Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia, L. 1753)

Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia) ist eine kleine mehrjährige fleischfressende Pflanze aus der Familie der Sonnentaugewächse (Droseraceae), verbreitet in sauren Mooren der Nordhalbkugel. Seine Rosette trägt runde Blätter mit roten Tentakeln und klebrigen Schleimtropfen. Gefangene Kleininsekten liefern Stickstoff als Ergänzung zum nährstoffarmen Torfboden.

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Wissenschaftlicher NameDrosera rotundifolia
GattungDrosera
OrdnungCaryophyllales

Rundblättriger Sonnentau, Himmelstau, Herrgottslöffel, Himmelslöffelkraut, Round-leaved sundew und Common sundew

Identität
Toxizität
Ungiftig : Menschen, darunter Kinder, Katzen, Hunde und Pferde
Pflegeaufwand
Mäßig
Pflanzenart
Kräuterlebhaft · Rosette
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
FrankreichVereinigtes KönigreichDeutschlandSchwedenKanadaVereinigte StaatenJapanNeuguineaPhilippinen
Lebensraum
Torfmoore, saure Sümpfe und Niedermoore, nasse Sandufer in voller Sonne bis leichtem Halbschatten
Jahresverlauf
Blütezeit
Sommer
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
4/10
Reifezeit
Blüte ab dem zweiten Kulturjahr möglich
Vermehrung
Aussaat, Teilung
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gering; dünne Blütenstiele vor starkem Wind schützen.
Luftfeuchtigkeit
60–90 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Leichter Sandboden, Torfboden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Volle Sonne

Täglich einige Stunden direkte Sonne ermöglichen, vorzugsweise morgens oder abends.

Volle Sonne bis leichter Halbschatten
Innenbereich
Gewächshaus, Helles Fensterbrett
Abstand zum Fenster
0 bis 15 cm von einem Südfenster
Außenbereich
Beet in voller Sonne
Pflanzgefäße
Drainage-Kunststoff
Erscheinungsbild
Höhe5–25 cmBreite3–5 cm
Blätter
GrünRot
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia): Herkunft und Verwendung — blätter 1
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia): Herkunft und Verwendung — blätter 2
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia): Herkunft und Verwendung — blätter 3
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia): Herkunft und Verwendung — blätter 4
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia): Herkunft und Verwendung — blätter 5
Blüten
WeißRosaGröße1–1.25 cm
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia): Herkunft und Verwendung — blüten 1
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia): Herkunft und Verwendung — blüten 2
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia): Herkunft und Verwendung — blüten 3
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia): Herkunft und Verwendung — blüten 4
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia): Herkunft und Verwendung — blüten 5
Früchte
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia): Herkunft und Verwendung — früchte 1
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia): Herkunft und Verwendung — früchte 2
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia): Herkunft und Verwendung — früchte 3
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia): Herkunft und Verwendung — früchte 4
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia): Herkunft und Verwendung — früchte 5
Wuchsform
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia): Herkunft und Verwendung — wuchsform 1
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia): Herkunft und Verwendung — wuchsform 2
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia): Herkunft und Verwendung — wuchsform 3
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia): Herkunft und Verwendung — wuchsform 4
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia): Herkunft und Verwendung — wuchsform 5
Rinde
Grün
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia): Herkunft und Verwendung — rinde 1
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia): Herkunft und Verwendung — rinde 2
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia): Herkunft und Verwendung — rinde 3
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia): Herkunft und Verwendung — rinde 4
Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia): Herkunft und Verwendung — rinde 5

Weltweite Verbreitung

Drosera rotundifolia besitzt ein zirkumboreales Areal, eines der größten innerhalb der Gattung. Es umfasst fast ganz Europa, Sibirien und weite Teile Nordamerikas: Kanada außer Prärien und Tundra, Südalaska, den pazifischen Nordwesten und die Appalachen bis Georgia und Louisiana. Hinzu kommen Japan und Korea. Isolierte Bestände reichen bis in die Türkei, den Kaukasus, nach Kamtschatka sowie Ost- und Nordostchina; ausnahmsweise erreicht die Art auch die Südhalbkugel in Neuguinea und die Philippinen (Mindanao).

  • Heimisch9
  • Frankreich (europäisches Festland)
  • Vereinigtes Königreich
  • Deutschland
  • Schweden
  • Kanada
  • Vereinigte Staaten
  • Japan
  • Neuguinea
  • Philippinen (Mindanao)

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia L., 1753) ist eine kleine mehrjährige fleischfressende Pflanze aus der Familie der Sonnentaugewächse (Droseraceae). Linné beschrieb sie 1753; damit gehört sie zu den frühesten formal benannten fleischfressenden Pflanzen. Charles Darwin widmete ihr den größten Teil seiner Versuche zur pflanzlichen Fleischernährung, veröffentlicht 1875 in Insectivorous Plants. Sie nahm darin mehr Raum ein als jede andere fleischfressende Art, einschließlich der Venusfliegenfalle. 1 3

