Edelkastanie (Castanea sativa, )
Edelkastanie (Castanea sativa) ist ein sommergrüner Baum aus der Familie der Fagaceae mit Ursprung im nördlichen Mittelmeerraum und im Kaukasus. Als einhäusige Art trägt sie im Sommer duftende, blassgelbe männliche Kätzchen und unauffällige weibliche Blüten. Im Herbst folgen stachelige Fruchthüllen mit essbaren Kastanien. In europäischen Bergregionen waren diese lange ein Grundnahrungsmittel; heute wird der Baum wegen seiner Früchte, seines gerbstoffreichen Holzes und als Schattenspender angebaut.
WeiterlesenEdelkastanie, Esskastanie, Echte Kastanie, Sweet chestnut und Spanish chestnut
In die volle Sonne mit intensivem direktem Licht den ganzen Tag stellen.
Volle Sonne, entwickelt sich im Schatten nicht





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Taken Jul 13, 2020 by Thierry LE COM (cc-by-sa)
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Taken Oct 28, 2019 by Jiří Vilím (cc-by-sa)
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal der Edelkastanie ist umstritten. Sein Schwerpunkt liegt im Nordosten der Türkei und im Kaukasus; weitere, voneinander getrennte Vorkommen reichen am nördlichen Mittelmeerrand vom südlichen Balkan bis Nordafrika. Seit der Antike wurde die Art, besonders durch die Römer, in Westeuropa bis nach Großbritannien verbreitet.
- Heimisch6
- Eingeführt1
- Türkei
- Georgien
- Griechenland
- Italien
- Frankreich
- Spanien
- Vereinigtes Königreich
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Die Edelkastanie (Castanea sativa Mill., 1768), auch Esskastanie und Echte Kastanie genannt, ist ein sommergrüner Baum der Gattung Castanea aus der Familie der Fagaceae. Sie gehört damit in die Verwandtschaft der Eichen und Buchen. 1 9
Auf geeignetem Standort im Freiland erreicht die Edelkastanie gewöhnlich 24 bis 30 m Höhe und 9 bis 15 m Kronenbreite. Bei besonders alten Bäumen kann der Stamm einen Durchmesser von 2 m überschreiten. 4 5
Der Name Kastanie geht auf lateinisch castanea zurück, vermutlich eine Entlehnung aus altgriechisch kastanea. Das Artepitheton sativa bedeutet im Lateinischen „gesät, angebaut“ und verweist auf die lange Kulturgeschichte außerhalb des ursprünglichen Areals. Das französische Wort „marron“ bezeichnet eine große Speisekastanie mit nur einem Samen je Fruchthülle, die für den Verzehr ausgelesen wurde.
Erkennung
An den Zweigen sitzen wechselständige, länglich-lanzettliche Blätter von 15 bis 25 cm Länge und 4 bis 8 cm Breite. Ihr Rand ist sägezähnig; die parallel verlaufenden Seitennerven enden jeweils in einem Blattzahn. Schon ohne Blüten oder Früchte erlauben diese Merkmale eine Unterscheidung von der Rosskastanie mit ihren handförmig zusammengesetzten Blättern. Die oberseits glänzend grünen Blätter färben sich vor dem herbstlichen Fall gelb. 5 4
Männliche und weibliche Blüten stehen auf demselben Baum, sind aber deutlich getrennt: Die Edelkastanie ist einhäusig. Die aufrechten, blassgelben männlichen Kätzchen werden 10 bis 20 cm lang und riechen während der Blüte von Juni bis Juli kräftig. Unauffälligere weibliche Blüten sitzen gruppenweise an der Basis derselben diesjährigen Triebe. 2 4
