Japanische Aukube (Aucuba japonica, Thunb. 1783)

Japanische Aukube (Aucuba japonica) ist ein immergrüner, zweihäusiger Strauch aus der Familie Garryaceae und stammt aus den feuchten Wäldern Ostasiens. Sie verträgt tiefen Schatten und städtische Luftverschmutzung, bildet dichte Bestände aus ledrigen, teils gelb gefleckten Blättern und trägt rote Beeren nur an befruchteten weiblichen Pflanzen.

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Wissenschaftlicher NameAucuba japonica
GattungAucuba
OrdnungGarryales

Japanische Aukube, Japanische Goldorange, Goldblatt, Japanlorbeer, Metzgerpalme und Gold dust plant

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen, darunter Kinder, Katzen und Hunde
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Gartenstrauch · Immergrüner Strauch
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
JapanSüdkoreaChinaTaiwan
Lebensraum
Feuchte, nährstoffreiche Wälder, schattige Schluchten, Gebüsche und Uferbereiche
Jahresverlauf
Blütezeit
Frühling
Erntezeit
HerbstWinter
Wachstum
Ruhephase
Keine Ruhephase
Wuchsgeschwindigkeit
3/10
Reifezeit
Dichter, fruchtender Strauch erst nach mehreren Jahren; langsames Wachstum
Vermehrung
Steckling, Abmoosen
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gut; verträgt Stadtluft und salzhaltige Gischt
Luftfeuchtigkeit
40–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Entwässerter Boden, Reicher Boden, Ton, Schluff oder Sand
Salzhaltiger Boden
Wird vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

An einen Platz mit indirektem Licht oder in einen schattigen Raum stellen.

Schatten bis Halbschatten; etwas milde Sonne wird vertragen
Innenbereich
Veranda
Außenbereich
Schattiger Innenhof, Feldhecke
Pflanzgefäße
Terrakotta, Abflusstopf
Erscheinungsbild
Höhe150–300 cmBreite150–250 cm
Blätter
GrünGelb
Japanische Aukube (Aucuba japonica): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Japanische Aukube (Aucuba japonica): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Japanische Aukube (Aucuba japonica): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Japanische Aukube (Aucuba japonica): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Japanische Aukube (Aucuba japonica): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
ViolettBraunGröße0.4–0.8 cm
Japanische Aukube (Aucuba japonica): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Japanische Aukube (Aucuba japonica): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Japanische Aukube (Aucuba japonica): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Japanische Aukube (Aucuba japonica): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Japanische Aukube (Aucuba japonica): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
RotGröße1–1.5 cm
Japanische Aukube (Aucuba japonica): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Japanische Aukube (Aucuba japonica): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Japanische Aukube (Aucuba japonica): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Japanische Aukube (Aucuba japonica): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Japanische Aukube (Aucuba japonica): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Japanische Aukube (Aucuba japonica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Japanische Aukube (Aucuba japonica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Japanische Aukube (Aucuba japonica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Japanische Aukube (Aucuba japonica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Japanische Aukube (Aucuba japonica): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün
Japanische Aukube (Aucuba japonica): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Japanische Aukube (Aucuba japonica): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Japanische Aukube (Aucuba japonica): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Japanische Aukube (Aucuba japonica): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Japanische Aukube (Aucuba japonica): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal umfasst Ostasien mit Südostchina, Taiwan, Korea und Japan; dort wächst die Art im feuchten Unterwuchs. Seit 1783 in Europa eingeführt, ist sie als Gartenstrauch der gemäßigten Breiten weit verbreitet und verwildert stellenweise in mildem ozeanischem Klima. In Frankreich gilt sie nicht als invasiv.

  • Heimisch4
  • Eingeführt2
  • Japan
  • Südkorea
  • China
  • Taiwan
  • Vereinigtes Königreich
  • Irland

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Die Japanische Aukube (Aucuba japonica Thunb., 1783) ist ein immergrüner, zweihäusiger Strauch aus der Familie Garryaceae. Der Gattungsname geht auf das japanische Wort aokiba zurück, das Carl Peter Thunberg bei der Beschreibung der Art 1783 latinisierte. Das Artepitheton japonica verweist auf Japan als einen Teil ihrer Heimat. 1 7

Die ledrigen, glänzenden Blätter erinnern an Lorbeer und erklären entsprechende Trivialnamen. Botanisch ist die Aukube jedoch weder mit dem Echten Lorbeer (Laurus nobilis) noch mit dem Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) verwandt. Die Ähnlichkeit der Namen bedeutet hier keine Zugehörigkeit zur selben Pflanzenfamilie. 4 6

Erkennung

Ein rundlicher, dichter Wuchs und eine Höhe von 1,5 bis 3 m prägen Aucuba japonica; alte Exemplare erreichen ausnahmsweise 4 m. Die gegenständigen, ledrigen und glänzenden Blätter sind elliptisch bis lanzettlich und 8 bis 20 cm lang. Ihre obere Spreitenhälfte trägt grobe Zähne. Die Wildform ist einfarbig grün, während Gartensorten häufig gelbe Flecken zeigen. 3 7

