Pelargonien (Pelargonium, L'Hér.)

Pelargonien (Pelargonium) sind die Gattung der als Geranien bekannten Balkonpflanzen aus der Familie Geraniaceae. Ihre blütenreichen, frostempfindlichen Vertreter werden vor allem in Töpfen, Balkonkästen und sommerlichen Beeten kultiviert. Sie brauchen Licht und vertragen übermäßige Nässe schlecht. Der verbreitete Name Geranie bezeichnet hier Pelargonium, nicht die botanische Gattung Geranium.

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Wissenschaftlicher NamePelargonium
GattungPelargonium
OrdnungGeraniales

Pelargonien, Geranien, Balkongeranien, Edelpelargonien und Zonal geranium

Identität
Toxizität
Vorsicht : Menschen, darunter Kinder, Katzen und Hunde · Unbekannt : Pferde
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Kräuterlebhaft · Pflanze für draußen · Kübelpflanze · Zierpflanze
Blattart
Immergrün
Lebensdauer
Mehrjährig
Lebensraum
Töpfe, Balkonkästen, Fensterbänke und sonnige, warme Sommerbeete mit gutem Wasserabzug
Jahresverlauf
Blütezeit
FrühlingSommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Vermehrung
Steckling, Aussaat
Klima & Wasser
Winterhärte
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Ja
Boden
Bodenarten
Entwässerter Boden, Freies Land, Sandiger Boden
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Außenbereich
Pflanzgefäß, Aufhängung, Sonniger Rand, Gartenbeet
Erscheinungsbild
Höhe20–80 cmBreite25–80 cm
Blätter
Grün
Blüten
RotRosaWeißViolettOrange
Pelargonien (Pelargonium): Herkunft und Verwendung — blüten 1

Identität

Pelargonien (Pelargonium L’Hér.) gehören zur Familie Geraniaceae und sind als rote Balkonblumen weit verbreitet. Im Gartenhandel und im Alltag heißen sie häufig Geranien. Dieser vertraute Name ist verständlich, bezeichnet hier botanisch aber Pelargonium. Die eigentliche Gattung Geranium, die Storchschnäbel, umfasst andere Pflanzen. 1 8

POWO, WFO und IPNI bestätigen Pelargonium als eigenständige Gattung. Diese Gattungsebene umfasst die gärtnerische Vielfalt angemessen: Zonalpelargonien, Efeupelargonien und weitere Balkonformen gehören dazu. Die Bezeichnung Pelargonium spp. steht entsprechend für mehrere Arten dieser Gattung, ohne die Pflanzen vorschnell einer einzigen Art zuzuordnen. 1 2 3

Die umgangssprachliche Bezeichnung Geranie kann die Unterscheidung erschweren. Bei sommerlichen Topfpflanzen meint sie meist Pelargonien; echte Geranium sind dagegen andere Gewächse, oft winterharte Stauden. Für Pflanzen auf Fensterbänken, in Balkonkästen und auf Terrassen ist diese Trennung besonders hilfreich, weil sie unterschiedliche Ansprüche an die Überwinterung haben. 6 8

Rote Balkonformen sind besonders blütenreich und auch aus der Entfernung gut sichtbar. Bei durchlässigem Substrat können sie einer ganzen Fassade oder einem Balkon Farbe geben. Zu viel Wasser ist dagegen ein häufiger Grund für ihr Absterben. Ein kräftiger Flor setzt deshalb voraus, dass die Wurzeln ausreichend Luft bekommen. 8 4

Erkennung

Bei Balkonpelargonien sind die Blätter häufig rundlich, dick und aromatisch; manche tragen eine deutlich abgesetzte Zone. Die Blüten stehen in Dolden zusammen. Je nach Auslese sind sie rot, rosa, weiß, lachsfarben, purpurn oder zweifarbig. Blattform und Wuchs ergänzen die Blütenfarbe als Merkmale bei der Einordnung. 4 5

Efeupelargonien wachsen stärker überhängend und eignen sich für Hängegefäße. Zonalpelargonien wachsen aufrechter, ihre Blütenstände stehen über dem Laub. Duftpelargonien erkennt man vor allem am Geruch zerriebener Blätter. Die Gruppen setzen damit unterschiedliche Schwerpunkte: Wuchsform, Blütenwirkung oder aromatisches Laub. 5 6

