Schusterpalme (Aspidistra elatior, Blume 1834)

Schusterpalme (Aspidistra elatior) ist eine ausdauernde Rhizompflanze der Spargelgewächse (Asparagaceae) aus Südjapan und Taiwan. Sie verträgt tiefen Schatten und wenig Pflege. Ihre breiten, immergrünen Blätter wachsen aufrecht als Horst aus dem Rhizom; unscheinbare Blüten erscheinen unmittelbar über dem Boden.

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Wissenschaftlicher NameAspidistra elatior
GattungAspidistra
OrdnungAsparagales

Schusterpalme, Aspidistra, Cast-iron plant, Bar-room plant und Haran

Identität
Toxizität
Ungiftig : Katzen, Hunde und Pferde
Pflegeaufwand
Niedrig
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
JapanTaiwan
Lebensraum
Schattiger Unterwuchs subtropischer Wälder; frische, humusreiche Böden im tiefen Schatten
Jahresverlauf
Blütezeit
Frühling
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
2/10
Reifezeit
Ein dichter Horst entsteht langsam über mehrere Jahre
Vermehrung
Teilung, Teilung von Ablegern
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Als bodennaher Horst gut, biegsames Laub
Luftfeuchtigkeit
40–60 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Erde für Zimmerpflanzen, Durchlässige Erde
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Vollschatten

Schatten bis Halbschatten
Innenbereich
Wohnzimmer, Büro, Helles Zimmer
Abstand zum Fenster
Etwa 150 cm von einem Nord- oder Ostfenster
Außenbereich
Schattiger Innenhof, Pflanzung im Schatten
Pflanzgefäße
Abflusstopf, Terrakotta
Erscheinungsbild
Höhe60–90 cmBreite30–60 cm
Blätter
GrünCreme
Schusterpalme (Aspidistra elatior): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Schusterpalme (Aspidistra elatior): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Schusterpalme (Aspidistra elatior): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Schusterpalme (Aspidistra elatior): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Schusterpalme (Aspidistra elatior): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
ViolettCreme
Schusterpalme (Aspidistra elatior): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Schusterpalme (Aspidistra elatior): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Schusterpalme (Aspidistra elatior): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Schusterpalme (Aspidistra elatior): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Schusterpalme (Aspidistra elatior): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Schusterpalme (Aspidistra elatior): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Schusterpalme (Aspidistra elatior): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Wuchsform
Schusterpalme (Aspidistra elatior): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Schusterpalme (Aspidistra elatior): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Schusterpalme (Aspidistra elatior): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Schusterpalme (Aspidistra elatior): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Schusterpalme (Aspidistra elatior): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün
Schusterpalme (Aspidistra elatior): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Schusterpalme (Aspidistra elatior): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Schusterpalme (Aspidistra elatior): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Schusterpalme (Aspidistra elatior): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Schusterpalme (Aspidistra elatior): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Aspidistra elatior konzentriert sich auf Südjapan und Taiwan, wo sie im schattigen Unterwuchs subtropischer Wälder wächst. Die seit sehr langer Zeit kultivierte Art wird auch aus Südchina gemeldet und ist als Zimmerpflanze weit verbreitet. Diese Kulturgebiete sind vom Naturareal zu unterscheiden.

  • Heimisch2
  • Japan
  • Taiwan

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Schusterpalme (Aspidistra elatior Blume, 1834) ist eine ausdauernde Rhizompflanze der Gattung Aspidistra in der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Ihr englischer Name Cast-iron plant, wörtlich „Gusseisenpflanze“, fasst ihren Ruf zusammen: Sie gilt als ausgesprochen robuste Zimmerpflanze, die Staub, Zugluft und sehr wenig Licht verträgt. Weitere überlieferte Bezeichnungen sind Aspidistra, Bar-room plant und Haran. 1 4

In Europa schätzt man die Art vor allem als große, pflegeleichte Blattschmuckpflanze für Innenräume. Breite, ledrige und immergrüne Blätter wachsen aufrecht als Horst aus dem Rhizom. Sie machen die Pflanze zu einem dauerhaften Schmuck. Schon im viktorianischen Zeitalter war sie beliebt, weil sie mit dem schwachen Licht in damaligen Wohnräumen zurechtkam. 2 3

Erkennung

Breite, lanzettliche Blätter bilden das auffälligste Merkmal von Aspidistra elatior. Sie sind ledrig, glänzend und dunkelgrün, werden etwa 60 cm lang und ungefähr zehn Zentimeter breit. Jedes Blatt entspringt unmittelbar dem Rhizom und sitzt auf einem langen Blattstiel. Ein oberirdischer Spross ist nicht zu erkennen; das Laub scheint direkt aus dem Boden zu wachsen. 3 2

