Zitronatzitrone (Citrus medica, )
Die Zitronatzitrone (Citrus medica) ist ein Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Rutaceae. Neben Mandarine und Pampelmuse zählt sie zu den drei ursprünglichen Arten der kultivierten Zitruspflanzen. Ihre Frucht besitzt eine sehr dicke, duftende Schale, die wesentlich mehr Raum einnimmt als das Fruchtfleisch.
WeiterlesenZitronatzitrone, Zedrate und Etrog
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt im Himalajavorland vom Nordosten Indiens über Nepal bis Myanmar. Die frühe Ausbreitung nach Persien und in den Mittelmeerraum beruht auf Einführung und Anbau, nicht auf einer natürlichen Erweiterung des Ursprungsgebiets.
- Heimisch3
- Eingeführt2
- Nordostindien
- Nepal
- Myanmar
- Südchina (Yunnan)
- Iran
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Die Zitronatzitrone (Citrus medica L.) ist ein Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Rutaceae und gehört neben Mandarine und Pampelmuse zu den drei ursprünglichen Zitrusarten. Aus Kreuzungen dieser drei Arten gingen im Laufe der Zeit die meisten heute angebauten Zitruspflanzen hervor, darunter Zitrone und Orange. 1 6
Die auch Zedrate genannte Frucht fällt durch ihre sehr dicke, duftende und oft höckerige Schale auf. Diese nimmt fast das gesamte Volumen ein und lässt wenig Raum für Fruchtfleisch. Der Name „Zitrone“ bezeichnete früher diese Frucht und ging später auf die Frucht des Zitronenbaums über; die sprachliche Verwechslung wirkt bis heute nach. 5 6
Erkennung
Mit gewöhnlich 2,5 bis 4,5 m Höhe bleibt die Zitronatzitrone ein kleiner Baum. Ihre Zweige tragen häufig Dornen, die glänzenden immergrünen Blätter duften deutlich beim Zerreiben. Bei sauren Typen sind die Blüten purpurfarben überhaucht, bei süßen Typen weißlich gelb. 9 7
Eine typische Frucht wird 10 bis 20 cm lang. Ihr wenig saftiges, oft saures Fruchtfleisch ist von einer dicken weißen Schale umgeben, die fest an den Segmenten haftet. Dieses gegenüber der gewöhnlichen Zitrone umgekehrte Verhältnis von Schale zu Fruchtfleisch kennzeichnet die Frucht bereits vor dem Aufschneiden. 7 6
Auch außerhalb der Blüte und Fruchtreife ist die ausgeprägte Frostempfindlichkeit ein Hinweis: Blätter und junge Früchte werden schon bei -2 bis -4 °C geschädigt. Die Zitronatzitrone verträgt damit weniger Frost als die meisten kultivierten Zitruspflanzen, etwa Zitrone und Orange. 8
Nützliche Taxonomie
POWO erkennt Citrus medica als Art mit der Autorenangabe L. 1753 an. Um diesen Namen stehen mehrere historische Kombinationen und Varietäten, die keine eigenständigen Taxa bilden: 1 2
- Citrus medica var. sarcodactylis (Hoola van Nooten) Swingle, Buddhas Hand, der Art zugeordnet
- Citrus medica var. limon L., historische Kombination im Verwandtschaftskreis der Zitrone
- Citrus × aurantium var. medica (L.) Wight & Arn., historische Namenskombination
Wechselnde Benennungen machen den akzeptierten Namen Citrus medica verlässlicher als Handels- oder Sortennamen, die je nach Land und Anbieter variieren. 1 3
Lebensraum und Verbreitung
Im Himalajavorland liegt das natürliche Verbreitungsgebiet vom Nordosten Indiens über Nepal bis Myanmar. Die frühe Domestikation führte die Pflanze später nach Persien und an das Kaspische Meer. Das Epitheton medica verweist auf Medien und erweckt damit einen irreführenden Eindruck von ihrer botanischen Herkunft. 7 6
Bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. ist die Frucht im persischen Raum belegt; über das antike Palästina gelangte sie später in den Mittelmeerraum. Ihre erste chinesische Erwähnung stammt aus dem Jahr 304 n. Chr. 5
Heute überwiegt der Anbau in Obstgärten. Abseits bestimmter Gebiete wie Yunnan, Kalabrien, Korsika oder Israel bleibt die Einbürgerung selten. Außerhalb ihres Ursprungsgebiets ist die Zitronatzitrone daher vorwiegend eine Kulturpflanze und keine wild wachsende Art. 5 8
Lebenszyklus und Vermehrung
Bei günstigem Klima folgen mehrere Blühphasen aufeinander. Die Früchte wachsen über Monate, bevor ihre Schale fester wird und die endgültige Farbe annimmt. Knospen, Blüten und Früchte verschiedener Reifestadien stehen deshalb oft gleichzeitig am Baum. 7 9