Im Herbst öffnen sich die zunächst grünen, später braunen stacheligen Fruchthüllen meist mit mehreren Klappen. Je nach Baum geben sie drei bis sieben glänzend braune Kastanien frei. Junge Stämme haben eine glatte, grünlich braune Rinde, die mit zunehmendem Alter tiefe Furchen entwickelt. 4
Nützliche Taxonomie
POWO/WCVP erkennt Castanea sativa Mill. als gültigen Namen an. Sie ist die einzige in Europa und Westasien heimische Art der Gattung. Weitere Vertreter sind die Japanische Kastanie (Castanea crenata), die Chinesische Kastanie (Castanea mollissima) und die Amerikanische Kastanie (Castanea dentata), deren natürliche Bestände der Rindenkrebs stark dezimiert hat. 1
Ältere Bezeichnungen derselben Art erscheinen bis heute in Synonymlisten:
- Fagus castanea L., historisches Synonym
- Castanea vesca Gaertn., älterer Artname
- Castanea vulgaris Lam., ebenfalls ein Synonym
Zur eindeutigen Zuordnung dient der akzeptierte wissenschaftliche Name Castanea sativa. Davon zu unterscheiden ist die Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) aus der Familie der Sapindaceae. Trotz ähnlich benannter Früchte ist sie nicht näher verwandt; ihre Rosskastanien sind giftig. 1
Lebensraum und Verbreitung
Die genaue natürliche Verbreitung der Edelkastanie bleibt umstritten. Ihr Schwerpunkt liegt im Nordosten der Türkei und im Kaukasus; räumlich getrennte Vorkommen ziehen sich entlang des nördlichen Mittelmeerraums vom südlichen Balkan bis nach Nordafrika. 8
Seit der Antike verbreiteten Menschen die Edelkastanie in Westeuropa bis nach Großbritannien, besonders während der Römerzeit. Entscheidend bleibt dabei der Boden: Sie braucht einen tiefgründigen, gut drainierten, sauren Untergrund auf Schiefer, Granit oder Sand. Kalkhaltiger Boden hemmt die Eisenaufnahme; die Blätter vergilben und der Baum kann absterben. 6 5
Für gutes Wachstum benötigt dieser lichtliebende Baum Sonne, im Schatten entwickelt er sich nicht. Ein jährlicher Niederschlag von mindestens 600 mm begünstigt den Fruchtertrag; eingewurzelte Bäume vertragen dennoch sommerliche Trockenheit gut. Die Winterhärtezonen USDA 5 bis 7 umfassen einen großen Teil des heutigen Anbaugebiets. 8 6
Lebenszyklus und Vermehrung
Nach der Sommerblüte verläuft die Fruchtentwicklung langsam. Aus den durch Kätzchenpollen befruchteten weiblichen Blüten entstehen über mehrere Monate die stacheligen Hüllen. Sie reifen im Oktober und geben dann die Kastanien frei. 4 5
Aus Samen gezogene Bäume benötigen meist 20 bis 50 Jahre, bevor sie größere Mengen Kastanien tragen. Auf kräftige Unterlagen veredelte Sorten kommen früher in Ertrag. Da Sämlinge die Sorteneigenschaften nicht zuverlässig bewahren, bleibt die Veredelung die übliche Methode zur Vermehrung benannter Sorten. 2
Nach dem Fällen treibt die Edelkastanie kräftig aus dem Stock wieder aus. Diese Fähigkeit wird seit Jahrhunderten in der Niederwaldwirtschaft genutzt; die regelmäßig nachwachsenden Triebe liefern Pfähle und Weinbergstützen.