Ein flach unter der Oberfläche kriechendes Rhizom versorgt den dichten Horst, der sich von Jahr zu Jahr langsam verbreitert. Wird ein Blatt angeschnitten, tritt weder Milchsaft noch reizender Pflanzensaft aus. Dies unterscheidet die Schusterpalme von vielen anderen großen Zimmerpflanzen, deren Laub oder Triebe bei Verletzungen entsprechende Säfte abgeben. 5 4

Leicht übersehen werden die fleischigen, einzeln stehenden Blüten. Sie sind braunpurpurn bis cremefarben und erscheinen unmittelbar über dem Boden, mitunter vollständig unter den Blättern verborgen. Im Topf ist diese unscheinbare Blüte selten. Selbst wenn sich eine Blüte entwickelt, fällt sie daher oft erst bei genauerem Blick auf die Basis der Pflanze auf. 4 3

Nützliche Taxonomie

Unter dem Namen Aspidistra elatior Blume wurde die Art 1834 beschrieben. Der Gattungsname leitet sich vom griechischen aspidion, „kleiner Schild“, ab und bezieht sich auf die Form der Narbe. Das Artepitheton elatior bedeutet „höher“. Mehrere ältere Bezeichnungen sind weiterhin im Umlauf und bei der Einordnung hilfreich:

  • Aspidistra lurida auct., falsch angewendeter Name
  • Aspidistra elatior var. variegata hort.
  • Aspidistra elatior subsp. elatior
  • Aspidistra elatior subsp. cephalostigma N.Tanaka
  • Plectogyne variegata Link

Der akzeptierte wissenschaftliche Name Aspidistra elatior bleibt für die Bestimmung maßgeblich. Sortennamen wie Variegata oder Asahi bezeichnen gärtnerische Auslesen und keine eigenständigen botanischen Arten. Auch die Familienzuordnung hat sich geändert: Lange wurde die Schusterpalme den Liliaceae, später den Ruscaceae zugeordnet. Heute steht sie in der Familie der Asparagaceae. 1 6

Lebensraum und Verbreitung

Im schattigen Unterwuchs subtropischer Wälder Südjapans und Taiwans liegt die Heimat von Aspidistra elatior. In Japan gehören insbesondere die Inselgruppen Uji, Ōsumi und Tokara dazu. Die Art wächst dort auf frischen, humusreichen Böden im tiefen Baumschatten, innerhalb einer Krautschicht, in der nur sehr wenig Licht den Boden erreicht. 1 3

Diese Herkunft aus dem Wald erklärt die ausgeprägte Schattenverträglichkeit. An geringe Lichtmengen angepasst, gedeiht die Pflanze an Stellen, an denen viele andere Arten lange, schwache Triebe bilden. Auch ihre bodennahe Bestäubung hängt mit diesem schattigen, räumlich eng begrenzten Lebensraum zusammen. 4 5

Die seit langer Zeit kultivierte Art ist heute weit über ihr ursprüngliches Areal hinaus verbreitet. In Südchina wird sie als Kulturpflanze gemeldet, weltweit dient sie als Zimmerpflanze. In milden Klimaten wird sie außerdem als Bodendecker für schattige Beete verwendet. Solche Kulturgebiete bleiben vom natürlichen ostasiatischen Verbreitungsgebiet zu unterscheiden. 3 2

Lebenszyklus und Vermehrung

Bei der immergrünen Schusterpalme fehlt eine ausgeprägte Ruhephase. Das Laub bleibt ganzjährig grün, während sich das langsame Wachstum auf Frühjahr und Sommer konzentriert. Der Horst wird vor allem durch die allmähliche Ausbreitung des Rhizoms dichter. Ein auffälliger saisonaler Wachstumsschub ist für diese ausdauernde Pflanze weniger charakteristisch als eine langsame, stetige Zunahme. 2 5

Einzelne braunpurpurne bis cremefarbene Blüten entstehen auf Bodenniveau und werden in diesem geschützten Bereich bestäubt. Anschließend bilden sich kleine Beeren, welche die Samen enthalten. In Topfkultur bleibt schon die Blüte selten, Früchte sind noch außergewöhnlicher. Daher spielt die Vermehrung aus Samen in der Praxis nur eine untergeordnete Rolle. 4 3

Praktisch erfolgt die Vermehrung fast immer durch Rhizomteilung im Frühjahr. Dazu wird der Horst ausgegraben und in Stücke geteilt, die jeweils zwei bis drei Blätter sowie einen Rhizomabschnitt tragen. Diese setzt man sofort in durchlässiges Substrat. Die Teilstücke wachsen langsam an und brauchen vier bis acht Wochen, um Wurzeln zu bilden, bevor neue Blätter erscheinen. Ein einzelnes Blatt ohne Rhizom kann als Steckling niemals eine vollständige Pflanze bilden. 2 5

