Knolliges Zypergras (Cyperus rotundus, )
Knolliges Zypergras (Cyperus rotundus) ist eine ausdauernde krautige Pflanze der Cyperaceae aus Afrika, Süd- und Mitteleuropa sowie Südasien. Heute wächst es auf fast allen Kontinenten. Dreikantige Halme und unterirdische Knollenketten kennzeichnen diese weltweit besonders schwer zu bekämpfende Ackerbegleitpflanze.
WeiterlesenKnolliges Zypergras, Nussgras, Rundes Zypergras, Purple nutsedge, Nutgrass und Coco-grass
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Weltweite Verbreitung
Das natürliche Areal von Cyperus rotundus umfasst Afrika, Süd- und Mitteleuropa sowie Südasien in den tropischen und subtropischen Gebieten der Alten Welt. Die Art wurde auf alle bewohnten Kontinente eingeschleppt und kommt heute in mehr als 90 Ländern vor. Sie gilt vor allem als bedeutende Ackerbegleitpflanze und kaum als Zierpflanze.
- Heimisch3
- Eingeführt1
- Invasiv5
- Indien
- Ägypten
- Spanien
- Réunion
- Vereinigte Staaten
- Australien
- China
- Südafrika
- Europäisches Frankreich
Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1
Identität
Knolliges Zypergras (Cyperus rotundus L., 1753) ist eine anerkannte Art der Gattung Cyperus aus der Familie Cyperaceae. Auf Réunion heißt es auch oumine oder zoumine. Linné beschrieb die Art 1753 unter demselben Binomen, das trotz der zahlreichen regionalen Trivialnamen die beständige wissenschaftliche Bezeichnung geblieben ist. 1 9
Die englischen Namen purple nutsedge, nutgrass und coco-grass beziehen sich auf die kleinen, nussähnlichen unterirdischen Knollen. Botanisch haben diese nichts mit Nussfrüchten gemeinsam. Das lateinische Artepitheton rotundus bedeutet „rund“ und beschreibt den Halmquerschnitt und die Knollenform, nicht den gesamten Wuchs der Pflanze. 2 7
Als Zierpflanze hat Cyperus rotundus keine anerkannte Bedeutung. Eine einzelne Knolle kann in einer Saison ein Netz aus mehreren Hundert Knollen bilden. Danach genügt oberflächliches Ausreißen nicht mehr. Entscheidend ist deshalb, die Ackerbegleitpflanze früh zu erkennen, bevor dieses unterirdische Netz entsteht. 4
Erkennung
An seinem aufrechten dreikantigen Halm ist Cyperus rotundus als ausdauerndes Sauergras zu erkennen. Die Halme werden 10 bis 90 cm, bei besonders kräftigen Exemplaren bis 140 cm hoch. Ihr Querschnitt unterscheidet sie deutlich von den runden Halmen benachbarter Süßgräser. 4 7
Drei Blattreihen entspringen an der Halmbasis. Die grasartigen Blätter sind glänzend und dunkelgrün. Der endständige, unregelmäßig doldige Blütenstand trägt flache, purpurfarbene bis rotbraune, 1 bis 2 cm lange Ährchen. Ihre zwittrigen Blüten besitzen drei Staubblätter. 4 8
Unterirdisch verbinden sich die Rhizome zu Ketten mit braunen Knollen. Diese sind zunächst weiß und weich, werden mit dem Alter jedoch faserig und bitter. Vor allem dieses unterirdische Netz, weniger der oberirdische Bewuchs, unterscheidet die Art von einem dichten, schlecht gepflegten Rasen. 7
Taxonomie und Namen
Als verlässliche wissenschaftliche Bezeichnung gilt Cyperus rotundus L., von Plants of the World Online anerkannt und bei ITIS unter der Taxonomic Serial Number 39900 geführt. Die Art gehört zur Ordnung Poales und zur Unterfamilie Cyperoideae, in der auch die verwandte Gattung Carex steht. 1 2