Für Drosera stand das altgriechische Wort drosos, „Tau“, Pate: Glänzende Schleimtropfen bedecken jeden Tentakel und bleiben auch bei Sonne und trockenem Wetter sichtbar. Der französische Name rossolis stammt vom mittellateinischen ros solis, „Sonnentau“. Er bezeichnete auch einen seit dem Mittelalter aus der Pflanze hergestellten südeuropäischen Likör. Daraus entwickelte sich das italienische rosolio, dessen heutige Bedeutung keinen botanischen Bezug mehr besitzt. 2

Erkennung

Bodennah entfaltet sich eine Rosette mit runden, 4 bis 10 mm breiten Blattspreiten. Ihre dünnen, behaarten Stiele sind 1,3 bis 5 cm lang. Auf der Blattoberseite sitzen rote Tentakel, deren endständige Drüsen einen süßen, klebrigen Fangschleim absondern. Dieser lockt kleine Insekten an und hält sie fest. Der Durchmesser der gesamten Rosette beträgt meist 3 bis 5 cm. 3 2

Ein aufrechter, blattloser Blütenstiel erreicht 5 bis 25 cm und ragt deutlich über die Fangblätter hinaus. Dieser Abstand schützt bestäubende Insekten vor den Tentakeln ihrer Wirtspflanze. Die weißen oder rosa Blüten besitzen fünf Kronblätter und höchstens 1,25 cm Durchmesser. Anschließend entstehen hellbraune, schmale Samen von 1 bis 1,5 mm Länge. 3 6

Zur Überwinterung entsteht ein Hibernakel, eine bodennahe Knospe aus eng eingerollten Blättern. Sie ersetzt während der kalten Jahreszeit die Sommerblätter. Wird eine Rosette im Herbst schwarz, ist das deshalb nicht unbedingt ein Zeichen des Absterbens, sondern kann den Beginn der Ruhezeit anzeigen. 6

Nützliche Taxonomie

Von den über 150 Drosera-Arten ähneln sich drei europäische Vertreter, die oft gemeinsam in Mooren wachsen. Im Gelände lässt sich die Blattform schneller prüfen als Blüten oder Samen, die außerhalb ihrer Saison fehlen. Rundblättriger Sonnentau trägt runde Blattspreiten und besiedelt in Europa ein größeres Areal als seine beiden Verwandten zusammen. Drosera anglica Huds. besitzt längliche, schmale Spreiten, Drosera intermedia Hayne spatelförmige Blätter mit einer Zwischenform. Gelegentlich entstehen Hybriden. Drosera × obovata Mert. & W.D.J.Koch ist die natürliche sterile Kreuzung aus D. rotundifolia und D. anglica. Diese Taxa ersetzen den anerkannten, 1753 von Linné veröffentlichten Namen Drosera rotundifolia nicht. 1

Lebensraum und Verbreitung

Das zirkumboreale Verbreitungsgebiet zählt zu den größten der Gattung. Es umfasst fast ganz Europa, Sibirien und große Teile Nordamerikas: Kanada außer Prärien und Tundra, Südalaska, den pazifischen Nordwesten sowie die Appalachen bis Georgia und Louisiana. Japan und Korea gehören ebenfalls dazu. Isolierte Populationen erreichen die Türkei, den Kaukasus, Kamtschatka sowie Neuguinea auf der Südhalbkugel und die Philippinen mit Mindanao. 6 3

Fast ausschließlich besiedelt die Art saure Torfmoosmoore, Sümpfe und Niedermoore, durchnässte Sandufer oder lichte Schwarzfichten-Sumpfwälder. Sie benötigt viel Licht sowie stickstoff- und phosphorarmen Boden. Kalkhaltiges oder gedüngtes Substrat eignet sich nicht für diese Moorpflanze. 6

Für Frankreich ist sie außerhalb des Mittelmeerraums aus dem gesamten Land bekannt, allerdings ausschließlich aus Mooren, die im Tiefland zunehmend selten werden. Dort gilt ein landesweiter Schutz, der Zerstörung, Transport und Verkauf ganzer Pflanzen oder ihrer Teile verbietet. Entwässerung trocknet den sauren Moorboden binnen weniger Jahre aus, worauf der Sonnentau verschwindet. Weltweit führt die IUCN die Art als nicht gefährdet. In einzelnen US-Bundesstaaten, etwa Illinois, Iowa und Tennessee, gilt sie dagegen örtlich als bedroht. 7 5 8

Lebenszyklus und Vermehrung

Kleine Insekten werden durch den süßen Schleim angelockt und bleiben an einem Tentakel haften. Die Nachbartentakel neigen sich allmählich zur Beute. Innerhalb weniger Tage lösen Verdauungsenzyme deren weiche Gewebe auf. Die Pflanze gewinnt vor allem Ammoniak und verwertbaren Stickstoff, der im Torfboden selten ist. Neuere Arbeiten zeigen, dass sie auch Bodennährstoffe aufnehmen kann, wenn diese verfügbar sind. Fleischernährung ergänzt ihre Versorgung und ist keine strikte Abhängigkeit. 3

