Million Bells (Calibrachoa, )
Calibrachoa (Calibrachoa), häufig als Million Bells angeboten, ist eine südamerikanische Gattung der Nachtschattengewächse und mit Petunien verwandt. Im Handel stehen fast immer hängende Hybriden (Calibrachoa × hybrida), deren kleine Glockenblüten Ampeln und Töpfe vom Frühsommer bis zum Frost dicht bedecken.
WeiterlesenMillion Bells, Zauberglöckchen und Minipetunie



© Foto
Michelle W. (鍾偉瑋) · cc-by
Perry Grissom · cc-by
Summit Metro Parks · cc-by
Weltweite Verbreitung
Calibrachoa stammt aus Süd- und Ostbrasilien, Uruguay, Nordostargentinien und weiteren Teilen des südlichen Südamerikas. Die handelsüblichen Zierhybriden kommen ausschließlich in Kultur vor. Das natürliche Verbreitungsgebiet ist von gemäßigten Regionen zu unterscheiden, in denen diese Hybriden als Sommerblumen gepflanzt werden.
- Heimisch4
- Brasilien
- Uruguay
- Argentinien
- Paraguay
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Calibrachoa (Calibrachoa Cerv.) bezeichnet eine Pflanzengattung aus der Familie der Nachtschattengewächse, die aus Südamerika stammt und den Petunien nahesteht. In Gärtnereien meint der Name fast immer hängende Hybriden, zusammengefasst als Calibrachoa × hybrida. Sie werden unter Seriennamen wie Million Bells und Superbells angeboten. 1 2
Diese frostempfindlichen Pflanzen werden in gemäßigten Klimaten als einjährige Sommerblumen gehalten. Besonders geschätzt wird die dichte Sommerblüte in Blumenampeln und Balkonkästen. Jede Pflanze bringt Dutzende kleiner Glockenblüten hervor, die sich fortlaufend erneuern. Auf diese Fülle spielt der Handelsname Million Bells an. 2 5
Erkennung
Kleine, 2 bis 3 cm breite Blüten mit einer trichterförmigen, fünfzipfeligen Krone kennzeichnen Calibrachoa. Die Kronblätter sind miteinander verwachsen; ihre Blüten bleiben deutlich kleiner als bei einer Petunie. Häufig hebt ein dunklerer oder gelber Schlund die Mitte der einzelnen Blüte hervor und macht den Trichter auch aus der Nähe gut erkennbar. 2 3
Die dünnen, verzweigten Triebe bilden ein niedriges, überhängendes Polster. Sie erreichen kaum 8 cm Höhe, breiten sich aber aus und können bis zu 50 cm lang herabhängen. Die kleinen, mittelgrünen Blätter fühlen sich etwas klebrig an, wie es bei zahlreichen anderen Nachtschattengewächsen ebenfalls vorkommt. 2 3
Im Hochsommer verdeckt die überreiche Blüte das Laub nahezu vollständig. Die nach Züchtungsserien angebotenen Farben reichen von Rosa und Purpur über Rot, Gelb und Orange bis zu Weiß und Blau. Ein auffälliger Duft fehlt meist; die Wirkung der Pflanze beruht vor allem auf Blütenfülle und Farbe. 5 3
Nützliche Taxonomie
Cervantes beschrieb die Gattung Calibrachoa im Jahr 1825. Ihre Arten wurden allerdings lange zu Petunia gerechnet. Chromosomenuntersuchungen und molekulare Studien der 1980er- und 1990er-Jahre trennten beide Gruppen: Calibrachoa besitzt neun Chromosomenpaare (2n = 18), während Petunia sieben Paare (2n = 14) aufweist. 1 4
Auf Grundlage dieser Unterschiede stellte Wijsman die Arten mit neun Chromosomen in Calibrachoa. Stehmann und Semir präzisierten die moderne Abgrenzung der Gattung anschließend in den 1990er-Jahren. Rund dreißig wild wachsende Arten werden unterschieden, von denen fast alle in Südamerika heimisch sind. 1
Die bekannten Zierpflanzen sind dagegen keine Wildarten, sondern Gartenhybriden mit der Bezeichnung Calibrachoa × hybrida. Superbells oder Cabaret benennen handelsübliche Serien und keine botanischen Rangstufen. Ein solcher Serienname bezeichnet daher eine züchterische Auswahl, nicht eine zusätzlich anerkannte Art innerhalb der Gattung. 2 3
