Herbst-Anemone (Eriocapitella hupehensis, (É.Lemoine) Christenh. & Byng 2018)

Herbst-Anemone (Eriocapitella hupehensis) ist eine krautige Staude aus der Familie der Ranunculaceae, die aus Zentralchina und dem östlichen Himalaya stammt. Sie wurde lange der Gattung Anemone zugeordnet. Ihre aufrechten Stängel tragen vom Spätsommer bis zu den ersten Frösten Blüten ohne echte Kronblätter: Rosa, purpurne oder weiße Kelchblätter umgeben zahlreiche leuchtend gelbe Staubblätter. Im Winter zieht das Laub ein; im Frühjahr treibt die Pflanze aus ihrem kriechenden Rhizom wieder aus.

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Wissenschaftlicher NameEriocapitella hupehensis
GattungEriocapitella
OrdnungRanunculales

Herbst-Anemone, Japanische Anemone, Chinesische Anemone, Hubei-Anemone, Japanese anemone und Chinese anemone

Identität
Toxizität
Bei Verzehr giftig (Protoanemonin)
Pflegeaufwand
Niedrig
Pflanzenart
Kräuterlebhaft · Blühende Staude
Blattart
Laubabwerfend
Lebensdauer
Mehrjährig
Herkunft
ChinaTaiwanNepalIndienMyanmar
Lebensraum
Grashänge, Bergwiesen, lichte Waldränder, Flussufer und feuchte Gräben in 400–2.600 m Höhe
Jahresverlauf
Blütezeit
SommerHerbst
Wachstum
Ruhephase
Winterruhe
Wuchsgeschwindigkeit
5/10
Reifezeit
Nach 2 bis 3 Jahren gut eingewurzelt, dann reiche Blüte
Vermehrung
Teilung, Wurzelsteckling, Aussaat
Klima & Wasser
Temperatur
Winterhärte
Windverträglichkeit
Gering; Blütenstängel können bei starkem Wind brechen
Luftfeuchtigkeit
50–70 %
Wasserbedarf
Sehr wenig
Wenig
Mittel
Hoch
Sehr hoch
Trockenheitsverträglichkeit
Nein
Boden
Boden-pH-Wert
Bodenarten
Reicher Boden, Kühler, feuchter Boden, Entwässerter Boden
Salzhaltiger Boden
Wird nicht vertragen
Licht & Standort
Lichtverhältnisse

Viel Umgebungslicht bieten, ohne direkte Sonne auf den Blättern.

Lichter Halbschatten bis milde Sonne, vor heißer Nachmittagssonne schützen
Außenbereich
Cottage-Garten, Blumeneinfassung, Waldrand
Pflanzgefäße
Terrakotta, Großer Topf
Erscheinungsbild
Höhe30–120 cmBreite30–60 cm
Blätter
Grün
Blüten
RosaViolettWeißGröße4–6 cm
Früchte
Braun
Rinde
Grün

Weltweite Verbreitung

Das natürliche Areal von Eriocapitella hupehensis reicht vom östlichen Himalaya mit Nepal und Assam über Zentral- und Südchina bis Taiwan und Myanmar. Später wurde die Art in Korea, den baltischen Ländern, Ecuador und Deutschland eingeführt. Heute wird sie in den meisten gemäßigten Gartenregionen der Welt als Zierpflanze kultiviert.

  • Heimisch5
  • Eingeführt3
  • China
  • Taiwan
  • Nepal
  • Indien
  • Myanmar
  • Südkorea
  • Deutschland
  • Ecuador

Sechsecke: Regionen, in denen die Pflanze vorkommt. Grüne Punkte: natürliches Verbreitungsgebiet.1

Identität

Herbst-Anemone (Eriocapitella hupehensis (É.Lemoine) Christenh. & Byng, 2018), auch Chinesische Anemone oder Hubei-Anemone genannt, ist eine krautige Staude der Gattung Eriocapitella aus der Familie der Ranunculaceae. Lange gehörte sie zur Gattung Anemone. Bei einer Neuordnung der Hahnenfußgewächse trennten die Botaniker Maarten Christenhusz und James Byng die Art 2018 davon ab. 1 2

Wolle und kleines Köpfchen verbinden sich im Namen Eriocapitella: griechisch erion und lateinisch capitellum spielen auf die flaumigen Achänen im Zentrum der verblühten Blüte an. Das Artepitheton hupehensis bedeutet „aus der Provinz Hubei“ in Zentralchina. Dort wurde die Art vor ihrer Beschreibung durch den französischen Gärtner Émile Lemoine im Jahr 1908 gesammelt. Der ebenfalls verwendete Name Japanische Anemone verweist auf die frühe Kultur in Japan, nicht auf den Ursprung: Die Art stammt aus China. 6