Nutzen und Risiken

Überwiegend wird Aspidistra elatior als Zierpflanze genutzt: als große Blattschmuckpflanze im Haus oder, bei mildem Klima, als Bodendecker in schattigen Gartenecken. Ihr Ruf als nahezu unverwüstliche Pflanze macht sie zu einem klassischen Gewächs für dunkle Zimmer, lichtarme Eingangshallen und Menschen mit wenig Pflanzenerfahrung. In Japan werden ihre Blätter außerdem in der Seika-Form des Ikebana verwendet. 2 4

Für Haushalte mit Tieren ist die Einstufung der ASPCA ein wesentlicher Vorteil: Sie führt die Schusterpalme als nicht giftig für Katzen, Hunde und Pferde. Es sind keine nennenswerten Giftstoffe mit ihr verbunden, und sie gibt weder Milchsaft noch reizenden Pflanzensaft ab. Damit gehört sie zu den großen Blattschmuckpflanzen, die sich in einem Haushalt mit Tieren oder kleinen Kindern besonders sicher aufstellen lassen. 7 5

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Bei den angebotenen Formen handelt es sich um Sorten derselben Art. Variegata besitzt cremeweiß gestreifte Blätter, bei Asahi wird das obere Blattdrittel während des Wachstums weiß. Okame zeigt eine ausgeprägte Längspanaschierung, Milky Way helle Flecken auf der Blattspreite. Die Zeichnung bleibt im Schatten und auf wenig nährstoffreichem Boden besser erhalten. Zu viel Stickstoff kann die Blätter wieder stärker ergrünen lassen. Vor dem Kauf sollten Sortenname, Zustand des Rhizoms und Festigkeit der Blätter geprüft werden. 2

Ähnliche Blätter können bei folgenden Pflanzen zu Verwechslungen führen:

  • Aspidistra lurida und andere Schusterpalmen haben sehr ähnliches Laub;
  • Rohdea japonica besitzt vergleichbare immergrüne Blätter, bildet jedoch einen aufrechten, ährigen Blütenstand;
  • junge Dracaena mit breiten Blättern werden im Gartencenter gelegentlich mit der Schusterpalme verwechselt.

Dicke, lanzettliche Blätter, die unmittelbar aus dem Boden wachsen, fehlender Milchsaft und Blüten auf Bodenniveau sind die zuverlässigsten Merkmale. Zusammen helfen sie zu bestätigen, dass eine als Schusterpalme angebotene Pflanze tatsächlich Aspidistra elatior ist. 3 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Aspidistra elatior giftig?

Nein. Die ASPCA führt die Schusterpalme, englisch cast-iron plant, als nicht giftig für Katzen, Hunde und Pferde. Sie gehört zu den großen Blattschmuckpflanzen, die sich in einem Haushalt mit Tieren besonders sicher halten lassen.

Warum wächst meine Schusterpalme so langsam?

Langsames Wachstum ist bei Aspidistra elatior normal, besonders im Schatten. Sie bildet pro Jahr nur wenige Blätter. Ein zu großer Topf oder zu viel Wasser bremsen den Horst zusätzlich, statt ihn zu fördern.

Kann die Schusterpalme in einem dunklen Zimmer wachsen?

Ja. Sie gehört zu den schattenverträglichsten Zimmerpflanzen. Im Halbschatten gedeiht sie gut und in lichtarmen Bereichen überlebt sie dort, wo die meisten anderen Grünpflanzen vergeilen. Direkte Sonne sollte vermieden werden.

Blüht Aspidistra elatior?

Ja, allerdings unscheinbar. Die braunpurpurnen bis cremefarbenen Blüten erscheinen direkt über dem Boden, oft unter den Blättern verborgen. Im Topf blüht sie selten; die Blüte ist nicht das Hauptziel der Kultur.

Verträgt die Schusterpalme Frost?

Auf gut durchlässigem Boden im Schatten verträgt der Horst Temperaturen bis etwa −15 °C. Im Topf sollte er bei Temperaturen unter 0 °C geschützt stehen. Im Zimmer hält man die Pflanze über 10 °C.

Wie vermehrt man Aspidistra elatior?

Durch Teilung des Rhizoms im Frühjahr. Jedes Teilstück sollte zwei bis drei Blätter und ein Stück Rhizom tragen und sofort wieder in durchlässiges Substrat gepflanzt werden. Blattstecklinge funktionieren nicht.

Sind panaschierte Formen eigene Arten?

Nein. Variegata, Asahi und Okame sind Sorten, die wegen ihrer Panaschierung ausgewählt wurden, keine eigenen Arten. Die Zeichnung bleibt im Schatten und in wenig nährstoffreichem Boden besser erhalten.

Ähnliche Pflanzen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.