Lebensraum und Verbreitung
Wildarten von Calibrachoa wachsen im Süden und Osten Brasiliens, in Uruguay, Paraguay und im Nordosten Argentiniens. Sie besiedeln offene subtropische Lebensräume. Sandige oder felsige Böden mit reichlich Licht, häufig an Wegrändern und auf anstehendem Gestein, bilden dort typische Standorte. 1 2
Volle Sonne und sommerliche Wärme werden gut vertragen, nach dem Anwachsen auch eine gewisse Trockenheit. Durchnässte Böden und Frost bereiten dagegen Schwierigkeiten. Diese Standortansprüche erklären das Verhalten der Zierhybriden: Sie brauchen viel Sonne, reagieren aber empfindlich, wenn ihr Substrat über längere Zeit zu nass bleibt. 2 3
Außerhalb des Ursprungsgebiets begegnet man Calibrachoa ausschließlich in Kultur. In Frankreich, den Vereinigten Staaten oder Japan werden die Hybriden jedes Frühjahr in Töpfe und Ampeln gesetzt und verschwinden im Herbst wieder. Im kaltgemäßigten Klima verwildern sie nicht dauerhaft, sondern bleiben an die wiederholte Pflanzung gebunden. 5
Lebenszyklus und Vermehrung
Botanisch handelt es sich bei Calibrachoa um eine frostempfindliche Staude. Bei mildem Klima kann sie mehrere Jahre weiterwachsen; in kalten gemäßigten Regionen hält man sie einjährig, weil die ersten Fröste sie absterben lassen. Die Blüte beginnt im Frühsommer und hält ohne ausgeprägte Pause bis zum Einsetzen der Kälte an. 2 3
Zierhybriden bilden nur wenige keimfähige Samen und säen sich praktisch nicht selbst aus. Vermehrt werden sie deshalb durch Triebstecklinge mit einem Knoten. Unter leichter Sprühnebelbefeuchtung und bei Wärme entstehen innerhalb von zwei bis drei Wochen Pflanzen, die dem jeweiligen Mutterexemplar entsprechen. 2
Bei den meisten angebotenen Serien handelt es sich um geschützte Sorten, deren Vermehrung dem rein persönlichen Gebrauch vorbehalten bleibt. Wildarten lassen sich aussäen; bei Hybriden ist das Ergebnis dagegen unvorhersehbar, weil Sämlinge die ursprüngliche Blütenfarbe nicht zuverlässig bewahren. Ein im Spätsommer gewonnener Steckling kann eine bestimmte Farbe über die nächste Saison erhalten, wenn er hell und frostfrei überwintert. 5 2
Nutzen und Risiken
Als Zierpflanze schmückt Calibrachoa Blumenampeln, Balkonkästen und Terrassentöpfe. Ihre überhängenden Triebe bilden vom Frühsommer bis zum Herbst einen blühenden Vorhang. Bei guter Nährstoffversorgung und voller Sonne blühen sie fortlaufend. Verwelkte Blüten fallen von selbst ab und müssen deshalb nicht einzeln entfernt werden. 5 2
Hinsichtlich ihrer Giftigkeit gilt die Pflanze als unbedenklich. Die ASPCA führt Calibrachoa nicht unter den für Katzen, Hunde oder Pferde giftigen Pflanzen, anders als verschiedene alkaloidreiche Nachtschattengewächse. Allenfalls können große aufgenommene Mengen leichte Verdauungsbeschwerden hervorrufen. Damit eignet sie sich für Balkone, auf denen sich Tiere und kleine Kinder aufhalten. 6 4
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Im Handel werden Calibrachoa vor allem nach Hybridenserien und weniger nach Arten angeboten. Million Bells, Superbells, Cabaret und Calita umfassen Auslesen mit unterschiedlicher Wuchsform und Blütenfarbe. Bei diesen gärtnerischen Marken richten sich die Auswahlkriterien in erster Linie nach Farbe, Wuchskraft und dem Gesundheitszustand der angebotenen Pflanze. 2 3
Verwechslungen betreffen besonders folgende verwandte Pflanzen:
- Petunia, Petunien mit deutlich größeren Blüten und breiteren Blättern;
- Petunia × hybrida, Surfinien mit ebenfalls hängendem Wuchs, aber größeren Blütenkronen;
- Solanum, weitere Zier-Nachtschattengewächse mit ähnlichem Wuchs und Laub.