Erkennung

Ein Horst von Eriocapitella hupehensis trägt 3 bis 5 grundständige, dreizählige Blätter an 5 bis 35 cm langen Stielen. Die aufrechten Blütenstängel werden gewöhnlich 30 bis 100 cm, je nach Sorte auch 120 cm hoch. Etwa auf halber Höhe sitzt ein Quirl aus drei Hochblättern. 3 5

In der etwa 4 bis 6 cm breiten Blüte fehlen echte Kronblätter. Stattdessen umgeben 5 kronblattartige Kelchblätter in Rosa, Purpur oder Weiß ein leuchtend gelbes Zentrum aus zahlreichen Staubblättern und mehr als 100 winzigen Stempeln. Das Fehlen echter Kronblätter unterscheidet Eriocapitella unmittelbar von vielen anderen als Zierpflanzen genutzten Hahnenfußgewächsen, etwa Hahnenfüßen, deren farbige Kronblätter nach dem Aufblühen erhalten bleiben. Gefüllte und halbgefüllte Gartensorten können bis zu etwa zwanzig Kelchblätter besitzen. Nach der Blüte entwickeln sich die Stempel zu kleinen eiförmigen Achänen. Ihre wolligen Haare bilden ein auffälliges watteartiges Köpfchen. 6 3

Vom Spätsommer bis zu den ersten Frösten hält die Blüte an, je nach Klima zwischen Juli und Oktober. Damit zählt die Art zu den Herbst-Anemonen, zusammen mit Eriocapitella japonica, E. tomentosa, E. vitifolia und der Hybride E. × hybrida. 4

Nützliche Taxonomie

POWO führt Eriocapitella hupehensis als akzeptierten Namen. Im Gartenhandel bleibt jedoch der frühere Name Anemone hupehensis weit verbreitet und in den meisten Katalogen maßgeblich. Das 1908 veröffentlichte Basionym lautet Anemone japonica var. hupehensis É.Lemoine. Derselbe Autor erhob das Taxon bereits 1910 in den Artrang. 1 2

Weitere Namen aus der botanischen Literatur bezeichnen dasselbe Taxon:

  • Anemone hupehensis (É.Lemoine) É.Lemoine (botanisches Synonym)
  • Anemone hupehensis f. alba W.T.Wang (botanisches Synonym)
  • Anemone matsudae (Yamam.) Tamura (botanisches Synonym)
  • Eriocapitella vitifolia var. matsudae (Yamam.) Nakai (botanisches Synonym)

Häufige Verwirrung stiftet die Varietät japonica. Früher wurde sie als Anemone hupehensis var. japonica geführt; POWO ordnet diesen Namen heute als Synonym von Eriocapitella japonica ein. Damit handelt es sich um eine eigenständige Art und nicht um eine bloße Varietät von E. hupehensis. 1

Lebensraum und Verbreitung

Vom östlichen Himalaya mit Nepal und Assam reicht das natürliche Areal über Zentral- und Südchina bis Taiwan und Myanmar. In China liegen Vorkommen vor allem in Shaanxi, Hubei, Sichuan und Yunnan sowie in mehreren südlichen Provinzen. 6 1

Grashänge, Bergwiesen, lichte Waldränder und Flussufer bilden die natürlichen Lebensräume in je nach Population 400 bis 2.600 m Höhe. POWO nennt außerdem Einführungen nach Ecuador und Deutschland sowie Einbürgerungen in Korea und den baltischen Ländern. 1 6

Jahrhundertelange Kultur in China, wahrscheinlich seit der Tang-Dynastie, ging der Ausbreitung einer halbgefüllten Form voraus. Sie verwilderte aus Gärten und gelangte vor mehreren Jahrhunderten nach Japan und Korea. Dieser eingebürgerte Abkömmling wird heute als eigene Art Eriocapitella japonica anerkannt und gehört zu den Eltern der Gartenhybride E. × hybrida. Lebende Pflanzen kamen erst 1844 durch den schottischen Botaniker Robert Fortune nach Europa. Er hatte sie in China an Gräbern gepflanzt gesehen. 7

Lebenszyklus und Vermehrung

Unter dem Horst wächst ein kriechendes Rhizom von Jahr zu Jahr weiter. Im Winter verschwinden die oberirdischen Teile vollständig; im nächsten Frühjahr treiben sie aus denselben unterirdischen Reserven erneut aus. Junge, noch nicht ausreichend eingewurzelte Horste blühen im ersten Jahr wenig. Bis zur vollen Blüte vergehen gewöhnlich 2 bis 3 Jahre. 4

