Japanischer Losbaum (Clerodendrum trichotomum, )
Japanischer Losbaum (Clerodendrum trichotomum Thunb.) ist ein laubabwerfender Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Sein natürliches Areal umfasst China, Korea, Japan, Taiwan, Indien und die nördlichen Philippinen. Er ist an seinen stark duftenden weißen Blüten mit rotem Kelch und den kleinen türkisblauen Steinfrüchten erkennbar, die bis in den Herbst erhalten bleiben.
WeiterlesenJapanischer Losbaum, Harlequin glorybower und Peanut butter tree
Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.
Volle Sonne für reiche Blüte; verträgt Halbschatten





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Taken Aug 12, 2020 by Diego Alex (cc-by-sa)
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Clerodendrum trichotomum reicht von Zentral- und Südchina über Korea, Japan, Taiwan und Indien bis zu den nördlichen Philippinen. Seit etwa 1800 wird die Art in Europa kultiviert. Im Südosten der USA ist sie weit verbreitet gepflanzt, obwohl UF/IFAS ihr für Florida ein hohes Invasionsrisiko bescheinigt.
- Heimisch6
- Eingeführt1
- Invasiv1
- Zentral- und Südchina
- Korea
- Japan
- Taiwan
- Indien
- Nördliche Philippinen
- Arkansas (USA)
- Florida (USA)
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Japanischer Losbaum (Clerodendrum trichotomum Thunb., 1784) ist ein Strauch oder kleiner Baum der Gattung Clerodendrum aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). POWO, IPNI und GBIF stimmen bei diesem akzeptierten, von Carl Peter Thunberg veröffentlichten Namen überein. 1 2 3
Der Gattungsname verbindet das griechische klêros, das Zufall, Los und Klerus bedeuten kann, mit déndron, dem Baum. Das Epitheton trichotomum bedeutet „dreifach verzweigt“ und bezieht sich auf die dreigeteilten Zymen des Blütenstandes. Je nach Deutung lässt sich der Name als Losbaum oder Baum des Klerus verstehen. 6
Erkennung
Mit einer Höhe von 2 bis 8 m bildet Clerodendrum trichotomum einen laubabwerfenden Strauch. Seine jungen Triebe sind grün, vierkantig und leicht flaumig behaart. Die gegenständigen, weichen, eiförmigen Blätter werden meist 10 bis 23 cm lang. Zerrieben riechen sie deutlich nach Erdnussbutter, ein zuverlässiger Hinweis bei der Bestimmung im Gelände. 4 5
Weiße, röhrenförmige und stark duftende Blüten stehen in flachen Zymen an langen Stielen in den Achseln der oberen Blätter. Der umgebende grüne Kelch wird mit zunehmender Fruchtreife rot. Der Kontrast zwischen weißer Krone, rotem Kelch und junger türkisblauer Steinfrucht ist das auffälligste Erkennungsmerkmal der Art. 4 12
Die kleine türkisblau gefärbte Steinfrucht wird bei der Reife dunkelblau und bleibt vom roten, dauerhaften Kelch gestützt. Ein einzeln gepflanztes Exemplar blüht normal, fruchtet aber meist nicht: Die Blüten sind nicht selbstfruchtbar; für Früchte sind mindestens zwei Pflanzen nötig. 4 13
Taxonomie und Namen
Taxonomisch steht Clerodendrum trichotomum nach POWO, IPNI und GBIF bei den Lamiaceae in der Ordnung Lamiales. Manche älteren Quellen, darunter das Arboretum der Universität Kopenhagen, verwenden noch die frühere Familienzuordnung Verbenaceae. 1 11
Das weltweite Referenzwerk für Gefäßpflanzen führt mehrere historische Varietäten, darunter var. fargesii, var. ferrugineum und var. esculentum, als Synonyme der typischen Art. Im Gartenbau wird var. fargesii dennoch weiterhin gesondert behandelt, mit eigenen RHS-Seiten und der Sorte Carnival. 1 4
Die Gattung Clerodendrum umfasst etwa 400 Arten, vorwiegend aus den Tropen. Nur zwei, C. trichotomum und Clerodendrum bungei, wurden im vorlinnéischen Europa bereits als winterharte Sträucher kultiviert. Die eine galt als Glücksbringer, die andere als Unglücksbringer. 12