Die kleinen Glockenblüten, ihre große Anzahl und das selbstständige Abwerfen verblühter Blüten sind die zuverlässigsten Merkmale, um Calibrachoa von Petunien zu unterscheiden. Dabei hilft das Zusammenspiel dieser Kennzeichen mehr als eine einzelne Blütenfarbe, die sich zwischen zahlreichen gärtnerischen Serien überschneidet. 2 5
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Calibrachoa Cerv.
- North Carolina Extension Gardener Plant Toolbox, Calibrachoa × hybrida
- Missouri Botanical Garden, Calibrachoa-Hybriden
- Encyclopaedia Britannica, Solanaceae (Nachtschattengewächse)
- Royal Horticultural Society, Suchergebnisse zu Calibrachoa
- ASPCA, Liste giftiger und ungiftiger Pflanzen für Katzen
Häufig gestellte Fragen
Ist Calibrachoa für Katzen und Hunde giftig?
Nein. Die ASPCA zählt Calibrachoa nicht zu den für Katzen, Hunde oder Pferde giftigen Pflanzen. Größere aufgenommene Mengen können allenfalls leichte Verdauungsbeschwerden auslösen.
Wie unterscheiden sich Calibrachoa und Petunien?
Calibrachoa trägt viel kleinere, zahlreichere Blüten und feinere Blätter. Verblühte Blüten fallen selbst ab. Beide Gattungen gehören zu den Nachtschattengewächsen, unterscheiden sich aber in ihrer Chromosomenzahl.
Warum bekommt Calibrachoa gelbe Blätter?
Gelbe Flächen zwischen den Blattadern deuten oft auf Eisenchlorose durch zu kalkhaltiges Wasser oder auf Düngermangel hin. Weiches Gießwasser und regelmäßiger Blühpflanzendünger helfen, die grüne Farbe wiederherzustellen.
Muss man verblühte Calibrachoa-Blüten entfernen?
Das ist nicht nötig. Anders als bei Petunien fallen die verwelkten Blüten selbst ab, und die Pflanze blüht ohne Ausputzen weiter.
Kommt Calibrachoa jedes Jahr wieder?
Die frostempfindliche Staude wird in gemäßigten Klimaten einjährig kultiviert. Einen kalten Winter überlebt sie nicht; man gewinnt im Spätsommer Stecklinge oder kauft im Frühjahr neue Pflanzen.
Welcher Standort eignet sich für Calibrachoa?
Volle Sonne mit mindestens sechs Stunden direktem Sonnenlicht sorgt für besonders dichte Blüte. Im Schatten bildet die Pflanze lange, schwache Triebe und deutlich weniger Blüten.
Darf man gekaufte Calibrachoa durch Stecklinge vermehren?
Technisch gelingt dies mit Triebstecklingen, die einen Knoten tragen. Die meisten Hybriden sind jedoch geschützt; die Vermehrung bleibt dem persönlichen Gebrauch vorbehalten. Aussaat liefert unsichere Ergebnisse.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.