Auch Pflegefehler zeigen sich im Wuchs. Eine kompakte, blühende Pflanze mit festen Trieben erhält ausreichend Licht. Weiche, lange, grüne und blütenarme Triebe deuten dagegen häufig auf zu viel Schatten oder Stickstoff hin. Der gesamte Aufbau der Pflanze ist deshalb aussagekräftiger als die Farbe einer einzelnen Blüte. 4

Möglichst trockenes Laub ist bei der Kultur günstig. Fleckige Blätter, schwarze Triebe oder ein weicher Wurzelhals sprechen für übermäßige Nässe, besonders wenn das Gefäß keinen wirksamen Wasserabzug hat. Solche Anzeichen sollten zusammen mit der Feuchtigkeit des Substrats beurteilt werden. 8 4

Nützliche Taxonomie

Für rote Balkongeranien ist Pelargonium die richtige botanische Zuordnung. Der Alltagsname Geranie ändert daran nichts und begründet keine Einordnung in die Gattung Geranium. Wissenschaftlicher Name und gebräuchlicher Gartenname bezeichnen in diesem Zusammenhang verschiedene Ebenen der Benennung. 1 6

Zahlreiche gärtnerische Gruppen gehören zu dieser Gattung. Pelargonium peltatum vertritt davon nur einen Teil; eine einzelne Art kann die gesamte Vielfalt der Balkonpelargonien nicht abdecken. Die breite Bezeichnung Pelargonium spp. lässt sowohl Efeuformen als auch andere gärtnerisch verwendete Arten und Gruppen zu. 8 5

Die gemeinsame Familie Geraniaceae erklärt die Verwandtschaft mit den echten Storchschnäbeln, sagt aber wenig über ihre gärtnerische Verwendung aus. Balkonpelargonien sind in gemäßigten Klimaten in der Regel kälteempfindlich. Viele ausdauernde Geranium überstehen den Winter dagegen im Freien. 6 5

Bei vergilbenden Blättern einer Balkongeranie ist diese Trennung auch praktisch: Die Ursachen müssen anhand der Ansprüche von Pelargonium beurteilt werden. Hinweise für eine winterharte Beetstaude der Gattung Geranium lassen sich nicht ohne Weiteres auf eine Pelargonie im Balkonkasten übertragen. 8 4

Kultur

Volle Sonne, Luft und guter Wasserabzug bilden die Grundlage der Kultur. Eine Pelargonie verträgt eine kurze vergessene Wassergabe eher als dauerhaft durchnässtes Substrat. Im Topf lässt man daher die Oberfläche abtrocknen, bevor erneut gegossen wird. Maßgeblich bleibt der Zustand der Erde. 4 8

Das Pflanzgefäß braucht Abzugslöcher und ein lockeres Substrat. Ein ständig mit Wasser gefüllter Untersetzer schädigt die Wurzeln rasch. Ein warmer, gut belüfteter Balkonkasten unterstützt dagegen einen gedrungenen Wuchs und reiche Blüte. Der Wasserabzug muss tatsächlich funktionieren und darf nicht nur vorhanden aussehen. 4

Das Entfernen verblühter Blüten hält die Bepflanzung ordentlich und begrenzt die Erschöpfung der Pflanzen. Junge Triebspitzen können außerdem ausgekniffen werden, wenn ein stärker verzweigter Wuchs erwünscht ist. Das bietet sich besonders nach dem Kauf oder beim erneuten Austrieb im Frühjahr an. 5 8

Zur Überwinterung steht die Pflanze hell und frostfrei und erhält nur sehr wenig Wasser. In kalten Regionen wird sie häufig wie eine einjährige Sommerpflanze kultiviert. Andernorts bewahrt man die Pflanzen oder ihre Stecklinge für die nächste Saison auf. Entscheidend ist ein frostgeschützter Platz. 5 6