Lebensraum und Verbreitung
Vom zentralen und südlichen China erstreckt sich das natürliche Areal über Korea, Japan, Taiwan und Indien bis zu den nördlichen Philippinen. Die Art wächst dort an Waldrändern und in Gebüschen unter gemäßigten bis feucht-subtropischen Bedingungen. 1 11
Seit etwa 1800 wird die Art in Europa kultiviert und ist besonders in britischen Gärten verbreitet. Zwei ihrer Formen tragen dort den Award of Garden Merit der RHS. 11 4
In Arkansas wurde sie bereits in den 1860er-Jahren durch den russischen Botaniker Karl Maximovich eingeführt; im Südosten der USA wird sie weiterhin häufig gepflanzt. UF/IFAS bewertet ihr Invasionsrisiko für Florida jedoch als hoch, mit einem Prognosewert von 9 auf der verwendeten Skala und der Empfehlung, sie nicht zu pflanzen. Weltweit stuft die IUCN die Art als nicht gefährdet ein. 13 7 8
Lebenszyklus und Blüte
Während der sommerlichen Hitze beginnt die Blüte, wenn nur noch wenige andere Sträucher Farbe zeigen. Sie setzt sich bis zu den ersten Frösten fort. Da die Blüten am diesjährigen Holz entstehen, lässt sich ein Frühjahrsschnitt mit einer normalen Blüte vereinbaren. 12
Den besonderen blauen Farbstoff der Steinfrucht, Trichotomin, isolierte und charakterisierte man 1978 chemisch. Er ist im Pflanzenreich selten und erklärt den ungewöhnlichen türkisblauen Farbton der Frucht. 10
Zur Vermehrung werden Samen oder halbverholzte Stecklinge verwendet, die im Frühsommer geschnitten und unter Sprühnebel bewurzelt werden. Die Pflanze lässt sich leicht verpflanzen und treibt gut aus den Wurzeln wieder aus. Das erklärt zugleich die Neigung, um den ursprünglichen Standort Wurzelausläufer zu bilden. 12 11
Nutzen und Risiken
Die wichtigste Verwendung ist die als Ziergehölz. In freien Hecken, einzeln an einer geschützten Mauer oder in Strauchbeeten wird es wegen seines Duftes und der späten Blüte gepflanzt. Weil dann nur noch wenige andere Sträucher blühen, zieht gerade diese zeitliche Verschiebung blütenbesuchende Insekten an. 9 11
Ein Giftstoff ist für diese Art weder bei Katzen, Hunden und Pferden noch bei Kindern dokumentiert; beim Verschlucken bleibt dennoch Vorsicht geboten. In einigen ostasiatischen Regionen werden junge Blätter traditionell gekocht gegessen. Durch Abkochen wird ihr charakteristischer Geruch entfernt. 11
Der wichtigste Vorbehalt ist ökologischer statt toxikologischer Art. Die leicht verwildernde Pflanze gilt laut UF/IFAS in Florida als Art mit hohem Invasionsrisiko. In europäischen Gärten ist sie dagegen ein bewährtes Gehölz; zwei Formen wurden im Vereinigten Königreich von der RHS ausgezeichnet. Dass vom selben Strauch in Florida abgeraten wird und er in Großbritannien prämiert ist, beruht auf den unterschiedlichen klimatischen Bedingungen und örtlichen ökologischen Belastungen. 7
Varietäten, Sorten und Verwechslungen
Die Varietät fargesii (Dode) Rehder wächst kompakter, zeigt einen bronzefarbenen Austrieb und duftet in der Blüte noch stärker als die typische Form. Sie gilt zudem als winterhärter. Ihre buntlaubige Sorte Carnival teilt mit ihr den Award of Garden Merit der RHS. 4
Die nordamerikanische Sorte Stargazer ist an panaschierten Blättern und Blüten mit gelbem Rand zu erkennen. Diese Gartenbezeichnung ist von der Varietät fargesii zu unterscheiden. 6
Am ehesten kommt eine Verwechslung mit Clerodendrum bungei infrage, der anderen seit Langem wegen ihrer Winterhärte in Europa kultivierten Art der Gattung. Der Erdnussbuttergeruch zerriebener Blätter, der bleibende rote Kelch und die türkisblauen Steinfrüchte von C. trichotomum sind die zuverlässigsten Unterscheidungsmerkmale im Gelände. 12 5
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Clerodendrum trichotomum Thunb.