Im Sommer erscheinen die Blüten am aufrechten Stiel. Nahe der Mutterpflanze verstreute Samen keimen auf feuchtem Torfmoos bei etwa 20 °C in 4 bis 8 Wochen. Die Teilung eingewachsener Rosetten liefert in Kultur innerhalb einer Saison genetisch gleiche Pflanzen. Auch Blatt- und Wurzelstecklinge sind während der Wachstumszeit möglich. 6 4

Nutzen und Risiken

Vorrangig wird Rundblättriger Sonnentau als Zierpflanze im künstlichen Moorbeet, Terrarium oder im Topf auf einer Wasserschale gehalten, oft zusammen mit lebendem Torfmoos. Für diese Art sind keine Giftstoffe verzeichnet; sie steht auch auf keiner Liste giftiger Pflanzen für Haustiere. 4

Extrakte mit Flavonoiden wie Hyperosid und Quercetin wurden lange als krampflösende und schleimlösende Mittel gegen Husten, chronische Bronchitis und Asthma verwendet. Der Verdauungssaft kam zudem gegen Warzen zum Einsatz. Dieser medizinische Ruf führte in Europa zu intensiver Wildsammlung. Natürliche Bestände gerieten dadurch bereits lange vor Einführung gesetzlicher Schutzmaßnahmen unter Druck. 4 8

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Die Sorte Charles Darwin wird im Fachhandel besonders häufig angeboten. Sie wurde für Wachstum ohne ausgeprägte Winterruhe ausgewählt und lässt sich ganzjährig leichter halten als eine Wildherkunft. Die forma comosa mit verzweigtem Blütenstiel und zahlreicheren Blüten ist dagegen selten und kursiert vor allem unter nordamerikanischen Sammlern. Beide Formen gehören weiterhin zur selben botanischen Art. 4

Als Verwechslungspartner im Moor kommen besonders Drosera anglica und Drosera intermedia infrage; beide können mit D. rotundifolia Hybriden bilden. Den Lebensraum teilt die Art mit der Gemeinen Moosbeere (Vaccinium oxycoccos), die keine Insekten fängt und Stickstoff direkt aus dem Torfboden aufnimmt. Die häufiger gehandelte Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) schließt aktiv ihre Fanglappen. Rundblättriger Sonnentau arbeitet dagegen mit klebrigem Schleim und ohne schnelle Fangbewegung. 6

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Ist Rundblättriger Sonnentau in Frankreich geschützt?

Ja. Drosera rotundifolia steht in Frankreich landesweit unter Schutz. Zerstörung, Transport und Verkauf der ganzen Pflanze oder ihrer Teile sind dort verboten. Sie wächst nur in zunehmend seltenen Mooren.

Warum verschwinden im Winter die Tautropfen auf den Blättern?

Die Pflanze bildet zum Überwintern eine bodennahe Knospe aus eng eingerollten Blättern, das Hibernakel. Das bedeutet nicht, dass sie abgestorben ist. Mit dem erneuten Wachstum im Frühjahr erscheinen wieder klebrige Fangblätter.

Ist Rundblättriger Sonnentau für Katzen oder Hunde giftig?

Für diese Art ist keine nachgewiesene Giftigkeit verzeichnet. Sie enthält geringe Mengen Plumbagin, doch Vergiftungsfälle bei Menschen oder Haustieren sind nicht dokumentiert.

Wodurch unterscheidet sich Drosera rotundifolia von anderen europäischen Sonnentauarten?

Die runde Blattspreite unterscheidet sie von Drosera anglica mit länglichen und Drosera intermedia mit spatelförmigen Blättern. Die drei Arten können im selben Moor vorkommen; Drosera × obovata tritt als natürliche Hybride auf.

Wofür wurde Sonnentau in der Pflanzenheilkunde verwendet?

Extrakte mit Flavonoiden wie Hyperosid und Quercetin dienten traditionell als krampflösende und schleimlösende Mittel bei Husten, chronischer Bronchitis und Asthma. Dieser Ruf führte zu intensiver Wildsammlung, die bei geschützten Beständen heute verboten ist.

Muss Sonnentau im Zimmer gefüttert werden?

Bei genügend Licht und gelegentlichem Zugang zu kleinen Insekten ist das unnötig. Fleisch oder Flüssigdünger gehören niemals auf die Tentakel, da sie den Verdauungsschleim verderben, statt die Pflanze zu ernähren.

Darf wilder Sonnentau für die Kultur entnommen werden?

In geschützten Gebieten seines Areals ist das nicht erlaubt. Die Wildentnahme von Drosera rotundifolia ist in Frankreich verboten. Pflanzen aus dem Fachhandel für fleischfressende Pflanzen stammen aus Aussaat oder In-vitro-Kultur, nicht aus Moorentnahmen.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.