Als zweihäusige Art trägt die Aukube männliche und weibliche Blüten auf getrennten Pflanzen. Die kleinen, bräunlich purpurfarbenen Blüten mit vier Blütenblättern öffnen sich im März und April. Bei männlichen Pflanzen stehen sie in aufrechten Rispen, bei weiblichen in kürzeren Büscheln in den Blattachseln. Ein einzelnes Exemplar trägt somit nicht gleichzeitig beide Blütengeschlechter. 2 4

Besonders kennzeichnend ist die leuchtend rote, eiförmige Steinfrucht von etwa 1 bis 1,5 cm Länge. Sie entsteht nur an befruchteten weiblichen Pflanzen und bleibt häufig den ganzen Winter bis zum nächsten Frühjahr hängen. Fehlende Beeren müssen deshalb kein Krankheitszeichen sein: Die Pflanze kann männlich sein oder ohne passenden Pollenspender stehen. 7 4

Nützliche Taxonomie

Die familiäre Zuordnung der Aukube wechselte mehrfach. Früher wurde sie zu den Cornaceae gestellt, später in einer eigenen Familie Aucubaceae geführt. Heute gehört sie zu den Garryaceae innerhalb der Ordnung Garryales. Für die Bestimmung einer lebenden Pflanze ändert diese taxonomische Geschichte wenig; sie erklärt jedoch die abweichenden Familiennamen in älteren Gartenbüchern. 1 8

Innerhalb der Art wurden mehrere botanische Varietäten und Formen beschrieben; zu den in diesem Zusammenhang genannten Namen zählen:

  • Aucuba japonica var. borealis Miyabe & Kudô, eine botanische Varietät
  • Aucuba japonica var. japonica, die Nominatvarietät
  • Aucuba japonica f. variegata (Dombrain) Rehder, eine botanische Form
  • Aucuba himalaica Hook.f. & Thomson, ein Artname

Botanische Namen sind von Handelsbezeichnungen wie Crotonifolia oder Golden King zu unterscheiden. Letztere bezeichnen gärtnerisch ausgewählte Sorten, keine eigenständigen Taxa. Für die eindeutige Zuordnung bleibt der akzeptierte wissenschaftliche Name Aucuba japonica der verlässliche Bezugspunkt. 1 2

Lebensraum und Verbreitung

In Ostasien liegt das natürliche Verbreitungsgebiet der Art: Südostchina, Taiwan, Korea und Japan. Dort besiedelt sie nährstoffreichen, feuchten Waldunterwuchs, Schluchten, Gebüsche und schattige Bereiche an Wasserläufen. Feuchtigkeit und der Schutz durch höhere Gehölze prägen diese natürlichen Standorte. 1 3

Nach Europa gelangte die Aukube 1783, als der Gärtner John Graeffer ein einziges weibliches, panaschiertes Exemplar nach England brachte. Da männliche Pflanzen fehlten, blieb diese Linie fast achtzig Jahre ohne Früchte. Erst die Einfuhren von Robert Fortune und anderen Sammlern in den 1850er- und 1860er-Jahren brachten männliche Exemplare nach England. Der Gärtner Standish zeigte 1864 erstmals Früchte. 7

Seitdem wird die Art in Europa, Nordamerika und weiteren Regionen häufig kultiviert. In manchen milden ozeanischen Gebieten verwildert sie örtlich. In Frankreich ist sie jedoch nicht als invasiv gemeldet und bleibt vorwiegend eine Gartenpflanze. Die weite gärtnerische Verbreitung ist vom natürlichen Areal zu unterscheiden. 9 2

Lebenszyklus und Vermehrung

Getrennte Geschlechter bestimmen die Fortpflanzung: Jede Pflanze trägt nur männliche oder nur weibliche Blüten. Beeren entwickeln sich ausschließlich an weiblichen Exemplaren nach der Befruchtung durch einen benachbarten männlichen Strauch. Eine allein stehende Aukube bleibt mangels Partner des anderen Geschlechts grundsätzlich ohne Früchte, unabhängig von Alter und Pflege. 7 2

Im Frühjahr, je nach Region im März oder April, übernehmen Insekten die Bestäubung zwischen benachbarten männlichen und weiblichen Pflanzen. Die Beeren reifen im Herbst und bleiben häufig über den Winter am Strauch. Für die örtliche Tierwelt gelten sie als wenig attraktiv. 4 2

Zur gärtnerischen Vermehrung eignen sich halbverholzte Triebstecklinge besonders zuverlässig. Zwischen September und Februar geschnitten, bewurzeln bereits kleine Zweigstücke leicht und ohne besondere Behandlung. Auch Absenker sind möglich; bis zur Abtrennung der neuen Pflanze vergehen dabei ungefähr zwölf Monate. 5 7

