzrand besser als ein trockener Südstandort. 7 5 10

Die Aussaat ist häufig der einfachste Vermehrungsweg. Bleiben einige Fruchtkapseln bis zur Reife stehen, erscheinen Sämlinge von selbst. Wer eine Sorte erhalten möchte, entfernt dagegen verblühte Blüten oder isoliert die Pflanzen, denn Akeleien kreuzen sich leicht. 5

Mit Storchschnäbeln, Purpurglöckchen, Fingerhut, zarten Farnen und Frühjahrszwiebelblumen lässt sich die Art gut kombinieren. Nach der Blüte kann ihr Laub unansehnlich werden. Eine niedrige Begleitpflanze hält das Beet dann optisch geschlossen.

In Gärten mit wechselnden Pflanzenbildern kommt die Akelei gut zurecht. Manchmal erscheint sie zwischen Platten, am Heckenrand oder in einer frischen Kiesfläche und verschwindet an anderer Stelle wieder. Diese Beweglichkeit bereichert naturnahe Gärten, passt aber weniger zu streng geordneten Beeten.

Für violette Blüten nahe der Wildform müssen passende Sämlinge ausgewählt und unerwünschte Farben vor der Samenreife entfernt werden. Ohne Auswahl kreuzen sich die Akeleien zu einer variablen Population. Diese kann reizvoll sein, hält sich aber weniger zuverlässig an die ursprüngliche Farbpalette. 5

Der Umgang mit dieser Variabilität lässt sich einfach an die Gartengestaltung anpassen. Im freien Garten bleiben die schönsten Sämlinge stehen, ungünstig platzierte Pflanzen werden entfernt. Im Farbkonzept schneidet man Verblühtes vor der Samenreife ab. Beide Vorgehensweisen sind sinnvoll, führen nach drei Jahren jedoch zu unterschiedlichen Bildern.

Sommerlich wirksame Nachbarpflanzen ergänzen die Akelei besonders gut. Storchschnäbel, Frauenmantel, leichte Farne oder Purpurglöckchen verdecken müdes Laub, ohne die Frühjahrsblüten zu verdrängen. Ihre Rolle als vorübergehender Akzent erklärt, weshalb sie sich am Gehölzrand besser einfügt als allein in einem Topf.

Giftigkeit

Bei Aquilegia vulgaris sind giftige Inhaltsstoffe und menschliche Vergiftungen nach Verschlucken dokumentiert. Cyanogene Glykoside und weitere nachgewiesene Substanzen begründen eine Einstufung als mäßig giftig. Die Art sollte deshalb nicht als ungiftig gelten. 5 8

Vorsicht betrifft besonders Kinder, Erwachsene, die Blüten für essbare Garnitur halten könnten, sowie Tiere, die an Blättern oder Samen kauen. Von einer Verwendung als Lebensmittel oder als selbst zubereitetes Heilmittel ist abzusehen. 5

Als Gartenzierpflanze bleibt die Akelei gut verwendbar. Pflanzenreste sollten entfernt werden, wenn Tiere daran kauen. Sträuße gehören außer Reichweite sehr kleiner Kinder, und Samen oder Blüten dürfen nicht probiert werden.

Besonders aufmerksam ist mit den Samen umzugehen: Sie sind zahlreich, trocken und leicht greifbar. Für eine Aussaat können sie gesammelt werden, sollten aber nicht in einer für Kinder erreichbaren Schale stehen. Dasselbe gilt für Sträuße mit reifen Samenständen im Haus. 8

Aus dieser Vorsicht folgt kein genereller Verzicht auf Akeleien. Aquilegia vulgaris ist eine Zierpflanze, deren Eigenschaften man kennen sollte: geeignet für Gehölzränder und Frühlingspflanzungen, aber nicht essbar und umsichtig zu handhaben.

Bei neugierigen Katzen, Hunden oder Kleintieren sind vor allem erreichbare Sträuße, Samen und Schnittreste problematisch. Eine Akelei im Beet verlangt eine andere Aufmerksamkeit als abgeschnittenes Laub neben Käfig oder Futternapf. Umsicht bedeutet daher vor allem, Pflanzenreste zu entfernen; die Verwendung zur Zierde bleibt möglich. 7 9

Rolle in der Gartengestaltung

In einer Auswahl violetter Blumen steht die Gemeine Akelei für eine gespornt blühende Waldrandstaude mit romantischer Wirkung, die dennoch Vorsicht verlangt. Botanische Art, Sorten, Selbstaussaat und Giftigkeit bleiben bei ihrer Verwendung getrennt zu betrachten. 2 5

Der genaue Artname Aquilegia vulgaris hilft bei der Auswahl und Aussaat. Gartenakeleien sind nicht beliebig austauschbar: Für praktische Entscheidungen zählen die bezeichnete Art und die Eigenschaften der jeweiligen Sorte oder Hybride.

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Gemeine Akelei dasselbe wie eine Akelei-Hybride?

Nein. Sie ist die gewöhnliche Art; viele Gartenakeleien sind Sorten oder nahe verwandte Hybriden.

Warum muss man die Art genau bestimmen?

Der Name Aquilegia vulgaris bezeichnet eine bestimmte Art. Die Gattung allein sagt noch nicht genug über ihre Giftigkeit und ihre Selbstaussaat aus.

Ist Gemeine Akelei giftig?

Vorsicht ist angebracht. Bei der Art sind giftige Inhaltsstoffe nachgewiesen; sie darf nicht verzehrt werden.

Sät sie sich selbst aus?

Ja, häufig. Die Sämlinge können andere Blütenfarben als die Mutterpflanze zeigen.

Welcher Standort eignet sich?

Milde Sonne bis lichter Halbschatten und ein frischer, gut durchlässiger Boden.

Wie langlebig ist sie?

Einzelne Pflanzen leben manchmal nur wenige Jahre. Wenn Samen ausreifen dürfen, erhält sich die Akelei jedoch durch Selbstaussaat.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.