Überwinterte Pflanzen werden im Frühjahr schrittweise wieder an das Freiland gewöhnt. Zunächst erhöht man das Lichtangebot und nimmt das Gießen nach und nach wieder auf. Erst nach den kalten Nächten kommen sie dauerhaft nach draußen. Dieser allmähliche Übergang begrenzt weiche Blätter und brüchige Triebe. 5 4

Verwendung

Besonders wirkungsvoll sind rote Balkonkästen mit Pelargonien. Sie passen auf Balkone, Fensterbänke und Terrassen sowie an sonnige Treppen und in Töpfe vor Fassaden. Ihre Farbwirkung ist weniger zurückhaltend als die einer Rose, bleibt aber deutlich und beständig wahrnehmbar. 8

Im Beet eignen sich vor allem warme, durchlässige Randbereiche. Als Begleiter kommen Petunien, rote Salbeiarten, graulaubige Pflanzen, Zierwinden und kleine Gräser infrage. Eine maßvolle Düngung unterstützt solche Kombinationen. Dabei sollten die Bedingungen des Standorts zu den Pelargonien passen. 5 8

Überhängende Formen lockern Geländerbepflanzungen und Ampeln auf. Aufrechte Zonalpelargonien geben einem stehenden Topf mehr Struktur. Duftformen sprechen stärker über Berührung und Blattgeruch an; ihre Blüte fällt manchmal weniger üppig aus. Die Wahl der Gruppe richtet sich deshalb auch nach der gewünschten Wirkung. 6 5

Welkt eine Pelargonie bei feuchtem Substrat, gelben Blättern und weicher Basis, ist zunächst die Wasserversorgung verdächtig. Ein solcher Befund spricht eher für zu viel Feuchtigkeit als für fehlenden Dünger. Die Pflanze und die Erde gemeinsam zu prüfen hilft bei dieser einfachen gärtnerischen Diagnose. 8 4

In dicht bepflanzten roten Arrangements brauchen Pelargonien genügend Luft. Zu eng gesetzte Pflanzen halten Feuchtigkeit im Inneren des Laubs fest und erschweren das Ausputzen. Einige gut verteilte Exemplare blühen häufig länger als eine von Anfang an dicht geschlossene Reihe. Abstand erleichtert zugleich den Zugang zu verblühten Blütenständen. 8 5

Vorsicht

Das allgemeine Gefährdungsprofil verlangt geringe Vorsicht. Die ASPCA beschreibt Pelargonien allerdings als reizend für Hunde und Katzen; Verdauungsbeschwerden sind möglich. Tiere sollten daher nicht an den Blättern kauen. Der Zierwert einer Pflanze ist kein Hinweis darauf, ob sie sich zum Fressen eignet. 7 1

Für Menschen bleibt die Pelargonie vor allem eine Zierpflanze. Duftende Blätter bestimmter Sorten werden zwar in speziellen kulinarischen Zusammenhängen verwendet. Eine dekorative Topfpflanze sollte deshalb aber nicht grundsätzlich als Lebensmittel behandelt werden. Eine solche Nutzung ist von der gewöhnlichen Balkonbepflanzung zu unterscheiden. 5 6

Bei der Kultur bleibt überschüssiges Wasser das wichtigste Risiko. Zu viel Feuchtigkeit begünstigt Krankheiten, Fäulnis und weiche Pflanzen, während Lichtmangel die Blüte verringert. Praktisch bewährt sich die Kombination aus Sonne, einem Topf mit Wasserabzug und maßvollem Gießen. 4 8

Beim Ersatz einer geschädigten Pflanze gelten dieselben Kriterien: ein kompaktes Exemplar wählen und zuerst den Wasserabzug prüfen, erst danach die Blütenfarbe. Eine gesunde Jungpflanze sollte nicht einfach in altes, bereits luftarmes und durchnässtes Substrat gesetzt werden. Die Standortbedingungen müssen zu ihr passen. 8 5

Unter dem Namen rote Balkongeranie werden somit Pflanzen der Gattung Pelargonium kultiviert. Die genaue botanische Bezeichnung lässt sich mit dem vertrauten Gartennamen verbinden. Das erleichtert es, die Pflanze richtig einzuordnen und ihre Pflege an den Ansprüchen dieser Gattung auszurichten. 1 8

Hauptquellen

Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.