Für die Vermehrung werden vor allem Teilung im Frühjahr oder Spätherbst und Wurzelschnittlinge aus demselben Zeitraum genutzt. Schon ein Rhizomfragment kann eine vollständige Pflanze bilden. Auf nährstoffreichen Böden kann sich die Art daher ohne Begrenzung stark ausbreiten. Aussaat ist möglich, im Gartenbau wegen langsamer und unregelmäßiger Keimung aber selten. 3

Nutzen und Risiken

Als Zierstaude bereichert die Herbst-Anemone frische Rabatten, Bauerngärten und schattige Gehölzränder; auch als Schnittblume wird sie genutzt. Die RHS empfiehlt sie zudem für naturnahe Gartenbereiche. Vom Spätsommer bis zu den ersten Frösten liefert sie Nektar und Pollen für Bestäuber, wenn nur noch wenige andere Stauden blühen. 3 4

Wie die meisten Hahnenfußgewächse enthält Eriocapitella hupehensis Protoanemonin, einen reizenden Stoff, den der frische Saft bei Gewebeverletzungen freisetzt. Verzehr verursacht Reizungen im Mund und leichte Verdauungsbeschwerden. Hautkontakt mit dem Saft kann bei Menschen und Haustieren eine Dermatitis auslösen. Der Missouri Botanical Garden stuft die gesamte Pflanze bei Verzehr als giftig ein. 6 5

Sorten, Verwechslungen und verwandte Pflanzen

Unter den dauerhaft bewährten Sorten erhielten 'Hadspen Abundance' und 'Bowles's Pink' den Award of Garden Merit der RHS. 'Praecox' beginnt schon Ende Juli zu blühen; 'Superba' besitzt halbgefüllte lavendelrosa Blüten. Beide ergänzen die durch Versuche des Chicago Botanic Garden gut dokumentierten Sorten. 8 7 9

Ähnlich sehen die eigenständige Art Eriocapitella japonica und die Gartenhybride Eriocapitella × hybrida aus. Im Handel werden sie häufig ohne Unterscheidung als „Japanische Anemone“ angeboten. Dieser gebräuchliche Name allein verrät daher nicht, welche Pflanze im Topf steht. Erst der vollständige wissenschaftliche Name mit Autorenangabe unterscheidet E. hupehensis, E. japonica und E. × hybrida zuverlässig. 4

Hauptquellen

Häufig gestellte Fragen

Stammt die Herbst-Anemone aus Japan?

Nein. Eriocapitella hupehensis stammt aus Zentralchina und dem östlichen Himalaya. In Japan wurde sie lediglich sehr früh kultiviert, bevor Robert Fortune sie 1844 nach Europa brachte.

Ist die Herbst-Anemone giftig?

Ja, wie die meisten Hahnenfußgewächse. Der frische Saft enthält Protoanemonin, das bei Verzehr Mund und Verdauungstrakt reizt. Bei Menschen und Haustieren kann Hautkontakt zudem eine Dermatitis verursachen.

Warum blüht meine Herbst-Anemone nicht?

Oft setzt die Blüte erst im zweiten oder dritten Jahr ein, wenn der Horst gut eingewurzelt ist. Zu viel Schatten oder ein im Sommer zu trockener Boden können die Blüte ebenfalls verzögern.

Wie teile ich Eriocapitella hupehensis?

Entnehmen Sie im Frühjahr oder Spätherbst ein Rhizomstück und pflanzen Sie es sofort wieder in frischen, nährstoffreichen Boden. Schon ein einfaches Wurzelstück kann eine neue Pflanze hervorbringen.

Was unterscheidet Eriocapitella hupehensis von Eriocapitella × hybrida?

Eriocapitella × hybrida ist eine Gartenhybride aus einer Kreuzung unter Beteiligung von E. hupehensis und E. vitifolia. E. hupehensis ist dagegen eine eigenständige Wildart aus China und dem Himalaya.

Breitet sich die Herbst-Anemone stark aus?

Auf nährstoffreichen, frischen Böden kann sie stark wuchern, denn ihr kriechendes Rhizom breitet sich von Jahr zu Jahr rasch aus. Ein bei der Teilung im Boden verbliebenes Fragment reicht aus, um einen neuen Horst zu bilden.

Wo pflanzt man die Herbst-Anemone im Garten?

Geeignet sind frische Rabatten, schattige Gehölzränder oder Bauerngärten mit lichtem Halbschatten und nährstoffreichem Boden. Die späte Blüte vom Sommer bis zu den ersten Frösten schließt eine Lücke im Herbstgarten.

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Bei Fragen zur Giftigkeit einer Pflanze helfen eine botanische oder tierärztliche Beratung weiter.