Nutzen und Risiken
In europäischen Bergregionen ohne ausreichenden Getreideanbau waren Kastanien lange ein Grundnahrungsmittel. Daraus entstand die Bezeichnung „Brotbaum“. Die Früchte werden geröstet, gekocht oder getrocknet und anschließend zu Mehl gemahlen. 6
Für die Gattung Castanea nennt die ASPCA keine Giftigkeit für Hunde, Katzen und Pferde. Rohe Kastanien enthalten allerdings viele adstringierende Gerbstoffe und sind gegart besser verdaulich. 7
Auch Blätter und Rinde enthalten reichlich Gerbstoffe. Ihre zusammenziehende Wirkung wurde traditionell gegen Husten und Halsschmerzen genutzt. Dabei handelt es sich um eine überlieferte volksmedizinische Anwendung, nicht um eine bestätigte Behandlung. 6
Europäische Kastanienbestände leiden vor allem unter zwei Krankheiten. Beim Kastanienrindenkrebs verursacht ein Pilz krebsartige Rindenschäden. Die Tintenkrankheit wird durch Phytophthora ausgelöst, schädigt die Wurzeln und lässt Bäume absterben. Klimawandel und zerschnittene Lebensräume verstärken beide Belastungen. 8 5
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Für die Fruchterzeugung wurden in Frankreich zahlreiche traditionelle Sorten ausgelesen. Dazu zählen Marigoule, Bouche de Bétizac, eine gegenüber Rindenkrebs tolerantere Kreuzung mit der Japanischen Kastanie, und Marron de Lyon. Auf kräftigen Unterlagen veredelt tragen sie deutlich früher als Sämlinge mit ihrer Wartezeit von 20 bis 50 Jahren. Daher veredeln Erwerbsanbauer ihre Bäume meist. „Marron“ ist eine Handelsbezeichnung für eine große Kastanie mit nur einem Samen je Fruchthülle, keine eigene Art.
Besonders leicht wird die Edelkastanie mit der Gewöhnlichen Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) verwechselt. Diese nicht näher verwandte Sapindaceae hat jedoch handförmig zusammengesetzte statt einfacher, gezähnter Blätter. Ihre ungenießbaren, saponinreichen Früchte sind ein weiteres Unterscheidungsmerkmal. 6
Eine rein dekorative Auswahl ist 'Aureomarginata' mit gelben Blatträndern. Sie zeigt, dass die gärtnerische Vielfalt über die klassischen Fruchtsorten hinausgeht. 3
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Castanea sativa Mill.
- Royal Horticultural Society, Castanea sativa (Edelkastanie)
- Royal Horticultural Society, Castanea sativa 'Aureomarginata'
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Castanea sativa
- NC State Extension Gardener Toolbox, Castanea sativa
- Plants For A Future, Castanea sativa
- ASPCA, Kastanien (Castanea), Angaben zur Giftigkeit
- EUFORGEN, Castanea sativa Artporträt
- INPN / MNHN, Castanea sativa Mill., 1768
Häufig gestellte Fragen
Sind Edelkastanie und Rosskastanie derselbe Baum?
Nein. Die Edelkastanie (Castanea sativa, Fagaceae) liefert essbare Kastanien. Die Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum, Sapindaceae) trägt ungenießbare Rosskastanien und ist mit ihr nicht näher verwandt.
Sind Esskastanien für Hunde und Katzen giftig?
Nein. Die ASPCA führt die Gattung Castanea als ungiftig für Hunde, Katzen und Pferde. Rohe Kastanien enthalten jedoch reichlich adstringierende Gerbstoffe und sind gegart leichter verdaulich.
Warum trägt meine Edelkastanie keine Früchte?
Die Art ist weitgehend selbststeril. Ein einzelner Baum blüht zwar normal, setzt aber wenig Früchte an. Für eine gute Bestäubung sollten mindestens zwei miteinander verträgliche Sorten nahe beieinander stehen.
Ist Kastanienholz ein hartes Holz?
Nein, entgegen einer verbreiteten Annahme gehört es unter den europäischen Laubhölzern zu den eher weichen Hölzern. Sein hoher Gerbstoffgehalt macht es jedoch dauerhaft, etwa als Bauholz oder für Fässer.
Wie viele Kastanien stecken in einer Fruchthülle?
Meist enthält die stachelige Hülle mehrere Kastanien, je nach Baum und Sorte drei bis sieben. Jede Frucht ist von einer adstringierenden Samenhaut umgeben.
Woher stammt die Edelkastanie?
Ihr natürliches Areal liegt vor allem im Nordosten der Türkei und im Kaukasus, mit getrennten Vorkommen bis zum südlichen Balkan. Menschen haben sie seit der Antike weit in Westeuropa verbreitet.
Welche Krankheiten gefährden die Edelkastanie?
Kastanienrindenkrebs und Tintenkrankheit sind die beiden Hauptbedrohungen europäischer Kastanienbestände. Klimawandel und die Zerschneidung ihrer Lebensräume verstärken den Druck.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.