Nutzen und Risiken

Als Zierstrauch wurde die Aukube im England des späten 19. Jahrhunderts zu einem Klassiker der Vorstadtgärten. Ausschlaggebend waren ihre Widerstandsfähigkeit gegen Kohlenrauch und ihre Eignung für den Schatten großer Bäume. Straßenhändler boten die Pflanzen damals in Töpfen auf Londons Straßen an. 7 2

Heute gliedert sie schattige Beete, bildet Hintergrundhecken unter dichtem Baumbestand und lässt sich in kaltem Klima auch im geschützten Kübel halten. Weil sie Kalk sowie Lehm- und Sandböden verträgt, kann sie wenig anspruchsvoll jene Gartenbereiche begrünen, in denen nur wenige andere Sträucher gedeihen. 5 3

Die gesamte Pflanze enthält Iridoidglykoside, insbesondere Aucubosid und Aucubin, mit besonders hohen Konzentrationen in den Beeren. Eine französische Giftinformationsstelle erfasste im untersuchten Zeitraum 78 Fälle von Beerenverzehr gegenüber nur zwei Fällen von Blattverzehr. Nach dem Verzehr treten meist Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen auf, ohne schwerwiegende Folgen über diese üblichen Beschwerden hinaus. 6 4

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Bei Gartensorten entscheiden vor allem Geschlecht und Blattzeichnung über die Auswahl. Crotonifolia und Golden King zeigen große goldgelbe Sprenkel. Erstere ist weiblich und fruchttragend, letztere männlich und ohne Beeren, aber als Pollenspender nützlich. Die weibliche, selbstfruchtbare Sorte Rozannie fruchtet allein, eine seltene Besonderheit der zweihäusigen Art. Salicifolia besitzt schmale, rein grüne Blätter ohne Panaschierung. 2

Verwechslungen betreffen besonders folgende Gehölze:

  • Prunus laurocerasus, Kirschlorbeer, mit nach Bittermandeln riechenden Blättern und deutlich stärkerer cyanogener Giftwirkung;
  • Laurus nobilis, den als Gewürz verwendeten Echten Lorbeer, ohne botanische Verwandtschaft trotz ähnlicher Trivialnamen;
  • Skimmia japonica, Japanische Skimmie, ebenfalls ein zweihäusiger Unterwuchsstrauch mit roten Beeren, jedoch aus der Familie Rutaceae.

Geruchlose Blätter, die strikte Trennung männlicher und weiblicher Pflanzen sowie die außergewöhnliche Verträglichkeit tiefen Schattens sind zusammen die zuverlässigsten Merkmale der Aukube. Mit diesen Kennzeichen lässt sie sich von den ähnlich benannten oder ähnlich verwendeten Gehölzen abgrenzen. 4 1

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist die Japanische Aukube giftig?

Die ganze Pflanze enthält die Iridoidglykoside Aucubosid und Aucubin, besonders konzentriert in den Beeren. Eine französische Giftinformationsstelle erfasste im untersuchten Zeitraum 78 Fälle von Beerenverzehr gegenüber nur zwei Fällen von Blattverzehr. Die Beschwerden betreffen meist die Verdauung und verlaufen leicht.

Warum trägt meine Aukube keine Beeren?

Die Art ist zweihäusig. Nur weibliche Pflanzen tragen Früchte, sofern ein männliches Exemplar in der Nähe sie bestäubt. Die selbstfruchtbare Sorte Rozannie trägt dagegen auch allein Früchte.

Welcher Standort eignet sich für die Japanische Aukube?

Tiefer Schatten bis Halbschatten ist ideal, selbst unter dichten Baumkronen, wo wenige andere Sträucher wachsen. Heiße direkte Sonne, besonders am Nachmittag, verbrennt die Blätter und lässt sie schwarz werden.

Verträgt die Aukube Luftverschmutzung und Kalk?

Ja. Ihre Widerstandsfähigkeit gegen Kohlenrauch machte sie bereits in den Londoner Gärten des viktorianischen Zeitalters beliebt. Sie verträgt außerdem Kalk sowie Lehm- und Sandböden.

Wie lässt sich die Japanische Aukube vermehren?

Am einfachsten und zuverlässigsten sind halbverholzte Triebstecklinge von September bis Februar. Schon kleine Zweigstücke bewurzeln sich leicht und benötigen keine besondere Ausrüstung.

Was unterscheidet Aukube und Kirschlorbeer?

Trotz ähnlicher Trivialnamen sind die Arten botanisch nicht verwandt. Kirschlorbeer gehört zu den Rosaceae und hat nach Bittermandeln riechende Blätter. Die Aukube gehört zu den Garryaceae, besitzt geruchlose Blätter und wächst dichter.

Wie groß wird eine ausgewachsene Aukube?

Ausgewachsene Pflanzen erreichen meist 1,5 bis 3 m Höhe bei vergleichbarer Breite, ausnahmsweise bis 4 m. Wegen ihres langsamen Wachstums lassen sie sich ohne häufiges Schneiden gut begrenzen.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.