Für das europäische Frankreich und Réunion führt das Inventaire national du patrimoine naturel souchet rond als französischen Referenznamen. Daneben stehen die kreolischen Namen oumine und zoumine von Réunion. 9
Mit dem Kürzel CYRO führt USDA PLANTS die Art unter anderem für die Erfassung nordamerikanischer Ackerbegleitpflanzen. Die globale Funddatenbank GBIF ordnet dem anerkannten Namen den taxonomischen Schlüssel 2714818 zu, unter dem weltweite Beobachtungen zusammengefasst werden. 3 6
Lebensraum und Verbreitung
Das ursprüngliche Areal von Cyperus rotundus erstreckt sich über Afrika, Süd- und Mitteleuropa sowie Südasien. Es umfasst tropische und subtropische Gebiete der Alten Welt. 1 7
Durch Einschleppung erreichte die Art später alle bewohnten Kontinente. Heute kommt sie in mehr als 90 Ländern vor und zählt damit zu den weltweit problematischsten Ackerbegleitpflanzen. 4
Bevorzugt besiedelt die Pflanze gestörte Böden an Feldrändern, Baustellen und Straßen sowie bewässerte Hackfruchtkulturen wie Baumwolle, Mais, Reis und Zuckerrohr. Sie verträgt sandige Küstenböden ebenso wie schwere Böden, sofern diese bearbeitet werden oder zeitweise feucht bleiben. 5
In Frankreich tritt sie im europäischen Landesteil als landwirtschaftliche Begleitpflanze auf. Auf Réunion ist sie unter eigenen kreolischen Namen bekannt, was auf eine lange Etablierung in beiden Gebieten hinweist. 9
Lebenszyklus und Vermehrung
Die Vermehrung erfolgt bei Cyperus rotundus nahezu ausschließlich vegetativ. Eine einzige Knolle kann innerhalb einer Vegetationsperiode mehrere Hundert neue Knollen hervorbringen, die durch verzweigte Rhizome miteinander verbunden sind. 4 7
Blüten und kleine Samen können zwar entstehen, tragen aber im Vergleich zum Knollenvorrat wenig zur Ausbreitung bei. Dieser bleibt mehrere Jahre im Boden lebensfähig, selbst wenn die Pflanze oberirdisch scheinbar vollständig entfernt wurde. 5
Hinzu kommt die allelopathische Wirkung von Cyperus rotundus: Seine Wurzeln geben Stoffe ab, die Keimung und Wachstum benachbarter Arten hemmen. Dieser Mechanismus verstärkt die Vorherrschaft auf bereits besiedelten Flächen. 7
Der Austrieb der Knollen hängt stark von der Bodentemperatur ab. Unter 5 °C verlangsamt sich das Wachstum deutlich und setzt bei Wärme rasch wieder ein. In gemäßigten Regionen erklärt dies den kräftigen Neuaustrieb zu Sommerbeginn. 8
Nutzen und Giftigkeit
Für Menschen und Haustiere ist bei Cyperus rotundus keine Giftigkeit dokumentiert. Rohe Knollen schmecken jedoch bitter und wirken zusammenziehend. Kochen, Rösten oder Zerkleinern mildert diese Eigenschaften vor dem Verzehr deutlich. 5
Seit der Mittelsteinzeit wurden die Knollen als Notnahrung genutzt. Spuren im Zahnstein sudanesischer Bevölkerungen aus der Zeit vor 6700 v. Chr. gingen mit auffallend wenig Karies einher. Möglicherweise hängt dies mit einer hemmenden Wirkung auf kariesverursachende Bakterien zusammen. 7
In der traditionellen chinesischen Medizin gilt Cyperus rotundus als Mittel zur Regulierung des verdauungsbezogenen Qi. Im Ayurveda wird es bereits in der Charaka Samhita um 100 n. Chr. gegen Fieber und Verdauungsbeschwerden erwähnt. Auch Theophrast, Plinius und Dioskurides verwendeten die Pflanze als Duftstoff. 7