- International Plant Names Index, Clerodendrum trichotomum Thunb.
- GBIF Backbone Taxonomy, Clerodendrum trichotomum Thunb.
- Royal Horticultural Society, Clerodendrum trichotomum
- NC State Extension Gardener Plant Toolbox, Clerodendrum trichotomum
- Oregon State University Landscape Plants, Clerodendrum trichotomum
- UF/IFAS Assessment of Non-Native Plants in Florida, Clerodendrum trichotomum
- IUCN Red List, Clerodendrum trichotomum, Bewertung (2022)
- Missouri Botanical Garden Plant Finder, Clerodendrum trichotomum
- Iwadare, Shizuri, Yamada & Hirata, 1978, Synthese von Trichotomin, Tetrahedron
- Universität Kopenhagen, Arboretum Hørsholm, Pflanzenbeschreibung von Clerodendrum trichotomum
- JC Raulston Arboretum, NC State University, Pflanzenporträt von Clerodendrum trichotomum
- University of Arkansas Division of Agriculture, Plant of the Week, Harlequin Glorybower
Häufig gestellte Fragen
Ist der Japanische Losbaum invasiv?
Das hängt vom Klima ab. In Frankreich ist die Art nicht als invasive gebietsfremde Pflanze eingestuft, UF/IFAS bewertet das Invasionsrisiko für Florida jedoch als hoch. Sie bildet überall leicht Wurzelausläufer; der Bereich um die Pflanze sollte deshalb beobachtet werden.
Warum riechen die Blätter nach Erdnussbutter?
Zerriebene Blätter geben diesen Geruch von Natur aus ab. Mehrere nordamerikanische Universitätsgärtnereien beschreiben dieses Merkmal. Es ist kein Krankheitszeichen und hilft bei der Bestimmung.
Sind für Früchte zwei Pflanzen nötig?
Ja. Die Blüten von Clerodendrum trichotomum sind nicht selbstfruchtbar. Eine einzeln stehende Pflanze blüht, bildet ohne Fremdbestäubung aber meist keine Früchte.
Ist der Japanische Losbaum giftig für Katzen und Hunde?
Für diese Art ist kein veterinärmedizinisch relevanter Giftstoff dokumentiert. Bei Verschlucken bleibt Vorsicht geboten, auch wenn junge Blätter in einigen ostasiatischen Regionen traditionell gekocht gegessen werden.
Was unterscheidet die typische Form von der Varietät fargesii?
Die Varietät fargesii wächst kompakter, hat einen bronzefarbenen Austrieb und noch stärker duftende Blüten. Sie gilt zudem als winterhärter. Das erklärt ihre Beliebtheit im Vereinigten Königreich, wo sie und ihre Sorte Carnival den Award of Garden Merit der RHS erhielten.
Wo sollte der Japanische Losbaum im Garten stehen?
Wählen Sie einen sonnigen bis halbschattigen Standort in fruchtbarem, gut durchlässigem Boden, möglichst im Schutz einer Mauer. Das begünstigt die Blüte und verringert Frostschäden am diesjährigen Holz.
Wie unterscheidet er sich von anderen Clerodendrum-Arten?
Der Erdnussbuttergeruch zerriebener Blätter, der bleibende rote Kelch und die türkisblauen Steinfrüchte ergeben eine arttypische Kombination. Damit lässt sich Clerodendrum trichotomum insbesondere von Clerodendrum bungei unterscheiden, der anderen seit Langem in Europa kultivierten Art der Gattung.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.