Anders als viele kultivierte Zitruspflanzen lässt sich die Zitronatzitrone leicht aus Samen vermehren. Ihre Samen sind häufig polyembryonal und bringen dadurch ohne Veredelung Pflanzen hervor, die der Mutterpflanze genetisch entsprechen. Halbverholzte Stecklinge bieten eine zweite, schnellere Möglichkeit, eine bestimmte Sorte zu erhalten. 7
Nutzen und Risiken
Den kulinarischen Wert bestimmt vor allem die Schale: Sie wird zu Zitronat, Marmelade oder Likör verarbeitet. Das wenige, kaum saftige Fruchtfleisch spielt dabei eine geringere Rolle. Das ätherische Schalenöl, auch als Zitronatzitronenwasser bezeichnet, wird seit Jahrhunderten in der Parfümerie verwendet. 5 6
Als Etrog gehört die Frucht zu den vier rituellen Arten im Judentum und wird zum Laubhüttenfest Sukkot getragen. Die fingerförmige Buddhas Hand dient als Opfergabe in buddhistischen Tempeln und begleitet auch bestimmte hinduistische Zeremonien in Nepal. 5 6
Für Katzen und Hunde ist keine bedeutende Giftigkeit dokumentiert; auch beim Menschen sind durch versehentliche Aufnahme keine Gefahren bekannt. Der Status für Pferde bleibt mangels veröffentlichter und überprüfter Daten ungeklärt. Vorsicht betrifft vor allem konzentrierte ätherische Schalenöle wie bei anderen Zitruspflanzen, weniger eine übliche Verwendung als Lebensmittel. 7
Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen
Zu den gut dokumentierten Sorten gehören Diamante aus Kalabrien für Süßwaren und Balady aus Israel für rituelle Zwecke. Die korsische Zitronatzitrone lieferte lange Früchte für Likör und Zitronat. Diese örtliche Produktion besteht bis heute, wenn auch in geringerem Umfang. 5
Drei häufige Verwechslungen sind zu beachten: Citrus limon, die Zitrone, trägt einen Namen mit derselben lateinischen Wurzel, besitzt aber deutlich saftigere Früchte. Citrus medica var. sarcodactylis, Buddhas Hand, wird oft für eine eigene Art gehalten, obwohl POWO sie Citrus medica zuordnet. Große Zitronen oder dickschalige Pampelmusen werden an Marktständen gelegentlich fälschlich als Zitronatzitronen angeboten.
Beim Kauf und bei der Bestimmung hilft vor allem das Verhältnis von Schale und Fruchtfleisch: Die Schale einer Zitronatzitrone nimmt stets deutlich mehr Volumen ein als ihr Inneres. Keine gewöhnliche Zitrone zeigt diese ausgeprägte Verteilung. 6 7
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Citrus medica L.
- International Plant Names Index, Citrus medica L.
- GBIF Backbone Taxonomy, Citrus medica
- Wikidata, Citrus medica
- Wikipédia FR, Cédratier
- Wikipedia EN, Citron
- Plants For A Future, Citrus medica
- UC IPM, Hinweise zum Zitrusanbau
- Encyclopaedia Britannica, Citron
Häufig gestellte Fragen
Was unterscheidet Zitronatzitrone und Zitrone?
Die Zitronatzitrone (Citrus medica) ist eine ursprüngliche Art mit sehr dicker Schale und wenig Fruchtfleisch. Die Zitrone (Citrus × limon) ist eine saftigere Hybride, die zum Teil von ihr abstammt. Der Name Zitrone bezeichnete lange die Zitronatzitrone, bevor er auf die heutige Zitrone überging.
Ist die Zitronatzitrone für Katzen und Hunde giftig?
Eine bedeutende Giftigkeit für Katzen und Hunde ist nicht dokumentiert. Wie bei allen Zitrusfrüchten ist es dennoch ratsam, die Aufnahme von Schale oder konzentriertem ätherischem Öl zu begrenzen.
Warum enthält die Zitronatzitrone so wenig Saft?
Den größten Teil der Frucht nimmt die dicke weiße Schale ein, die an den Segmenten haftet. Das wenige, oft saure Fruchtfleisch bildet nur einen kleinen Anteil, anders als bei Zitrone und Orange.
Was ist Buddhas Hand?
Buddhas Hand ist eine Form der Zitronatzitrone (var. sarcodactylis), deren Frucht in längliche, fingerartige Segmente ohne Fruchtfleisch geteilt ist. POWO ordnet sie Citrus medica zu und führt sie nicht als eigenes Taxon.
Verträgt die Zitronatzitrone Frost?
Nein, sie gehört zu den am wenigsten frostharten kultivierten Zitruspflanzen. Schäden an Blättern und jungen Früchten beginnen bereits bei -2 bis -4 °C; Zitrone und Orange vertragen tiefere Temperaturen.
Warum wird die Zitronatzitrone im Judentum verwendet?
Die auf Hebräisch Etrog genannte Frucht gehört zu den vier rituellen Arten des Laubhüttenfestes Sukkot. Makellose, unversehrte Früchte können bei Gläubigen einen hohen Handelswert erreichen.
Ähnliche Pflanzen
Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.