Der Inhaltsstoff Rotundon, der auch in schwarzem Pfeffer vorkommt, verleiht manchen Knollen eine würzige Note. Derselbe Stoff verursacht das pfeffrige Aroma bestimmter australischer Shiraz-Weine. 7
Weltweite Ackerbegleitpflanze und Verwechslungen
Weltweit befällt Cyperus rotundus mehr als 50 verschiedene Kulturpflanzen. Die Art widersteht den meisten Herbiziden und gewöhnlichen Kunststoff-Mulchfolien, die ihre Triebe durchstoßen können. 7 4
Bei empfindlichen Kulturen wie Zuckerrohr sind ohne anhaltende Bekämpfung Ertragsverluste von bis zu 75 % dokumentiert. Das erklärt die besondere Aufmerksamkeit der Pflanzenschutzdienste für diese Art. 8
Am ehesten lässt sich die Art mit der Erdmandel, Cyperus esculentus, verwechseln. Diese besitzt gelbe Ährchen und milder schmeckende Knollen. Weitere Verwechslungspartner sind Cyperus longus mit stärker stängelumfassenden Blättern und Cyperus serotinus mit leiterartig angeordnetem Blütenstand. 7
Neben den dokumentierten landwirtschaftlichen Auswirkungen besitzt die Art örtlich eine ökologische Bedeutung: Ihre Knollen dienen wandernden Kranichen in manchen Feuchtgebieten als Nahrung. Gegenüber den Schäden an Kulturpflanzen bleibt dieser Nutzen begrenzt. 7
Hauptquellen
- Plants of the World Online / Kew, Cyperus rotundus L.
- ITIS, Cyperus rotundus L., TSN 39900
- USDA PLANTS Database, Cyperus rotundus Pflanzenporträt
- NC State Extension Plant Toolbox, Cyperus rotundus
- Plants For A Future, Cyperus rotundus
- GBIF Backbone Taxonomy, Cyperus rotundus
- Wikipedia (englisch), Cyperus rotundus
- Wikipedia (französisch), Cyperus rotundus
- INPN / MNHN, Cyperus rotundus L., 1753
Häufig gestellte Fragen
Ist Knolliges Zypergras giftig?
Für Cyperus rotundus ist weder beim Menschen noch bei Haustieren eine Giftigkeit dokumentiert. Rohe Knollen schmecken bitter und wirken zusammenziehend; Rösten oder Zerkleinern mildert diese Bitterkeit.
Warum lässt sich Knolliges Zypergras so schwer entfernen?
Eine einzige Knolle kann innerhalb einer Saison ein Netz aus mehreren Hundert Knollen bilden. Oberflächliches Ausreißen zerbricht häufig die Rhizome und vermehrt dadurch die neuen Triebe, statt sie zu beseitigen.
Woran erkennt man Cyperus rotundus?
Ein aufrechter dreikantiger Halm, grasartige Blätter in drei Reihen und ein doldiger Blütenstand mit purpurbraunen Ährchen unterscheiden die Art von einem dichten, schlecht gepflegten Rasen.
Sind die Knollen essbar?
Nach dem Rösten oder Zerkleinern sind die Knollen essbar; beide Verfahren mildern ihre Bitterkeit. Sie dienten als Notnahrung und werden noch in manchen traditionellen Zubereitungen verwendet.
Mit welcher Pflanze kann man die Art verwechseln?
Am häufigsten mit der Erdmandel, Cyperus esculentus. Sie besitzt gelbe Ährchen und milder schmeckende Knollen.
Woher stammt Knolliges Zypergras?
Das natürliche Areal umfasst Afrika, Süd- und Mitteleuropa sowie Südasien. Später wurde die Art auf alle bewohnten Kontinente eingeschleppt und ist heute in mehr als 90 Ländern vertreten.
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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.





